wappen.png (1195 Byte)
Zur Homepage

Historisches und Sehenswürdigkeiten

wappen.png (1195 Byte)
Zur Homepage


Die Chronik der Bergstadt Lößnitz

Sehenswürdigkeiten

Bilder zum Thema

Das Lößnitzer Rathaus - ein geschichtlicher Rückblick

Rathaus(26KB)

Die Bergstadt Lößnitz - eine der ältesten Städte des Erzgebirges

Luftbild von Lößnitz (203KB)   Markt(32KB)   Amtsgericht (41KB)

Lößnitz als Münzort der Burggrafen zu Meißen

 

Das Lößnitzer Bronzeglockenspiel - ein technisches Wunderwerk

 

St. Johanniskirche

St. Johanniskirche

Die Altstadt

Rathaus(26KB)    Markt(32KB)   Amtsgericht (41KB)

Schnitzerheim am Steinweg

 

Lindenallee

Lindenallee (73KB)

Mittelalterliches Sühnekreuz an der Oberalberodaer Straße

Schnitzerheim (30 / 31KB)

Schieferloch im Ortsteil Dreihansen

 

Der "Sächsische Semmering"

 
Historisches Bergbaugebiet "Kutten"  

 

Das Lößnitzer Rathaus - ein geschichtlicher Rückblick

Zu den ältesten Städten des Erzgebirges gehört Lößnitz. Die "Muhme", wie Lößnitz liebevoll im Volksmund genannt wird, ist aber nicht nur eine der ältesten, sondern auch eine der interessantesten Städte unserer Gegend.
Eine mächtige Stadtmauer mit 3 Toren umgab die Stadt schon Ende des 13. Jahrhunderts. Hier wurden bereits 1250 Münzen geprägt, Kaufleute kamen auf den damals bekanntesten Handelswegen durch die Stadt und boten ihre Waren feil, es gab schon um 1386 eine Lateinschule und fast zur selben Zeit trieben Bergleute Stollen in die Erde, um an das begehrte Silber zu gelangen.
Lößnitz ist ein Ort, wo die Geschichte noch heute allgegenwärtig ist.
Auf eine Seltenheit ist man darum im hiesigen Rathaus auch besonders stolz - die Namen aller Bürgermeister der letzten 626 Jahren sind lückenlos bekannt und auf einer Liste zusammengestellt.
Eine Tatsache, die nicht zuletzt einem in seiner Art einmaligen Stadtarchiv zu verdanken ist.
Die erste Erwähnung findet ein Bürgermeister im Jahre 1372. Herman von Buten war sein Name und die Amtszeit reichte bis in das Jahr 1396. Da in der Stadt zu dieser Zeit ein Bürgermeister amtierte, muß es demzufolge auch schon ein Rathaus gegeben haben.
Wir gehen davon aus, daß ein solches Gebäude schon seit der Stadtgründung an der südöstlichen Ecke des Marktes seinen angestammten Platz hatte.
Obwohl mehrmals durch Stadtbrände zerstört (1580, 1616 und 1806) wurde es, wie die alten Baupläne beweisen, immer wieder an gleicher Stelle auf den noch verbliebenen Grundmauern und den vom Feuer verschonten, noch gut erhaltenen Gebäudeteilen neu errichtet. Der Grundriss stellte damals wie heute ein verschobenes Rechteck dar. Am ganzen Gebäude gibt es keine rechtwinklige Ecke!
Wie der mittelalterliche Rathausbau aussah wissen wir leider nicht mehr. Bestimmte Anforderungen hatte er jedoch zu erfüllen. Im Obergeschoß waren die Amtsräume für Bürgermeister und Stadtrat. Auch stand ein größerer Saal für Festlichkeiten der Bürgerschaft zur Verfügung. Im Erdgeschoß, daß wissen wir aus unseren alten Akten, befand sich der Salzverkauf - der sogenannte "Salzschank". Gleichzeitig stand hier die Salzwaage mit der nicht nur das Salz, sondern auch alle sonstigen Handelsgüter abgewogen wurden. Auch gab es die Brotbänke, die von den Lößnitzer Bäckern für den Brotverkauf genutzt wurden.
Durch die damalige Marktordnung war bereits geregelt, wer wann und was an welchem Platz verkaufen durfte. So konnten beispielsweise auswärtige Bäcker ihr Brot erst am Nachmittag verkaufen, nachdem die Lößnitzer Bäcker ihre Waren bereits an den Mann gebracht hatten.
Damit auch alles seine Ordnung hatte und richtig notiert wurde, befand sich das Zimmer des Stadtschreibers ganz in der Nähe.
Die Elle,  sowie die Gebräuchlichsten Hohlmaße, lagen hier zur Überprüfung der Maße und Gewichte aus
Unser Chronist Magister Gotthelf Friedrich Oesfeld nennt in diesem Zusammenhang auch eine Waffenkammer, die sich in den Rathausräumen befunden haben muß.
Auf dem Turm hing die Rathausglocke. Mit ihr wurde gewöhnlich die Schließung der Gastwirtschaften und der Stadttore eingeläutet. Wir wissen, daß im Jahre 1602 in Schneeberg eine Glocke für das Lößnitzer Rathaus gegossen wurde.
Wo stand aber im Mittelalter der Rathausturm?
Sicherlich nicht an der heutigen Stelle, denn dieser Turm verfügt über kein Fundament.
Er wurde nur auf Balken aufgesetzt, die über die gesamte Breite des Gebäudes reichen.
Im westlichen Teil des Rathauses zeichnet sich in den Bauunterlagen ein fast quadratischer Turmstumpf ab, deutlich sichtbar durch sein starkes Mauerwerk. Dieser  wohl älteste Bauteil unseres Rathauses, besteht aus zwei Stockwerken. Beide sind mit starken Kreuz- bzw. Tonnengewölben versehen. In der ersten Etage befand sich, geschützt durch meterdicke Mauern und feuerfeste Türen, über Jahrhunderte das Lößnitzer Stadtarchiv. Nach der Sanierung fand es im Erdgeschoß seinen neuen Platz . Die Bedingungen sind nun ähnlich. Der darunter liegende Raum ist fast deckungsgleich in seinen Ausmaßen.
Die alte schmiedeeiserne Archivtür mit der Jahresangabe 1601 wird allerdings in der 1. Etage verbleiben. Die Tür ist mit wunderschönen Rosetten verziert und besitzt noch das Originalschloß.
Unser Chronist Oesfeld gibt uns die Jahreszahl 1606 für die Grundsteinlegung des Rathausbaus an, in dessen Zusammenhang auch das wunderschöne Renaissance -Portal entstand.
Bekannt sind auch die Kosten des damaligen Rathausbaus.
In einer Akte der "Fürstlich und gräflichen Gesamtkanzlei" in Glauchau (Rep. XIV,Locus 619 Nr. 5) ist zu lesen:

