Schottlandrundreise

Die Regionen "Südliches und mittleres Schottland" sowie die Städte Aberdeen, Edinburgh und Glasgow werden in separaten Seiten vorgestellt.Schauen Sie sich die Regionen näher an und informieren Sie sich auch über - Ihr Urlaubsland. Mehr über dieses herrliche Land? Dann klicken Sie einfach auf SCHOTTLAND, gehen Sie schon vorab auf eine Schottland Tour, lernen vielleicht etwas über Gälisch, eine der vier Sprachen, die in Schottland gesprochen werden.

Der folgende Abschnitt ist ein Auszug aus dem Buch "Die kleine Schottlandfibel",

Näheres zu diesem Buch

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Angus und Dundee

(siehe Karte der Region)

Dundee ist die viertgrößte Stadt Schottlands. Mit ihren Wurzel schon in prähistorischer Zeit wuchs sie erst richtig im 11. Jh. und später geschichtlich bedeutungsvoll an der strategisch wichtigen Position des riesigen Mündungstrichters des Tays.

Vom Dundee Law, der höchsten Erhebung in der Mitte dieser vielseitigen Stadt, geht ein wunderschöner Blick über Dundee, den Tay und über die Brücken hinüber nach Fife. Die Straßen- und die Eisenbahnbrücke, die sich beide über die Mündung des Tay spannen, verbinden die Stadt mit der Region Fife. Die Vorgängerin der jetzigen Eisenbahnbrücke wurde nach ihrem tragischen Einsturz am 28. Dezember 1879 durch Theodor Fontanes Gedicht "Die Brücke am Tay" auch in Deutschland bekannt.

Die RRS Discovery war das Schiff, das einst unter dem Kommando von Kapitän Robert Falcon Scott stand auf dessen verhängnisvollen Polarexpedition. Heute liegt es permanent im Hafen der Stadt an dem dafür speziell erbauten Discovery Point und kann besichtigt werden. In dieser Hafenstadt mit ihren maritimen Traditionen gibt es aber auch eine reiche Auswahl an Geschäften, Pubs und Restaurants sowie das älteste, leider mastlose, aber andererseits noch seetüchtige britische Kriegsschiff (die HMS Unicorn - Baujahr 1824).

Nördlich von Dundee wird die Grafschaft Angus an ihren Küste von Klippen dominiert. Dort gibt es verborgene Buchten, schaurige Schmugglergeschichten und um Montrose, Lunan Bay und St. Cyrus herum herrliche Sandstrände. Nicht zu vergessen ist der Golfsport an diesen Küsten. Carnoustie hat einen der bekanntesten und schwierigsten Golfplätze in der Welt.

Arbroath ist immer noch ein wichtiger Fischereihafen. Bekannt ist das Städtchen besonders durch die Abtei von Arbroath, die heute leider auch nur noch eine Ruine ist. In ihr wurde 1320 mit der Deklaration von Arbroath buchstäblich große Geschichte geschrieben. Sehr sehenswert sind nicht weit von Montrose das House of Dun (NTS)mit seiner prunkvollen Innenausstattung und ebenfalls der herrliche, formal angelegte Garten von Edzell Castle. Das größte Schloß in dieser Region ist allerdings Glamis Castle (ausgespr. "Glams"). Es ist heute noch der Sitz des Grafen von Strathmore und Kinghorn. Die Geschichte dieses Schlosses und der einstigen Burg ist mit Macbeth in der Weltliteratur verankertworden. Glamis hat darüber hinaus zahllose Verbindungen mit der schottischen Geschichte. So ist Glamis auch das Geburtshaus Ihrer königlichen Hoheit (Her Royal Highness oder abgek. HRH) der Königinmutter und ihrer Tochter HRH Prinzessin Margaret.

Perthshire

Perth ist die Distrikthauptstadt dieser als schönste Landschaft Schottlands gepriesenen Region. Perth (Bevölkerung rd. 41.000) war schon in früher Zeit und im Mittelalter geschichtliches und kulturelles Zentrum Schottlands. Die Römer hatten an dieser Stelle am Tay ein wichtiges Fort. Später errichteten die Pikten in unmittelbarer Nähe ihre "Hauptstadt" - das alte Dörfchen Scone.

843 n. Chr. wurden in Scone Kenneth MacAlpin und in den Jahrhunderten danach über 20 schottische Könige auf dem berühmten und für Schottland sehr bedeutsamen Coronationstone of Scone gekrönt.

Zwar sind noch reichlich Spuren dieser geschichtsträchtigen Vergangenheit zu erkennen, doch gehen sie inzwischen leider im insgesamt kaum mehr spektakulär zu nennenden Stadtbild unter. Zahlreiche Könige Schottlands haben Perth besucht, einer - James I. - wurde in der Stadt ermordet, und viele andere Ereignisse wie z.B. die Clan Schlacht auf dem North Insch machten Perth zu einem der wichtigsten Zentren in der Landesgeschichte. Daneben hat Perth aber noch viel Sehenswertes zu bieten wie beispielsweise den ganz bezaubernden Branklyn Garden (NTS) und The Fair Maid's House.

Das ehemalige Wohnschloß des Grafen von Kinnoull - Balhousie Castle - beherbergt heute das Black Watch Regimental Museum. Auf der anderen Seite des Tays liegt der für die Geschichte Schottlands so wichtige Palast von Scone (s.o.), der seit dem 16. Jh. von den Murrays, der heutigen Familie des Grafen von Mansfield, bewohnt wird.

