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Historisches und Sehenswürdigkeiten |
Die Chronik der Bergstadt Lößnitz
Das Lößnitzer Rathaus - ein geschichtlicher Rückblick
Zu den ältesten Städten des Erzgebirges gehört
Lößnitz. Die "Muhme", wie Lößnitz liebevoll im Volksmund genannt wird, ist
aber nicht nur eine der ältesten, sondern auch eine der interessantesten Städte unserer
Gegend.
Eine mächtige Stadtmauer mit 3 Toren umgab die Stadt schon Ende des 13. Jahrhunderts.
Hier wurden bereits 1250 Münzen geprägt, Kaufleute kamen auf den damals bekanntesten
Handelswegen durch die Stadt und boten ihre Waren feil, es gab schon um 1386 eine
Lateinschule und fast zur selben Zeit trieben Bergleute Stollen in die Erde, um an das
begehrte Silber zu gelangen.
Lößnitz ist ein Ort, wo die Geschichte noch heute allgegenwärtig ist.
Auf eine Seltenheit ist man darum im hiesigen Rathaus auch besonders stolz - die Namen
aller Bürgermeister der letzten 626 Jahren sind lückenlos bekannt und auf einer Liste
zusammengestellt.
Eine Tatsache, die nicht zuletzt einem in seiner Art einmaligen Stadtarchiv zu verdanken
ist.
Die erste Erwähnung findet ein Bürgermeister im Jahre 1372. Herman von Buten war sein
Name und die Amtszeit reichte bis in das Jahr 1396. Da in der Stadt zu dieser Zeit ein
Bürgermeister amtierte, muß es demzufolge auch schon ein Rathaus gegeben haben.
Wir gehen davon aus, daß ein solches Gebäude schon seit der Stadtgründung an der
südöstlichen Ecke des Marktes seinen angestammten Platz hatte.
Obwohl mehrmals durch Stadtbrände zerstört (1580, 1616 und 1806) wurde es, wie die alten
Baupläne beweisen, immer wieder an gleicher Stelle auf den noch verbliebenen Grundmauern
und den vom Feuer verschonten, noch gut erhaltenen Gebäudeteilen neu errichtet. Der
Grundriss stellte damals wie heute ein verschobenes Rechteck dar. Am ganzen Gebäude gibt
es keine rechtwinklige Ecke!
Wie der mittelalterliche Rathausbau aussah wissen wir leider nicht mehr. Bestimmte
Anforderungen hatte er jedoch zu erfüllen. Im Obergeschoß waren die Amtsräume für
Bürgermeister und Stadtrat. Auch stand ein größerer Saal für Festlichkeiten der
Bürgerschaft zur Verfügung. Im Erdgeschoß, daß wissen wir aus unseren alten Akten,
befand sich der Salzverkauf - der sogenannte "Salzschank". Gleichzeitig stand
hier die Salzwaage mit der nicht nur das Salz, sondern auch alle sonstigen Handelsgüter
abgewogen wurden. Auch gab es die Brotbänke, die von den Lößnitzer Bäckern für den
Brotverkauf genutzt wurden.
Durch die damalige Marktordnung war bereits geregelt, wer wann und was an welchem Platz
verkaufen durfte. So konnten beispielsweise auswärtige Bäcker ihr Brot erst am
Nachmittag verkaufen, nachdem die Lößnitzer Bäcker ihre Waren bereits an den Mann
gebracht hatten.
Damit auch alles seine Ordnung hatte und richtig notiert wurde, befand sich das Zimmer des
Stadtschreibers ganz in der Nähe.
Die Elle, sowie die Gebräuchlichsten Hohlmaße, lagen hier zur Überprüfung der
Maße und Gewichte aus
Unser Chronist Magister Gotthelf Friedrich Oesfeld nennt in diesem Zusammenhang auch eine
Waffenkammer, die sich in den Rathausräumen befunden haben muß.
Auf dem Turm hing die Rathausglocke. Mit ihr wurde gewöhnlich die Schließung der
Gastwirtschaften und der Stadttore eingeläutet. Wir wissen, daß im Jahre 1602 in
Schneeberg eine Glocke für das Lößnitzer Rathaus gegossen wurde.
Wo stand aber im Mittelalter der Rathausturm?
Sicherlich nicht an der heutigen Stelle, denn dieser Turm verfügt über kein Fundament.
Er wurde nur auf Balken aufgesetzt, die über die gesamte Breite des Gebäudes reichen.
Im westlichen Teil des Rathauses zeichnet sich in den Bauunterlagen ein fast quadratischer
Turmstumpf ab, deutlich sichtbar durch sein starkes Mauerwerk. Dieser wohl älteste
Bauteil unseres Rathauses, besteht aus zwei Stockwerken. Beide sind mit starken Kreuz-
bzw. Tonnengewölben versehen. In der ersten Etage befand sich, geschützt durch
meterdicke Mauern und feuerfeste Türen, über Jahrhunderte das Lößnitzer Stadtarchiv.
Nach der Sanierung fand es im Erdgeschoß seinen neuen Platz . Die Bedingungen sind nun
ähnlich. Der darunter liegende Raum ist fast deckungsgleich in seinen Ausmaßen.
Die alte schmiedeeiserne Archivtür mit der Jahresangabe 1601 wird allerdings in der 1.
Etage verbleiben. Die Tür ist mit wunderschönen Rosetten verziert und besitzt noch das
Originalschloß.
Unser Chronist Oesfeld gibt uns die Jahreszahl 1606 für die Grundsteinlegung des
Rathausbaus an, in dessen Zusammenhang auch das wunderschöne Renaissance -Portal
entstand.
Bekannt sind auch die Kosten des damaligen Rathausbaus.
