In folgenden großen 'Zivilarbeiterlagern' waren bei Kriegsende zwischen 400 und 1800 ausländische Zwangsarbeiter untergebracht:
In den übrigen 'Zivilarbeiterlagern' waren bei Kriegsende zwischen 60 und 260 ausländische Zwangsarbeiter untergebracht:
Auch diese Liste ist noch nicht vollständig!!!
Über die inhumanen Bedingungen von Fremdarbeitern und Kriegsgefangenen gibt der Bericht eines Braunschweigers Auskunft, dessen Eltern diesen Menschen in ihrem Elend halfen, obwohl dies gesetzlich untersagt war:
'Bei uns auf der Straße wurden Bauarbeiten von Kriegsgefangenen gemacht.
Sie wurden schwer bewacht. Wenn jemand bei ihnen vorbeikam,
flüsterten sie 'Brot! Brot!'. Sie litten Hunger. Obwohl wir auch
genügend Hunger hatten, versuchte meine Mutter dann, ihnen zu helfen.
Das durfte natürlich niemand sehen, denn man durfte Gefangenen nicht
helfen, nicht einmal sich mit ihnen unterhalten. Meine Mutter machte
es ganz raffiniert: Sie schnitt Brote, wickelte sie ein und nahm sie
mit auf dem Weg zum Einkaufen. Mit einem Gefangenen hatte sie inzwischen
Blickkontakt aufgenommen. Dem plinkerte sie zu, nahm das eingewickelte Brot
und warf es in eine in der nähe stehende Mülltonne. Da
wußte der Gefangene bescheid und konnte später die Brote holen.
Dagegen, daß die Gefangenen die Mülltonnen nach Eßbarem untersuchten,
hatten die Bewacher nichts.
Mein Vater arbeitete in einem kriegswichtigen Betrieb in der Stadt mit
ukrainischen Fremdarbeitern zusammen, zum Teil waren das 14jährige
Kinder, die man nicht richtig versorgte.
Es gab im Krieg alle Lebensmittel auf Marken. So war die Möglichkeit
zu helfen, sehr begrenzt. Nur beim Fleischhändler gab es manchmal
ganz schreckliches Muschelfleisch, undefinierbares Zeug. Mein Vater
aß es, und er nahm es im Kochgeschirr mit in den Betrieb für die
ukrainischen Jugendlichen. Auch dies mußte heimlich geschehen.'
(Zitat aus Reinhard Bein: Freistaat Braunschweig 1930-1945, Döring-Druck,
Braunschweig)
Ziel dieser Akademie war es, eine Elite heranzubilden, die nicht nur das blutige, brutale, sondern das vermeintlich feine, elegante Bild des Faschismus zeigen sollte. Neben der nationalsozialistischen Ideologie waren auch folgende Leitbilder, an denen sich die Erziehung orientierte, Vorbild:
Im Jahre 1938 wurde eine Ausbildungsordnung für das Führungskorps der Hitler-Jugend von der Reichsjugendführung erlassen. Sie setzte als Bedingung für die Aufnahme in die Akademie folgende Kriterien voraus:
Im Oktober 1935 verkündete der Reichsjugendführer auf der Braunschweiger Führertagung die Errichtung einer Akademie zur Schulung der Führerschaft der Hitler-Jugend. Am 24.1.1936 wurde der Grundstein für die 'Reichsakademie für Jugendführung' gelegt. Das ursprüngliche Konzept dieser Akademie sah in der Hälfte der Dienstzeit eine politische Schulung vor, die andere Hälfte sollte der körperlichen Ertüchtigung dienen. Da die Lehrgangsteilnehmer in der Nähe der Akademie zusammengefaßt wohnen sollten, ergab sich eine Dreiteilung der Anlage: Akademie, Sportbezirk und Wohnbezirk. Tatsächlich zur Ausführung gelangte nur der erste Bauabschnitt. Dieser umfaßte den Akademie- und den Wohnbezirk.
Am 5.8.1939 erfolgte die Eröffnung der Akademie und es begann die Aufnahme des regelmäßigen Lehrbetriebs. Er kam jedoch bereits nach vier Wochen, aufgrund des Kriegsbeginns und der damit verbundenen Einberufung der Absolventen, zu Erliegen. Daraufhin wurde das Gebäude für BDM-Lehrgänge und zur Errichtung eines Reservelazaretts umfunktioniert. Ab 1942 fanden Kurzkurse für HJ-Führer statt, an denen Kriegsversehrte teilnahmen.
Der Gebäudekompex hat den Krieg fast unzerstört überstanden.
In den ersten Jahren nach 1945 hatte hier der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) seinen Sitz.
Einzelheiten lassen sich aus dem Bereich des Braunschweiger Sozialdemokraten Fritz Trute entnehmen, der nach dem Attentatsversuch auf Hitler im Juli 1944 in der Gestapostelle Leopoldstraße in 'Schutzhaft' genommen wurde:
'Am 20.August 1944 war ich erst spät von einer Dienstreise nach
Thüringen zurückgekert. Gegen 4 Uhr morgens erschienen zwei Gestapoleute
in meiner Wohnung, nahmen eine Haussuchung vor und erklärten
abschließsend, daß ich zur Aufnahme eines Protokolls mit zum Gestapohaus
in der Leopoldstraße kommen müßte. Dort wurde ich zunächst
in ein Zimmer eingeschlossen, dessen Fenster mit Eisenstäben vergittert
waren. Nach einer Viertelstunde erschien ein Mann, der mich in
ein Büro bracht und eingehend vernahm. Dann kam ich in die Zelle
zurück. Hier fand ich etwa dreißig meiner Parteifreunde vor, die
ebenfalls in 'Schutzhaft' genommen waren und in ähnlicher Weise vernommen
wurden.
Nach der Vernehmung brachte man uns in das berüchtigte Lager 21 in
Watenstedt, wo wir in zwei nebeneinanderliegenden Zellen untergebracht
wurden, die nichts weiter enthielten als je rund dreißig Holzgestelle
mit Drahtgeflecht, die als Schlafstelle dienen sollten.'
(Zitiert nach Reinhard Bein: Freistaat Braunschweig 1930-1945, Döring-Druck, Braunschweig)