Dieser Palast mit seiner üppigen Ausstattung kann selbstverständlich besichtigt werden. Auf seinem Grund und in seinen Mauern ist aber derart viel schottische Geschichte geschehen, daß der Besucher davon leicht überwältigt werden kann. Der Park ist eine Augenweide allein schon durch den überaus sehenswerten Kiefernpark. In ihm gedeiht seit über 170 Jahren auch die berühmte erste Fichte ihrer Art in Europa, die nach dem 1798 in Scone geborenen David Douglas benannt wurde.

Crieff, weiter westlich gelegen, ist von Perth mit dem Wagen in 20 Min. erreichbar. Auf dem Weg dorthin wird das geschichtsträchtige Huntingtower Castle passiert. Etwas vom Weg ab liegt Innerpeffray Library - Schottlands älteste Bibliothek. Die Glenturret Whisky Brennerei im kleinen Tal des Turret außerhalb Crieffs gelegen, nimmt für sich in Anspruch, die älteste Brennerei in Schottland zu sein. Eines der schönsten Sporthotels der Welt - das Gleneagles Hotel - liegt nur wenige Kilometer südöstlich von Crieff.

Weiter nordwärts wird die A9 bald von Tannenwäldern und Felsen eingeengt und zusammen mit dem Tay durch die Berge gezwängt, die die Grenzlinie zum Hochland bilden. Dies war der Wald von Birnam - von Shakespear in Macbeth verewigt - der nicht weit von hier seinem Schicksal begegnete. Nahe Dunkeld und von der A9 nur einen Spaziergang weit entfernt versteckt sich in diesen Wäldern auf einem malerisches Fleckchen hoch über dem Tay der kleine Hermitage Pavillion.

Direkt am Tay gelegen ist Dunkeld mit einem sehr photogenen alten Stadtkern selbst ein malerisches Städtchen. Dieser schmucke Ort steckt voller Geschichte. Viele dieser geschichtlichen Geschehnisse stehen im engen Zusammenhang mit dem von hohen Bäumen umgebenen und herrlich gelegenen Rest der Kathedrale.

Das reizende Städtchen Aberfeldy, westlich von Dunkeld, wurde schon von Robert Burns favorisiert und verewigt.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen in Pitlochry die zwei Brennereien in der Stadt und in der Umgebung sowie der Staudamm, in den eine Lachstreppe - die "Salmon Ladder" - eingebaut wurde. Im geographischen Zentrum Schottlands gelegen, verdankt Pitlochry seine Popularität vor allem seinem guten Ruf als Luftkurort in viktorianischer Zeit. Dazu ist es ein günstiger Ausgangspunkt zu den umliegenden Wanderregionen z. B. am Loch Tummel, Loch Rannoch und Loch Tay.

Etwas nördlich von Pitlochry führt die A9 bald durch den einst berüchtigten Paß von Killiecrankie. Dicht daneben sollte das dortige Besucherzentrum des National Trust for Scotland besucht werden. An dieser Stelle fand 1689 die erste Schlacht der später berüchtigten Jakobitenaufstände statt.

Eine der schönsten Burgen in Schottland - Blair Atholl - liegt eingebettet zwischen den Wäldern nur wenige Kilometer von hier.

Highlands - das Hochland

Die Highlands sind für viele Touristen der Inbegriff von Schottland überhaupt. Es sind dies größtenteils Landschaften von oft bizarrer, eindringlicher Schönheit, die, beeinflußt vom Wetter, durch die klare Luft und das Licht noch um vieles verstärkt wird. Hinzu kommen die unterschiedlichen Landschaftsformen, die regionalen Eigentümlichkeiten und eine spezielle Fauna und Flora.Allerdings werden unter dem Begriff "Highland" weltweit leider meistens nur die nackten, besonders eigentümlichen Landschaften der Hochlandmoore wie Rannoch Moor und die Flows in Sutherland verstanden. Doch da gibt es noch wesentlich mehr.

Zu diesem Plural des Hochlands zählen besonders: die grandiosen Bergketten der Cuillins auf der Insel Skye und die arktischen Cairngorms, die Kiefernwälder im Glen Affric und entlang des Speys, die großartigen Felsmassen von Torridon, der freie Himmel von Caithness, die Einsamkeit in Sutherland und des schon erwähnten Rannoch Moors, die Küsten und Berge in Wester Ross und noch vieles mehr.

Die Nordostküste mit den Distrikten Aberdeen-, Banff- und Morayshire ragt wie ein riesiges Dreieck in die Nordsee. Die bunten Fischerdörfer an der malerischen Küste sind nur ein Akzent in der vielfarbigen Palette des Hochlands. Bis tief in das Zentrum des Hochlands erheben sich im Hinterland dieser Landschaft die massiven Felsbarrieren der Grampian Mountains und der Cairngorms. Diese Bergketten werden von den Flußtälern des königlichen Dee und des Spey zerschnitten. Das Tal des Dees reicht im Westen bis nach Braemar, und das des Speys streift ebenfalls im Westen bei Aviemore das Wander- und Skizentrum der Cairngorm Mountains.

Diese Berge der Grampians ziehen sich als eine Kette von Gebirgen von Südwesten nach Nordosten, die dabei die höchsten Regionen des Hochlands einschließt. Teil der Cairngorm Mountains sind Ben Nevis (1343 m) und Ben Macdui (1307 m) die höchsten Erhebungen von ganz Großbritannien.

Jenseits der Grampians und etwas nordwestlich davon liegen Inverness und das Great Glen. Dieses riesige, am Fuß des Ben Nevis liegende, geologisch interessante Tal trennt zwei Hochlandplatten voneinander. Es zerteilt mit der Seenkette von Loch Ness, Loch Oich, Loch Lochy und Loch Linnhe das Hochland buchstäblich in zwei Hälften.

