Uwe Ruprecht

Uwe Ruprecht
studierte Philosophie, Literatur und Geschichte,
arbeitete als Redakteur und Lektor in Hamburg, Wien, Berlin,
lebt als Schriftsteller und Journalist in Stade.






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Lichtenberg in Stade

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Elses Lachen

Ein Gattenmord

Eine Hinrichtung

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Ein biographisches Bruchstück

Lichtenberg in Stade

Georg Christoph Lichtenberg, Philosoph und Astronom aus Göttingen, verbrachte 1773 sechs Monate in der Festungsstadt an der Unterelbe. Lesen Sie das erste Kapitel aus der dokumentarischen Erzählung über seinen Aufenthalt.


Ein Mord in Alten Land
Elses Lachen

Hatten sie es getan oder nicht? Else tat so, als ob, aber sprach es nicht aus. Weil sie es nicht getan hatten, oder um ihn zu quälen? Er hörte Else lachen, als sie unten am Deich vorüberkamen. Sie und Plege, wie ein Paar.


Eine Hinrichtung
Fünfzehn Minuten bis zur Ewigkeit

14. Juni 1865: Als Strafe für zweifachen Giftmord wird Claus Möller im Hof des Stader Gefängnisses unter die Guillotine gelegt.


Auge

Im Netz verfangen

»Du nervst!«, schilt mich meine Liebste neuerdings in jedem dritten Satz. Der Horizont meiner Unterhaltung hat sich dramatisch verengt. Ich kenne nur noch ein Thema. Nein, wirklich, ich bin ernstlich krank.
   Internet-Fieber heißt meine Malaise. Was Börsianern und Konzern-Bossen recht ist, kommt mich teuer zu stehen. Kein Tag ohne Meldungen von utopischen Erwartungen, die alle Welt an das Netz knüpft – wie kann ich da hintenanstehen?
   Internet-Fieber ist wie Droge. Einmal angefixt, kommst du nur unter Entbehrungen und Schmerzen davon los. Wie beim Zocken oder Videospielen. Der Süchte sind viele in der weiten Welt.
   Bis vor kurzem habe ich bei jeder Gelegenheit meinen Abscheu vor dem gobalen Getaste und Geklicke zum Besten gegeben. Jetzt bin ich selbst ins Pixelnetz verstrickt.
   Der Gang der Erkrankung: Rasch verbringst du Stunde um Stunde mehr mit der Maus vorm Windows im Glas. Etwas »zu recherchieren« findet sich immer. Meine Liebste ruft an: »Mir fällt dies oder das Zitat nicht ein; ich habe schon alle Bücher durchsucht.« Ein paar Minuten später habe ich es. Hätte das nötig getan?
   Zu jedem Zeitungsartikel finde ich Links und Quellenmaterial, Seiten- und Abwege, bis mir schwindlig wird. Das ist der Rausch, der Wahnsinn!
   Zuletzt bastelst du dir eine Homepage, dann bist du endgültig zuhause im Datendschungel. Dort steht dein Name, ein Markstein im Verworrenen. Eine »http«-Hausnummer in der Welt am Draht.
   Seit Tagen also nerve ich meine Liebste damit, in welche Verzeichnisse meine Heimat-Seite eingetragen ist. --- Acht bis heute.
   »Du solltest mal etwas Sinnvolles tun«, meint meine Liebste. Seien Sie also durch mein Beispiel gewarnt.


Harburger Rundschau 28/2/2000





UWE RUPRECHT freier Publizist in Stade



Auge

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