Arno Schmidt - Zettels Traum

Buch I) Das Schauerfeld, oder die Sprache von Tsalal

Rahmen: Die drei Besucher sind seit zwei Tagen bei Dän. Der Handlung beginnt um vier Uhr morgens mit dem Betreten des Schauerfeldes. Es wird durchquert und am anderen Ende wieder verlassen. An der Lutterbrücke bei Endeholz wird von den Frauen ein Bad genommen. Dann wird rechts hoch weitergegangen Richtung Fahrtbusch, an einem Schild "1 km bis Moorweide" (=Marwede?) vorbei, ein Ort wird durchquert (Marwede?), dann Richtung Wald weitergegangen.

Um vier Uhr morgens betreten die vier Protagonisten Dän, Franziska, Paul und Wilma durch einen auseinandergehaltenen Stacheldraht das Schauerfeld (ZT4). Franziska und Dän bestimmen die Strömungsgeschwindigkeit des kleinen Baches. Dän läßt Franziska mit einem Bullenkälbchen sprechen, erklärt dann allen den Grund des frühmorgendlichen Spaziergangs. Wilma brummt öfters. "Schritt 88" des Schauerfeldes wird erreicht (ZT5). Immer mal wieder Flirt-Ansätze zwischen Dän und Franziska.

Die Gruppe erreicht das Melkerschränckchen. Dän schließt auf und bietet Schnaps an (nur Paul nimmt) (ZT6), die Damen bekommen dann Nougat. Weitere Geschenke werden entnommen: für Wilma eine Spielkette aus Trapezunt samt einer Begleitrede von Dän (ZT7), eine Gedenkmünze "Emericus Tockel" für Paul, und ein Ring für Franziska, der ursprünglich von Paul Verne, dem Bruder Jules Vernes, herstammt (ZT8).

Wilma erkundigt sich nach der Herkunft des Namens "Schauerfeld", erste Antworten. Um Franziska vor den ständigen Anwürfen Wilmas zu schützen, erklärt Dän, daß eine Virginia = Franziska bei Pauls Übersetzerarbeit an Poe wichtig wäre. Kritik an der Poe-Ausgabe von Hervey Allen (Beispiel: Manilas statt Manuilas) (ZT9). Längeres Gedankenspiel (LG) von Dän über sich und Franziska. Anläßlich der unerschöpflichen Vorräte des Melkerschränckchens, besonders an Alkoholica, ein Poe-Zitat (Versteck A.G.Pyms in einer Kiste, Beschreibung). Fortsetzung der Antworten zur Bedeutung des Wortes "Schauerfeld".

Hinweis auf Fouqués Geschichte "Das Schauerfeld", knappe Inhaltsangabe derselben. Andeutung: Wilma ist die Johanna Wolff aus Lauban. (ZT10). Dän schimpft auf Bauern. Fortsetzung von Fouqués "Schauerfeld", allerdings sagt Dän, daß sein Feld diesen Namen nicht von Fouqué hat.

Er erzählt die Geschichte des verscharrten Dichters (ZT11). Das Ende dieses Dichters wird erzählt, während Franziska im Melkerschränckchen stöbert. Dän verteidigt den Alkohol und seine Bedeutung für das Hirntier, Beispiele: u.a. Poe und Joyce (ZT12). Ende des Dichters und Erscheinen des "Geistes".

Anläßlich eines "Anamoomoo" einer Kuh trickst Dän eine Überleitung zum "Pym" hin und der "Sprache von Tsalal". Vor allen Ausführungen beantragt er aber, daß Franziska als vollwertiges Mitglied der Gesprächsrunde betrachtet wird (ZT13). Überredungsanstrengungen deswegen. Absprachen für die weitere Terminologie: "S" soll immer "Sexuell" bedeuten, P1, P2 u. P3 die drei Bände von Partridges "Slang-Lexikon" (ZT14).

Alkohol-Debatte: Wilma schimpft auf Pauls Trinkerei, Dän verteidigt, wieder unter Hinzuziehung von Poe (ZT15).