Anno 1606 hat der Bau des Rathshauses in Lößnitz (Kreis Zwickau) begonnen. Es kostete 1100 Gulden 18 Groschen 1 Heller, die zum Theil von der verkauften Raths-M. (? Mühlen) - 992 Gulden dafür erhalten) genommen wurden, den 19. Mai.

Bereits 1616 wurde das neue Gebäude bei einem Stadtbrand zerstört, bis zum Jahre 1617 jedoch wieder neu errichtet. Den alten wehrhaften Turm hatte man wohl bereits zu dieser Zeit aufgegeben und teilweise abgetragen. Er wurde durch einen Turmbau über der dem Markt zugewandten Seite ersetzt. Bei einem erneuten Brand am 10. Dezember 1806 blieben vom Rathaus nur noch rußgeschwärzte Mauern stehen. Bis 1811 dauerte der Wiederaufbau. Es entstand eine ungefähre Nachbildung des abgebrannten Baus.
Das damalige Rathaus war ein zweistöckiges Gebäude, mit hohem, übersetztem Dach und mit der Breitseite dem Markt zugewandt. In der Mitte wurde es von einem sechseckigen Turm mit glockenförmiger Haube überragt. Das Rathaus ergab mit den angrenzenden Häusern ein einheitliches geschlossenes Bild. Rechts vom Eingang war die Gaststube des "Ratskellers" und dahinter ein Gesellschaftszimmer. Beide wurden über den Hausflur beheizt. Links davon befand sich, wie bereits erwähnt, der Salzverkauf oder auch "Salzschank". Noch bis 1860 oblag der Salzverkauf einzig und allein der Stadt.
Im oberen Stockwerk befanden sich die Amtsstuben für die wenigen Beamten und ein Festsaal für Vereine und Bürgerschaft, in welchem Veranstaltungen aller Art, wie Bälle, Bürgerversammlungen usw. abgehalten wurden.
Nach 1850 befaßten sich die Lößnitzer Stadträte mit einem An.-bzw Umbau ihres Rathauses. Wäre es nach dem Willen des damaligen Bürgermeisters Dr. Otto Krauße gegangen, hätte man das Rathaus abgerissen und durch einen repräsentativen Neubau ersetzt.
Am 10. März 1862 wurde der angedachte Neubau durch die Stadtverordneten abgelehnt.
Der Stadt fehlten die finanziellen Mittel. So kam es nur zu einem Umbau, der 1868 abgeschlossen wurde.
Bei diesem Umbau erhielt das Rathaus statt des Mansardendachs ein zweites massiv aufgesetztes Obergeschoß und den Treppenanbau auf der hinteren Seite. Die Fassade und der Turm wurden dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend gestaltet.
Im Inneren verblieb im Erdgeschoß die Ratskellerwirtschaft mit großer Gaststube und Vereinszimmer. Der Eingang wurde an die Seite zum Rathausplatz hin verlegt. Dort befanden sich später auch die Räume der Stadtsparkasse. Das Hauptportal war der Zugang zur Gaststube.
Am 7. Juni 1907 konnten die Lößnitzer in ihrem Rathaus hohen Besuch empfangen. Der sächsische König Friedrich August weilte für 2 Stunden im Rahmen eines Erzgebirgsbesuchs im Rathaus und besuchte dort eine Ausstellung. Dem Anlass angemessen hatte man das Haus ringsum festlich geschmückt und sogar einen Ehrenbalkon errichtet. Doch dieser Besuch sollte für viele Jahre auch der einzige Höhepunkt in der Rathausgeschichte bleiben.
Nach dem 1. Weltkrieg stellte sich die Frage nach neuerlicher Platzgewinnung für die Stadtverwaltung. Das bestehende Rathausgebäude war seinerzeit für eine Einwohnerzahl von 4000 gedacht, inzwischen zählte die Stadt jedoch 7000 Einwohner. Durch den Einbau von schwachen Zwischenwänden wurde zwar mehr Büroraum geschaffen, der große Festsaal mit seiner schönen Stuckdecke fiel dem Umbau jedoch zum Opfer.
Dieser Umbau brachte für das Lößnitzer Rathaus die letzten umfangreichen Veränderungen. Danach gab es in den darauffolgenden 75 Jahren keine wesentlichen Umbaumaßnahmen mehr.