In einer Akte der "Fürstlich und gräflichen Gesamtkanzlei" in Glauchau (Rep.
XIV,Locus 619 Nr. 5) ist zu lesen:
Anno 1606 hat der Bau des Rathshauses in Lößnitz (Kreis Zwickau) begonnen. Es kostete 1100 Gulden 18 Groschen 1 Heller, die zum Theil von der verkauften Raths-M. (? Mühlen) - 992 Gulden dafür erhalten) genommen wurden, den 19. Mai.
Bereits 1616 wurde das neue Gebäude bei einem Stadtbrand
zerstört, bis zum Jahre 1617 jedoch wieder neu errichtet. Den alten wehrhaften Turm hatte
man wohl bereits zu dieser Zeit aufgegeben und teilweise abgetragen. Er wurde durch einen
Turmbau über der dem Markt zugewandten Seite ersetzt. Bei einem erneuten Brand am 10.
Dezember 1806 blieben vom Rathaus nur noch rußgeschwärzte Mauern stehen. Bis 1811
dauerte der Wiederaufbau. Es entstand eine ungefähre Nachbildung des abgebrannten Baus.
Das damalige Rathaus war ein zweistöckiges Gebäude, mit hohem, übersetztem Dach und mit
der Breitseite dem Markt zugewandt. In der Mitte wurde es von einem sechseckigen Turm mit
glockenförmiger Haube überragt. Das Rathaus ergab mit den angrenzenden Häusern ein
einheitliches geschlossenes Bild. Rechts vom Eingang war die Gaststube des
"Ratskellers" und dahinter ein Gesellschaftszimmer. Beide wurden über den
Hausflur beheizt. Links davon befand sich, wie bereits erwähnt, der Salzverkauf oder auch
"Salzschank". Noch bis 1860 oblag der Salzverkauf einzig und allein der Stadt.
Im oberen Stockwerk befanden sich die Amtsstuben für die wenigen Beamten und ein Festsaal
für Vereine und Bürgerschaft, in welchem Veranstaltungen aller Art, wie Bälle,
Bürgerversammlungen usw. abgehalten wurden.
Nach 1850 befaßten sich die Lößnitzer Stadträte mit einem An.-bzw Umbau ihres
Rathauses. Wäre es nach dem Willen des damaligen Bürgermeisters Dr. Otto Krauße
gegangen, hätte man das Rathaus abgerissen und durch einen repräsentativen Neubau
ersetzt.
Am 10. März 1862 wurde der angedachte Neubau durch die Stadtverordneten abgelehnt.
Der Stadt fehlten die finanziellen Mittel. So kam es nur zu einem Umbau, der 1868
abgeschlossen wurde.
Bei diesem Umbau erhielt das Rathaus statt des Mansardendachs ein zweites massiv
aufgesetztes Obergeschoß und den Treppenanbau auf der hinteren Seite. Die Fassade und der
Turm wurden dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend gestaltet.
Im Inneren verblieb im Erdgeschoß die Ratskellerwirtschaft mit großer Gaststube und
Vereinszimmer. Der Eingang wurde an die Seite zum Rathausplatz hin verlegt. Dort befanden
sich später auch die Räume der Stadtsparkasse. Das Hauptportal war der Zugang zur
Gaststube.
Am 7. Juni 1907 konnten die Lößnitzer in ihrem Rathaus hohen Besuch empfangen. Der
sächsische König Friedrich August weilte für 2 Stunden im Rahmen eines
Erzgebirgsbesuchs im Rathaus und besuchte dort eine Ausstellung. Dem Anlass angemessen
hatte man das Haus ringsum festlich geschmückt und sogar einen Ehrenbalkon errichtet.
Doch dieser Besuch sollte für viele Jahre auch der einzige Höhepunkt in der
Rathausgeschichte bleiben.
Nach dem 1. Weltkrieg stellte sich die Frage nach neuerlicher Platzgewinnung für die
Stadtverwaltung. Das bestehende Rathausgebäude war seinerzeit für eine Einwohnerzahl von
4000 gedacht, inzwischen zählte die Stadt jedoch 7000 Einwohner. Durch den Einbau von
schwachen Zwischenwänden wurde zwar mehr Büroraum geschaffen, der große Festsaal mit
seiner schönen Stuckdecke fiel dem Umbau jedoch zum Opfer.
Dieser Umbau brachte für das Lößnitzer Rathaus die letzten umfangreichen
Veränderungen. Danach gab es in den darauffolgenden 75 Jahren keine wesentlichen
Umbaumaßnahmen mehr.
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Die Bergstadt Lößnitz - eine der ältesten Städte des Erzgebirges
Einige Jahrhunderte bevor sich die alte
"Silberstraße" von Zwickau kommend unaufhaltsam ihren Weg durch das Erzgebirge
bahnte und die Menschen vom lauten "Berggeschrei" angelockt, in Scharen deren
Verlauf bis hoch ins Gebirge folgten - gab es Lößnitz, eine der ältesten Städte im
Erzgebirge.
Die "Muhme", wie der Ort im Volksmund auch liebevoll wegen seines Alters genannt
wird, fand im Jahre 1238 erste urkundliche Erwähnung, obwohl davon ausgegangen werden
kann, daß die Ansiedlung schon Jahre vorher existierte.
Dass Lößnitz auch zu den ältesten Bergstädten des Erzgebirges zählt, ist jedoch
weniger bekannt. Erste Hinweise auf den Bergbau sind in einem alten Lehnsbrief aus dem
Jahre 1384 zu finden. Doch im Gegensatz zu den Jahrhunderte später entstandenen,
bekannten Bergstädten, zu denen das benachbarte Schneeberg zählt, war Lößnitz reicher
"Bergsegen" nie vergönnt, noch hallte lautes "Berggeschrei" durch das
Tal des Lößnitzbaches.
