Ritual - Texte der Memphis und Mizraim - Freimaurerei
nach Rudolf Steiner

Inhalt1:

1.Ritualtext für die Logeneröffnung
der Mizraim- und Memphisfreimaurerei

2.Ritualtext für die Logenschließung

3.Ritualtext für die Aufnahme in den ersten Grad

4.Versprechensformel

5.Ritualtext für die Beförderung in den zweiten Grad.

6.Ritualtext für die Erhebung in den dritten Grad


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1. Ritualtext für die Logeneröffnung der Mizraim- und Memphisfreimaurerei



Meister (zur Rechten des Altars im Osten):

Was ist des Maurers erste Pflicht in der Loge?

Administrant (zur Linken des Altars im Osten):
Zu sehen, ob die Loge gedeckt ist.
(Es ist nachzusehen, ob die Loge gedeckt ist, d.h. keine Profanen an der Pforte der Loge sich befinden oder Brüder und Schwestern anderer Grade und ob die Türen sorgfältig verschlossen sind).
Die Loge ist gedeckt.

Meister: Wenn die Loge in vorschriftsmäßiger Weise gedeckt ist,
kann unsere Arbeit beginnen.

Meister: Hammerschlag (dreimal):
Weisheit leite unsern Bau (Licht anzündend)

2. Aufseher (Süden): Hammerschlag (dreimal):
Schönheit ziere ihn (Licht anzündend)

1. Aufseher (Westen): Hammerschlag (dreimal):
Stärke führe ihn aus (Licht anzündend)

Meister: Bruder (Schwester) 2. Aufseher, dein ständiger Platz in der Loge?

Antwort: Im Süden.

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Meister: Warum bist du dort untergebracht?

Antwort: Um die Sonne im Meridian zu sein und die Schwestern und Brüder zur Arbeit zu rufen, auf daß der Tempel ge­baut werde.


Meister: Bruder (Schwester) 1. Aufseher, dein ständiger Platz in der Loge?

Antwort: Im Westen.


Meister: Warum bist du dort untergebracht?

Antwort: Um die Sonne im Untergang zu sein und die Schwestern und Brüder nach getaner Arbeit dem profanen Leben wieder zu geben, nachdem sie in der Loge Kraft und Stär­ke für die äußere Arbeit erhalten haben.

Meister: Wo ist des Meisters Platz in der Loge?


Administrant: Im Osten.


Meister: Warum ist der Meister dort untergebracht?

Administrant: Wie die Sonne im Osten aufgeht, um den Tag zu erhel­len und zu beleben, so hat der verehrungswürdige Mei­ster die Arbeit im Innern der Loge mit Licht und Leben zu erfüllen.
Zu den andern sprechend:
Der verehrungswürdige Meister wird das Gebet spre­chen, das den Sinn der Brüderschaft euch ans Herz legt, erhebet euch und höret es an im Zeichen ... Grades:

Meister: Brüder der Vorzeit, euer Schaffen werde unsere Weisheit; wir nehmen Zirkel und Richtmaß aus euren Händen. Eure getane Arbeit sei Kraft unserer Seele, sei Kraft unsrer Hände.
Brüder der Gegenwart, so ihr weiser seid als wir, lasset leuchten eure Weisheit in unsere Seelen, auf daß wir Offenbarer werden eurer Gottesgedanken.


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Brüder der Zukunft, so ihr des Baues Plan in eurem Wil­len traget, ströme eure Stärke in unsere Glieder, auf daß wir Leib werden den großen Seelen.


Meister: Hammerschlag


Der zur Linken (Administrant):
Aufgabe ist es mir in Ordnung des Mizraim-Dienstes, euch meine Schwestern und Brüder, zur Aufmerksamkeit zu mahnen auf den Schlag des heiligen T (Tau)-Zeichens. In bedeutungsvoller Stunde erhieltet ihr, mit der Binde vor den Augen, seinen heiligen Sinn. Daraus wißt ihr, daß es euch sagt, wie in eueres Wesens Innerstem der er­habene Gottesname klingt. Der Welten hehre Mysterien schließt des T's Ton ein. Was euch vom Osten als Lehre werden soll, wird die Kraft des T's in Eurem Innern befe­stigen. Was als Geisteswort im T euch gegeben wird, soll Wesen werden eures eigenen Wesens.

