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Info 9
Holgers Therapie
 
Multiple Sklerose
 
M.S.K. e.V.
 
 
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Die Blut-Hirn-Schranke

    Weil die Blut-Hirn-Schranke, die eigentlich das Zentralnervensystems (ZNS) vor Schädigungen schützt, bei
    der Multiplen Sklerose grundsätzlich wegen ihrer Durchlässigkeit eine entscheidende Rolle spielt, hat uns sehr
    interessiert, was eigentlich die sogenannte Blut-Hirn-Schranke ist und wodurch sie durchlässig wird.

    Das Gefäßsystem versorgt und entsorgt das Gewebe und endet dabei in feinste Kapillaren, den sogenannten
    Arteriolen und Venolen. Dabei besteht die Wand der Blutgefäße aus einer Schicht von Endothelzellen, die an
    ihren Fugen für verschiedenste Substanzen durchlässig ist.

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normale Kapillare

    Auch das Zentralnervensystem (Gehirn und Rückenmark) wird von einem umfangreichen Gefäßsystem versorgt.
    Hier bestehen aber die Gefäßwände der Kapillaren aus einer spezialisierten Endothelschicht, die keine offenen
    Fugen hat.

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Kapillare mit spezialisierter Endothelschicht

    Die Stellen, wo diese kleinsten Kapillaren im Nervengewebe enden bzw. wieder entspringen, ist die Schranke
    vom Blut zum Hirn, also die Blut-Hirn-Schranke.
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Querschnitt durch das Rückenmark

 
 

Blut-Hirn-Schranke

    Die Gefäßwände dieser Arteriolen und Venolen, mit ihrer besonderen Struktur der Endothelzellen, sind absolut
    dicht, und können nur mittels der sogenannten Diffusion überwunden werden. Das heißt, es können nur solche
    Substanzen die Gefäßwand überwinden, die einen speziellen Transportmechanismen besitzen. Dadurch ist das
    ZNS vor Schädigungen geschützt.

    Das bedeutet aber auch, daß eine Entzündung im ZNS nur entstehen kann, wenn die Blut-Hirn-Schranke
    durchlässig wird, in dem auch Blutzellen und Blutmoleküle die keine Transportmechanismen besitzen, also ohne
    Diffusion, sie überwinden können. Das bedingt aber einer Gefäßpermeabilität (Durchlässigkeit), wie sie bei einer
    Entzündung vorhanden ist.
    Diese Entzündung spielt sich aber zuerst "vor" der Blut-Hirn-Schranke ab, in den Venolen. Dadurch wird die
    Gefäßwand durchlässig, es können flüssige Substrate und Blutzellen (Entzündungszellen) in das Nervengewebe
    eindringen. Es bilden sich die bekannten tintenklecksartigen Entzündungsherde und damit beginnt der Angriff
    auf das Myelin. Das erklärt auch, warum sich die Entzündungs- und Entmarkungsherde immer in der Umgebung
    der Venolen befinden, was man auch als perivenöse Anordnung bezeichnet.

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B-H-S Venole mit durchlässiger Gefäßwand

    Egal was für ein Verlauf, oder auch in welche der 4 Kategorien die MS einzuordnen ist, es spielt sich immer
    ein Entzündung an der B-H-S ab, und nur durch ihre Durchlässigkeit ist eine Schädigung des ZNS möglich.
    Die Auswirkungen werden aber erst bemerkt, wenn die Entzündung das Nervengewebe erreicht hat, obwohl
    sie schon viel eher begann, nämlich in den Venolen "vor" der B-H-S.

    Bei schubförmigen Verläufen endet diese Entzündung aus bisher nicht bekannten Gründen und es kann je
    nach Verlauf zu mehr oder weniger intensiven Remissionen kommen. Im allgemeinen setzt man aber Cortison
    als hochdosierte Puls-Therapie ein, um die Entzündung rechtzeitig zu beeinflussen, was auch eine Schließung
    der B-H-S bedeutet und im MRT nachweisbar ist. Dabei kann es je nach Intensität der Entzündung notwendig
    sein, die Therapie zu wiederholen.

    Irgendwann (weil zeitlich nicht festlegbar) geht ein Teil (die Angaben schwanken, von 40% bis zur Mehrzahl)
    der schubförmigen Verläufe in sekundär chronisch progrediente Verläufe über. Das bedeutet aber auch, daß
    die Entzündungsvorgänge immer permanenter werden und eine Cortison Puls-Therapie kann oft nur kurzfristig
    die B-H-S schließen. Danach gewinnt je nach Aktivität die Entzündung wieder die Oberhand.

    Mit sogenannten immunmodulatorischen Medikamenten wie Betaferon, Avonex, Rebif und Copolymer versucht
    man bei schubförmigen Verläufen die Entzündungshäufigkeit und -stärke zu beeinflussen, was teilweise auch
    gelingt. Die Studien sprechen durchschnittlich von einer Reduzierung von 33%. Das heißt aber auch, das
    statistisch 2/3 der Schübe weiterhin stattfinden, deren Voraussetzung jeweils eine Entzündung an der B-H-S
    ist.
    Bei den sekundär chronisch progredienten Verläufen setzt man auf Immunsuppressiva wie Mitoxantron, um
    zu erreichen, daß ein heruntergefahrenes Immunsystem den eigenen Körper nicht mehr angreift.

    Alle MS Medikamente sollen verhindern, daß das eigene Immunsystem das ZNS angreift. Da aber alle Studien
    zu den Medikamenten nur von einer Verzögerung sprechen, heißt das auch, daß immer wieder die B-H-S
    durch Entzündungen durchlässig ist. Die Behandlung mit Cortison ist dann nur die Reaktion auf eine schon
    erfolgte Entzündung.

    Daraus ergibt sich die logisch Überlegung, würde es gelingen die B-H-S intakt zu halten, also zu verhindern,
    daß sie durch eine Entzündung durchlässig wird, könnten keine Entzündungszellen ins ZNS gelangen und es
    wäre ein Fortschreiten der MS nicht mehr möglich.
    Diesen Überlegungen folgte Dr. Uwe Fratzer, als er nach einem Weg suchte um seiner an MS erkrankten
    Nichte zu helfen. Aus diesen Erfahrungen entstand dann die Fratzer Therapie, die schon sehr viele davor
    bewahrt hat, daß ihre MS weiter voranschreitet.

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erstellt am 03.10.2000

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