Dennoch betrieb man hier Bergbau bis Ende des vorigen Jahrhunderts - leider auch nur mit
wechselndem Erfolg.
So mag der alte Spruch "Alles kommt vom Bergwerk her", in Lößnitz nur bedingt
seine Berechtigung finden.
Die in einem langgezogenen Tal entstandene Ansiedlung verdankt ihre Existenz einem ganz
anderen Umstand. Hier kreuzten sich seit Alters her zwei wichtige Handelswege, die nach
Nürnberg führende "Eisenstraße" und die alte "Salzstraße", die
einst Sachsen mit Böhmen verband.
Ein Vorteil, den die Lößnitzer schon frühzeitig zu nutzen wußten, denn schon 1284 wird
der Ort als Stadt (Civitas) bezeichnet, mit allen damit verbundenen Privilegien. Dazu
gehörten das Münzrecht (1286 wird ein Münzmeister urkundlich erwähnt), eine eigene
Gerichtsbarkeit und eigene Bürgerrechte. Das wohl bekannteste dieser Privilegien war das
sogenannte "Bärenprivileg", welches "Rittern und geistlichen
Personen" den Zuzug in die Stadt verbot. Das "Salzprivileg", welches der
Stadt 1388 verliehen wurde, besaß kurioserweise noch bis Mitte des vorigen Jahrhunderts
seine Gültigkeit.
Heute zählt Lößnitz etwa 10 600 Einwohner. Zirka die Hälfte davon lebt in einem am
Rande der Stadt errichteten Neubaugebiet.
Der ursprüngliche Stadtkern ist erfreulicherweise in seiner einstigen Ausdehnung über
die Jahrhunderte erhalten geblieben und bietet einen interessanten Einblick in die
verschiedenen geschichtlichen Epochen.
Schon der weiträumige Marktplatz (1996 - 1997 nach alten Vorbildern saniert) läßt die
einstige Bedeutsamkeit der Stadt als Marktort und Hauptstadt der Grafen von Hartenstein
erahnen. Die den Markt umsäumenden Gebäude sind ausnahmslos erst im vorigen Jahrhundert
errichtet worden, nachdem 1806 ein gewaltiger Stadtbrand den überwiegenden Teil der
einstigen Bebauung einschließlich der Kirche vernichtete.
Besonders interessant ist das im nördlichen Teil des Marktes als "Altes
Amtsgericht" bekannte Gebäude. Hier sind die ursprünglichen Kreuzgewölbe des
Vorgängerbaus noch deutlich sichtbar. Ähnliches findet man in vielen Häusern im
unmittelbaren Zentrumsbereich. Das Gebäude wird heute als "Bürgerhaus" genutzt
und ist gleichzeitig kulturelles Zentrum mit Ausstellungsräumen, Bibliothek, Räumen für
Festlichkeiten, einem anspruchsvollen Trauzimmer usw. Auch ein "Seniorenclub"
hat hier sein Domizil. Ganz in der Nähe des Marktes befindet sich auch die in den Jahren
1817-1823 errichtete St. Johanniskirche mit einem der ältesten Bronzeglockenspiele
Deutschlands. Mehrmals am Tag hallt dessen "silbriger Klang" (wie Kenner
behaupten) über die Dächer der Stadt.
Verläßt man den unmittelbaren Marktbereich in Richtung Rathausplatz fällt der Blick auf
das wunderschöne Rathausportal. Im Rahmen einer umfassenden Rathaussanierung in den
Jahren 1996-1997 wurde auch dieses Renaissanceportal aus dem Jahre 1606 liebevoll
restauriert. Zeitgleich mit dem Bau des Rathausportals begann man auch die Bestände des
Stadtarchivs anzulegen, das sich noch heute im Rathaus befindet. Es vermittelt einen
interessanten Einblick über mehrere Jahrhunderte Stadtgeschichte.
Reste der einstigen Stadtmauer, ein alter Eckturm der Stadtbefestigung,
"Rösselturm" genannt, und einige interessante Eingangsportale sind ebenfalls
als steinerne Zeugen aus längst vergangenen Zeiten erhalten geblieben.
Einen Einblick in den Bergbau der Vergangenheit vermittelt das historische Bergbaugebiet
"Kutte" in einem Waldgebiet, etwa 4 Kilometer vom Stadtkern entfernt.
Vergangenheit und Gegenwart liegen in Lößnitz in harmonischem Einklang oft eng
beieinander. Vielleicht macht dies gerade den besonderen Reiz dieser Stadt aus!
Zu den Errungenschaften der heutigen Zeit zählt zweifellos die im Jahre 1996 eingeweihte
"Erzgebirgshalle". Die moderne Spiel- u. Sporthalle bietet das ganze Jahr
hindurch ein breites Angebot an sportlichen sowie auch kulturellen Veranstaltungen.
Bekannte Künstler wie die "Klostertaler" als prominente Vertreter der
Volksmusik oder Schlagerstar Nicole hatten hier schon ihre Auftritte.
Höhepunkte ganz anderer Art sind die Heimspiele des Auer Handballvereins EHV (2.
Bundesliga). Diese trägt der Auer Traditionsverein regelmäßig vor einer
überwältigenden Zuschauerkulisse in der "Erzgebirgshalle" aus.
Und noch einen Vorzug hat Lößnitz zu bieten - hier wird gern und oft gefeiert.
Über das Jahr verteilt finden immer wieder beliebte Volksfeste statt. Ob nun das
"Schieferlochfest" im Juni, die "Lößnitzer Musiktage" im September
oder die in unregelmäßiger Reihenfolge auf dem Marktplatz stattfindenden Veranstaltungen
und Märkte zu denen der "Lößnitzer Salzmarkt" und der traditionelle
Weihnachtsmarkt am 3. Advent zählen - los ist hier eigentlich immer etwas.