Die Stufenschleusen des Caledonia Canals, das Schlachtfeld von Culloden und die romantisch am Loch Ness gelegene Ruine des historischen Urquhart Castles sind neben „Nessie" nur drei der vielen Sehenswürdigkeiten dieser Region.

Wem das alles zu aufreibend ist, der kann auf den Lochs auch angeln. Er kann aber auch abseits vom Tourismus bei Wanderungen durch die wunderschönen Landschaften von Glen Urquhart oder Strath Glass oder aber im herrlich alten kaledonischen Kiefernwald von Glen Affric viel Ruhe genießen und frische Luft tanken. Südwestlich und westlich vom Great Glen oder gälisch „Glen Mor" beginnen die verhältnismäßig dünnbesiedelten, aber landschaftlich schönen Küstenlandschaften Appin, Lorne, Argyll, Cowal, Knapdale und Kintyre.

Durch das milde Golfklima der Westküste regnet es in Argyll, auf den Inseln und in den anderen Regionen zwar viel, doch dadurch ist das Land entsprechend grün und bietet faszinierende Panoramen. Das Meer ist ein anderer Faktor. Mit tief in das Land reichende Buchten zerfurcht es immer wieder die Westküste und kreiert auf diese Weise herrliche Landschaften. So liegen im Westen zerklüftete Küstenstreifen mit tiefen, fjordartigen Einschnitten. Davor liegt mit vielen Steilklippen und einer Vielzahl traumhafter Sandsträndedie Inselkette der Hebriden.

Entlang der Westküste bestehen von den Fährhäfen Oban, Mallaig und Kyle of Lochalsh gute Verbindungen zu den Inneren Hebriden wie z.B. den Inseln Mull, Iona Skye und den Äußeren Hebriden .

Zwischen Nordsee und Atlantik erstrecken sich weiter nördlich vom Great Glen aus die urwüchsigen und zunehmend dünnbesiedelten Regionen von Caithness, der Grafschaft Sutherland und Wester Ross. Jenseits von Ullapool liegen heute zwischen Gestein und Mooren karge Weideflächen für Schafe, wo Bauern einst zum Teil sogar Felder bestellten.

In dieser wilden Felslandschaft stößt der Reisende auf verstreut an der Küste liegende kleine Fischerorte, die oft nur mit dem PKW oder gar nur zu Fuß, nicht aber mit dem Bus zu erreichen sind.Die äußere Nordwestküste liegt Welten von der Betriebsamkeit der touristischen Zentren entfernt. Großartige Berg- und Küstenlandschaften wechseln sich in dieser Region mit Seenplatten und endlosen Heide- und Moorflächen ab.

Trotz der Einsamkeit gibt es für den Urlauber und Interessierten genügend Aktivitätsmöglichkeiten z. B. für Vogelkundler, Angler oder Bergwanderer, die den knapp 1000 m hohen Ben More Assynt, den Suilven und andere besteigen können. Von dort oben bietet sich jeweils ein grandioser Ausblick zum Meer, auf die merkwürdig geformten Berge dieser Region, zum Landesinneren hin und teilweise sogar auf die kahle Seen- und Moorlandschaft der "Flows".

Von Durness bis hinüber nach Thurso schlängelt sich die Straße vorbei an wunderschönen Sandstränden und an der atemberaubenden Steilküste entlang. Naturschönheiten und Attraktionen gibt es an der Nordküste in Hülle und Fülle zu sehen. So nisten Tausende von Seevögeln in den schmalen Felsnischen an den Klippen bei Dunnet Head und den bizarren Felsformationen bei Duncansby Head, und die Orkney Inseln sind schon zum Greifen nah!

Die Grampians und Aberdeenshire

Oberflächlich betrachtet ist diese nordöstliche Region für viele Besucher auf den ersten Blick nicht gerade das Urbild des schottischen Hochlands. Zum Meer hin verflachen die Berge der Grampians in eine meist grüne und großenteils sehr fruchtbare Landschaft.

Dieser Teil der Nordostküste wird seit dem 13. Jh. von einer der interessantesten Burgruinen in Schottland bewacht. Dunnottar Castle sitzen so herrlich dramatisch auf einer Klippe vor Stonehaven, daß es immer wieder fotografiert wird und schon den Hintergrund für mehrere Filme, u. a. "Hamlet" mit Mel Gibbson, bildete.Dun Beag

Grampians Landschaft hat eine ganze Menge schöner und sehenswerter Seiten zu bieten. Dazu zählen auch eine unübertroffene Tradition von Schloßarchitektur sowie eine tief in der Geschichte verwurzelte Verbindung mit Ackerbau, Fischerei und Whiskybrennen.

Der "Royal" Dee

Aberdeen ist das nordöstliche Tor zu sog. "Royal Deeside", dem herrlichen Flußtal des Dee. Das Tal kam mit Königin Viktoria und ihrem Prince Consort Albert auf die Weltkarte und in den Genuß königlicher Ehre. Sie errichteten hier Mitte des 19. Jahrhunderts ihre Sommerresidenz Balmoral Castle.

Zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Region zählen neben der großartigen Landschaft selbstverständlich die herrlichen Birkenbestände, die alten Kiefernwälder und die photogenen Bogenbrücken.

Für die Freunde von Burgen und deren Ruinen gibt es im ganzen Flußtal und in der Umgebung eine Anzahl wunderschöner Anlagen und dazu auch noch einige hübsche Städtchen.

