Danksagung

Es ist sicherlich etwas ungewöhnlich, einige Worte des Dankes an gewisse Personen als eigenes Kapitel mitten in der Homepage zu formulieren. Aber ich bin ja auch ein ungewöhnlicher Mensch, und das ist ja auch ein ungewöhnliche Homepage.

Und darum möchte ich als erstes der Welt dafür danken, daß sie so ist, wie sie ist. Denn wenn sie das nicht wäre, dann hätte ich nichts, worüber ich schreiben könnte, und es gäbe dieses Page nicht. Oder zumindest nicht in dieser Form.

Doch im Speziellen gilt mein Dank einigen Künstlern – hauptsächlich Schriftstellern. Ihre Werke zeugen von großer Kreativität und Originalität, aber auch von Tiefe, Niveau und philosophischen Einsichten in die menschliche Natur. Und das bewundere ich.

Allen voran möchte ich zwei Autoren besonders erwähnen.

Denn es gibt wohl keinen, der Terry Pratchett auf dem Gebiet der humorigen Phantasie zu übertreffen vermag. Er erschuf eine scheibenförmige Welt, die von vier riesigen Elefanten getragen wird, die wiederum auf einer gigantischen Schildkröte (Geschlecht unbekannt) stehen, und auf der seine Protagonisten die unmöglichsten Abenteuer erleben. Und in einer so beschaffenen Welt, in der der Tod zudem eine Person ist und ein weißes Pferd namens Binky reitet, bleibt ihnen auch gar nichts anderes übrig. Wer beim Lesen dieser Bücher nicht lacht, der muß schon lange tot sein. Sein Schreibstil, seine Ideen und vor allem die Charakter seiner Figuren führen zu einem extrem heiteren und amüsanten Lesevergnügen, ohne jedoch albern zu werden. Und obwohl seine Werke so voller Witz stecken, ist in ihnen auch eine tiefere Philosophie und viel Sinn enthalten. Nach dem Abschluß eines Romans kommt man nicht umhin, über die aufgezeigten Probleme und Gebaren der Menschen mit sich selbst und untereinander nachzudenken.

Um meine Worte zu unterstreichen, führe ich an dieser Stelle einige Auszüge – teils einfach nur witzig, teils tiefsinnig, teils beides – aus seinen Werken an:

Er gehört zu denen, die nur bis zwanzig zählen können, wenn sie sich vorher die Schuhe und Strümpfe ausziehen.

Ein langes Schweigen folgte. Dann ein kurzes.

Viele halten das Leben deshalb für so problematisch, weil sie glauben, daß die guten Menschen auf der einen Seite stehen und die schlechten auf der anderen. Solche Vorstellungen sind völlig verkehrt. Es gab und gibt immer nur die Bösen, aber einige von ihnen gehören zu unterschiedlichen Lagern.

Leute, die keine anderen Leute brauchen, brauchen andere Leute, um zu zeigen, daß sie Leute sind, die keine anderen Leute brauchen.

Das Leben ist wie ein Film, zu dem man zehn Minuten zu spät kommt und keiner sagt einem, worum es geht.

Manche Leute sind gefährlicher als ein Sack voller Klapperschlangen. Sie sind entschlossen, über die elementare Logik des Universums Aufschluß zu gewinnen. Was enorm schwierig sein muß, weil es überhaupt keine gibt

