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Mineralien sammeln im Urlaub:

An der Gmelinitfundstelle bei Avdhellero, Zypern. Foto Alice Betz

Zeolithe auf Zypern

Von Volker Betz, Taunusstein-Orlen

Zypern gehört zu den Ferieninseln im Mittelmeer, die den klimatisch weniger begünstigten Europäern erlauben, im Frühjahr oder Herbst sommerliche Urlaubstage zu verbringen. Neben Strand und Sonne bietet Zypern schattige Wälder im Troodos-Gebirge und viele historische Baudenkmäler mit Gelegenheiten zur Wanderungen und Besichtigungen.

Historisch gesehen ist Zypern zwar die Kupferinsel der Antike. Die Vorkommen von massiven sulfidischen Erzen, in einer jüngst erschienen Veröffentlichung von Lieber & Mücke (1988) eingehend gewürdigt, haben aber kaum mineralogische Sammlungsstücke hervorgebracht. Das Interesse des Autors an Zypern in mineralogischer Hinsicht wurde bereits vor Jahrzehnten durch einen Hinweis bei Hintze (1899) auf Vorkommen von Gmelinit geweckt. Gleichartige Hinweise finden sich auch bei Gottardi & Galli (1985) sowie Tschernich (1992).

Bei einem Familienurlaub im April 1995 ergab sich nun die Möglichkeit, den vorstehend genannten Hinweisen zu folgen.

Die Lage der Zeolithvorkommen ist verstreut im weiteren Umkeis um das Troodos-Massiv. Sie sind gebunden an Kissenlaven des Opiolithkomplexes von Zypern, der mit Chromit-, Asbest- und Sulfid- Lagerstätten eine geologische Einheit bildet. Die Gelogie wird von Lieber und Mücke (1998) eingehender dargestellt. Vom Urlaubs-Standort Paphos im Südwesten mit seinen Sehens- würdigkeiten wurde zunächst das etwa 80 km entfernte Mansoura erkundet.

Von Paphos führt die Straße zunächst nach Norden und an der Nordwestküste entlang. Bei Pakhyammos beginnt eine türkisch-zypriotische Enklave. Anstelle von einigen km an der Küste entlang, führt deshalb eine schmale Straße etliche Kilometer bis in überbis in 500 m Höhe in die Berge und bei Mansoura zurück zur Küste, immer begleitet von Warnschildern, Wachtürmen und Grenz- befestigungen. Die Präsenz von UN- und anderen Truppen ist hier nicht zu übersehen.

Östlich von Mansoura ist am einsamen Strand sowie am Straßenaufschluß oberhalb des Strandes Kissenlava aufgeschlossen. In den Zwickeln zwischen den Kissen sind einige mm große weiße Analcim-Kristalle sehr häufig. Manchmal sind auch rot gefärbte Kristalle zu beobachten. Begleitmineralien von Analcim sind Natrolith und Calcit.

Natrolith von Mansoura, Zypern. 5x7 cm große Stufe.  

Calcit von Analcim überwachsen, Mansoura, Zypern. Bildbreite ca. 5 mm Rötlich gefärbter Analcim von Mansuora. Bildbreite ca. 2 cm.

Gmelinit findet sich viel seltener im Zentrum der Kissen. Die gelblichen bis weißen Kristalle sind bis etwa 10 mm große, kurzprismatische Kombinationen von hexa- gonalem Prisma, Pyramide sowie Basis und bilden stets Verwachsungen mit Chabasit und sind von Analcim und Calcit begleitet. Bereits nach kurzer Anwesen- heit am menschenleeren Strand interessierte sich eine Militärstreife für die Sammelaktivitäten, hatte aber nach sehr höflicher Klärung der Sachlage keine Einwände gegen das ungewöhnliche Tun. Der Rückweg nach Paphos ist über Pano Pyrgos und Pisten durch das westliche Troodos-Massiv landschaftlich sehr reizvoll.

Gmelinit von Mansoura, Zypern. Bildbreite ca. 10 mm

An einem Straßenaufschluß bei der Elea-Brücke im Troodos-Gebrige, ( ca. 5 km SE Ayios Dimitrios) fallen weiße Flecken im braunen Gestein auf. Es sind Drusen mit sehr feinfasrigem Mordenit. An der von der Elea-Brücke nach N führenden Piste konnte verwitterter Laumontit und spärlich Analcim und kleine grüne Kristalle, vermutlich Epidot festgestellt werden.

