EDITORIAL

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

 

Millenium.

Jahr 2000.

Alles wird anders?

Rauschende Feste, noch mehr Knaller und Feuerwerk als in den Jahren zuvor. Große Erwartungen und Hoffnungen. Und in Kurdistan?

1999 war ein Jahr voller ungeahnter Entwicklungen für die Kurden. Eine Ära ging zu Ende. Die Ära des bewaffneten Kampfes; des Glaubens, mit der Waffe in der Hand sich befreien zu können von der Unterdrückung, der Verleugnung; des Glaubens, sich mit der Waffe Respekt verschaffen zu können.

Ins Jahr 2000 gehen die Kurden desillusioniert. Der „letzte große Kurdenführer" ist im Gefängnis. Er ruft seine Kämpfer zur Kapitulation auf. Stellt sich in den Dienst des Feindes.

Keine Rede mehr von den Gründen für den 15 Jahre dauernden erbitterten Kampf, der Kurdistan dem Erdboden gleich gemacht hat, der die Existenzgrundlage und die Zukunft von Millionen Kurden zerstört hat.

Unter ganz neuen Vorzeichen gehen die Kurden ins neue Jahrtausend. Ihre Ausgangslage ist denkbar schlecht. Was wird die Zukunft bringen?

Die Türkei ist endlich Beitrittskandidat für die Europäische Union. Wird die Einbindung in dieses Bündnis den Kurden ihre Rechte bringen?

Die Mitgliedschaft in anderen Bündnissen, wie in der NATO hat dies jedenfalls nicht bewirkt.

Die Waffen sind - jedenfalls auf kurdischer Seite - niedergelegt. Kann die Türkei vor den Augen der Weltöffentlichkeit noch ihr Terrorregime aufrechterhalten?

Ein Testpanzer wurde an die Türkei geliefert. Obwohl die Menschenrechtssituation sich keineswegs verbessert hat.

Demokratisierung? Noch keine Spur.

Werden weitere Panzer folgen? Wie wird Deutschland dies begründen?

Fragen über Fragen. Die Antworten werden nicht lange auf sich warten lassen.

Desillusioniert gehen viele Kurden ins neue Jahrtausend. Viele sind enttäuscht, haben ihre Hoffnungen verloren.

Doch nicht alle! Es gilt die Entwicklungen in 1999 als eine Chance für einen Wendepunkt in der Kurdenfrage zu nutzen.

Die Tragödie der Kurden ist kein unausweichliches Schicksal! Wir haben es in der Hand, unser „Schicksal", oder besser, unsere Zukunft zu gestalten.

Wir jedenfalls, die IBK-Redaktion, und KOMKAR, werden wie auch in den Jahren zuvor, konsequent und beharrlich, allen Schwierigkeiten zum Trotz, nicht von unserem Weg abweichen. Wir werden die Politik, die wir seit 20 Jahren verfolgen, und die sich letztendlich als die Richtige erwiesen hat, weiter verfolgen.

Auf diesem Weg hoffen wir auf Ihre und Eure Solidarität!

In diesem Sinne,

mögen unsere Wünsche in Erfüllung gehen und das neue Jahr uns Gutes bringen.

 

Ihre Redaktion

 

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