Überzeugen Sie sich doch selbst einmal von der traditionellen erzgebirgischen
Gastfreundschaft und den überaus interessanten Sehenswürdigkeiten, die unsere Stadt
Lößnitz zu bieten hat!
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Lößnitz als Münzort der Burggrafen zu Meißen
In einer Urkunde aus dem Jahre 1286 nennt uns Burggraf
Meinher III. von Meißen einen Münzmeister seiner Stadt Lößnitz. Damit wird erstmals
bezeugt, dass in Lößnitz eine Münze vorhanden war in welcher man Münzen prägte.
Als "Münzmeister unserer Stadt Lößnitz" wird in der erwähnten Urkunde ein
"Witigo von Lesnitz" genannt. Die Vermutung liegt dabei nahe, daß es sich bei
diesem "Witigo" um den "Witigo von Lesnitz" handelt, der in der
Urkunde vom Jahre 1238 als Zeuge beim Verkauf von Dittersdorf an das Kloster Grünhain
auftritt.
Ein solcher Zeuge war sicherlich ein höherer Beamter der Burggrafen von Meißen. Die
Vermutung, daß es der Lößnitzer Münzmeister sein könnte , wird erstmals in der
Festschrift zur 700-Jahrfeier von Lößnitz im Jahre 1938 ausgesprochen und dabei der
Hinweis auf die Forschungsarbeit von Dr. Löscher, Dresden gegeben, der sich um die
Lößnitzer Heimatgeschichte sehr verdient gemacht hat. Dr. Sieber aus Aue berichtete
ebenfalls in seinem Buch "Werte der Heimat" (Manuskript 1955 erstellt) über
einen in Lößnitz geprägten Brakteaten.
Leider wurden in beiden Beiträgen keine näheren Angaben darüber gemacht.
Bei der Bestandsaufnahme des Lößnitzer Stadtarchivs wurde Ende des Jahres 1993 eine
Druckschrift gefunden, in welcher über eine Münzausstellung im vogtländischen Plauen
berichtet wird. Leider fand sich kein Hinweis, wann die Ausstellung stattgefunden hat. Der
diesbezügliche Artikel "Mittelalterliche Münzen des Vogtlandes und seines
Grenzgebietes verfaßt von D. Ulrich Otto brachte eine erste greifbare Spur.
Hier wird der von Dr. Sieber bereits erwähnte Lößnitzer Brakteat erstmals genauer
beschrieben und auf einer Zeichnung unter der Katalognummer 15 zeichnerisch dargestellt.
Der Beschreibung nach soll der Brakteat aus einem nicht näher bezeichneten Münzfund bei
Neudeck in der Nähe von Greiz stammen und den Angaben nach zwischen 1250 und 1260 in
Lößnitz geprägt worden sein.
Ein Brakteat ist eine Münze, die aus dünnem Silberblech einseitig geprägt wurde. Diese
Art von Münzen mit einem Durchmesser von etwa 4,5 Zentimeter ist deshalb oftmals
erheblich beschädigt. Wegen ihrer geringen Stabilität waren derartige Brakteaten zur
damaligen Zeit auch nur ein Jahr im Umlauf und wurden regelmäßig ausgewechselt. Da
Silber zu dieser Zeit nur in ganz geringen Mengen zur Verfügung stand (Bergleute gingen
mit primitiven Wekzeugen nur Zufallsfunden nach), prägte man die Brakteaten aus
Sparsamkeitsgründen aus ungewöhnlich dünnem Silberblech. Auch unser Lößnitzer
Brakteat weist nach der Beschreibung erhebliche Beschädigungen auf. Er wird als eine
besondere Seltenheit bezeichnet.
Entstanden ist er als eine Gemeinschaftsprägung der Besitzer der Grafschaft Hartenstein
und der Herrschaft Schwarzenberg.
Die Prägung zeigt in der Mitte einen Sitzenden, der in der rechten Hand ein Schwert
hält. Der Gegenstand in der linken Hand könnte ein Palmenzweig sein. Auf dem Rand der
Münze befinden sich in Dreieckform Wappenbilder: Zweimal das Andreaskreuz der Burggrafen
zu Meißen darstellend, einmal- das zweite Wappenbild blieb nicht erhalten- ein Wappen mit
Querbalken. In der Beschreibung dazu wird angegeben, daß die Herren von Milin (Mylau) als
einzige unter den meißnisch-thüringischen Adelsgeschlechtern dieses Wappen geführt
haben sollen.
Wir haben durch diesen Brakteaten für Lößnitz und seine Münze sehr wichtige Angaben.
Geprägt wurde dieselbe zwischen 1250 und 1260. Das bestätigt uns, daß die Stadt
Lößnitz in dieser für das Erzgebirge sehr frühen Zeit eine außerordentlich
große Bedeutung besaß!
Vermutlich war der Stadtaufbau mit Mauern, Türmen, Toren und Gräben sowie das
städtische Gemeinwesen zu dieser Zeit so gut wie abgeschlossen und gewährte einer so
wichtigen Einrichtung wie einer Münze den nötigen Schutz. Wir kennen den Münzmeister
von Lößnitz Witigo, wir kennen auch einen der Adligen, die in Lößnitz prägen ließen
Meinher III., Burggraf von Meißen und Graf von Hartenstein.
Über das Adelsgeschlecht, das zu dieser Zeit die Herrschaft Schwarzenberg besaß und an
der Münzprägung beteiligt war, kann man nur Vermutungen anstellen, da über die
Besitzverhältnisse von Schwarzenberg in dieser Zeit noch Unklarheit besteht. Interessant
ist in diesem Zusammenhang ein Hinweis, den Dr. Fröbe in seinem Buch "Herrschaft und
Stadt Schwarzenberg bis zum 16. Jahrhundert" (1930 erschienen) gibt.
