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II.2.3. Die literarische Utopie im Kontext der Science-Fiction Literatur

  Heute werden literarische Utopien vorrangig unter dem Genre Science-Fiction (SF) gehandelt. 
Da speziell die feministische Utopie, der vorwiegend meine Diplom-Arbeit gilt, marktpolitisch als eigenständiges Sub-Genre der SF und thematisch der Utopie zugeordnet wird, möchte ich hier auf die direkte Verbindung beider Genre zueinander näher eingehen. So werden im weiteren Vorgehen ebenso Vertreter/innen der literaturwissenschaftlichen Science-Fiction Forschung wie der Utopieforschung Beachtung finden. 
 
Die Wurzeln der SF sollen bis ins alte Griechenland zurückreichen, wo sich besonders im Jahr 165 n.u.Z. ein gewisser Likanios von Samosata hervortat, der die ersten Raumfahrten beschrieb. 
Demnach ist die SF keineswegs ein Kind unseres Jahrhunderts; das Genre hat Tradition, was mit dem als erste Utopie bezeichneten Entwurf Platons Der Staat (Platon 1976) seinen Ausgang nahm. Im Zuge der Industriellen Revolution werden in die utopischen Entwürfe dann auch immer mehr wissenschaftliche und technologische Erkenntnisse miteinbezogen. 
 

Folgende konstitutionelle Elemente sind zu erwähnen, die das Genre SF bestimmen: 

Als Abkömmling der phantastischen Literatur entwirft SF fiktive Parallel- und/oder Zukunftswelten. Der Weg aus der Gegenwart ist aber nicht beliebig. 
Durch die Nähe der SF zu Naturwissenschaft und Technik sind ihr Maßstäbe vorgegeben, die neue Dimensionen eröffnen und gleichzeitig Grenzen ziehen, d.h. die SF-Autorin (Autor) kann ihre Welten nur auf dem Hintergrund ihrer Gegenwart schaffen.
 Ihr Darstellungsmodus ist geprägt von den wissenschaftlichen und technischen Möglichkeiten ihrer Zeit, wenn sie das heute nur Denkbare als das Tatsächliche, das Reale darstellt. 

Jeder SF-Roman gründet in den 'wissenschaftlichen' Voraussetzungen, die durch Vorläufer geschaffen wurden und entwickelt sich aus der allgemeinen Technologie der SF. 
 

 
Die verschiedenen Strömungen der SF reichen von galaktischer Fortschrittsideologie und apokalyptischen Visionen bis zu ontologisch/soziologisch perspektivierten Entwürfen und phantastisch-technisierten Kriegsabenteuern. 
Hier rücken die Entwicklung von Technik und Wissenschaft in den Brennpunkt des Interesses. 

SF umfaßt ein vielfältiges Gemeingut, so z. B. die Vierte Dimension, Hyperspace, die Kolonisation anderer Welten, nukleare Katastrophen, Zeitreisen, interstellare Erforschung, Supermänner, fremde Rassen, etc.. Ebenso erstreckt sich das Feld der Wissenschaften von den 'harten' oder exakten Wissenschaften (Astronomie, Physik), über Lebenswissenschaften (Biologie, Biochemie, Neurologie), hin zu 'weichen' oder nicht exakten Wissenschaften (Ethik, ökologie, Psychologie), bis zu Wissensgebieten, die sich in beschreibendem oder philosophischem Stadium befinden (Geschichte) und 'Para-Wissenschaften' (übersinnliche Wahrnehmung, PSI und sogar Magie).