Dän äußert sich kritisch über Dichterpriester (DP). Kritik an deren "Mythisiererei" und ihrer Wissenschaftsfeindlichkeit. Kritik der bloßen Intuition, vor allem beim Erzeugen von Kunst (ZT16). Weitere Kritik am DP, speziell auch wieder Poes; Haupteinwand: DP können keine einfachen Gegenstände beschreiben (ZT17). Beispiel dafür ist die Sonnenfinsternisbeschreibung aus "MS in a Bottle". Wilma und Paul sehen etwas "poetisch-magisches", Dän eine Sonnenfinsternis (ZT18).

Die "Sonnenfinsternis", der "Wirbel" in der Erzählung lassen sich auf die persönliche Situation Poes damals beziehen, seine Stimmung (ZT19). Der Einwand Franziskas, daß vielleicht die Sonne nicht sichtbar gewesen sei, wird von Dän entkräftet. Diskussion darüber, ob bewußte oder unbewußte Überhöhung vorliegt und über die Art der Verfälschung: in Zahlen und Maßangaben genau, in Effekten übertrieben (ZT20).

Kritik am normalen "Professor" und seiner Beurteilung außergewöhnlicher Literatur / Menschen. Kritik am Poe-Biographen A.H.Quinn. Kritik auch an der Poe-Interpretin Marie Bonaparte (MB) (ZT21). An ihrem Beispiel führt Dän aus, daß Frauen nicht über Männer arbeiten sollten und umgekehrt. Gegenwärtig könnte sich niemand guten Gewissens als Poe-Kenner bezeichnen.

Flirt von Dän und Franziska, Bewandtnis mit dem Ring: der Besitzer muß den Tag über die Wahrheit sagen (ZT22).

Franziska rennt zurück zum Melkerschränckchen, um Däns Angabe zu kontrollieren, daß nur Kugelschreiber in einem Kästchen sind (für die Abmachung, des Ringes wegen den ganzen Tag die Wahrheit zu sagen). Kleiner Streit von Paul und Wilma (ZT23). Als Franziska wieder zurück ist, bestätigt sie im Prinzip Däns Angaben.

Paul und Wilma schneiden wieder Poe an: Paul will Näheres zu den "Männern aus Norden" wissen. Dän erklärt sich bereit.

Als eine der Voraussetzungen jeder Interpretation führt er den Begriff des "Etyms" ein (ZT24). Etyms als Sprache des oberen Teils des Unbewußten. Beispiele (ZT25). Etyms als Sprache einer "Zweiten Mitteilung" (ZT26). Etyms fügen einen zweiten, parallel im Individuum vorhandenen Gedankenzug hinzu. Es gibt allgemein-menschlich verbindliche Etyms, und subjektiv-erworbene, nur für diesen einen Verfasser gültige (ZT27).

Paul läßt sich ansatzweise von der Etymtheorie beeindrucken. Nach Dän hat Poe alle einschlägigen Worte gekannt (Militär, Kaschemmen, Kneipen, Fremdsprachenkenntnisse etc). Wilma will ein deutliches Beispiel (ZT28).

Als Exempel nimmt Dän Poes Dialog "Eiros and Charmion". Dän weist auf "charmed Eros" hin, was im Dialog von der "verbrannten Erde" ("burned earth") erzählt wird. Wilma versteht nicht. Die Gruppe setzt sich zum Ausruhen, nachdem sie aus der Birkenschule raus ist (aber immer noch auf dem Schauerfeld) (ZT29). Beim Sitzen schielt Dän intensiv auf Franziskas Unterhöschen (von ihr provoziert).

Dän beginnt auf die Frage von Paul über die "Männer aus Norden" und Tsalal zu antworten. Hinweise: Sprache von Tsalal; Bibel, Genesis, das Volk der "Anamim" = Nordland (ZT30). Das Volk Pathrusim = Mann der nach Süden zeigt = Süden überhaupt (vgl. Skizze aus einer Höhle im "Pym"). Die Sprache von Tsalal ist nach Dän ein leicht korrumpiertes Hebräisch. Die Grundrisse der Höhlen ergeben das Wort Tzal(e)mou(n) = das "Zalmon" aus dem AT = "dunkel, schattig". "Lama-Lama" = "Fleisch". "Tekelili" = die hellste-strahlendste der kultischen Farben. Modeproblem um die Zeit der Entstehung des Pym, was aus den 10 verlorenen Stämmen geworden ist (ZT31).