So wurde 1657 von Raschauer Einwohnern, die in der Ruine der Grünhainer Klosterkirche
nach Schätzen suchten, ein Grabstein gefunden, der einen bärtigen Mann und eine Frau
fast vollplastisch zeigte. Der Mann trug ein Wappenschild mit Querbalken! Aus der
überlieferten Inschrift ging hervor, daß im Jahre 1303 Burckhard von Lobdeburg-Elterberg
und neben ihm am 24. August 1312 seine Ehefrau Elisabeth dort ihre letzte Ruhestätte
fanden. Leider ist über den Verbleib dieses Grabsteins nichts bekannt.
Die Herren von Elsterberg-Lobdeburg sind aber erst 1334 der Herrschaft Schwarzenberg
urkundlich nachweisbar. Die Nähe von Schwarzenberg zum Kloster Grünhain läßt vermuten,
daß dieses Adelsgeschlecht schon eher im Besitz von Schwarzenberg war. Es kann nun davon
ausgegangen werden - das Wappen mit Querbalken auf dem Lößnitzer Brakteaten verweist
darauf- daß Burggraf Meinher III. von Meißen und Burkhard von Elsterberg - Lobdeburg auf
Schwarzenberg, um die Mitte des 13. Jahrhunderts in Lößnitz eine gemeinsame Münze
prägen ließen. Lößnitz könnte somit einer der ältesten Münzorte im Erzgebirge sein,
denn nur Freiberg kennt man aus dieser Zeit noch als Münzort.
Erst um das Jahr 1338 prägte man in der Markgrafschaft Meißen nach böhmischem Vorbild
eigene Groschen, die als ein Mehrfaches der Pfennige galten und die Brakteaten als
lediglich regionales Zahlungsmittel ablösten.
Ab 1500 kennt man auch sächsische Großsilbermünzen, die zunächst als Gulden,
späterhin als Taler bezeichnet wurden.
Noch heute ist der genannte Brakteat im Vogtlandmuseum der Stadt Plauen im Vogtland zu
sehen. Eine nach Fotos angefertigte Zeichnung bildete die Grundlage für die Nachprägung.
Der Brakteat gilt als sichtbarer Zeuge der hohen Bedeutsamkeit, welche die Stadt Lößnitz
bereits im frühen Mittelalter erlangte.
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Sehenswürdigkeiten der Stadt Lößnitz
Das Lößnitzer Bronzeglockenspiel - ein technisches Wunderwerk
Aus welcher Richtung man sich der alten Bergstadt Lößnitz
(1238 erstmals urkundlich erwähnt) auch nähert, schon von Weitem grüßt den
Vorbeikommenden der mächtige Turm der ehrwürdigen St. Johanniskirche. Das dieser Turm
ein wahres Kleinod "unter seiner Haube" birgt, weis zwar in Lößnitz jedes
Kind, Fremden ist diese Tatsache jedoch hin und wieder unbekannt.
Die Rede ist vom "Lößnitzer Bronzeglockenspiel" - eines der ältesten und
klangvollsten seiner Art in Deutschland.
Zum 700jährigen Stadtjubiläum, welches Lößnitz im Jahre 1938 begehen konnte, erhielt
die Stadt ein wertvolles und ebenso einzigartiges Geschenk. Eine gebürtige Lößnitzerin,
Frau Clara Pfauter geb. Colditz, aus Chemnitz, trug sich damals mit dem Gedanken, ihrer
Vaterstadt Lößnitz ein Bronzeglockenspiel zu stiften.
Voller Freude nahm man in Lößnitz dieses ungewöhnliche Geschenk an, welches ja nicht
nur für Lößnitz, sondern auch für das ganze Erzgebirge einmalig war. An die
Glockengießerei Franz Schilling & Söhne in Apolda, die für die Herstellung von
Glockenspielen bekannt und spezialisiert war, erging der Auftrag, die Glocken zu gießen.
In Lößnitz suchte man einen geeigneten Standort für die Aufstellung und fand diesen in
der Turmlaterne der St. Johanniskirche. Den ursprünglich vorgesehenen Standort auf dem
Lößnitzer Rathausturm mußte man aus statischen Gründen schon nach ersten Prüfungen
verwerfen.
Nachdem der Vertrag mit der evangelischen Kirchgemeinde geschlossen war, wurde in der
Turmhaube von einheimischen Handwerkern die Spielstube eingebaut. Die Technik lieferte die
Leipziger Turmuhrenfabrik Zachariä.
Nach der Montage des Glockenspiels konnte dieses am 1. Pfingstfeiertag, dem 28. Mai 1939,
festlich eingeweiht werden.
Die Stadt Lößnitz erhielt somit ein Geschenk, das zu damaliger Zeit den hohen Wert von
30.000 Reichsmark besaß.
Das Lößnitzer Glockenspiel besteht aus 23 Bronzeglocken, deren größte 350 kg - die
kleinste lediglich 15 kg Gewicht besitzt.
Das Gesamtgewicht beträgt 2200 kg. Der Klangbereich umfaßt zwei Oktaven. Die Glocken
erklingen vom eingestrichenen b bis zum dreigestrichenen b.
Es ist das manuelle Spiel mit der Hand, aber auch mechanisches Spiel mittels einer
Automatik möglich. Für das manuelle Spiel gibt es das Stockklavier mit seinen 23
Handtasten und 5 Fußpedalen. Die Fußpedalen sind mit den dazugehörigen Handtasten
gekoppelt. Normalerweise nehmen die Fußpedalen die Hälfte der Klangbereiche ein. Die
Tasten des Spieltisches sind kurz und rund, dies entspricht der seit dem Aufkommen von
Glockenspielen ursprünglichen Formgebung. Die Glocken sind mit ihren angegossenen Kronen
an einem Gerüst aus Eichenholz verankert.