Trotz alledem gebührt Terry Pratchett die Ehre des – meiner Meinung nach – besten Autoren nicht allein. Es gibt auf dem Gebiet der "Schwert & Magie"-Phantasie einen Schriftsteller, der ihm durchaus ebenbürtig ist. Ich rede von Karl Edward Wagner und seinen Geschichten über den mythischen Schwertkämpfer Kane. Diese Erzählungen lassen sich in den Bereich der ursprünglichen, "wahren" Phantasie ansiedeln. Sie handeln von längst vergessenen Reichen, versunken Städten, gewaltigen Schlachten und wahnsinnigen Göttern. Was ihnen an Humor fehlt – was keineswegs etwas negatives ist –, gleichen sie problemlos durch atmosphärische Dichte, Detailreichtum und Vielfalt wieder aus. Unter anderem macht diese Vielfalt diese Erzählungen für mich so besonders. Denn bei anderen Zyklen der Art "Einsamer-(Anti)Held-legt-sich-mit-Rest-der-Welt-an" mißfällt mir, daß alle Geschichten um diesen Mann oder Frau mit ihm oder ihr beginnen und enden. Sie stehen generell im Mittelpunkt. Nicht so bei Kane. Okay, in einigen Fällen ist er die Hauptfigur und spielt von Anfang an die tragende Rolle. Doch in anderen wiederum betritt er erst nach einigen Kapiteln die Bühne, um die Handlung zu übernehmen, oder einfach nur mitzuspielen. Und in einer Erzählung ist er sogar nur ein (fast) unbeteiligter Beobachter. Auch die Rollen, die er übernimmt, sind von Story zu Story unterschiedlich. Mal ist er einer der Rädelsführer einer großen Verschwörung, mal ist er für sich allein und verfolgt ganz private Ziele und mal ist er auf der Flucht und gerät dabei in neue abenteuerliche und gefährliche Situationen.

Doch am genialsten ist die Figur des Kane selbst. Sein Ursprung, seine Handlungen und die Motive für seine Taten sind für mich ein Zeichen großer Originalität und Einfallsreichtum von Seiten des Autors.

Auch hier halte ich es für angebracht, einige Textbeispiele – zwei kurze Passagen und ein Gedicht – aus seine Werken anzuführen.

Die Nachtwinde flüstern manchmal von einem Mann mit dem Namen Kane. Er ist einer der ersten Menschen, sagen sie – verflucht von den Göttern, weil es sich gegen seinen Schöpfer erhoben hat, weil er Gewalt und Tod über die unschuldigen Menschen eines vergessenen Paradieses gebracht hat. Diesen Kane bestraften die Götter mit den Fluch der Unsterblichkeit – verdammt ist er zu ewigen Wanderschaft, ohne je Frieden zu finden, Tod und Verderben all jenen bringend, die seinen Weg kreuzen. Und damit die Menschen ihn überall erkennen, ist Kane mit den Augen des Mörders gezeichnet.

Hoch über dem verseuchten Ödland brütet mit düsterer Majestät Lynortis. Wie ein luftiger Horst auf einer Sandsteinklippe blickt die verfallene Zitadelle über die öde Wüste der Verzweiflung tief unter ihr. Lynortis. Die Stadt, deren Mauern keine Armee je überwinden konnte. Der tyrannische Herr eines endlosen Waldgebietes zu seinen Füßen.
Lynortis, heute sind deine Augen blind, und das reiche, langgestreckte Tal, über das du regiert hast, ist Friedhof für zweihunderttausend Seelen. Lynortis ist tot, und es gibt keine Erben. Die Aasgeier nisten nicht mehr in deinen ausgeplünderten Hallen. Selbst die Schakale haben deine Haufen ausgebleichter Knochen verlassen. Allein und schweigend bist du der Grabstein für Zehntausende deiner Kinder – und für die Knochen deiner Eroberer. Wenn ein Mörder den anderen tötet, bleiben nur Leichen zurück.
Hier starben zwei Völker, doch das eine feierte man als Sieger."

Komm, Geliebter, komm zu mir in der Nacht,
In des Mondes klarem, kaltem Licht tritt vor mich hin,
Und auf meinem kalten steinernen Altar, opfere deine Seele.
Fühle meine Hand, Geliebter, fühle meine Haut wie Eis…
Lege deinen Kopf auf meine Brüste,
ein Kissen aus weichem Schnee…
Kose meine Lippen, Geliebter,
küsse meinen eisigen Atem…
Schau tief in meine Augen, wo der Nachtfrost wohnt.
Dann laß mich dich in meine kalten Arme schließen,
Komm mit mir in die Welt hinter allen Schmerzen;
Und mein Kuß wird dich lehren,
Der Liebe einzige Erfüllung
Ist der Tod, Geliebter, ist der Tod.

