Zur Lektüre dieses 800-Seiten Romans wurde ich durch mehrere begeisterte Besprechungen angeregt. Speziell für mich war natürlich interessant, daß eine der Hauptpersonen ein Astronom sein sollte.
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G. B. Piranesi, Ausschnitt aus "Piazza di S. Giovanni in Laterano" in der Mitte der Obelisk, links das Gebäude mit der Scala Sanctorum |
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| Der berühmte "Diskos von Phaistos" |
Er hatte keine Ahnung, wo er war, aber wenn er versuchte, möglichst immer geradeaus zu fahren, mußte er irgendwann den Stadtrand erreichen, so groß war Den Haag ja nicht. Plötzlich erkannte er eine Kreuzung. Auf dem verlassenen Bürgersteig stand ein großer Mann in einem langen Mantel, der die Hand hob.
Ein Räuber, dachte er, würde bestimmt nicht jetzt sein Opfer suchen, um ein Uhr nachts und bei Frost. Er gab Lichtzeichen, schwenkte mit einer schnellen Bewegung auf den Fahrbahnrand zu und hielt an. Im Spiegel sah er den Mann trabend näherkommen; er schaltete das Radio aus, lehnte sich über den Beifahrersitz und kurbelte das Fenster herunter.
Onno beugte sich tief hinunter und sah in das schmale, fanatische Gesicht von Max. Es erinnerte ihn an einen Ibis, den ägyptischen Ibis religiosa mit dünnem Hals und gebogenen Schnabel; es ging etwas Gefährliches von ihm aus, wie von einer Axt. Max hingegen sah in das volle, herrschsüchtige Antlitz Onnos. Klassisch, ohne Wölbung, ging die Stirn über in eine gerade Nase; darunter befand sich ein ebenso klassischer, kleiner Mund mit gewölbtem Lippen, kaum breiter als seine Nasenflügel. Das Gesicht kam ihm entfernt bekannt vor.
"Wohin wollen Sie?"
"Fahren Sie Richtung Amsterdam?"
"Steigen Sie ein."
Onno machte einen Schritt zurück und nahm das Auto abfällig in Augenschein.
"Aber nur unter Protest!"
"Ich flehe Sie an", sgate Max amüsiert.
Als er nach einigen Mühen im Wagen saß, oder besser: lag, gab Max Vollgas, und das Auto raste davon wie ein Rennpferd.
"Nette Karre", sagte Onno mit einem Gesicht, in dem zu lesen war, daß er seinen Wohltäter für nicht ganz bei Trost hielt.
Max lachte.
"Ach, das ist noch gar nichts. Wenn ich einmal groß bin, kaufe ich mir einen weißen, offenen Rolls-Royce. Dann setze ich mich in einem weißen Pelzmantel in den Fonds, und ans Steuer eine bildhübsche Frau."
Mit schiefem Mund mußte auch Onno jetzt lachen und drehte den Kopf zur Seite. Er hatte bereits den Ansatz eines Doppelkinns.
"Warum kaufen Sie nicht gleich einen Kinderwagen?"
Max sah in ihn kurz an. Sie hatten einander gefunden - das war der Moment. Wußten sie es, wußten sie es beide?
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Detail vom Titusbogen, Rom: "Die Beute aus Jerusalem" Preisfrage: was trägt der Herr ganz links?? |
... das Bild der Hoffnung ist jemand, der mit einem Musikinstrument in einem Futteral vorbeikommt. Es trägt nicht zur Unterdrückung bei, und auch nicht zur Befreiung, sondern zu etwas, das tiefer liegt. Der Junge auf seinem Fahrrad, mit einer Gitarre in ausgebleichtem Kunstleder auf dem Rücken, das Mädchen, das mit einem zerschrammten Geigenkasten auf die Straßenbahn wartet.