Mordenit , 6 cm breite Stufe von der Elea-Brücke, Zypern

Schon beim Landeanflug auf Zypern ist aus dem Flugzeug der riesige Tagebau der Asbestgrube (Amiandos) am Südostabfall des Troodos-Massivs gut erkennbar. Eine der Zufahrtsstraßen nach Toodos führt durch einen Randbereich des Tagebaus. Mit Asbestfasern durchzogene Gesteine sind am Straßenrand aufgeschlossen. Ebenfalls am Straßenrand findet man Klüfte mit etwa 2-3 cm langen spießigen Aragonit-Kristallen. Etwa 2 km N des 1959 m hohen Olymp befindet sich im Wald eine verlassene Chrom-Mine. Einer der Wanderwege des Toodos-Massives führt nahe vorbei. Das einst geförderte Chromit-Erz ist in Resten von Haufwerk noch vorhanden

Aragonit, ca.4 cm breite Stufe von der Amiandos-Mine,Zypern

Nördlich des Troodos wird Orounda von Gotthardi & Galli als Gmelinit-Fundort erwähnt. Bei einem kurzen Besuch konnte am südlichen Ortseingang Analcim und Laumontit gefunden werden. Reichlich Analcim enthalten harte Felsbrocken im Flußbett westlich Orounda. Kleine Heulandit-Kristalle fanden sich in einer Schlucht östlich der Brücke bei Orounda, Gmelinit konnte nicht gefunden werden. Die Umgebung von Orounda ist breits im Flachland. Aufschlüsse des anstehenden Gesteins sind daher selten.

Die Vorkommen von Gmelinit bei Pyrgos und der Forni-Quelle sind in der Litertaur breits um 1860 erwähnt worden. Ein Besuch von Pyrgos E von Limassol war erfolglos. Der tatsächliche Fundort unweit Pyrgos liegt vermutlich NE von Pyrgos. Dort befindet sich auch eine Erzmine. Ein Aufschluß mit Kissenlava aus dieser Gegend ist bei Lieber & Mücke abgebildet.

Das von Damour beschriebene Vor-kommen “ bei der Forni-Quelle zwischen Athienau und Larnaca ” konnte jedoch lokalisiert werden. Eine Quelle ist auf der topographischen Karte jedoch nicht verzeichnet.

Bei der Fahrt von Larnaca in nördlicher Richtung durch die flache meist unfruchtbare Landschaft gelangt man nach ca. 12 km nach Avdhellero. Wenig N von Avdhellero erhebt sich ein Hügel der einen weithin sichtbaren Wasserbhälter trägt. Auf Klüften im Basalt nahe des Wasserbehälters kommen kleine Heulanditkristalle vor.

Im Tal W des Hügels befindet sich tatsächlich eine kleine Quelle aus der wohl der Wasserbhälter gespeist wird. Schließlich können am Westhang des Hügels herausgewitterte Basaltgänge mit drusigen Zonen gefunden werden die reichlich Gmelinit-Kristalle enthalten.

Natrolith von Avdhellero, Zypern. Bildbreite ca. 4 cm

Die Kristalle sind farblos bis gelblich, meist 1-2 mm groß, nur vereinzelt bis 7 mm und zonar gebaut, was auf Verwachsungen mit Chabasit zurückzuführen ist. Die größeren Kristalle sind im Zentrum rötlich gefärbt. Eine von Erich Keck (pers. Mitt.) durchgeführte Analyse stimmt weitgehend mit einer Analyse von Damour überein. Der Gmelinit von Avdhellero ist damit im Vergleich zu anderen Vorkommen besonders Ca-reich.

Die Gmelinit-Kristalle sind begleitet von unscheinbaren Calcit-Kristallen, Analcim in Kristallen von wenigen mm sowie seltener von schönem radialstrahligem Natrolith in bis ca. 10 mm langen Kristallen. Einige Stufen sind im bröckligen, stark verwitterten Fels schnell herausgeklopft. Erfreut über den glücklichen Fund wird die Rückreise nach Paphos angetreten.Neben den erwähnten Fundpunkten warten auf Zypern sicher weitere Fundmöglichkeiten auf Ihre Entdeckung. Der Opiolithkomplex des Troodos bietet hier viele Möglichkeiten.

Meinem langjährigen Sammlerfreund Erich Keck danke ich für die Mineralbestimmungen und die Analyse von Gmelinit.

Gmelinit und Analcim von Avdhellero, Zypern. Bildbreite ca.20 mm Unten: Gmelinit-Kristall von Avdhellero, Zypern Bildbreite 4 mm
Literatur
Damour 1860 zitiert nach Doelter C Handbuch der Mineralchemie Bd 2 3 Teil S 130 Dresden und Leipzig 1921
Damour 1860 zitiert nach Hintze C Handbuch der Mineralogie II Band S. 1788 Leipzig 1879
Gotthardi G & Galli E Natural Zeolites Berlin Heidelberg 1985
Lieber W und Mücke A - Früher Kupfererzbergbau auf Zypern und die Entsehung der massiven Sulfide im Troodos-Massiv - Aufschluss 48 S 3-14 Heidelberg 1998
Tschernich R W Zeolites of the World Phoenix 1992

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