Für das mechanische Spiel ist die Technik in einem Spielschrank untergebracht. Die
einzelnen Melodien sind auf Papierbändern mit eingestanzten Löchern übertragen und
laufen auf Holzrollen.
Pneumatisch werden die einzelnen Töne auf das Spielwerk übertragen. Die Mechanik ist
noch heute voll einsatzfähig. So ist das Lößnitzer Glockenspiel auch ein
"Technisches Denkmal" und steht daher auch in all seinen Bestandteilen unter
Denkmalschutz.
Während der 2. Weltkrieg mit seinem unermeßlichem Leid weite Teile Europas überzog,
begann auch in Lößnitz in aller Verborgenheit ein ungewöhnlicher Kampf. Durch
Verfügung des Reichswirtschaftsministeriums sollte das Lößnitzer Bronzeglockenspiel
für Kriegszwecke eingeschmolzen werden. Eine gleichzeitige Eingruppierung in die Gruppe
"C" nahm man als Grundlage.
Der damalige Lößnitzer Bürgermeister ließ nichts unversucht, um eine Rettung zu
bewirken. In unzähligen Briefen wandte er sich seinerzeit an alle nur möglichen Stellen
mit der Bitte um Erhaltung der wertvollen Glocken.
Fast schienen alle Mühen umsonst zu sein, denn am 2. Februar 1942 ging der Bescheid ein,
daß der Beschluss, das Glockenspiel zu demontieren und abzuliefern, endgültig sei.
Was den Ausschlag gegeben hat, diesen Beschluss in letzter Minute dennoch zu ändern,
wissen wir nicht. Es ist sicherlich der Beharrlichkeit des Bürgermeisters Ottiger zu
verdanken, dass das Glockenspiel dennoch gerettet wurde. Den größten Anteil an der
Rettung hatte wahrscheinlich der Ingenieur Schilling, ein Familienmitglied der
gleichnamigen Glockengießerfamilie aus Apolda, welcher großen Einfluß auf die
zuständigen Stellen in Berlin besaß.
So ist die Stadt Lößnitz in der glücklichen Lage, eines der ältesten und schönsten
Glockenspiele Deutschlands zu besitzen.
Gerühmt wird der silbrige Klang und die Harmonie desselben, wie selten bei einem anderen
Glockenspiel.
Ein Glücksfall, so sagen die einen, fachliches Können der Glockengießer, die anderen.
Während der Kriegsjahre und auch Jahre danach ertönte das Glockenspiel noch
regelmäßig. Aber bald verstummte es. Es gab kaum jemanden, dem die ungewöhnliche
Technik vertraut war. Zudem hatten Wind und Wetter an den, in der nach allen Seiten
offenen Turmlaterne frei liegenden Zugdrähten, Hebel und Wellen sichtbare Spuren
hinterlassen.
Dem Elektromeister Helmar Römer (1993 verstorben) ist es zu verdanken, daß das
Glockenspiel 1959 wieder erklingen konnte. In unzähligen Arbeitsstunden stellte er die
Spielfähigkeit des Glockenspiels wieder her und erlernte selbst das Spiel mit den
Glocken.
In guter Erinnerung bleiben die von Helmar Römer angeregten Carillon-Konzerte.
"Carillion" ist die Fachbezeichnung für ein manuell traktiertes Glockenspiel.
So war Lößnitz auch 1984 der Austragungsort für das internationale
Glockenspielertreffen "Carillon 1984".
Nach der Wende von 1989 hat auch das Lößnitzer Glockenspiel wieder einen festen Platz im
kulturellen Leben der Stadt Lößnitz einnehmen können.
Pfingsten 1994 konnte unter großer Beteiligung der Bevölkerung das Jubiläum "55
Jahre Lößnitzer Glockenspiel" begangen werden. Auch zum Eröffnungskonzert der
"Bergmännischen Musiktage 1995" zog der unvergleichliche Klang der 23
Bronzeglocken die Zuhörer in seinen Bann.
Gegenwärtig wird das Glockenspiel von Frau Barbara Schöberl aus Lößnitz und dem Kantor
der Kirchgemeinde St. Johannis zu besonderen Anlässen manuell gespielt.
Dreimal am Tag erklingt es über die eingebaute Mechanik mit jeweils verschiedenen
Liederfolgen zur Freude der Lößnitzer, aber auch als Gruß an alle Besucher der
Bergstadt Lößnitz, eine der ältesten Städte des Erzgebirges mit einer
unverwechselbaren Geschichte.
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Die Stadtkirche St. Johannis befindet sich in der Nähe des
Marktplatzes. Das im Jahre 1826 eingeweihte Gotteshaus ist eines der schönsten, im
klassizistischen Stil errichteten Sakralbauten in der Umgebung. Das Kirchenschiff ist als
ein von 3 Emporen umgebener barocker Saal gestaltet. Die Verwendung klassizistischer
Säulenanordnung und Bauelemente verleihen dem Kirchenraum den Eindruck stiller Größe
und majestätischer Feierlichkeit.
Die im Jahre 1898 geschaffene Orgel zählt zu den größten romantischen Orgeln Sachsens.
Ein Kleinod besonderer Art befindet sich in der Turmlaterne. Hier ist eines der ältesten,
funktionsfähigen Bronzeglockenspiele Deutschlands eingebaut.
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In der Lößnitzer Altstadt findet der Besucher noch
zahlreiche Zeugen der Vergangenheit.