Doch damit ist die Riege der Ersten noch nicht komplett. Es gibt noch einen Künstler, den ich mit dazu zählen möchte. Luis Royo. Ihn als Maler zu bezeichnen, würde in Anbetracht dessen, was sich heutzutage alles Malerei nennen darf, seinem Genie nicht gerecht werden. Schlichte Gemüter würden seine Bilder vielleicht als abartig, schauerlich, möglicherweise sogar pervers bezeichnen. Doch für mich sind sie das Nonplusultra. Luis Royo hat es geschafft, zwei meiner Hauptinteressengebiete zu verbinden. Schöne Frauen und Phantasie. Seine Figuren, wie bereits erwähnt meist hinreißend schöne und spärliche bekleidete Frauen, befinden sich in einer phantastischen Umgebung und stehen oft in Interaktion mit einem phantastischen Wesen. Diese Bilder haben eine unglaubliche Intensität und Ausstrahlungskraft. Es fällt mir schwer, sie mit Worten zu beschreiben, man muß sie gesehen haben. Hinzu kommt eine starke Besessenheit für Details. Ein Tropfen Wasser auf nackter Haut, ein Lichtstrahl, der von einem gezogenen Schwert reflektiert wird, das Schimmern einer metallenen Rüstung und vieles mehr, erhöhen den Effekt der Bilder um ein Vielfaches.

Die nächsten drei Künstler, die zusammen auf einer Stufe stehen, sind für mich die Schriftsteller H. P. Lovecraft, J. R. R. Tolkien und Richard Kirk.

Zu Tolkien brauche ich sicherlich nicht viel erwähnen. Der Titel "Der Herr der Ringe" sollte allgemein geläufig sein.

Lovecraft und Kirk sind da möglicherweise schon unbekannter. Obwohl Lovecraft-Fanclubs existieren, und viele Autoren die Ideen und Geschichten von ihm aufgreifen und eigene Erzählungen über seine Welten und Wesen entwerfen.

Seine Geschichten handeln von furchterregenden Kreaturen von jenseits von Zeit und Raum, die vor Äonen die Erde beherrschten, dann aber vertrieben wurden, und seither geduldig darauf warten, sich die Erde erneut untertan machen zu können, und der derzeit herrschenden Rasse – irgendeine unbedeutende Spezies, die sich selbst Mensch nennt – ein Ende zu bereiten. Die verstreichenden Jahrhunderte und Jahrtausende sind dabei nur von geringer Bedeutung, denn diese Wesen besitzen sehr viel Geduld. So schrieb Abdul Alhazred, der verrückte Verfasser des verbotenen Necronomicons: " Das ist nicht tot, was ewig ruhen kann, bis nach Äonen selbst der Tod wohl sterben kann." .

Noch kurz ein paar Worte zu Richard Kirk. Seine Heldin – ja, ihr habt richtig gelesen, eine Heldin – wurde vom Schicksal dazu ausersehen, das Armageddon einzuleiten, und ihre Welt in Chaos zu stürzen, damit aus der Asche und den Ruinen eine neue, und im Vergleich zur alten, eine bessere Welt entstehen kann. Und so geschieht es. Bedauerlicherweise erfährt man nicht, wie genau es zur letzten Schlacht kommt. Die einzelnen Geschichten erzählen "nur" von den Abenteuern Raven’s – so ist der Name jener Kriegerin – die vor dem Ende stattfanden, dieses aber schon erkennen ließen. Und das ist voll und ganz ausreichend.

Nun aber Schluß. Das soll eine Danksagung werden und keine Buchbeschreibung. Daher werden ich ab jetzt nur noch die Namen der Autoren nennen. Und da wären:

Wolfgang Hohlbein, Alan Dean Foster, Douglas Adams, Ian Watson, Tom Holt, Jack Vance, Clark Ashton Smith und noch ein paar andere, von denen heutzutage aber leider nur noch ab und zu eine Kurzgeschichte in einer Anthologie zu finden ist.

Last but not least sollte ich vielleicht auch meinem Kumpel Carsten danken. Er war seit der ersten geschriebenen Seite der Meinung, daß diese Page es unbedingt wert ist, veröffentlicht zu werden. Wo er recht hat, hat er recht.

An alle genannten Personen

 Danke