Seitenanfang Historisches und Sehenswürdigkeiten

 

Die Bergstadt Lößnitz - eine der ältesten Städte des Erzgebirges

 Einige Jahrhunderte bevor sich die alte "Silberstraße" von Zwickau kommend unaufhaltsam ihren Weg durch das Erzgebirge bahnte und die Menschen vom lauten "Berggeschrei" angelockt, in Scharen deren Verlauf bis hoch ins Gebirge folgten - gab es Lößnitz, eine der ältesten Städte im Erzgebirge.
Die "Muhme", wie der Ort im Volksmund auch liebevoll wegen seines Alters genannt wird, fand im Jahre 1238 erste urkundliche Erwähnung, obwohl davon ausgegangen werden kann, daß die Ansiedlung schon Jahre vorher existierte.
Dass Lößnitz auch zu den ältesten Bergstädten des Erzgebirges zählt, ist jedoch weniger bekannt. Erste Hinweise auf den Bergbau sind in einem alten Lehnsbrief aus dem Jahre 1384 zu finden. Doch im Gegensatz zu den Jahrhunderte später entstandenen, bekannten Bergstädten, zu denen das benachbarte Schneeberg zählt, war Lößnitz reicher "Bergsegen" nie vergönnt, noch hallte lautes "Berggeschrei" durch das Tal des Lößnitzbaches.
Dennoch betrieb man hier Bergbau bis Ende des vorigen Jahrhunderts - leider auch nur mit wechselndem Erfolg.
So mag der alte Spruch "Alles kommt vom Bergwerk her", in Lößnitz nur bedingt seine Berechtigung finden.
Die in einem langgezogenen Tal entstandene Ansiedlung verdankt ihre Existenz einem ganz anderen Umstand. Hier kreuzten sich seit Alters her zwei wichtige Handelswege, die nach Nürnberg führende "Eisenstraße" und die alte "Salzstraße", die einst Sachsen mit Böhmen verband.
Ein Vorteil, den die Lößnitzer schon frühzeitig zu nutzen wußten, denn schon 1284 wird der Ort als Stadt (Civitas) bezeichnet, mit allen damit verbundenen Privilegien. Dazu gehörten das Münzrecht (1286 wird ein Münzmeister urkundlich erwähnt), eine eigene Gerichtsbarkeit und eigene Bürgerrechte. Das wohl bekannteste dieser Privilegien war das sogenannte "Bärenprivileg", welches "Rittern und geistlichen Personen" den Zuzug in die Stadt verbot. Das "Salzprivileg", welches der Stadt 1388 verliehen wurde, besaß kurioserweise noch bis Mitte des vorigen Jahrhunderts seine Gültigkeit.
Heute zählt Lößnitz etwa 10 600 Einwohner. Zirka die Hälfte davon lebt in einem am Rande der Stadt errichteten Neubaugebiet.
Der ursprüngliche Stadtkern ist erfreulicherweise in seiner einstigen Ausdehnung über die Jahrhunderte erhalten geblieben und bietet einen interessanten Einblick in die verschiedenen geschichtlichen Epochen.
Schon der weiträumige Marktplatz (1996 - 1997 nach alten Vorbildern saniert) läßt die einstige Bedeutsamkeit der Stadt als Marktort und Hauptstadt der Grafen von Hartenstein erahnen. Die den Markt umsäumenden Gebäude sind ausnahmslos erst im vorigen Jahrhundert errichtet worden, nachdem 1806 ein gewaltiger Stadtbrand den überwiegenden Teil der einstigen Bebauung einschließlich der Kirche vernichtete.
Besonders interessant ist das im nördlichen Teil des Marktes als "Altes Amtsgericht" bekannte Gebäude. Hier sind die ursprünglichen Kreuzgewölbe des Vorgängerbaus noch deutlich sichtbar. Ähnliches findet man in vielen Häusern im unmittelbaren Zentrumsbereich. Das Gebäude wird heute als "Bürgerhaus" genutzt und ist gleichzeitig kulturelles Zentrum mit Ausstellungsräumen, Bibliothek, Räumen für Festlichkeiten, einem anspruchsvollen Trauzimmer usw. Auch ein "Seniorenclub" hat hier sein Domizil. Ganz in der Nähe des Marktes befindet sich auch die in den Jahren 1817-1823 errichtete St. Johanniskirche mit einem der ältesten Bronzeglockenspiele Deutschlands. Mehrmals am Tag hallt dessen "silbriger Klang" (wie Kenner behaupten) über die Dächer der Stadt.
Verläßt man den unmittelbaren Marktbereich in Richtung Rathausplatz fällt der Blick auf das wunderschöne Rathausportal. Im Rahmen einer umfassenden Rathaussanierung in den Jahren 1996-1997 wurde auch dieses Renaissanceportal aus dem Jahre 1606 liebevoll restauriert. Zeitgleich mit dem Bau des Rathausportals begann man auch die Bestände des Stadtarchivs anzulegen, das sich noch heute im Rathaus befindet. Es vermittelt einen interessanten Einblick über mehrere Jahrhunderte Stadtgeschichte.
Reste der einstigen Stadtmauer, ein alter Eckturm der Stadtbefestigung, "Rösselturm" genannt, und einige interessante Eingangsportale sind ebenfalls als steinerne Zeugen aus längst vergangenen Zeiten erhalten geblieben.
Einen Einblick in den Bergbau der Vergangenheit vermittelt das historische Bergbaugebiet "Kutte" in einem Waldgebiet, etwa 4 Kilometer vom Stadtkern entfernt.
Vergangenheit und Gegenwart liegen in Lößnitz in harmonischem Einklang oft eng beieinander. Vielleicht macht dies gerade den besonderen Reiz dieser Stadt aus!
Zu den Errungenschaften der heutigen Zeit zählt zweifellos die im Jahre 1996 eingeweihte "Erzgebirgshalle". Die moderne Spiel- u. Sporthalle bietet das ganze Jahr hindurch ein breites Angebot an sportlichen sowie auch kulturellen Veranstaltungen. Bekannte Künstler wie die "Klostertaler" als prominente Vertreter der Volksmusik oder Schlagerstar Nicole hatten hier schon ihre Auftritte.
Höhepunkte ganz anderer Art sind die Heimspiele des Auer Handballvereins EHV (2. Bundesliga). Diese trägt der Auer Traditionsverein regelmäßig vor einer überwältigenden Zuschauerkulisse in der "Erzgebirgshalle" aus.
Und noch einen Vorzug hat Lößnitz zu bieten - hier wird gern und oft gefeiert.
Über das Jahr verteilt finden immer wieder beliebte Volksfeste statt. Ob nun das "Schieferlochfest" im Juni, die "Lößnitzer Musiktage" im September oder die in unregelmäßiger Reihenfolge auf dem Marktplatz stattfindenden Veranstaltungen und Märkte zu denen der "Lößnitzer Salzmarkt" und der traditionelle Weihnachtsmarkt am 3. Advent zählen - los ist hier eigentlich immer etwas.
Überzeugen Sie sich doch selbst einmal von der traditionellen erzgebirgischen Gastfreundschaft und den überaus interessanten Sehenswürdigkeiten, die unsere Stadt Lößnitz zu bieten hat!