Viele Burgen, Schlösser und Herrenhäuser sind vollständig erhalten und entweder noch privat bewohnt oder stehen unter der Obhut des NTS oder HS.

Neben den tief mit der Vergangenheit des Landes verbundenen Burgen wie Tolquhoun Castle nicht weit von dem herrlichen Garten von Pitmedden oder Kindrochit Castle, heute ebenfalls eine Ruine mitten in Braemar, liegen auf der Route entlang des Dee einige der schönsten und sehenswertesten Castles wie u.a. Drum Castle, Braemar und Crathes Castle mit seiem außergewöhnlichen Garten. Die Geschichte dieser Burgen reicht z. T. zurück bis zur Zeit von Robert the Bruce. Bis zu den Burgen Corgarff, Craigievar und Fraser u.a. ist es auch nicht weit. Dazu gibt es in der Umgebung einige z. T. hochhistorische und interessante Burgruinen wie das schon erwähnte Dunnottar oder auch Kildrummy u.a. Doch das schönste Schloß (diesmal keine Ruine!) liegt zwischen Banchory und Braemar im westlicheren Abschnitt von Deeside. Balmoral ist das private Urlaubsdomizil der königlichen Familie und wird etwas weiter unten beschrieben. In unmittelbarer Nähe von Balmoral liegt die Royal Lochnagar Distillery. Die Whiskygeniesser kommen deshalb am Dee ebenfalls (im wahrsten Sinne des Wortes) auf ihre Kosten und dazu noch mit königlichem Prädikat.

Das bekannte Braemar Highland Gathering geht in jedem Jahr am ersten Samstag im September über die Bühne. Wer zu dem Zeitpunkt noch in der Deeregion ist, sollte dieses fröhliche und farbenprächtige Schauspiel unbedingt miterleben.

Ballaters kleiner Bahnhof war einst die Endstation für den königlichen Zug aus London. Von Ballater aus fuhren die "Royals" und ihre zahlreichen Besucher mit der Kutsche weiter zum Balmoral Castle. Unter den königlichen Gästen waren u.a. der russische Zar, der deutsche Kaiser und der Schah von Persien.

Leider ist die Bahn längst verschwunden, und aus dem hübschen Holzbahnhof wurde ein kleines Geschäftscenter.

Balmoral Castle

Als Nichte von Wilhelm IV. kam Queen Victoria (1819-1901) 1838 nach dessen Tod 1837 auf den Thron. 1840 heiratete sie Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha.

In Balmoral war Queen Viktoria mit Prinz Albert glücklich. Sie hatten vier Söhne und fünf Töchter. Der Park hat heute einen herrlichen Baumbestand und kann zu bestimmten Zeiten zusammen mit dem Ballsaal des Schlosses, den Stallungen und den dortigen Ausstellungen besichtigt werden. Öffnungszeiten: 1. Mai - 31. Juli, tägl. außer So. 10-17 Uhr. Keine Besichtigung, wenn die königliche Familie anwesend ist!

Von Balmoral führt die später steilansteigende A939 nordwestlich in das Hochland und hinüber an den Spey. Die A93 dagegen führt südwestlich weiter nach Braemar und schließlich nach Perth.In beide Richtungen führt die Fahrt durch die Wintersportgebiete dieser Region und buchstäblich hoch hinaus.

HighlandgamesDas Dörfchen Braemar ist umringt von Bergen und tief eingebettet in einer herrlichen Landschaft mit viel Wild. Dieser 400-Seelen Ort hat schon seit dem frühen Mittelalter Geschichte miterlebt. Braemar Castle, im 17. Jh. gebaut, liegt heute in einem kleinen Wäldchen versteckt am Dee und ist von der Hauptstraße aus kaum zu sehen.

Was das Tattoo für Edinburgh ist, ist für Braemar das Highland Gathering. Der kleine Touristenort wird am ersten Sonnabend im September eines jeden Jahres von Tausenden von Zuschauern und Touristen ob dieses Schauspiels überrannt. Traditionell kommen die Königin und Teile ihrer Familie, die zu dem Zeitpunkt auf dem nicht weit entfernt liegenden Balmoral ihren Jahresurlaub verbringen, am Nachmittag für rd. zwei Stunden zu diesem Schauspiel.

Kurz hinter Braemar windet sich die A93 hinauf in die Grampian Mountains, zum Skigebiet von Glenshee. Danach führt sie durch eine herrliche Landschaft hinunter nach Blairgowrie und nach Perth an den Tay. Auf dieser Strecke können in den Bergen dann auch mit großer Sicherheit Rudel von Rotwild gesichtet werden.

Auf der anderen Strecke führt die A939, die später teilweise über 20% ansteigt, von der Deeside nach Tomintoul. Zu diesem höchstgelegenen Dorf im Hochland führt die Straße über eine enge Buckelbrücke und durch eine wilde, einsame Heidelandschaft in das nordwestliche Hochland. Aus diesen Bergen kommt dann teilweise auch das Wasser, das die exzellente Basis zur Whiskyherstellung bildet. Die hauptsächlichen Whisky-Gebiete in Schottland - klick hier

In den Tälern dieser Landschaft bis hinunter zum Spey wird fast überall Whisky gebrannt - heute natürlich legal. Doch im 18. Jh. mußten die Regierungstruppen von Corgarff Castle am Fuß der steil hinaufführenden Straße immer wieder in das Hochland ausrücken, um den illegalen Brennern das Handwerk zu legen.