Über das Problem der "Verlorenen 10 Stämme" schlägt Dän eine Brücke zum "Buch Mormon". Poes Kenntnisse der "Hebraica" sind über Charles Anthon vermittelt (ZT32).

Inseln sind deswegen wichtig, weil bei der wichtigen Jesaja-Stelle erwähnt, dann wegen der Mode der Zeit, auf Inseln Kolonien ("Neues Israel" etc) zu gründen. Kurze Andeutungen über die Bedeutung des Bibelzitates am Ende des "Pym" (ZT33).

Frage Franziskas, ob so eine Hypothese alles erklärt (Dän: "nein"), und warum die Vögel "Tekeli-li" schreien. Erklärung Däns: "Weiße Mäntel ungarischer Roßhirten". Poe war Hungaromane, und ungarische Vampire waren Mode (ZT34).

Über die Methode der Dichterpriester, deren Unbestimmtheit etc; den mehreren Bedeutungen eines Textes.

1679 Ungarn-Aufstand, Anführer ist "Imre Thököly". Dän meint, daß eine Wahlszene dieser Hirten (mit Weißen Umhängen), welche "Thököly" brällen, auf Poe so stark gewirkt hat, und zwar in einem Theaterstück namens "Thököly". Verweis auf die Münze, die Paul geschenkt bekam, mit "Emericus Tockel".

Die Neigung Poes zum Theater ist sicher (ZT36), aber eine Frage ist, ob ein Dreijähriger sich sowas merken kann. Zitate Poes dazu, auch von Freud und Herder (ZT37).

Ohne "Traumdeutung" und "Etyms" will Dän Poe nicht interpretieren. Frage Franziskas, was Poe als Kleinkind im Theater zu suchen hatte: Dän erklärt Poes Lebensumstände von damals, was es auf solchen Behelfsbühnen und in solchem Milieu zu sehen gab. "Die Szene verwandelt sich" als Hauptelement seines Bilderdenkens (ZT39).

Eine Erinnerung Poes ist die an den Weidenkorb, in dem er lag: dieser kommt in den Geschichten als Ballon vor, auch als Boot etc.

Ausführungen Däns auf die Frage, warum es gegen den Südpol zu immer wärmer wird (ZT39). Überhaupt läßt sich feststellen, daß es in Poes Texten keinen Winter gibt. Stattdessen werden bei der Annäherung an den Südpol erwähnt: "Winde", farbige "Heißwässerchen" (Dän immer mit Sex-Anspielungen) (ZT40). Das weiße Zeug vom Himmel im Pym wird von Paul als Vulkanasche interpretiert, von Wilma als Schnee, Dän erklärt es mit den "Puderwolken" in der Garderobe der Schauspielerinnen. Bei Poe ist das ganze Bühnenzeug - in Etyms gebunden - vorhanden (ZT41). Weitere Anspielungen auf Theater in den Werken werden angesprochen.

Nach Dän kann ein Etym vier Bedeutungen tragen. Weitere Auflösungen: "Nu-Nu" = kindhafte Nacktheit, auch Negerpüppchen - oder (biografisch) ein zweites Baby im Korb; "Dirk-Peters" = (Beantwortung wird einige Stunden aufgeschoben); "milchige heiße Flüssigkeit" = Urin (ZT42). Erneute Kritik an Marie Bonaparte.

Hinweis auf Fletchers "Purple Island"-Allegorie und deren Bedeutung für Poe: Körper als Landschaft. Tsalal als Körper: der Hauptort "Clock-Clock" im Innern der Insel ist das Herz, etc. Anspielungen auf "Geburt" (ZT43).

Das "seltsame Wasser" ist Frauenurin mit Menstruations-Fäserchen. "Süden" steht für den unteren Körperteil, deswegen "heiß & schwarz". "Too-Wit" steht für "Verstand". Kleine Streiterei Wilma - Dän. Beim "Eingeweide-Essen" auf Tsalal erwähnt Dän eine "Petra-Schicht". Diskussion über Poes Christentum (ZT44).

