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weblog @ Uwe Ruprecht. ANMERKUNGEN
Ein biographisches Bruchstück
Lichtenberg in Stade
Georg Christoph Lichtenberg, Philosoph und
Astronom aus Göttingen, verbrachte 1773 sechs Monate in der Festungsstadt an der Unterelbe. Lesen Sie das erste Kapitel
aus der dokumentarischen Erzählung über seinen Aufenthalt.
Ein Mord in Alten Land
Elses Lachen
Hatten sie es getan oder nicht? Else tat so,
als ob, aber sprach es nicht aus. Weil sie es nicht getan hatten, oder um ihn zu quälen? Er hörte Else lachen, als sie
unten am Deich vorüberkamen. Sie und Plege, wie ein Paar.
Eine Hinrichtung
Fünfzehn Minuten bis zur Ewigkeit
14. Juni 1865: Als Strafe für zweifachen
Giftmord wird Claus Möller im Hof des Stader Gefängnisses unter die Guillotine gelegt.
Im Netz verfangen
»Du nervst!«, schilt mich meine Liebste neuerdings
in jedem dritten Satz. Der Horizont meiner Unterhaltung hat sich dramatisch verengt. Ich kenne nur noch ein Thema.
Nein, wirklich, ich bin ernstlich krank.
Internet-Fieber heißt meine Malaise. Was Börsianern und
Konzern-Bossen recht ist, kommt mich teuer zu stehen. Kein Tag ohne Meldungen von utopischen Erwartungen, die alle Welt
an das Netz knüpft – wie kann ich da hintenanstehen?
Internet-Fieber ist wie Droge. Einmal angefixt, kommst du nur
unter Entbehrungen und Schmerzen davon los. Wie beim Zocken oder Videospielen. Der Süchte sind viele in der weiten Welt.
Bis vor kurzem habe ich bei jeder Gelegenheit meinen Abscheu vor dem gobalen Getaste und Geklicke zum
Besten gegeben. Jetzt bin ich selbst ins Pixelnetz verstrickt.
Der Gang der Erkrankung: Rasch verbringst du Stunde um Stunde mehr mit der Maus vorm Windows im Glas.
Etwas »zu recherchieren« findet sich immer. Meine Liebste ruft an: »Mir fällt dies oder das Zitat
nicht ein; ich habe schon alle Bücher durchsucht.« Ein paar Minuten später habe ich es. Hätte das nötig getan?
Zu jedem Zeitungsartikel finde ich Links und Quellenmaterial, Seiten- und Abwege, bis mir schwindlig wird. Das ist der
Rausch, der Wahnsinn!
Zuletzt bastelst du dir eine Homepage, dann bist du endgültig zuhause im Datendschungel. Dort steht dein Name, ein
Markstein im Verworrenen. Eine »http«-Hausnummer in der Welt am Draht.
Seit Tagen also nerve ich meine Liebste damit, in welche Verzeichnisse meine Heimat-Seite eingetragen ist. ---
Acht bis heute.
»Du solltest mal etwas Sinnvolles tun«, meint meine Liebste. Seien Sie also durch mein Beispiel gewarnt.
Harburger Rundschau 28/2/2000
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