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Lesung (Foto: Koppe)

Am 26. September 2003 las Uwe Ruprecht bei »Stade liest« auf dem Pferdemarkt aus dem Roman Jan und Jutta von Lieselotte Welskopf-Henrich über den Buxtehuder Widerstandskämpfer Rudolf Welskopf, aus dem Bericht des polnischen Zwangsarbeiters auf Krautsand Wladyslaw Koper und seine Erzählung Der Feinkosthändler über den Fall des SS-Mannes Gustav Wolters aus Stade.

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Veröffentlichungen von Uwe Ruprecht freier Publizist
Die Causa Gustav Wolters Letzte Änderung: 29. Januar 2004
Stade bei Hamburg - Seit Dezember 2002 wird in dem niederdeutschen Städtchen an der Schwinge unterm Schwarzen Berg eisern über den Fall eines Feinkosthändlers und SS-Massenmörders geschwiegen, der zu höchsten Bürgerehren kam.
Folgend eine Auswahl mit Links zu Veröffentlichungen, die trotzdem entstanden.

- - - unten der Offene Brief an den Bürgermeister vom 22. Oktober 2003

Der ganz gewöhnliche deutsche Massenmörder

Der ehrenwerte Feinkosthändler (Bild: Ruprecht)

Vortrag
am 29. April 2003 im

Rosa-Luxemburg-Club Niederelbe in Stade


Ein offenes Geheimnis

Gestapo-Keller in Ahlem (Foto: Ruprecht)

jungle world

Berlin 7. Mai 2003


Feinkost und Massenmord

Ossietzky 8
Berlin 19. April 2003

Schwarze Sonne über dem Feinkostladen (Bild: Ruprecht)


Für eine Schachtel Zigaretten

Ein Schreiben des Kanzlers stört den Lebensabend von Gustav W.: Es verschafft ihm die Aufmerksamkeit, der er als ganz gewöhnlicher deutscher Massenmörder bisher entgangen ist.

Mahnmal auf dem Seelhorster Friedhof in Hannover (Foto: Ruprecht)