Poe interessierte sich nach Dän mehr für das Alte Testament. Poes Rezension von Stephens "Arabia Peträa" wird interpretiert, "Holy Mountains", "Mount Seir". Paul bezweifelt Poes Frömmigkeit.

Dän weist auf Poes Wort-Fixierungen hin: "Peters" muß nach "Petra"; "pit"; "Arabia Peträa". Und "Peter" heißt bekanntlich... (ZT45)

Wiederholter Hinweis Däns auf Stephens' Einfluß auf Poe. Einige Textparallelen werden aufgeführt, besonders auch Passagen, in denen Eingeweide gegessen werden. Weiterhin Einfluß von Lewis & Clarke und Irvings "Astoria" (ZT46). Langes Zitat von Stephens Anmarsch nach Petra durch eine enge Schlucht. Begleiter von Stephens ist "Paul Nuozzo", über dessen Namen Dän ein Wortspiel macht. Von Stephens entlehnt ist auch die Quarantäne auf dem Hochplateau im "Pym" (ZT47).

Weitere Entlehnungen aus Stephens werden angeführt, z.B. das Betonen der Berge von Edom, besonders des Mount Seir. Kritik an Quinss Poe-Biografie. Bedeutung des Wortes Edom für Poe: Edom = Eden = to distend (schwellen) & Paradieslein. Damals sagte man auch Edomit für Sodomit. Frage Wilmas nach dem Mount Seir (ZT48).

Nach Dän geht die Anhänglichkeit Poes an das Etym "ßier" zurück auf dessen Militärzeit (Artillerie). Wilma noch ungläubig, Dän zählt aber erst noch verwandte Wörter auf: Zaire (vgl. Voltaires "Zaire"); "Seer" = Seher; "Sirene" (Ligeia); "Syrens" ("What Song the Syrens sung" = Motto zur Morgue); "Serene"; Isis & Osiris; Ceres; Sirius. Auf die erneute, ungeduldige Frage Wilmas nach der Bedeutung für Poe weist Dän auf eine Anspielung hin: Poe will die biblischen Prophezeiungen gesichert wissen, niemand darf dort aus- und eingehen, höchstens en passant und anguckend. Reisen im Heiligen Lande dürfe man ohne weiteres (ZT49). Zusammenhang: Reise = Voyage = Voyeur. Heiliges Land = Holy = Hole. Ein Seher ist eine Art Voyeur. Der Sinn des Ganzen nach Dän: Das Hin & Her in Eden & Seir haben die Propheten verboten, aber voyieren im Hole-Land darf Mann. Seir = artilleristisch das Zündloch der Cunone (allerdings auch der Abzugs-Stange). Wegen Poes Etym-Gruppierungen mußte Peters nach Petra und zum Mount Seir. Frage Däns, wie man künftig das "Seir" der Frau benennen soll. Keine Antwort. Wieder Kritik Däns an der bisherigen Forschung (ZT50).

Dän weist auf Coopers Bedeutung für Poe hin. Den Hinweis von Paul und Wilma auf Coopers Keuschheit kontert Dän mit dem anzüglichen Namen "Natty Bumpoo" bei Cooper (= Arsch mit dicken Nüssen). Anspielungen auf "Schweife" und "Südpol" bei Cooper (ZT51). Auch mit der Ideal-Ehe von Cooper ist es nicht weit her, Dän verweist auf Coopers Ausbruchsversuch mit seinem Text über Leaphigh & Leaplow, wo lauter Anspielungen auf Schwänze drin sind. Zitate daraus werden gebracht, dazu ein Zitat von Immermann zu Schwänzen (ZT52).

Langwieriges Aufstehen der Gruppe. Dän kündigt die Lösung des Geheimnisses, was Tsalal ist, für den Mittag an (ZT53). Das Schauerfeld wird durch den Stacheldraht wieder verlassen. "Neith" wird als die "Woman in White" bei Cooper vorgestellt. Oberschichtige Ableitung von Scoresbys Eisstatuen (ZT54).