Seitenanfang Historisches und Sehenswürdigkeiten

 

Lößnitz als Münzort der Burggrafen zu Meißen

In einer Urkunde aus dem Jahre 1286 nennt uns Burggraf Meinher III. von Meißen einen Münzmeister seiner Stadt Lößnitz. Damit wird erstmals bezeugt, dass in Lößnitz eine Münze vorhanden war in welcher man Münzen prägte.
Als "Münzmeister unserer Stadt Lößnitz" wird in der erwähnten Urkunde ein "Witigo von Lesnitz" genannt. Die Vermutung liegt dabei nahe, daß es sich bei diesem "Witigo" um den "Witigo von Lesnitz" handelt, der in der Urkunde vom Jahre 1238 als Zeuge beim Verkauf von Dittersdorf an das Kloster Grünhain auftritt.
Ein solcher Zeuge war sicherlich ein höherer Beamter der Burggrafen von Meißen. Die Vermutung, daß es der Lößnitzer Münzmeister sein könnte , wird erstmals in der Festschrift zur 700-Jahrfeier von Lößnitz im Jahre 1938 ausgesprochen und dabei der Hinweis auf die Forschungsarbeit von Dr. Löscher, Dresden gegeben, der sich um die Lößnitzer Heimatgeschichte sehr verdient gemacht hat. Dr. Sieber aus Aue berichtete ebenfalls in seinem Buch "Werte der Heimat" (Manuskript 1955 erstellt) über einen in Lößnitz geprägten Brakteaten.
Leider wurden in beiden Beiträgen keine näheren Angaben darüber gemacht.
Bei der Bestandsaufnahme des Lößnitzer Stadtarchivs wurde Ende des Jahres 1993 eine Druckschrift gefunden, in welcher über eine Münzausstellung im vogtländischen Plauen berichtet wird. Leider fand sich kein Hinweis, wann die Ausstellung stattgefunden hat. Der diesbezügliche Artikel "Mittelalterliche Münzen des Vogtlandes und seines Grenzgebietes verfaßt von D. Ulrich Otto brachte eine erste greifbare Spur.
Hier wird der von Dr. Sieber bereits erwähnte Lößnitzer Brakteat erstmals genauer beschrieben und auf einer Zeichnung unter der Katalognummer 15 zeichnerisch dargestellt.
Der Beschreibung nach soll der Brakteat aus einem nicht näher bezeichneten Münzfund bei Neudeck in der Nähe von Greiz stammen und den Angaben nach zwischen 1250 und 1260 in Lößnitz geprägt worden sein.
Ein Brakteat ist eine Münze, die aus dünnem Silberblech einseitig geprägt wurde. Diese Art von Münzen mit einem Durchmesser von etwa 4,5 Zentimeter ist deshalb oftmals erheblich beschädigt. Wegen ihrer geringen Stabilität waren derartige Brakteaten zur damaligen Zeit auch nur ein Jahr im Umlauf und wurden regelmäßig ausgewechselt. Da Silber zu dieser Zeit nur in ganz geringen Mengen zur Verfügung stand (Bergleute gingen mit primitiven Wekzeugen nur Zufallsfunden nach), prägte man die Brakteaten aus Sparsamkeitsgründen aus ungewöhnlich dünnem Silberblech. Auch unser Lößnitzer Brakteat weist nach der Beschreibung erhebliche Beschädigungen auf. Er wird als eine besondere Seltenheit bezeichnet.
Entstanden ist er als eine Gemeinschaftsprägung der Besitzer der Grafschaft Hartenstein und der Herrschaft Schwarzenberg.
Die Prägung zeigt in der Mitte einen Sitzenden, der in der rechten Hand ein Schwert hält. Der Gegenstand in der linken Hand könnte ein Palmenzweig sein. Auf dem Rand der Münze befinden sich in Dreieckform Wappenbilder: Zweimal das Andreaskreuz der Burggrafen zu Meißen darstellend, einmal- das zweite Wappenbild blieb nicht erhalten- ein Wappen mit Querbalken. In der Beschreibung dazu wird angegeben, daß die Herren von Milin (Mylau) als einzige unter den meißnisch-thüringischen Adelsgeschlechtern dieses Wappen geführt haben sollen.
Wir haben durch diesen Brakteaten für Lößnitz und seine Münze sehr wichtige Angaben. Geprägt wurde dieselbe zwischen 1250 und 1260. Das bestätigt uns, daß die Stadt Lößnitz in dieser  für das Erzgebirge sehr frühen Zeit eine außerordentlich große Bedeutung besaß!
Vermutlich war der Stadtaufbau mit Mauern, Türmen, Toren und Gräben sowie das städtische Gemeinwesen zu dieser Zeit so gut wie abgeschlossen und gewährte einer so wichtigen Einrichtung wie einer Münze den nötigen Schutz. Wir kennen den Münzmeister von Lößnitz Witigo, wir kennen auch einen der Adligen, die in Lößnitz prägen ließen Meinher III., Burggraf von Meißen und Graf von Hartenstein.
Über das Adelsgeschlecht, das zu dieser Zeit die Herrschaft Schwarzenberg besaß und an der Münzprägung beteiligt war, kann man nur Vermutungen anstellen, da über die Besitzverhältnisse von Schwarzenberg in dieser Zeit noch Unklarheit besteht. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Hinweis, den Dr. Fröbe in seinem Buch "Herrschaft und Stadt Schwarzenberg bis zum 16. Jahrhundert" (1930 erschienen) gibt.
So wurde 1657 von Raschauer Einwohnern, die in der Ruine der Grünhainer Klosterkirche nach Schätzen suchten, ein Grabstein gefunden, der einen bärtigen Mann und eine Frau fast vollplastisch zeigte. Der Mann trug ein Wappenschild mit Querbalken! Aus der überlieferten Inschrift ging hervor, daß im Jahre 1303 Burckhard von Lobdeburg-Elterberg und neben ihm am 24. August 1312 seine Ehefrau Elisabeth dort ihre letzte Ruhestätte fanden. Leider ist über den Verbleib dieses Grabsteins nichts bekannt.
Die Herren von Elsterberg-Lobdeburg sind aber erst 1334 der Herrschaft Schwarzenberg urkundlich nachweisbar. Die Nähe von Schwarzenberg zum Kloster Grünhain läßt vermuten, daß dieses Adelsgeschlecht schon eher im Besitz von Schwarzenberg war. Es kann nun davon ausgegangen werden - das Wappen mit Querbalken auf dem Lößnitzer Brakteaten verweist darauf- daß Burggraf Meinher III. von Meißen und Burkhard von Elsterberg - Lobdeburg auf Schwarzenberg, um die Mitte des 13. Jahrhunderts in Lößnitz eine gemeinsame Münze prägen ließen. Lößnitz könnte somit einer der ältesten Münzorte im Erzgebirge sein, denn nur Freiberg kennt man aus dieser Zeit noch als Münzort.
Erst um das Jahr 1338 prägte man in der Markgrafschaft Meißen nach böhmischem Vorbild eigene Groschen, die als ein Mehrfaches der Pfennige galten und die Brakteaten als lediglich regionales Zahlungsmittel ablösten.
Ab 1500 kennt man auch sächsische Großsilbermünzen, die zunächst als Gulden, späterhin als Taler bezeichnet wurden.
Noch heute ist der genannte Brakteat im Vogtlandmuseum der Stadt Plauen im Vogtland zu sehen. Eine nach Fotos angefertigte Zeichnung bildete die Grundlage für die Nachprägung.
Der Brakteat gilt als sichtbarer Zeuge der hohen Bedeutsamkeit, welche die Stadt Lößnitz bereits im frühen Mittelalter erlangte.