Ans Herz wird euch der Weg des heiligen T vom Altar des Ostens aus gelegt werden: schreibt euch ein das Wort, das dann zu euch gesprochen wird.


Meister: T-schlag


2. Aufseher (Süden):
Aufgabe ist es mir in Ordnung des Mizraim-Dienstes, euch meine Schwestern und Brüder, zur Arbeit zu rufen. Was der Arbeiter am Tempelbau der Menschheit die -Schönheit» nennt, möge inspirieren meinen Auftrag. Arbeit leisten sollt ihr an dem Bau, der in Herzen seine Steine, in wohlabgemessenen Gedanken seine Verbin­dungsglieder und in der Kraft des Willens seinen Kitt er­blickt. Schauet in die Welt, die euere Herzen belebt; de­ren Weisheit eure Gedanken schult; deren Samenkräfte euren Willen nähren. Ein schöner Ausdruck verborge­ner Geisteswesen ist alles das. Nehmet auf in euer Inneres die Kräfte dieser Wesen und es wird als «Schönheit» nach außen fließen, was euch im Innern lebt.


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Ans Herz wird euch der Weg zu dieser Schönheit vom Altar des Ostens [aus] gelegt werden: schreibt euch ein das Wort, das dann zu euch gesprochen wird.


Meister: T-schlag


1. Aufseher (Westen):
Aufgabe ist es mir in Ordnung des Misraim-Dienstes, euch meine Schwestern und Brüder, von der Arbeit zu entlassen. Was der Arbeiter am Tempelbau der Menschheit die «Stärke» nennt, möge inspirieren meinen Auftrag. Die ge­lernte Arbeit sollt ihr wirken lassen, wenn ihr zum Außen­leben verläßt die Pforte dieses Tempels; aus euren Herzen soll fließen in die andere Menschheit, was Herzen formen kann zu Bausteinen des großen Tempels; aus euren Gedan­ken soll wirken, was Bindeglieder schaffen kann diesem Bau; aus eurem willen soll sich ergießen, was Kitt sein kann für die Steine dieses Tempels. Tuet nur, was aus Echtheit eures Herzens kommt, wozu die Sorgfalt eurer Gedanken euch führt, wozu die Kraft eueres Willens ihr gestählt habt. Ihr selbst werdet Abbild eures Urbildes dadurch; und die Stärke wird von euch kommen, welche die Welt gestaltet. Ans Herz wird euch der Weg zu dieser Stärke vom Altar des Ostens [aus] gelegt werden. Schreibt euch ein das Wort, das dann zu euch gesprochen wird.

Administrant (Osten):
Lerne schweigen und dir wird die Macht.

2. Aufseher (Süden):
Begib dich der Macht und dir wird das Wollen.

1. Aufseher (Westen):
Begib dich des Wollens und dir wird das Fühlen.

Meister: Begib dich des Fühlens und dir wird Erkenntnis.


Es folgt eine Instruktion (Tempellegende)3



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2. Ritualtext für die Logenschließung4

Die Loge wird dreifach geschlossen:

1. Mit dem maurerischen Schluß (gleicher Wortlaut mit den entsprechend notwen­digen Abänderungen wie bei der Logeneröffnung.

2. Mit dem magischen (lateinischen) Schluß.

3. Mit dem rosenkreuzerischen Schluß.

- maurerischer Schluss -


Meister: Hammerschlag (dreimal):
Weisheit leite unsern Bau (Licht löschend)

2. Aufseher (Süden):
Hammerschlag (dreimal):
Schönheit ziere ihn (Licht löschend)

1. Aufseher (Westen):
Hammerschlag (dreimal):
Stärke führe ihn aus (Licht löschend)

Meister: Bruder (Schwester) 2. Aufseher, dein ständiger Platz in der Loge?