Es wird weitergegangen. F lehnt sich an Dän und macht ziemlich aufreizende Bewegungen, weswegen sich Dän zu P zum Pissen flüchtet. Dän erzählt von einer weiteren Quelle zum Pym: Spenser "Fairy Queen"; auch eine Stelle des "Spectator", Nr. 501 (ZT55).

Kurzes Gespräch Pauls und Däns über Pauls Arbeit als Poe-Übersetzer. Dann über Däns frühere Schreiberei: er will nichts mehr Schreiben, und F darf nicht wissen, daß er früher geschrieben hat. Schimpfen (neidischer alter Männer) auf "gemischte" Schulen. Dann wieder bei den Frauen (ZT56). Das Interesse Poes an Phrenologie wird erwähnt, Dän gibt aber keinen Grund an, das wäre angeblich ja ganz klar.

Das Bächlein "Lachte" (laut Skizze aber "Lutter") wird erreicht. F will unbedingt plantschen und zieht sich aus. Zögernd geht auch W ins Wasser. Die Auszieh-und-ins-Wasser-geh-Szenen werden parallel für die beiden Badenden beschrieben. Zu Wilma wieder Erinnerung an Hanne Wolff (ZT57).

Einschub zum Lebensalter der Nymphen. Dän und P besprechen die Lieblingsbücher Poes, solange die Frauen baden. Scott kannte Poe genau, Lieblingsbuch: "Lucia di Lammermoor". P versteht den Grund nicht. Allgemein zur Bindung an einen Lieblingsschriftsteller zitiert Dän einen längeren Herder-Text (ZT58).

Warum lobt Poe "Lammermoor" so? Oberflächlich wegen der Namensverwandschaft und der Inhaltsentsprechung zu seiner gescheiterten Verlobung. Dann wegen Etyms und Körperanspielungen ("Nixenbrunnen" = Schamlippenfontäne, "Wolfs Crack" = Vulvs Crack usw, recht ausführlich) (ZT59).

Da die Frauen noch etwas schwimmen wollen, erzählt P von der Kreistagswahl und von Wilmas Lieblingskandidaten. P kritisiert, daß Poe bei Wasser immer die Assoziation crystal hat. Dän weist auf Poes Lateinkenntnisse hin (ZT60) und leitet dann die Bedeutung des Etyms "christa" her = Damenurin. Dazu eine Stelle aus dem "Pym". Abschweifung zu den Bachnamen "Lachte" bzw "Lutter" (ZT61). Wieder zum Thema "crystal", dazu Fallschilderung aus Hirschfeld: Mädchen mit Kristallfetischismus. Ähnlichkeit mit "Ligeia" (ZT62). Dän behauptet, daß die rapide Ausbreitung des Christentums zur Römerzeit wegen der Etyms geschah: Christentum = Schamlippendienst. Als W und F wieder vom Bach kommen, wollen sie wissen, wieso eben so gelacht wurde (ZT63).

Dän fotografiert die darob geschmeichelte W. Die Frauen werden dann beim Umziehen und Pinkeln hinter einer Hecke von den beiden Männern geil beobachtet, dabei Etym-Spielereien und ein komisches Zitat (ZT64). Weitere Beobachtungen, Assoziationen, Phantasien beim Umziehen der Frauen. Dän kämmt F.

P beginnt, für W Däns Erklärungen zu wiederholen (ZT65). Unterhaltung über den Grund von Lieblingsbüchern/kunstwerken. Frage Däns nach den aktuellen Lieblingswerken der drei. Paul: "Neues Organon" von Lambert; Fr: "Madonna Sixtina" von Rafael. Jeweils Deutungen von Dän dazu (ZT66). Besonders Fränzchens Vorliebe für die Sixtinsche Madonna wird noch einmal erklärt.

Paul will in diesem Zusammenhang wissen, warum Poe so von Fouqués "Undine" schwärmte. Es folgt eine Etymuntersuchung zu "Undine": was fällt den dreien zu "Undine" an Assoziationen ein? (ZT67) Die Aussprache von Fouqué im Englischen klingt etwa wie "Fuck". "Undine" = Undone = fertiggemacht. "Undine" by Fouqué = der Wunsch, durch Ficken fertiggemacht zu werden. Weitere Aussprüche Poes werden etymanalysiert (ZT68).