Die wenigen kleinen Ortschaften der Region werden durch den gut ausgeschilderten Whisky Trail verbunden. Dieser sogenannte Whisky Trail ist ein Rundkurs über ca. 100 Kilometer, der Wißbegierige wie Kenner durch das westliche Grampian und am Spey entlang führt. In fast jedem Dorf in dieser Region gibt es eine oder gar mehrere oft weltberühmte Brennereien. Das Schöne ist, fast alle können mit entsprechender Verkostung eines "wee drums" besichtigt werden.

Dufftown ist eines der bekanntesten Zentren der schottischen Maltwhiskyherstellung. Am Fuß des historischen Castle von Balvenie wird der in der ganzen Welt bekannte Glenfiddich gebrannt.

Kurz hinter Dufftown führt die Route vorbei an der Speyside Cooperage. In dieser Böttcherei wird noch das Handwerk der Faßherstellung für die Whiskyindustrie ausgeübt und auch vorgeführt.

Speyside

Der Spey entspringt in den Monadhliath Mountains, wo er im Frühjahr das Schmelzwasser des Schnees aufnimmt. Speyside gilt allgemein als besonders reizvoll mit viel gesundem Wald und einigen romantischen Burgen. Das Ganze in der glühenden Farbenpracht des Herbstes zu genießen, wird als Geheimtip leider noch von viel zu wenigen Besuchern Schottlands wahrgenommen.

Eisenbahnenthusiasten können bei einer Fahrt zwischen Aviemore und Boat of Garten die nostalgische Rückkehr in die Tage der Dampfeisenbahn miterleben. Wanderer entlang des Speys kommen auf einem der schönsten Wanderwege Schottlands ebenfalls vollauf ihre Kosten.

Im Loch Garten Nature Reserve, in der Nähe von Boat of Garten, können dagegen Natur- und Vogelliebhaber das Familienleben nistender Fischadler von einem speziellen Versteck aus beobachten.

Aviemore ist ein Touristenzentrum. Es hat Hotelkomplexe und -hochhäuser, ein Sportzentrum, Einkaufszentren, einen ganzjährigen Weihnachtspark und andere touristische Unterhaltungsbetriebe. Dank der Initiative eines österreichischen Skilehrers und anderen Skibegeisterten der Region wurde das Städtchen in den 60er Jahren mehr oder weniger aus dem Boden gestampft.

Auf den Bergen der angrenzenden Cairngorms gedeiht nur arktische Fauna und Flora. Rentiere, die nach 300 Jahren in dieser Tundralandschaft wieder eingeführt wurden, haben sich mittlerweile auf dem Plateau gut eingelebt.

Die Region bietet so viel Natur und Szenerie, daß sie in fast jeder Jahreszeit viel besucht wird. Leider wird dadurch auch viel von dem kargen Boden und dem dünnen Pflanzenteppich zertrampelt.

Weiter den Spey hinauf liegt das einstige Land der MacPhersons, und so gibt es im Ort Newtonmore natürlich ein Clan MacPherson Museum.Unübersehbar erheben sich gegenüber Kingussie auf einem Grashügel die Ruinen der Ruthven Barracks. Diese heute historischen Kasernen wurden von den Engländern 1719 als Garnison gegen die Clans im Hochland erbaut.

Westliches Hochland

Das "Great Glen"

Jenseits der Monadhliath Mountains, und weiter westlich vom Spey, liegt das Great Glen. Dieses riesige Tal, das in grauer Vorzeit entstanden ist, erstreckt sich von der Südwestküste zur Nordostküste diagonal durch Schottland. Heute verläuft die Hauptverkehrsstraße von Inverness nach Fort William, durch dieses Tal. Sie teilt sich den knappen Raum mit einer Kette von Seen, die alle durch den Caledonian Canal verbunden sind. Zwischen Fort William im Südwesten und Inverness im Nordosten verbindet er heute fünf Seen - Loch Linnhe, Loch Lochy, Loch Oich, Loch Ness und der kleinste dieser Seen Loch Dochfour - und damit den Atlantik mit der Nordsee.Inmitten herrlicher Rhododendren Gärten überschaut Dochfour House, ein Herrenhaus in venezianischen Stil von der Baillie Familie erbaut, dieses kleine Gewässer. Loch Ness, der größte der fünf Seen ist mit seiner Länge von 24 Meilen (rd. 39 km), einer Tiefe von ca. 250 Meter und mit seiner durchschnittlichen Breite von 1½ km der wasserreichste See und einer der tiefsten in Großbritannien überhaupt.

In dem kleinen Ort Drumnadrochit, ungefähr auf halber Strecke zwischen Inverness und Fort Augustus am Loch Ness, versuchen zwei Ausstellungen das größte Mysterium des Landes um "Nessie" aufzuklären. Mehr oder weniger gleich nebenan überwachen die Grundmauern und dramatischen Übereste von Urquhart Castle die Ufer und den See.

Fort Augustus, im Zentrum des Great Glen, ist ein kleines Städtchen mit einigem geschichtlichem Hintergrund. An dieser Stelle wurde zu Beginn des 18. Jh., genauso wie weiter südlich in Fort William, ein Fort gegen die Jakobiten des Hochlands gebaut. Sehr attraktiv steigen mitten in Fort Augustus die fünf treppenartigen Schleusen des Caledonian Canals vom Loch Ness auf. Etwas weiter südlich kommt der Reisende nach Spean Bridge. Von dort geht eine landschaftlich interessante Route zurück nach Inverness und Perth.

