DIESES LAND GEHÖRT NICHT DEN BANDEN!


Die nun tagelang andauernde skrupellose Kampagne der Verleumdungen und Anschuldigungen des Regimes gegenüber den Friedens- und Demokratiekräften hat begonnen, blutige Früchte zu tragen.

Auf den Vorsitzenden des Menschenrechtsvereins IHD, Akin Birdal, wurde ein Attentat verübt. Birdal wurde im Büro des Menschenrechtsvereins angeschossen und schwer verletzt.

Hinter diesem geplanten Attentat stehen diejenigen, die nach der Ergreifung von Semdin Sakik, seine vermeintlichen Geständnisse benutzen, um demokratische und friedensliebende Menschen und Institutionen, zu denen auch der IHD und sein Vorsitzender Akin Birdal gehören, als Angriffsziel zu zeigen.

Diese Kräfte haben ohne einen Gerichtsbeschluß wie vorher viele andere, auch Akin Birdal beschuldigt, die türkischen Medien haben sich als Mittel dafür zur Verfügung gestellt. Danach traten die Attentäter auf den Plan. Dies ist eine extralegale Hinrichtung.

Seit Jahren wird das Blut der im Krieg getöteten Soldaten zum Aufwiegeln benutzt, wo doch die Verantwortlichen für das Blutvergießen die Aufwiegler selbst sind. In den letzten Tagen hat dies bisher unbekannte Ausmaße erreicht. Seit Jahren weigern sie sich, die natürlichsten, selbstverständlichsten und legitimen Rechte der Kurden anzuerkennen und führen einen Vernichtungskrieg gegen unser Volk. Sie versperren sich beharrlich und trotzig gegen eine Lösung dieses Problems mit Mitteln des Dialoges und der Politik und führen diesen schmutzigen Krieg fort. Sie sind der Grund für das seit Jahren fließende Blut, für die Leiden, Arbeitslosigkeit, Hunger und Armut.

Sie haben jahrelang das Volk hinsichtlich des Krieges belogen. Während sie selbst die Erzeuger und beharrlichen Führer dieses Krieges sind, haben sie andere beschuldigt. Zu jeder Jahreszeit haben sie dem Volk den Sieg versprochen. Aber all das hat sich als Lügen herausgestellt. Das Land wurde brandschatzt, in Gewalt und Dreck erstickt, soviel Blut wurde vergossen. Das Brot des Volkes wurde jahrelang zu Munition und Bomben gemacht. Aber nirgendwo ist der öfters versprochene Sieg auszumachen. Die noch immer geführten Militäroperationen mit 40 bis 50 Tausend Soldaten, Panzern, Kanonen und Flugzeugflotten belegen dies.

Die Inhaber des Regimes sind aggressiv und ängstlich, weil ihre Lügen aufgedeckt wurden. Der Grund für das Ausmaß der Aufwiegelung und die Anschuldigungen anderer in der letzten Zeit zeigen dies.

Es ist klar, daß dieses Attentat nicht das letzte war. Im Visier sind auch andere. Die Kräfte des Bösen sind wie vor den Putschen vom 12. März und dem 12. September in Aktion. Ihr Wunsch und ihre Hoffnung ist, durch Blut und Gewalt, Angst und Schrecken zu verbreiten und anschließend als Retter aufzutreten.

Die neuen Evrens und Pinochets liegen schon auf der Lauer.

Was sie bisher getan haben, hat nicht gereicht. Sie wollen die Friedens- und Demokratiekräfte im Ganzen niedermähen und jede Stimme der Vernunft zum Schweigen bringen. Es stört sie, daß in den letzten Jahren der Vorhang sich ein spaltbreit öffnete und einige Bandenführer vor Gericht geführt wurden.

Kurdische und türkische Arbeiter, alle ehrlichen Menschen!

Unser Land ist wieder einmal in Gefahr, konfrontiert mit einem neuen Angriff der Faschisten. Mit Angst und Terror wollen sie die Gesellschaft als Geisel nehmen. Die Sehnsucht und das Eintreten des Volkes nach einer sauberen Gesellschaft, nach Frieden und Demokratie wollen sie unterdrücken.

Doch wir sind die Millionen, die mit ihrer Arbeit und ihrer Ehre leben. Mit dem Attentat auf Akin Birdal kann uns niemand einschüchtern, kann niemand unseren Weg nach vorn aufhalten. Ihre diesbezüglichen Hoffnungen werden wir ihnen im Hals stecken lassen.

Dies ist der Kampf um Frieden, Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit. Er wird fortgeführt bis zum Sieg.

Wir, die Sozialistische Partei Kurdistans, verurteilen das Attentat auf Akin Birdal aufs Schärfste. Wir rufen alle friedliebenden, demokratischen, ehrenhaften Menschen auf, gegen diesen abscheulichen Anschlag zu protestieren.

Birdal ist in unserer Heimat ein respektabler Vertreter für die Menschenrechte und den Frieden, ein Symbol. Erheben wir unsere Stimme gegen das niederträchtige Attentat gegen ihn!

Dieses Land gehört nicht den Banden!

Hand in Hand, Schulter an Schulter für Frieden, für Freiheit , für Demokratie!

Mai 1998

Sozialistische Partei Kurdistans (PSK)