Seitenanfang Historisches und Sehenswürdigkeiten

 

 

Sehenswürdigkeiten der Stadt Lößnitz

Das Lößnitzer Bronzeglockenspiel - ein technisches Wunderwerk

Aus welcher Richtung man sich der alten Bergstadt Lößnitz (1238 erstmals urkundlich erwähnt) auch nähert, schon von Weitem grüßt den Vorbeikommenden der mächtige Turm der ehrwürdigen St. Johanniskirche. Das dieser Turm ein wahres Kleinod "unter seiner Haube" birgt, weis zwar in Lößnitz jedes Kind, Fremden ist diese Tatsache jedoch hin und wieder unbekannt.
Die Rede ist vom "Lößnitzer Bronzeglockenspiel" - eines der ältesten und klangvollsten seiner Art in Deutschland.
Zum 700jährigen Stadtjubiläum, welches Lößnitz im Jahre 1938 begehen konnte, erhielt die Stadt ein wertvolles und ebenso einzigartiges Geschenk. Eine gebürtige Lößnitzerin, Frau Clara Pfauter geb. Colditz, aus Chemnitz, trug sich damals mit dem Gedanken, ihrer Vaterstadt Lößnitz ein Bronzeglockenspiel zu stiften.
Voller Freude nahm man in Lößnitz dieses ungewöhnliche Geschenk an, welches ja nicht nur für Lößnitz, sondern auch für das ganze Erzgebirge einmalig war. An die Glockengießerei Franz Schilling & Söhne in Apolda, die für die Herstellung von Glockenspielen bekannt und spezialisiert war, erging der Auftrag, die Glocken zu gießen. In Lößnitz suchte man einen geeigneten Standort für die Aufstellung und fand diesen in der Turmlaterne der St. Johanniskirche. Den ursprünglich vorgesehenen Standort auf dem Lößnitzer Rathausturm mußte man aus statischen Gründen schon nach ersten Prüfungen verwerfen.
Nachdem der Vertrag mit der evangelischen Kirchgemeinde geschlossen war, wurde in der Turmhaube von einheimischen Handwerkern die Spielstube eingebaut. Die Technik lieferte die Leipziger Turmuhrenfabrik Zachariä.
Nach der Montage des Glockenspiels konnte dieses am 1. Pfingstfeiertag, dem 28. Mai 1939, festlich eingeweiht werden.
Die Stadt Lößnitz erhielt somit ein Geschenk, das zu damaliger Zeit den hohen Wert von 30.000 Reichsmark besaß.
Das Lößnitzer Glockenspiel besteht aus 23 Bronzeglocken, deren größte 350 kg - die kleinste lediglich 15 kg Gewicht besitzt.
Das Gesamtgewicht beträgt 2200 kg. Der Klangbereich umfaßt zwei Oktaven. Die Glocken erklingen vom eingestrichenen b’ bis zum dreigestrichenen b’’’.
Es ist das manuelle Spiel mit der Hand, aber auch mechanisches Spiel mittels einer Automatik möglich. Für das manuelle Spiel gibt es das Stockklavier mit seinen 23 Handtasten und 5 Fußpedalen. Die Fußpedalen sind mit den dazugehörigen Handtasten gekoppelt. Normalerweise nehmen die Fußpedalen die Hälfte der Klangbereiche ein. Die Tasten des Spieltisches sind kurz und rund, dies entspricht der seit dem Aufkommen von Glockenspielen ursprünglichen Formgebung. Die Glocken sind mit ihren angegossenen Kronen an einem Gerüst aus Eichenholz verankert.
Für das mechanische Spiel ist die Technik in einem Spielschrank untergebracht. Die einzelnen Melodien sind auf Papierbändern mit eingestanzten Löchern übertragen und laufen auf Holzrollen.
Pneumatisch werden die einzelnen Töne auf das Spielwerk übertragen. Die Mechanik ist noch heute voll einsatzfähig. So ist das Lößnitzer Glockenspiel auch ein "Technisches Denkmal" und steht daher auch in all seinen Bestandteilen unter Denkmalschutz.
Während der 2. Weltkrieg mit seinem unermeßlichem Leid weite Teile Europas überzog, begann auch in Lößnitz in aller Verborgenheit ein ungewöhnlicher Kampf. Durch Verfügung des Reichswirtschaftsministeriums sollte das Lößnitzer Bronzeglockenspiel für Kriegszwecke eingeschmolzen werden. Eine gleichzeitige Eingruppierung in die Gruppe "C" nahm man als Grundlage.
Der damalige Lößnitzer Bürgermeister ließ nichts unversucht, um eine Rettung zu bewirken. In unzähligen Briefen wandte er sich seinerzeit an alle nur möglichen Stellen mit der Bitte um Erhaltung der wertvollen Glocken.
Fast schienen alle Mühen umsonst zu sein, denn am 2. Februar 1942 ging der Bescheid ein, daß der Beschluss, das Glockenspiel zu demontieren und abzuliefern, endgültig sei.