Dazu zählen denkmalgeschützte Haustüren mit sehr schönen Gewölben im Eingangsbereich,
Reste der alten Stadtmauer mit einem noch gut erhaltenen Eckturm der einstigen
Stadtbefestigung (Rösselturm) und das aus dem Jahre 1601 stammende neu restaurierte
Rathausportal.
Der Marktplatz wurde erst in jüngster Zeit nach alten Vorbildern neu gestaltet.
Ein interessantes Gebäude im unmittelbarem Marktbereich ist das im neugotischem Stil
errichtete Gebäude (Marktplatz 4) und das "Alte Amtsgericht" (Marktplatz 13) an
der Nordseite des Marktes. Das heute als "Bürgerhaus" genutzte Gebäude besitzt
eine sehr interessante Eingangshalle mit Kreuzgewölben aus dem 16. Jahrhundert.
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Hier hat der "Schnitz- u. Bergverein Lößnitz e.V. sein zu Hause. Er ist der älteste Verein seiner Art im Erzgebirge, wenn nicht sogar in Deutschland, wurde 1879 gegründet und ist für seine aufwendig gestalteten Weihnachtsberge bekannt. Alle 2-3 Jahre finden im "Bürgerhaus" Schnitzausstellungen statt, in denen man in breiter Vielfalt Traditionelles, moderne Schnitzerei betrachten kann. Das Schnitzerheim wurde 1935 aus einem alten Feuerwehrschuppen von den Schnitzern selbst erbaut. Zu jeder vollen Stunde ertönt vom Glockentürmchen durch einen Bergmann, der an eine Bronzeglocke schlägt, der Stundenschlag. Im Erdgeschoss befindet sich eine Werkstatt, im Obergeschoss der Schnitzraum. Jeden Donnerstag ab 17 Uhr können sie hier den Schnitzern bei ihrer Arbeit zusehen
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Nur einige Schritte vom Schnitzerheim entfernt befindet
sich die Lindenallee.
Die aus 193 Linden bestehende Allee diente den Schönburgischen Landesherren als
repräsentative Zufahrtsstraße in ihre Hauptstadt Lößnitz und wurde1792 angelegt.
Heute ist die Anlage ein Flächennaturdenkmal.
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Mittelalterliches Sühnekreuz an der Oberalberodaer Straße
An eine Mordtat in grauer Vorzeit erinnert das alte Steinkreuz. Der Lößnitzer Chronist M. Oesfeld berichtete in seiner Chronik darüber.
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Schieferloch im Ortsteil Dreihansen
Ein mit Wasser gefüllter, alter Schiefertagebau erinnert an die Zeit, als im Raum Lößnitz/Dittersdorf/Affalter noch der Abbau von Dachschiefer eine der Haupterwerbsquellen war. Das Gebiet rund um das Schieferloch ist landschaftlich sehr reizvoll mit wunderschönen Aussichtspunkten.
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Die Streckenführung der Bahnstrecke Aue - Lößnitz -
Zwönitz gilt als technische Meisterleistung des vorigen Jahrhunderts.
Die in Schleifen verlegte Bahnstrecke überwindet zwischen den genannten Orten einen
Höhenunterschied von 255 Meter.
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Historisches Bergbaugebiet "Kutten"
Nach etwa einer Stunde Fußweg gelangt man in das
Kuttental. Hier, wo sich bereits im 16. Jahrhundert eine alte Bergmannssiedlung befand,
sind noch reichlich Zeugen aus dieser Zeit vorhanden.
Etwas jüngeren Datums ist der noch zum Ende des vorigen Jahrhunderts betriebene
"Reichenbach-Hoffnungs-Stollen". Er wurde erst in jüngster Zeit wieder
aufbewältigt und ist auf etwa 300 Metern begehbar (bei vorh. Absprache mit dem Verein
"Historischer Erzbergbau Lößnitz e.V.")
Ein Lehrpfad gibt Auskunft über die noch vorhandenen Zeugen des einstigen Bergbaus in
dieser Gegend.
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Die Chronik der Bergstadt Lößnitz
1150
Gründung der ersten Ansiedlung durch deutsche Bauern aus Franken. Der Ortsname Lößnitz
ist eine slawische Ableitung und bedeutet sinngemäß "Waldort". Die
Ortsbezeichnung könnte von einer vormals an gleicher Stelle befindlichen slawischen
Siedlung stammen.
1170
Die Burggrafen von Meißen beginnen mit dem Aufbau einer "befestigten
Stadt".
1238
Erste nachweisbare Erwähnung von "Lesnitz". In einer Urkunde wird ein
gewisser "Widego von Lesnitz" beim Kauf des Ortes "Thederickersdorff"
(Dittersdorf) durch das Kloster Grünhain, als Zeuge benannt.
1284
Im sogen. "Bärenprivileg", einer Urkunde, welche "geistlichen Personen und
Rittern" das Recht verweigerte, sich in Lößnitz niederzulassen, wird der Ort
erstmalig als "citivas" (befestigte Stadt) bezeichnet. Hintergrund dieses
ungewöhnlichen Privilegs war das Handeln des Edelmannes von Hagenest. Dieser hielt sich
der Überlieferung nach einen Bären; welcher das Kind eines Bürgers tötete. Die
aufgebrachte Bevölkerung tötete daraufhin Edelmann und Bären. Noch heute erinnert der
sogen. "Bärenwinkel" an dieses Ereignis.
1286
Erwähnung eines Münzmeisters - Lößnitz ist Haupt- u. Münzstadt der Grafschaft
Hartenstein geworden. Geprägt werden sogen. "Brakteate" (einseitig geprägte
Münzen).
1304
Es wird erstmalig ein Schulmeister erwähnt. Wahrscheinlich gab es bereits zu dieser Zeit
eine Lateinschule in Lößnitz.
1372
Als erster bekannter Bürgermeister wird Hermann von Buten genannt.