Dann wird ein Gedicht von Justinus Kerner mit dieser Methode untersucht. Anschließend wird die Geschichte der Undine analysiert. Undine wird in die Nähe von Nüttchen gerückt. Poe verbindet "beauty" mit "pudend", "fays" mit "fairy" = Nüttchen (+ faeces) (ZT69). Weitere Deutung von Poe, Undine, Poe zur Zweitehe, Eheproblemen, Impotenz (ZT70).

Zur Demonstration, was alles in einem Wort steckt, sollen die drei das Wort "swallow" oft für sich wiederholen und dann ihre Ergebnisse sagen (ZT71). Zusammenfassung Däns: Poe war von der Undine fasziniert wegen des ständigen "Wässerns". Und daß man bei Frühlingsgefühlen Lust auf eine größere Voyage spürt.

Sie stehen auf, überqueren die kleine Lutterbrücke und wenden sich nach rechts Richtung Fahrbusch. Dän und Paul furzen heftig (ZT72). Kurzer innerer Monolog Däns.

Fr stellt unter vier Augen Dän erbost zur Rede, warum mit den Lieblingswerken nur sie und P durchgehechelt worden sind. Dän begründet es damit, daß er a) Wilma nicht reizen wollte, b) sein Lieblingsbuch sagt er ihr dann: Oppolzer, "Canon der Finsternisse" - und analysiert seine Vorliebe (ZT73). U.a. Hinweis auf Impotenz. Weiteres Gespräch der beiden, dann wieder kurz Dän allein, Betrachtungen (ZT74).

Wieder vereint geht's durch eine Kuhherde. Das Thema ist nun: Stereotypien bei Poe, z.B. Rasen wie "velvet", der sich in einen klaren Wassersaum verliert (ZT75). Über Stereotypien und bezeichnende Auslassungen (kein Winter) bei Poe (ZT76). Auch keine Kinder, statt dessen Kinderlosigkeit.

Die Methode der Textanalyse laut Dän: Textbeobachtung und Tabellierung, Erkennen von statistischen Häufungen (ZT77). Auch die alternierende Verwendung von Geschichten und theoretischen Betrachtungen ist typisch für Poe (ZT78).

Ein typischer Handlungsablauf bei Poe: pathetische Einleitung, ein Wanderer ist unterwegs, Labyrinth-Gefühl, Dunst, Nebel Poe ist vor Einsetzen der Groß-Schau in einem Zustand "warmer Benebeltheit" (ZT79). Der Sinn dieser "Blauen Dunst"-Passagen ist es, Zwischenstück zwischen Ge-Theoretisieren am Anfang und bunten Pantominen am Ende zu sein. Einige Verdeutlichungen (ZT80).

Fr fällt noch Hay (= Heu) ein, Dän erklärt den Zusammenhang von Heu und Alkoholikern etc. P findet Beziehung von "vague" zu "vagabundieren", zu "Vagina". Überhaupt bezeichnet Poe sich selbst oft als pervers. Im Moment sind sie bei ihrer Wanderung 1 km von "Moorwaide" (Marwede ?) (ZT81).

Nochmal kurze Zusammenfassung eines Poe'schen "Landschafts-Skeletts". Sie kommen an einem Bauern samt Kate vorüber (ZT82)

"Wasser"-Anspielungen werden angeführt. Dän geht es um die Bei-Handlungen / Bei-Bestimmungen, wie z.B. den "Rasen". (Zwischendurch Beobachtung einer Camperin) (ZT83). Die Lieblingsfarben Poes sind Rot-Werte, anschließend kommt Geruch (ZT84). Dann wirds dem Helden "fragrant, redolent" zu Sinn, ein Gefühl der Ganzheit. Unterdessen kommen sie an einer Villa mit Flaggenmast vorbei und erreichen ein Dörfchen (Moorwaide ?) (ZT85). Beim Passieren einer Ponybahn wird angemerkt, daß Reiten bei Poe nur eine kleine Rolle spielt.