Was den Ausschlag gegeben hat, diesen Beschluss in letzter Minute dennoch zu ändern, wissen wir nicht. Es ist sicherlich der Beharrlichkeit des Bürgermeisters Ottiger zu verdanken, dass das Glockenspiel dennoch gerettet wurde. Den größten Anteil an der Rettung hatte wahrscheinlich der Ingenieur Schilling, ein Familienmitglied der gleichnamigen Glockengießerfamilie aus Apolda, welcher großen Einfluß auf die zuständigen Stellen in Berlin besaß.
So ist die Stadt Lößnitz in der glücklichen Lage, eines der ältesten und schönsten Glockenspiele Deutschlands zu besitzen.
Gerühmt wird der silbrige Klang und die Harmonie desselben, wie selten bei einem anderen Glockenspiel.
Ein Glücksfall, so sagen die einen, fachliches Können der Glockengießer, die anderen.
Während der Kriegsjahre und auch Jahre danach ertönte das Glockenspiel noch regelmäßig. Aber bald verstummte es. Es gab kaum jemanden, dem die ungewöhnliche Technik vertraut war. Zudem hatten Wind und Wetter an den, in der nach allen Seiten offenen Turmlaterne frei liegenden Zugdrähten, Hebel und Wellen sichtbare Spuren hinterlassen.
Dem Elektromeister Helmar Römer (1993 verstorben) ist es zu verdanken, daß das Glockenspiel 1959 wieder erklingen konnte. In unzähligen Arbeitsstunden stellte er die Spielfähigkeit des Glockenspiels wieder her und erlernte selbst das Spiel mit den Glocken.
In guter Erinnerung bleiben die von Helmar Römer angeregten Carillon-Konzerte. "Carillion" ist die Fachbezeichnung für ein manuell traktiertes Glockenspiel. So war Lößnitz auch 1984 der Austragungsort für das internationale Glockenspielertreffen "Carillon 1984".
Nach der Wende von 1989 hat auch das Lößnitzer Glockenspiel wieder einen festen Platz im kulturellen Leben der Stadt Lößnitz einnehmen können.
Pfingsten 1994 konnte unter großer Beteiligung der Bevölkerung das Jubiläum "55 Jahre Lößnitzer Glockenspiel" begangen werden. Auch zum Eröffnungskonzert der "Bergmännischen Musiktage 1995" zog der unvergleichliche Klang der 23 Bronzeglocken die Zuhörer in seinen Bann.
Gegenwärtig wird das Glockenspiel von Frau Barbara Schöberl aus Lößnitz und dem Kantor der Kirchgemeinde St. Johannis zu besonderen Anlässen manuell gespielt.
Dreimal am Tag erklingt es über die eingebaute Mechanik mit jeweils verschiedenen Liederfolgen zur Freude der Lößnitzer, aber auch als Gruß an alle Besucher der Bergstadt Lößnitz, eine der ältesten Städte des Erzgebirges mit einer unverwechselbaren Geschichte.

Seitenanfang Historisches und Sehenswürdigkeiten

 

St. Johanniskirche

Die Stadtkirche St. Johannis befindet sich in der Nähe des Marktplatzes. Das im Jahre 1826 eingeweihte Gotteshaus ist eines der schönsten, im klassizistischen Stil errichteten Sakralbauten in der Umgebung. Das Kirchenschiff ist als ein von 3 Emporen umgebener barocker Saal gestaltet. Die Verwendung klassizistischer Säulenanordnung und Bauelemente verleihen dem Kirchenraum den Eindruck stiller Größe und majestätischer Feierlichkeit.
Die im Jahre 1898 geschaffene Orgel zählt zu den größten romantischen Orgeln Sachsens.
Ein Kleinod besonderer Art befindet sich in der Turmlaterne. Hier ist eines der ältesten, funktionsfähigen Bronzeglockenspiele Deutschlands eingebaut.

Seitenanfang Historisches und Sehenswürdigkeiten

 

Die Altstadt

In der Lößnitzer Altstadt findet der Besucher noch zahlreiche Zeugen der Vergangenheit.
Dazu zählen denkmalgeschützte Haustüren mit sehr schönen Gewölben im Eingangsbereich, Reste der alten Stadtmauer mit einem noch gut erhaltenen Eckturm der einstigen Stadtbefestigung (Rösselturm) und das aus dem Jahre 1601 stammende neu restaurierte Rathausportal.
Der Marktplatz wurde erst in jüngster Zeit nach alten Vorbildern neu gestaltet.
Ein interessantes Gebäude im unmittelbarem Marktbereich ist das im neugotischem Stil errichtete Gebäude (Marktplatz 4) und das "Alte Amtsgericht" (Marktplatz 13) an der Nordseite des Marktes. Das heute als "Bürgerhaus" genutzte Gebäude besitzt eine sehr interessante Eingangshalle mit Kreuzgewölben aus dem 16. Jahrhundert.

