die Regierenden in der Türkei singen alle in einem Ton: "In der Türkei gibt es Kurden, aber keine Kurdenfrage, es gibt lediglich wirtschaftliche Probleme".
Wie der zuständige Minister erklärt hatte, wurde in den vergangenen 10 Jahren für den Krieg insgesamt 84 Mrd. Dollar ausgegeben. Wenn wir bedenken, daß bis heute in das GAP-Projekt 14 Mrd. Dollar investiert wurden und das Gesamtprojekt 34 Mrd. Dollar kostet, haben wurden also in 10 Jahren 2,5 mal GAP und die gesamte Innen- und Außenverschuldung der Türkei in 70 Jahren in den Krieg gesteckt.
Was hat das Militär mit den 84 Mrd. Dollar gemacht? Es hat Kurdistan in eine Ruine verwandelt, 4000 Dörfer niedergebrannt, 3,5 Mio. Kurden in den Westen deportiert, 3000 Morde unbekannter Täter verübt, 30 Tausend Tote und einen Krieg, der an der Schwelle Ankaras steht.
Noch heute wird in Kurdistan jährlich 600 Liter Erdöl pro Kopf produziert, der Verbrauch liegt bei 100 Liter. Pro Kopf werden jährlich 6000 kW/Std. Strom produziert, verbraucht werden lediglich 300 KW/Std. Der Rest wird im Westen verbraucht. Die gesamten Eisen-, Chrom- und Kupfervorkommen des Landes liegen in Kurdistan.
Das wichtigste ist, daß in Kurdistan die reichsten Wasservorkommen des Nahen Ostens sind und die besten Möglichkeiten zur Wassersammlung. Die 23 großen Staudämme, die im Rahmen des GAP-Projektes gebaut werden, und die Vielzahl von mittleren und kleineren Seen sind ein klarer Beweis dafür. Wasser, das heute noch wichtiger ist als Erdöl, wird in naher Zukunft zum Kriegsgrund im Nahen Osten werden. Die Türkei hat also eine Kurdistanfrage, die diese Reichtümer besitzt.
Die Herren (Paschas) mit dem zweitgrößten Heer der NATO besitzen auch die modernste Kriegstechnologie des 20 Jahrhunderts. Die erste und zweite Armee mit 500 Tausend Soldaten und Offizieren; das Heer der Dorfschützer mit 100 Tausend Angehörigen; 50 Tausend Polizisten; 15 Tausend Angehörige des Spezialteams; 15 Tausend Gendarmen und einige Regimenter Kommandoeinheiten müssen einsehen, daß der seit Jahren gegen das kurdische Volk geführte Krieg erfolglos ist.
Bei dem seit Jahren in Kurdistan geführten Krieg sind Kriegsgewinnler entstanden, die vehement gegen den Frieden sind. Diese sind eine Gruppe von nicht mehr als Eintausend Personen, Staatsanleihen mit 200% Zinsen kaufen, um die Kriegsausgaben zu decken. Diese Zinserträge belaufen sich auf 20 Mrd. Dollar im 97er Staatshaushalt. Es sind auch die durch die Inflation reich gewordenen Rauschmittelhändler, zu denen auch Militärs und Polizei gehören. Die Einnahmen betragen hier jährlich 50 Mrd. Dollar. Dagegen sind auch die Waffenhändler und die in Kurdistan tätigen 250 Tausend Staatsbeamte, Offiziere, Polizisten und zivile Beamte, die für ihre Tätigkeit in Kurdistan doppeltes Gehalt erhalten. Die Dorfschützer und ihre Führer sind dagegen, wie auch die Bestechungsgeld-Banden, die aus Offizieren, Polizisten und führenden Staatsbeamten bestehen. Auch die politischen Kreise, die zum eigenen Vorteil mit diesen Zusammenarbeiten wollen den Frieden nicht.