1380
Erste Erwähnung eines Stadtbrandes
1382
Ein Lehnsrief enthält Angaben über den Bergbau in Lößnitz. Es handelt sich dabei um
eine der ersten bekannten Erwähnungen dieser Art. Lößnitz wird "Bergstadt".
1388
Als wichtige Station an der von Halle nach Böhmen führenden "Salzstraße"
bekommt Lößnitz das "Salzprivileg" verliehen. Der Aufbau der Stadtbefestigung
ist abgeschlossen.
1406
Die Grafen von Schönburg werden die Besitzer der Grafschaft Hartenstein mit der
Hauptstadt Lößnitz.
1441
Erster nachweisbarer Markt in Lößnitz.
1601
Das Rathausportal wird errichtet.
1606
Vollendung des Rathausbaues unter Bürgermeister Wolff Bach.
1632
Plünderung durch die gefürchteten "Holckschen Reiter". Der 30jährige
Krieg hinterläßt seine Spuren. Die Pest fordert fast 600 Todesopfer.
1638
Ein schlimmer Stadtbrand zerstört am 3. September 83 Wohnhäuser, die Kirche einschl.
Pfarr- u. Schulgebäude.
1691
Lößnitz erhält das "Weihnachtsmarktprivileg". Erstmalig wird am 3. Advent der
Weihnachtsmarkt abgehalten.
1714
Einweihung der barocken Hospitalkirche.
1740
Das Haus Schönburg ist gezwungen einen Rezeß mit Kursachsen abzuschließen. Damit gerät
Lößnitz zunehmend unter sächsischen Einfluß.
1771
In den Jahren 1771/72 wird das Erzgebirge von einer schweren Hungersnot heimgesucht.
Allein in Lößnitz sind 600 Todesopfer zu beklagen.
1790
Das Haus Schönburg wird in den Reichsfürstenstand erhoben.
1806
Ein Stadtbrand am 10. Dezember zerstört 183 Häuser, 16 Scheunen, Rat.- Brau- u.
Malzhaus, Pfarr- u. Schulgebäude, dazu die mittelalterliche St. Johanniskirche.
1822
Eröffnung der ersten Postexpedition in Lößnitz.
1826
Einweihung der neuen Haupt- u. Stadtkirche St. Johannis.
1829
Nach einem weiteren Stadtbrand Abbruch der 3 Stadttore.
1856
Mit der Gründung der "Sächsischen - Schieferbruch - Companie" wird der
industriemäßige Abbau von Dachschiefer im Raum Lößnitz-Dittersdorf-Affalter
eingeleitet. Zeitweilig sind in den Schieferbrüchen bis zu 600 Arbeiter tätig.
1875
Am 15. November wird die Eisenbahnlinie Chemnitz-Aue-Adorf in Betrieb genommen.
1878
Übernahme der schönburgischen Fürstentümer durch das Königreich Sachsen. Lößnitz
erhält ein Königl. Sächs. Amtsgericht, verliert aber seine bis dahin bestehenden
Sonderrechte. Das Amtsgericht am Marktplatz bestand bis 1931.
1879
Gründung des "Schnitz- u. Bergvereins Lößnitz" - eines der ersten
Schnitzvereine im westl. Erzgebirge.
1894
Eine neue Wasserhochdruckleitung versorgt die Stadt mit Trinkwasser. Bis zu diesem
Zeitpunkt erfolgte die Versorgung über ein Netz von untereinander verbundenen Brunnen.
1898
Die Stadt wird elektrifiziert.
1898
Eingemeindung des bislang selbstständigen Ortes Niederlößnitz nach Lößnitz.
1917
Die Stadt leidet unter der Last des 1. Weltkrieges. Die Glocken der St. Johanniskirche und
der Hospitalkirche müssen zu Kriegszwecken abgeliefert werden.
1936
Einweihung des Lößnitzer Stadtparks
1938
Die Stadt feiert ihr 700 jähriges Jubiläum. Frau Clara Pfauter, eine gebürtige
Lößnitzerin, schenkt ihrer Stadt zu diesem Anlaß ein einzigartiges Bronzeglockenspiel.
1945
Am 20. April wird der zweite Bürgermeister der Stadt, Rudolf Weber, von der Waffen SS
standrechtlich erschossen, nachdem er am Vortage die Stadt kampflos an die Amerikaner
übergeben hatte. Am 4. - 5. Mai wird die Stadt von amerikanischer Artillerie beschossen.
Es gab 4 Tote, 556 Kriegstote sind in Lößnitz insgesamt zu beklagen.
1971
Lößnitz hat 8196 Einwohner
1972/73
Am Rande der Stadt entsteht ein moderner Industriekomplex. Lößnitz wird zu einem
wichtigen Standort der Leichtindustrie.
1973
Die bislang selbstständige Gemeinde Dittersdorf wird nach Lößnitz eingemeindet.
1986
Baubeginn für das größte Neubaugebiet des Landkreises. Durch Zuzug aus den
umliegenden Orten steigt die Einwohnerzahl auf etwa 11.000.
1988
Unter großer Beteiligung der Bevölkerung feiert Lößnitz sein 750jähriges
Stadtjubiläum.
1990
Am 6. Mai finden die ersten freien und demokratischen Kommunalwahlen nach der
friedlichen Revolution des Herbstes 1989 statt. Die CDU wird stärkste Partei und stellt
den Bürgermeister.
1993
Die Stadt Lößnitz und die Gemeinde Affalter bilden eine Verwaltungsgemeinschaft
1996
Feierliche Einweihung der "Erzgebirgshalle".
1997
Nach 1 1/2 jähriger Rekonstruktion wird der Lößnitzer Marktplatz fertiggestellt.
1998
Übergabe des umfassend sanierten Lößnitzer Rathauses.