Seitenanfang Historisches und Sehenswürdigkeiten

 

Schnitzerheim am Steinweg

Hier hat der "Schnitz- u. Bergverein Lößnitz e.V. sein zu Hause. Er ist der älteste Verein seiner Art im Erzgebirge, wenn nicht sogar in Deutschland, wurde 1879 gegründet und ist für seine aufwendig gestalteten Weihnachtsberge bekannt. Alle 2-3 Jahre finden im "Bürgerhaus" Schnitzausstellungen statt, in denen man in breiter Vielfalt Traditionelles, moderne Schnitzerei betrachten kann. Das Schnitzerheim wurde 1935 aus einem alten Feuerwehrschuppen von den Schnitzern selbst erbaut. Zu jeder vollen Stunde ertönt vom Glockentürmchen durch einen Bergmann, der an eine Bronzeglocke schlägt, der Stundenschlag. Im Erdgeschoss befindet sich eine Werkstatt, im Obergeschoss der Schnitzraum. Jeden Donnerstag ab 17 Uhr können sie hier den Schnitzern bei ihrer Arbeit zusehen

Seitenanfang Historisches und Sehenswürdigkeiten

 

Lindenallee

Nur einige Schritte vom Schnitzerheim entfernt befindet sich die Lindenallee.
Die aus 193 Linden bestehende Allee diente den Schönburgischen Landesherren als repräsentative Zufahrtsstraße in ihre Hauptstadt Lößnitz und wurde1792 angelegt.
Heute ist die Anlage ein Flächennaturdenkmal.

Seitenanfang Historisches und Sehenswürdigkeiten

 

Mittelalterliches Sühnekreuz an der Oberalberodaer Straße

An eine Mordtat in grauer Vorzeit erinnert das alte Steinkreuz. Der Lößnitzer Chronist M. Oesfeld berichtete in seiner Chronik darüber.

Seitenanfang Historisches und Sehenswürdigkeiten

 

Schieferloch im Ortsteil Dreihansen

Ein mit Wasser gefüllter, alter Schiefertagebau erinnert an die Zeit, als im Raum Lößnitz/Dittersdorf/Affalter noch der Abbau von Dachschiefer eine der Haupterwerbsquellen war. Das Gebiet rund um das Schieferloch ist landschaftlich sehr reizvoll mit wunderschönen Aussichtspunkten.

Seitenanfang Historisches und Sehenswürdigkeiten

 

Der "Sächsische Semmering"

Die Streckenführung der Bahnstrecke Aue - Lößnitz - Zwönitz gilt als technische Meisterleistung des vorigen Jahrhunderts.
Die in Schleifen verlegte Bahnstrecke überwindet zwischen den genannten Orten einen Höhenunterschied von 255 Meter.

Seitenanfang Historisches und Sehenswürdigkeiten

 

Historisches Bergbaugebiet "Kutten"

Nach etwa einer Stunde Fußweg gelangt man in das Kuttental. Hier, wo sich bereits im 16. Jahrhundert eine alte Bergmannssiedlung befand, sind noch reichlich Zeugen aus dieser Zeit vorhanden.
Etwas jüngeren Datums ist der noch zum Ende des vorigen Jahrhunderts betriebene "Reichenbach-Hoffnungs-Stollen". Er wurde erst in jüngster Zeit wieder aufbewältigt und ist auf etwa 300 Metern begehbar (bei vorh. Absprache mit dem Verein "Historischer Erzbergbau Lößnitz e.V.")
Ein Lehrpfad gibt Auskunft über die noch vorhandenen Zeugen des einstigen Bergbaus in dieser Gegend.

Seitenanfang Historisches und Sehenswürdigkeiten

 

Die Chronik der Bergstadt Lößnitz

1150
Gründung der ersten Ansiedlung durch deutsche Bauern aus Franken. Der Ortsname Lößnitz ist eine slawische Ableitung und bedeutet sinngemäß "Waldort". Die Ortsbezeichnung könnte von einer vormals an gleicher Stelle befindlichen slawischen Siedlung stammen.

1170
Die Burggrafen von Meißen beginnen mit dem Aufbau einer "befestigten Stadt".

1238
Erste nachweisbare Erwähnung von "Lesnitz". In einer Urkunde wird ein gewisser "Widego von Lesnitz" beim Kauf des Ortes "Thederickersdorff" (Dittersdorf) durch das Kloster Grünhain, als Zeuge benannt.

1284
Im sogen. "Bärenprivileg", einer Urkunde, welche "geistlichen Personen und Rittern" das Recht verweigerte, sich in Lößnitz niederzulassen, wird der Ort erstmalig als "citivas" (befestigte Stadt) bezeichnet. Hintergrund dieses ungewöhnlichen Privilegs war das Handeln des Edelmannes von Hagenest. Dieser hielt sich der Überlieferung nach einen Bären; welcher das Kind eines Bürgers tötete. Die aufgebrachte Bevölkerung tötete daraufhin Edelmann und Bären. Noch heute erinnert der sogen. "Bärenwinkel" an dieses Ereignis.

1286
Erwähnung eines Münzmeisters - Lößnitz ist Haupt- u. Münzstadt der Grafschaft Hartenstein geworden. Geprägt werden sogen. "Brakteate" (einseitig geprägte Münzen).

1304
Es wird erstmalig ein Schulmeister erwähnt. Wahrscheinlich gab es bereits zu dieser Zeit eine Lateinschule in Lößnitz.