Fort William

Am Ostufer der 50 km langen Meeresbucht des Loch Linnhe gelegen, ist Fort William das südliche Tor zum Great Glen. Die umliegende Region Lochaber ist ein Bergsteigerdorado, denn neben vielen anderen Bergen liegt der 1343 Meter hohe Ben Nevis, der höchste Berg in Großbritannien, praktisch vor der Haustür von Fort William. Auf das wilde Gebiet Lochaber liefert ein Abstecher von Fort William in das nahegelegene Glen Nevis einen Vorgeschmack. Die Stadt bietet beinahe alles, was Touristen benötigen, und das schließt eine Auswahl an Geschäften, Restaurants und Unterkunftsmöglichkeiten ein. Nur einige Autominuten von der Stadt entfernt führt eine Seilbahn auf die Hänge von Aonach Mor in das Nevis Range Skigebiet.

Nicht weit von Fort William führen zwei Routen nach Südwesten und Südosten aus dem Großen Tal heraus. Dabei liegen am anderen Ufer im Westen die herrlichen, aber fast menschenleeren Landschaften von Moidart, Sunart und auf der dortigen Halbinsel Ardnamurchan der westlichste Punkt auf dem britischen Festland.

Die südwestliche Route windet sich größtenteils an den Ufern des riesigen Meeresarms von Loch Linnhe entlang die Küste hinunter. Die A828 führt hier in Richtung Oban. Wer ihr folgt, genießt die herrlich grüne Landschaft von Appin und die Ausblicke auf das malerisch, auf einem Inselchen direkt vor der Küste gelegene Castle Stalker. Appin und Argyll sind die Landschaften, die nicht zu unrecht der Garten Schottlands genannt wird. Eingebettet in diese Palette von Grün sind eine Vielzahl von herrlichen Gärten und Herrenhäuser und Burgen aus den verschiedensten Perioden oftmals mit eigenen Gartenanlagen und teilweise auch mit stilgerechten Unterkünften. (s. z.B. Kinlochlaich House)

Dabei überquert die Straße bei Connel die dramatischen Meereskatarakte der Falls of Lora. Sie sind eine von dreien dieser Art in in der Welt, die sehr schön bei Gezeitenwechseln am Ausfluß des Lochs.

Doch eine der eindrucksvollsten Routen in Schottland folgt von Fort William aus südlich zunächst ebenfalls dem Loch Linnhe. Heute führt eine moderne Eisenbrücke über den Zusammenfluß von Loch Leven und Loch Linnhe an der Stelle, an der einst eine Fähre die einzige Verbindung über diese Enge war. Unter der Brücke von Ballachulish zweigt der Salzwassersee Loch Leven von Loch Linnhe ab. Von hohen Bergen eingerahmt erstreckt er sich tief ins Land hinein.

Eingezwängt zwischen hohen Bergen und dem Loch Leven ist Ballachulish nicht nur wegen dieser wunderschönen Landschaft bekannt. Der Ort war einst vor allem bekannt wegen seines Schiefers und der Schieferbrüche, die allerdings um 1950 geschlossen wurden. Gleich hinter Ballachulish liegen vor dem kleinen Ort Glencoe einige Inseln im stillen Wasser des Loch Leven. Die Größte - Eilean Munde - wurde nach einem Mönch des 4. Jh. benannt.

Die grandiose und atemberaubende Schönheit des sich jetzt öffnenden Tals von Glen Coe wird nur noch von der grausamen Geschichte übertroffen, die sich 1692 hier abgespielt hat. Viele Geschichten und Balladen wurden darüber geschrieben.

Nach dem Glen Coe bilden die 1020 m hohen Felswände des Buachaille Etive Mor ("Der große Wächter von Etive") und andere Berge mit ähnlich schwierigen Namen eine traumhafte Kulisse bei der Fahrt über das menschenleere, nackte und zutiefst beeindruckende Hochmoorgebiet von Rannoch Moor. Neben hydrophilen Pflanzen wächst auf dem sauren Torfboden dieser Landschaft und in den Hochmooren fast nur Heide. Die einzige Straße durch diese Traumlandschaft wird begleitet von dem West Highland Way. Dieser 90 Meilen lange, vielbegangene Wanderweg von Fort William nach Glasgow war einst einer der Nachschubwege, die General Wade im 18. Jh. für die Regierung bauen ließ, um das Hochland zugänglich zu machen.

Durch Breadalbane geht es hindurch in Richtung Crianlarich, zu einem kleinenOrt, zu Füßen der beiden Berge Ben More (1171 m) und Stobinian (1165 m), mit einer wichtigen Straßengabelung nach Westen und Süden. Der Weg ist jetzt nicht mehr weit bis zum malerischen und vielbesungenen Loch Lomond, der anfangs noch sehr schmal und eng zwischen den umgebenden hohen Bergen liegt, sich nach Süden hin jedoch ganz allmählich erweitert. Mit 34 km Länge und 72 km2 ist er der flächenmäßig größte See Großbritanniens. An einigen Stellen 190 m tief, überquert der See in seiner Länge die Trennlinie zwischen Hochland und Tiefland.

Loch Lomond ist der "Haussee" der bevölkerungsreichsten Region Schottlands, denn nicht weit vom südlichen Ende des Sees fließt der Clyde. Damit ist es jetzt fast nur noch einen Katzensprung weit bis nach Glasgow.

Nordostküste

Nördlich von Aberdeen bestimmt Landwirtschaft das Bild des flachen Lands.

In dem kleinen Fischerhafen Buckie wird in einem Besucherzentrum "The Buckie Drifter" die Geschichte des örtlichen Heringsfanges erklärt. Die Drifter waren ein spezieller Typ Fischereiboote, die in dieser Region gebaut und eingesetzt wurden.