Gazette
München 15. März 2003


Ein SS-Mann aus Stade

Dokumentation der Kreisvereinigung Stade der VVN-BdA


Der Feinkosthändler

Ehrung für einen Judenmörder
Eine wahre Geschichte aus der deutschen Gegenwart

Einsatzkommando am Werk


Ein ganz gewöhnlicher deutscher Massenmörder

Informationsdienst gegen Rechtsextremismus IDGR
31. Mai 2003


Viel Wirbel um Klamauk

Die sog. Berichterstattung des Stader Tageblatts


Der Kriegsverbrecher und seine Freunde

Neues Deutschland
Berlin 13. November 2003

Keine Gefahr für externe Links.
© Uwe Ruprecht 2003 · Alle Rechte vorbehalten

Offener Brief an den Bürgermeister von Stade

Stade, 22. Oktober 2003

Sehr geehrter Herr Ott,
ich habe mir verwundert die Augen gerieben, als ich in Ihrem Brief an Dr. Peter Meves vom 14. Oktober 2003 den Satz las: »Ich erwarte eben von Herrn Böhmer und seinen Zuträgern eine öffentliche Richtigstellung und Entschuldigung.«
Es sind doch gerade Sie und Ihr »Freundeskreis«, die seit einem Jahr (genauer: nachdem Sie Dr. Meves in einem Artikel des Stader Tageblatt vom 20. November 2002 haben diffamieren lassen) dafür sorgen, dass zwar Verleumdungen aber keine Tatsachen an die Öffentlichkeit gelangen, und Sie haben sich seither einer öffentlichen Auseinandersetzung über den Sachverhalt verweigert.
Manfred Böhmer von Verband Deutscher Sinti hätte in seiner Rede zur Eröffnung der Ausstellung Von Niedersachsen nach Auschwitz am 6. Oktober im Königsmarcksaal des Rathauses keinen Grund mehr gehabt, die Heuchelei der Stader Verantwortlichen zu benennen, wenn Sie sich zu Ihrem eigenen Verhalten jemals öffentlich erklärt hätten.
Böhmer sagte wörtlich, er fände es bedenklich, dass »ein(em) bekannte(n) Bürger der Stadt, ein(em) erwiesene(n) NS-Täter mit aller Unterstützung der Stadtoberen gewissermaßen die Ehrenbürgerwürde verliehen wird ... Es geht uns nicht darum, einen hoch betagten Mann für seine NS-Vergangenheit zu verurteilen. Wir halten es aber für einen Skandal, wenn er quasi zu Ehrenbürgerwürden kommt, während die Opfer jahrzehntelang vergessen wurden. Wenn man aus der Vergangenheit nichts lernt, wird man für Generationen nichts mehr zu sagen haben.«
Wofür hätte Herr Böhmer sich zu entschuldigen? Eher wäre es doch an Ihnen, die Lüge zurückzunehmen, mit der Sie ihm am 6. Oktober erwiderten, besagter Bürger sei »in keiner Weise ... geehrt oder sonstwie geadelt worden«. Ist die Übergabe eines Briefes des Bundeskanzlers durch Sie am 24. Juni 2002 (eines Briefes, der nach Aussage des Bundespresseamtes nur deshalb geschrieben wurde, weil das Stader Rathaus das Kanzleramt getäuscht hat) keine Ehrung?
Und wie steht es damit, dass besagter Bürger, Ihrem eigenen Brief an Dr. Meves vom 6. Februar 2003 zufolge, bei der Tausendjahrfeier 1994 als »Ehrengast« eingeladen war? Am 14. Oktober 2003 schreiben Sie jedoch an Dr. Meves: »Dass Herr Wolters kein Ehrengast während der Tausendjahrfeier war, habe ich bereits in öffentlicher Sitzung im März dieses Jahres richtig gestellt.« Das, Herr Bürgermeister, ist eine weitere Lüge. Eine entsprechende Frage bei der Einwohnerfragestunde in der Ratssitzung am 17. März 2003 haben Sie vielmehr für »nicht zulässig« erklärt und im Übrigen geschwiegen.*
Sie fordern nicht nur Herrn Böhmer, sondern auch seine von Ihnen so genannten »Zuträger« auf, sich zu entschuldigen. Ich habe Grund zu der Annahme, dass damit unter anderem ich gemeint bin. Zwar habe ich Herrn Böhmer nicht vor der Ausstellungseröffnung kennen gelernt, aber die Informationen, auf die er sich bezog und die von Ihnen als »falsch« bezeichnet werden, stammen zum Teil aus meinen einschlägigen Veröffentlichungen.**
Ich fordere Sie auf, juristisch gegen meine Publikationen vorzugehen - oder es ein für allemal zu unterlassen, mir zu unterstellen, ich würde Unwahrheiten verbreiten. Sie haben wohlweislich in den vergangenen Monaten von keiner der Zeitungen und Zeitschriften, für die ich geschrieben habe, eine Gegendarstellung verlangt, weil Sie damit dazu beigetragen hätten, den Mantel des Schweigens, den Sie über die Angelegenheit breiten möchten, zu lüften.
(Um nebenbei noch diesen Punkt klarzustellen: An einer anderen Stelle Ihres Briefes sprechen Sie von Dr. Meves und seinem »Gefolge« und scheinen damit unter anderem mich zu meinen. Die Kommunikation zwischen mir und Dr. Meves folgt indes nicht, wie Sie es vielleicht gewohnt sind, dem »Führerprinzip«.)
In Hannover erinnern Gedenksteine an zwei Stellen an die letzte Tat des von Ihnen hoch geehrten Bürgers als SS-Mann. Ahlem, wo er bei der Gestapo Dienst tat, ist einer der Orte, von denen aus Sinti und Roma in die Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert wurden. Hätten Sie sich der Mühe unterzogen, die Ausstellung zur Kenntnis zu nehmen, hätten Sie erfahren, dass es darin einen Zeitzeugenbericht über Ahlem gibt. Manfred Böhmer hatte sicherlich seine eigenen Gründe, die Stader Heuchelei zu thematisieren und wurde keineswegs, wie Sie ihm unterstellen, von irgendwem »instrumentalisiert«.
»Erinnerung ist schmerzvoll, dazu gehört auch der Umgang mit den Überlebenden«, sagten Sie selbst bei der Ausstellungseröffnung. Und Sie sprachen davon, »dass wir die Geschichte annehmen und diese schweren Zeiten überwinden« sollten. Tatsächlich versuchen Sie, die Geschichte weg zu lügen, und Sie beleidigen den Vertreter einer Opfer-Gruppe, um einen NS-Massenmörder zu schützen. Einen Mann, der als Individuum mit freiem Willen die Wahl hatte, Morde zu begehen oder nicht. Den Befehlsnotstand, auf den er sich berief, gab es nicht. Ebenso wenig können Sie Ihre Verantwortung für die Übergabe des Kanzlerbriefs abschütteln und in Anspruch nehmen, in Ihrer Eigenschaft als Bürgermeister nur auf Anweisung eines »privaten Freundeskreises« gehandelt zu haben.
Auch insofern scheint die Geschichte in Stade längst noch nicht überwunden.

Uwe Ruprecht

* Vgl. http://www.stade.vvn-bda.de/ssmann01.htm
** Vgl. die Links auf dieser Site

Unnötig zu erwähnen, dass der Bürgermeister von Stade eine öffentliche Antwort für überflüssig hält. Inoffiziell antwortet er sehr wohl - durch seine subalternen Beamten, im Hinterzimmer, ohne demokratische Kontrolle. Wie es sich für einen aufrechten deutschen Bürgermeister geziemt.

Schellenberg als SS-Ikone

Walter Schellenberg, Spionagechef der SS

Eine Lieblingsfigur im angelsächsischen Nazi-Thriller


Die Gazette

München 18. November 2003

Neonazis wittern Morgenluft

Mit Unterstützung des Staatsschutzes sprengen führende Rechtsextremisten eine Veranstaltung in Buxtehude bei Hamburg