Antwort: Im Süden.

Meister: Warum bist du dort untergebracht?

Antwort: Um die Sonne im Meridian zu sein und die Schwestern und Brüder zur Arbeit zu rufen, auf daß der Tempel ge­baut werde.

Meister: Bruder (Schwester) 1. Aufseher, dein ständiger Platz in der Loge?

Antwort: Im Westen.

Meister: Warum bist du dort untergebracht?

Antwort: Um die Sonne im Untergang zu sein und die Schwestern und Brüder nach getaner Arbeit dem profanen Leben wieder zu geben, nachdem sie in der Loge Kraft und Stärke für die äußere Arbeit erhalten haben.



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Meister: Wo ist des Meisters Platz in der Loge?

Administrant:
Im Osten.

Meister: Warum ist der Meister dort untergebracht?

Administrant:
Wie die Sonne im Osten aufgeht, um den Tag zu erhellen und zu beleben, so hat der verehrungswürdige Meister die Arbeit im Innern der Loge mit Licht und Leben zu erfüllen.
Zu den andern sprechend:
Der verehrungswürdige Meister wird das Gebet spre­chen, das den Sinn der Brüderschaft euch ans Herz legt, erhebet euch und höret es an im Zeichen ... Grades:

Meister: Brüder der Vorzeit, euer Schaffen werde unsere Weisheit; wir nehmen Zirkel und Richtmaß aus euren Händen. Eure getane Arbeit sei Kraft unserer Seele, sei Kraft unse­rer Hände.
Brüder der Gegenwart, so ihr weiser seid als wir, lasset leuchten eure Weisheit in unsere Seelen, auf daß wir Offenbarer werden eurer Gottesgedanken.
Brüder der Zukunft, so ihr des Baues Plan in eurem Wil­len traget, ströme eure Stärke in unsere Glieder, auf daß wir Leib werden den großen Seelen.


Meister: Hammerschlag

Der zur Linken (Adrninistrant):
Aufgabe ist es mir in Ordnung des Mizraim-Dienstes, euch meine Schwestern und Brüder, zur Aufmerksamkeit zu mahnen auf den Schlag des heiligen T (Tau)-Zeichens. In bedeutungsvoller Stunde erhieltet ihr, mit der Binde vor den Augen, seinen heiligen Sinn. Daraus wißt ihr, daß es euch sagt, wie in eueres Wesens Innerstem der er­habene Gottesname klingt. Der Welten hehre Mysterien schließt des T's Ton ein. Was euch vom Osten als Lehre werden soll, wird die Kraft des T's in Eurem Innern befe­stigen. Was als Geisteswort im T euch gegeben wird, soll Wesen werden eures eigenen Wesens.
Ans Herz ist euch der Weg des heiligen T vom Altar des Ostens aus gelegt worden: schreibt euch ein das Wort, das zu euch gesprochen worden ist.

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Meister: T-schlag

2. Aufseher (Süden):
Aufgabe ist es mir in Ordnung des Mizraim-Dienstes, euch meine Schwestern und Brüder, zur Arbeit zu rufen. Was der Arbeiter am Tempelbau der Menschheit die «Schönheit. nennt, möge inspirieren meinen Auftrag. Arbeit leisten sollt ihr an dem Bau, der in Herzen seine Steine, in wohlabgemessenen Gedanken seine Verbin­dungsglieder und in der Kraft des Willens seinen Kitt er­blickt. Schauet in die Welt, die euere Herzen belebt; de­ren Weisheit eure Gedanken schult; deren Samenkräfte euren Willen nähren. Ein schöner Ausdruck verborgener Geisteswesen ist alles das. Nehmet auf in euer Inneres die Kräfte dieser Wesen und es wird als «Schönheit» nach außen fließen, was euch im Innern lebt.
Ans Herz wurde euch der Weg zu dieser Schönheit vom Altar des Ostens aus gelegt: schreibt euch ein das Wort, das zu euch gesprochen worden ist.