In Banff weiter ostwärts trägt Duff House zum Kulturangebot dieser Gegend bei. Das großartige Haus ist erst vor wenigen Jahren restauriert worden und zeigt als "Außenstelle" der Edinburgher National Gallery of Scotland wechselnde Ausstellungen bedeutender Kunstwerke aus dem 17. bis 19. Jahrhundert.

In Fraserburgh's Kinnaird Head zeigt Scotland's Lighthouse Museum eine bedeutende Sammlung faszinierender Leuchtturmtechnik und deren Geschichte in einer speziell dafür angelegten Umgebung.

Das Museum ist nicht nur eine weitere Erinnerung an die Seefahrertraditionen dieser Gegend, es ist auch Teil des Kinnaird Head Leuchtturms. Dieser Leuchtturm ist in sich ein hochinteressanter Bau, der auf einer Burg aus dem 16. Jahrhundert errichtet wurde. Einer der wichtigsten Bestandteile der Ausstellung ist die dort speziell erzählte Geschichte der schon erwähnten Ingenieursfamilie Stevenson.

Fyvie Castle - (NTS)Weiter im Land ist Fyvie Castle nur eine von mehreren bedeutenden Burgen in dieser Region. Diese historische Festung Fyvie mit ihren charakteristischen fünf Türmen, die siebenhundert Jahre schottischer Geschichte dokumentieren, ist voll eingerichtet und enthält zahllose Kunstschätze.

Die zahlreichen und vielgestaltigen Burgen und Schlösser dieser Gegend sind einige der markantesten Merkmale Aberdeenshires, und der Castle Trail führt zu den schönsten Anlagen dieser Art.

Der alte Bischofssitz Elgin wurde einst gerühmt wegen seiner aus dem frühen 13. Jh. stammenden Kathedrale. Sie war die prächtigste Kathedrale des gesamten Königreichs und der Stolz des ganzen Landes.

Elgin ist die zweitgrößte Stadt im Nordosten. Sehr informativ erzählt im Zentrum das Elgin Museum die Geschichte der Stadt. Östlich von Elgin findet der Besucher in Fochabers einige interessante Antiquitätenläden. Noch bekannter ist das Städtchen aber für eine der berühmtesten Marmeladen- und Konservenfabriken der Welt - Baxters.

Die Blumenstadt Forres, 17 km weiter östlich von Elgin, schmückt sich im Sommer in ihren Parks und Gärten mit einer ganzen Zahl lustiger und schöner Arrangements farbenprächtiger Blumenskulpturen. Der wohl berühmteste und z. Zt. größte Stein der Pikten steht gleich am Ortseingang der Stadt. Dieser sog. Sueono's Stone hat eine Höhe von über sechs Metern. Shakespeare siedelte in Forres sein "Macbeth Drama" an. Banquo, wurde hier ermordet, und in der Nähe traf Macbeth auf die Hexen, die ihm sein Schicksal prophezeiten.

16 km westlich davon liegt die Stadt Nairn ebenfalls am Moray Firth. Die Stadt erhielt 1190 ihre Charta von König William the Lion in.

Die Region ist bekannt für das milde Klima und die niedrigen Niederschläge. Die Quelle ist ein schwacher Zweig des Golfstroms, der an der Nordostküste herunterkommt und von der Morayküste abgelenkt wird. In unmittelbarer Nähe Nairns liegen einige herrliche Strände und berühmte Golfplätze.

Die einst berüchtigten Wanderdünen der Culbin Sands, östlich von Nairn, sind inzwischen glücklicherweise gezähmt. Sie sind das größte Dünensystem in Großbritannien. Das von dort nur gerade einen Kilometer entfernt liegende, romantische Cawdor Castle, wurde größtenteils 1454 von William Calder gebaut. Diese Burg ist noch immer bewohnt.

Bei Culloden, nur wenige Kilometer weiter, wurde auf der Ebene von Drumossie Moor 1746 die letzte Schlacht auf dem Boden des britischen Festlands geschlagen. Unweit von Culloden und nur einen Katzensprung weit südlich davon liegen die Clava Cairns. Diese Cairns sind eine Ansammlung von rätselhaften Steinkreisgräbern, die wahrscheinlich vor 3000 Jahren in der Bronzezeit ihre Entstehungsgeschichte haben.

Das nicht weit entfernt liegende und von William Adam gebaute riesige Fort George bewacht seit den dramatischen Tagen des letzten Jakobiten Aufstands den Zugang zum Hochland vom Moray Firth aus. Diese historische Anlage kann trotz seiner anhaltenden Nutzung als Kaserne auch besichtigt werden. Das schafft eine hochinteressante Atmosphäre.

So ist zwischen Elgin und John o’Groats die gesamte Nordostküste des Hochlands mit Geschichte und Sehenswürdigkeiten der unterschiedlichsten Arten nur so gespickt. Die Küste selbst ist dazu mit ihren vielen schönen Landschaften, interessanten Dörfern und Städten ebenfalls sehenswert.

Inverness

Am nordöstlichen Ende des Great Glen und an der Mündung des Flusses Ness, von den Pikten strategisch richtig positioniert, ist dieser historische Ort heute die Provinzhauptstadt mit rd. 41.000 Einwohnern und auch das Verwaltungszentrum der Highlands.

Von seiner langen Geschichte ist leider heute nicht mehr viel zu sehen. Für die Menschen im Hochland ist Inverness die Verkehrsdrehscheibe und der wichtigste Versorgungsstützpunkt. Am schönsten sind noch die Viertel und die Anlagen an den Ufern des Flusses Ness, der mitten durch Inverness fließt. Das Castle kann leider nicht besichtigt werden, sehenswert dort sind aber das Museum und die Kunstgalerie etwas unterhalb der Burg.