1372
Als erster bekannter Bürgermeister wird Hermann von Buten genannt.

1380
Erste Erwähnung eines Stadtbrandes

1382
Ein Lehnsrief enthält Angaben über den Bergbau in Lößnitz. Es handelt sich dabei um eine der ersten bekannten Erwähnungen dieser Art. Lößnitz wird "Bergstadt".

1388
Als wichtige Station an der von Halle nach Böhmen führenden "Salzstraße" bekommt Lößnitz das "Salzprivileg" verliehen. Der Aufbau der Stadtbefestigung ist abgeschlossen.

1406
Die Grafen von Schönburg werden die Besitzer der Grafschaft Hartenstein mit der Hauptstadt Lößnitz.

1441
Erster nachweisbarer Markt in Lößnitz.

1601
Das Rathausportal wird errichtet.

1606
Vollendung des Rathausbaues unter Bürgermeister Wolff Bach.

1632
Plünderung durch die gefürchteten "Holckschen Reiter". Der 30jährige Krieg hinterläßt seine Spuren. Die Pest fordert fast 600 Todesopfer.

 1638
Ein schlimmer Stadtbrand zerstört am 3. September 83 Wohnhäuser, die Kirche einschl. Pfarr- u. Schulgebäude.

1691
Lößnitz erhält das "Weihnachtsmarktprivileg". Erstmalig wird am 3. Advent der Weihnachtsmarkt abgehalten.

1714
Einweihung der barocken Hospitalkirche.

1740
Das Haus Schönburg ist gezwungen einen Rezeß mit Kursachsen abzuschließen. Damit gerät Lößnitz zunehmend unter sächsischen Einfluß.

1771
In den Jahren 1771/72 wird das Erzgebirge von einer schweren Hungersnot heimgesucht. Allein in Lößnitz sind 600 Todesopfer zu beklagen.

1790
Das Haus Schönburg wird in den Reichsfürstenstand erhoben.

1806
Ein Stadtbrand am 10. Dezember zerstört 183 Häuser, 16 Scheunen, Rat.- Brau- u. Malzhaus, Pfarr- u. Schulgebäude, dazu die mittelalterliche St. Johanniskirche.

1822
Eröffnung der ersten Postexpedition in Lößnitz.

1826
Einweihung der neuen Haupt- u. Stadtkirche St. Johannis.

1829
Nach einem weiteren Stadtbrand Abbruch der 3 Stadttore.

1856
Mit der Gründung der "Sächsischen - Schieferbruch - Companie" wird der industriemäßige Abbau von Dachschiefer im Raum Lößnitz-Dittersdorf-Affalter eingeleitet. Zeitweilig sind in den Schieferbrüchen bis zu 600 Arbeiter tätig.

1875
Am 15. November wird die Eisenbahnlinie Chemnitz-Aue-Adorf in Betrieb genommen.

1878
Übernahme der schönburgischen Fürstentümer durch das Königreich Sachsen. Lößnitz erhält ein Königl. Sächs. Amtsgericht, verliert aber seine bis dahin bestehenden Sonderrechte. Das Amtsgericht am Marktplatz bestand bis 1931.

1879
Gründung des "Schnitz- u. Bergvereins Lößnitz" - eines der ersten Schnitzvereine im westl. Erzgebirge.

1894
Eine neue Wasserhochdruckleitung versorgt die Stadt mit Trinkwasser. Bis zu diesem Zeitpunkt erfolgte die Versorgung über ein Netz von untereinander verbundenen Brunnen.

1898
Die Stadt wird elektrifiziert.

1898
Eingemeindung des bislang selbstständigen Ortes Niederlößnitz nach Lößnitz.

1917
Die Stadt leidet unter der Last des 1. Weltkrieges. Die Glocken der St. Johanniskirche und der Hospitalkirche müssen zu Kriegszwecken abgeliefert werden.

1936
Einweihung des Lößnitzer Stadtparks

1938
Die Stadt feiert ihr 700 jähriges Jubiläum. Frau Clara Pfauter, eine gebürtige Lößnitzerin, schenkt ihrer Stadt zu diesem Anlaß ein einzigartiges Bronzeglockenspiel.

1945
Am 20. April wird der zweite Bürgermeister der Stadt, Rudolf Weber, von der Waffen SS standrechtlich erschossen, nachdem er am Vortage die Stadt kampflos an die Amerikaner übergeben hatte. Am 4. - 5. Mai wird die Stadt von amerikanischer Artillerie beschossen. Es gab 4 Tote, 556 Kriegstote sind in Lößnitz insgesamt zu beklagen.

1971
Lößnitz hat 8196 Einwohner

1972/73
Am Rande der Stadt entsteht ein moderner Industriekomplex. Lößnitz wird zu einem wichtigen Standort der Leichtindustrie.

1973
Die bislang selbstständige Gemeinde Dittersdorf wird nach Lößnitz eingemeindet.

1986
Baubeginn für das größte Neubaugebiet des Landkreises. Durch Zuzug aus den umliegenden Orten steigt die Einwohnerzahl auf etwa 11.000.

1988
Unter großer Beteiligung der Bevölkerung feiert Lößnitz sein 750jähriges Stadtjubiläum.

1990
Am 6. Mai finden die ersten freien und demokratischen Kommunalwahlen nach der friedlichen Revolution des Herbstes 1989 statt. Die CDU wird stärkste Partei und stellt den Bürgermeister.

1993
Die Stadt Lößnitz und die Gemeinde Affalter bilden eine Verwaltungsgemeinschaft

1996
Feierliche Einweihung der "Erzgebirgshalle".

1997
Nach 1 1/2 jähriger Rekonstruktion wird der Lößnitzer Marktplatz fertiggestellt.

1998
Übergabe des umfassend sanierten Lößnitzer Rathauses.

Seitenanfang Historisches und Sehenswürdigkeiten

wappen.png (1195 Byte)Zurück zur Homepage