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Biervliet
Biervliet von oben
Biervliet Der Marktplatz von Biervliet
Der holländische Steuer- ...natürlich gibt es dort auch eine Windmühle mann Willem Beukelsoon, erfand die Pökelart des Matjes.
Eine der Kirchen Ein Teil des Ententeiches.
Biervliet ist ein ruhiges, typisch holländisches Dörfchen mit einem historischen Kern 4 km von dem Strand der Westerschelde (Paulina Polder) und 14 km von den endlosen Stränden der Nordsee entfernt. 1998 hatte Biervliet 1.623 Einwohner.
Im Ort finden Sie ein kleines Lebensmittelgeschäft sowie Bäcker, Friseur, Post, einen Geldautomaten, auch für EC-Karte, auf dem Marktplatz, 2 gemütliche Gaststätten, ein Hotel, Kinderspielplätze und einen großen Ententeich. Etwas außerhalb des Ortes gibt es eine Champignonzüchterei, wo man natürlich auch gleich frische Champignons kaufen kann. Ca. 2-3 km entfernt ist eine Käserei, in der man dort hergestellten, biervlieter Gouda kaufen kann.
Der Name Biervliet wurde bereits im Jahre 698 erstmals erwähnt, zum ersten Mal schriftlich als Stadt genannt wurde Biervliet im Jahre 1183 in einer Urkunde, dadurch ist Biervliet eine der ältesten Städte der Grafschaft Vlaanderen. Die Stadt entwickelte sich schnell und lag günstig für Handelsbeziehungen mit Genf (Gent). Daher ist der Name der längsten und ältesten Straße Biervliets "Gentsestraat".
Im Mittelalter war Biervliet ein Städtchen in der Grafschaft Flandern. Die Bevölkerung lebte von der Salzförderung, Fischerei, Handel und Industrie. Im 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts erlebte Biervliet als Stadt seine Blütezeit. Sie war mit Wällen, Wassergräben und mehreren Stadttoren befestigt. Dort standen zwei Kirchen, es gab einen großen Hafen, zwei Kloster und eine Burg. Kirchlich gehörte Biervliet zum Bistum Utrecht und teilte sich 1225 in zwei Pfarrgemeinden. Der Braakmann (Name des Wasserlaufes), der anfänglich den Aufschwung der Stadt erst möglich machte, war auch ihr Verhängnis. Bei der Sturmflut von 1404 wurde Biervliet vollkommen von seiner Umgebung abgeschnitten. Der Braakmann wurde immer größer, so dass die Wiederherstellung und die Instandhaltung der Deiche die Finanzen der Stadt sehr beanspruchten. Daher verließen immer mehr Handelsleute die Stadt, die um 1500 herum einen verfallenen Eindruck machte. Biervliet lag auf einer Insel, umspült durch viele Kilometer Brackwasser- und Schlickgebiete , daher auch der Name Biervliet, in mittelalterlichen Schriften "Bierfletum" genannt (Bier wurde aus dem Germanischen als "Modder" übersetzt, was soviel heißt wie "Schlamm" , fletum bedeutet Flut).
1604 wurde jedoch, wegen der strategisch wichtigen Lage im Mündungsbereich des Braakmann, im Nord-Osten der Altstadt eine Befestigung mit fünf Bastionen angelegt.
Am Ende des 80jährigen Krieges büßte Biervliet als Festungsstädtchen an Bedeutung ein und wurde ein landwirtschaftliches Dorf. Der Rest von diesem einst so bedeutsamen Städtchens verlor 1688 durch den Bau von Häusern an Bedeutung. Es versammelten sich allmählich wieder mehr Menschen in Biervliet und Umgebung. Gelegentlich wurde das ertrinkende Land immer weiter von der See zurückgewonnen. 1952 wurde, kurz vor der Hochwasserkatastrophe, der letzte Rest des Braakmann eingepoldert.
Um 1900 rum wurde entlang der Gentsestraat und der Weststraat gebaut, später dann wurde entlang der neu angelegten Straßen gebaut. So groß wie im Mittelalter ist Biervliet jedoch nicht mehr geworden.
An den Höhenunterschieden des Stadtmusters kann man noch viel von der alten Lage der Stadt erkennen. Die Platten der Festung von 1604 findet man noch jetzt um den Marktplatz und Umgebung wieder. Der Marktplatz ist das Herz des heutigen Biervliets.
Bekannt wurde Biervliet auch dadurch, dass dort der holländische Steuermann Willem Beukelsoon geboren wurde. Er erfand im 15. Jahrhundert die bis heute gültige Methode der Verarbeitung des Matjes: Er verbesserte das Einsalzen der Heringe und "kehlte" den Fisch. Gleich nach dem Fang wurden Herz und Vorderdarm herausgeschnitten, der Fisch mit Salz bestreut und in hölzerne Fässer gepackt. |