Inverness Castle ist der beste Ausgangspunkt für einen Rundgang durch die Stadt. Heute ist das Castle das Gerichts- und Verwaltungsgebäude (Sheriff Court) und kann deshalb nicht besichtigt werden.

Dagegen ist das Town House (Rathaus) aus dem 19. Jahrhundert mit seiner viktorianisch-gotischen Prachtfassade für Besucher zugänglich. Das Rathaus war 1921 Schauplatz der ersten Sitzung des britischen Kabinetts außerhalb Londons Westminster. Winston Churchill urteilte damals als Staatssekretär für die britischen Kolonien in der Irlandfrage. Der Clach-na Cuddain im Sockel des Handelskreuze vor dem Rathaus stand einst auf dem Marktplatz. In alter Zeit diente er den Waschfrauen als Rastplatz, um die schweren Wasserkübel abzustellen, etwas zu rasten und ein Schwätzchen zu halten.

Im Inverness Museum and Art Gallery werden u.a. Gegenstände aus der Geschichte des Hochlands ausgestellt. Die Schwerpunkte dort liegen aber auf Archäologie, Naturgeschichte, Geologie und Sozialgeschichte des Hochlands.

In das nordwestliche Hochland führt eine der wenigen Routen über ein Wahrzeichen der Region - die moderne Kessock Bridge - , die die Ufer des Inverness Firth miteinander verbindet. Sie wurde 1982 mit EWG Unterstützung über das hiesige Ende des Great Glens gebaut. Bei der Überquerung öffnet sich nach Osten der Blick in den Moray Firth.

Auf der anderen Seite des Inverness Firth ist die Black Isle in Wirklichkeit eine grüne, bewaldete Halbinsel. Dort in Cromarty erzählt das alte Gerichtsgebäude die Geschichte dieser attraktiven schottischen "Royal Burgh" (freie Stadt). Weiter im Westen besitzt das hübsche Städtchen Strathpeffer mit seinen zahlreichen Häusern in der Architektur des 19. Jh. und den schmucken Vorgärten immer noch das Flair eines viktorianischen Kurorts.

Dingwall nebenan war der Geburtsort von Macbeth. Dies ist die Landschaft, die einst dem mächtigen Clan der Mackenzies gehörte. Deren Land erstreckte sich von der Nordsee hier quer über das Land bis zum Atlantik. Einer ihrer berühmtesten Angehörigen war der Wahrsager Coinneach Odhar Fiosaiche,(Sallow Kenneth - the One who Knows) - der Brahan Seer. Er hat viele Geschehnisse in Schottland schon im 17. Jh. vorhergesagt, die alle eintrafen.

Die attraktive Kleinstadt Tain, etwas weiter die Küste hinauf, hat einen guten Teil der Geschichte von Robert the Bruce miterlebt. Tain war im Mittelalter ein berühmter Wallfahrtsort. Die nähere Erkundung lohnt sich also, zumal auch "gleich um die Ecke" die Brennerei von Glenmorangie besucht werden kann. Sie produziert einen weltbekannten und exzellent feinen, weichen Whisky.

Dunrobin- Stammsitz der Herzöge von SutherlandJenseits der modernen Brücke über den Dornoch Firth wird bald die Stadt Dornoch erreicht. Die ebenfalls historische und immer noch attraktive alte "Burgh" ist bekannt für ihre schöne alte Kathedrale. Diese wiederum hat tief in die schottische Geschichte reichende Verbindungen sowohl mit den Herzögen von Sutherland als auch mit dem amerikanischen Stahlmagnaten aus Dunfermline Andrew Carnegie. Royal Dornoch, der herrliche Golfplatz, für den diese Stadt ebenfalls berühmt ist, liegt unmittelbar am Meer.

Jenseits des Ortes führt die A9 durch das interessante Vogelschutzgebiet von Loch Fleet. Die Herzöge und Herzoginnen von Sutherland, einst die größten Landbesitzer Europas, haben in der Nähe des Ortes Golspie ihr Stammschloß Dunrobin Castle errichtet. Aus der mittelalterlichen Burg 1275) hat der Architekt Sir James Barry im 19. Jh. ein Märchenschloß mit 189 Zimmern gebaut. Es kann sich durchaus mit Neuschwanstein messen. Ein sehr umstrittenes Denkmal des noch umstritteneren ersten Herzogs von Sutherland beherrscht vom 378 m hohen Cagar Feosaig die gesamte umliegende Region.

Gerade einmal zwei Kilometer weiter nördlich und noch in Sichtweite von Dunrobin liegt ein Teil Frühgeschichte Schottlands, auch wieder nur in Ruinen. An diesem Rest dieses Brochs von Carn Liath ist sehr schön erkenntlich, wie die vorchristlichen Bewohner des heutigen Schottlands begannen, sich zu verteidigen. Brochs, diese 10-12 m hohen, fensterlosen Rundtürme mit Hohlwänden sind ganz eigentümlich für diese Landschaft im Norden Schottlands und auf den Inseln. Leider gibt es nur noch rd. 500 wenig vollständige Ruinen davon.

Etwas weiter und nördlich von der A9 finden sich außerdem noch hochinteressante Hügelgräber aus der Bronzezeit. Die Steinhügel des sog. "Long Cairns of Camster" und die merkwürdige, geometrische Formation der Steine auf dem "Hill of Many Stanes" ("Hügel der vielen Steine") sind auch mit den unseren Wissenschaftlern heute zur Verfügung stehenden Mitteln immer noch nicht vollständig enträtselt.