Bei einer kleinen Faktorei wird das Schaufenster angeschaut und Einkäufe werden beobachtet (ZT86). Die Damen setzen sich dann auf Stühle vor dem Laden, die Herren gehen rein, um etwas zum Knabbern zu holen, P trinkt. P versteht langsam den Sinn von Däns Äußerungen (ZT87) und faßt seine bisherigen Erkenntnisse zusammen. Anspielung auf (Alters-)Impotenz.

Über den Sinn der Dichtung für den Schreibenden (Schutz-Dichtung u.ä.). Paul stöhnt über seine Ehe (ZT88). Nochmal über die Aufgabe von Poes theoretischen Einlagen: Besänftigung des Über-Ich, erst dann sind Visionen erlaubt. P ist beeindruckt von der Ladenfrau (ZT89), während Dän mehrmals innerlich auf seine Impotenz abschweift. P versteht nun den Ablauf bei Poe: in liebestoller Stimmung stellen sich bei Poe "Geruchsassoziationen" ein, "Gras" steht für Schamhaar (ZT90).

Dän stößt Dialekt und zu starker Geruch ab, P steht drauf. Unterhaltung über diese Art Sex und über Frauen. Weitere Beobachtung von Einkäufen (ZT91).

Dän spricht wieder die "mist und maze"-Gruppe bei Poe an, Assoziationen zu maze, amazed, mese, dann Assoziationen zu Labyrinth, Vorstellungen im Zusammenhang mit Labyrinth, Assoziationen zu "Sinnons", dann zu "err". Verbindung zu Nabeln, zu "vapours" (ZT92). Poes Spezialfarben kommen aus dem Haut-, Arsch- und Exkrementenbereich. Wieder Hinweis auf Däns Impotenz. Verlassen des Ladens, wieder zu den Frauen (ZT93)

Weiterwandern. Wilma erbost über die Sauferei Pauls und wütend über ihre finanzielle (u.a.) Abhängigkeit von Paul. Der Ort wird verlassen (ZT94).

Wilma will ein Beispiel von dem, was Dän meint, dafür wird "The Island and the Faye" interpretiert. Motto von Servius (gekürzt), über Servius (ZT95). Weiter über Servius, Zusammenhang: vom zu Unrecht verachteten Philologen Klotz (18.Jh.) wurde Vergil als schwul und unkeusch erkannt. Servius sagt dasselbe. Wilma versucht erfolglos, Vergil zu verteidigen. Zitat Humes über die Alten (ZT96).

Weitere Interpretation des Poe-Textes: der Mann, der die "Glory" sehen will, muß sie sich im stillen Kämmerchen besehen (ZT97). Weitere (etwas blöde) Interpretation des Textes (ZT98).

Da immer auf Partridge Bezug genommen wird: Partridge = Perdrix ("toujours perdrix"). Fortsetzung der (sehr schlüpfrigen) Interpretation. Bezug auf Pomponius Mela (ZT99). Der Ort der "Fay" entspricht Sodom und Gomorrha, Ort der Sünde.

A.S. fährt in einer Kutsche an der Gruppe vorbei.

Analyse des Traum-Essens von P (ZT100) (entspricht dem Lieblingsessen von A.S.). Weiter über "Fay" und deren Bedeutung. W giftet Dän an. Weiter im Text (ZT101).

Gute Stelle über die Bedeutung der verschiedenen Arten von Geschlechtlichkeit (ZT102).

Der eigentliche Textanfang der Feeninsel wird gelesen. Dän weist besonders auf kreisrunde Flußinseln hin, Frage nach Assoziationen in Bezug auf circular (ZT103). Nach Dän bedeutet circular "Inseln der Circe". Interpretation dieser Passage (ZT104). Weitere Interpretation, die Absicht dahinter. Über die Verbindung "Frauen" und "Blumen". Stellen aus dem "Alexanderlied" dazu (ZT105). Verbindung von "Blumen" und "Schmetterlingen". Psyche. Interpretation der zweiten Inselhälfte (ZT106). Der Dead-Complex wird angesprochen, dann der Text weiterinterpretiert.

Inzwischen ist die Gruppe noch einen Kilometer vom Wald entfernt (ZT107).


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