Meister: T-schlag

1. Aufseher (Westen):
Aufgabe ist es mir in Ordnung des Mizraim-Dienstes, euch meine Schwestern und Brüder, von der Arbeit zu entlassen. Was der Arbeiter am Tempelbau der Mensch­heit die «Stärke» nennt, möge inspirieren meinen Auf­trag. Die gelernte Arbeit sollt ihr wirken lassen, wenn ihr zum Außenleben verläßt die Pforte dieses Tempels; aus euren Herzen soll fließen in die andere Menschheit,


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was Herzen formen kann zu Bausteinen des großen Tem­pels; aus euren Gedanken soll wirken, was Bindeglieder schaffen kann diesem Bau; aus eurem Willen soll sich er­gießen, was Kitt sein kann für die Steine dieses Tempels. Tuet nur, was aus Echtheit eures Herzens kommt, wozu die Sorgfalt eurer Gedanken euch führt, wozu die Kraft eueres Willens ihr gestählt habt. Ihr selbst werdet Abbild eures Urbildes dadurch; und die Stärke wird von euch kommen, welche die Welt gestaltet.
Ans Herz ist euch der Weg zu dieser Stärke vom Altar des Ostens aus gelegt worden. Schreibt euch ein das Wort, das zu euch gesprochen worden ist.


Administrant (Osten):
Lerne schweigen und dir wird die Macht.

2. Aufseher (Süden):
Begib dich der Macht und dir wird das Wollen.

1. Aufseher (Westen):
Begib dich des Wollens und dir wird das Fühlen.

Meister: Begib dich des Fühlens und dir wird Erkenntnis.


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- magischer Schluss -5

(Salz)


In isto sale sit sapientia er ab omni corruptione servet mentes nostras er corpora nostra, per Hochmael er in virtute Ruach-Hochmael, recedant ab isto fantasmata hylae, ut sit sal coelestis, sal terrae et terra salis, ut nutrietur bos triturans er addat spei nostrae cornua tauri volantis. Amen.

(Asche)


Revertatur cinis ad fontem aquarum viventium er fiat terra fructifi­cans, et germinet arborem vitae per tria nomine, quae sunt Nezahl Hod er jesod in principio er in fine per Alpha er Omega, qui sunt in spiritu Azoth! Amen.


(Wasser, Salz und Asche mischend)


In sale sapientiae aeternae et in aqua regenerationis er in cinere ger­minante terram novam, omnia fiant per Elohim Gabriel, Raphael er Uriel in saecula er aeones. Amen.

(Ex Deo nascimur. In Christo morimur. Per Spiritum sanctum reviviscirnus)


(Exorcisrnus des Wassers)


Fiat firmamentum in medio aquarum er separet aquas ab aquis, quae superius sicut quae inferius, er quae inferius sicut quae superius ad perpetranda miraculum unius. Sol eins pater est, luna mater, er ven­tus harte gestavit in utero suo, ascendit a terra ad coelum er r-ursus a coelo in terram descendit. Exorciso te, creatura aquae, ut sis mihi speculum Dei et vivi in operibus ejus er fons vitae er ablutio pecca­torum. Amen.


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- Der magische Schluss, deutscher Wortlaut:6 -

Salz


Weisheit sei in diesem Salz, und es bewahre vor aller Verderbnis un­sere Geister und unsere Leiber durch Hochmael und durch die Kraft Ruach-Hochmael; verschwinden mögen die sämtlichen Illusionen des Stoffes und da sei das Salz des Himmels, das Salz der Erde und die Erde des Salzes, damit sich bilden könne der Arbeitsstier und zu ihm treten die Hörner des wollenden Widders. Amen.


Asche


Es komme zurück die Asche zur Quelle der Lebenswasser, und die fruchttragende Erde entstehe und die Bäume des Lebens sollen kei­men durch die drei Namen Nezah, Hod und Jesod, im Anfange und am Ende, durch Alpha und Omega, die im Geiste sind des Azoth. Amen.

Mischen


Im Salz der ewigen Weisheit und im Wasser der Wiedergeburten und in der Asche der wiedererstandenen neuen Erde bilde sich «Alles» durch Elohim Gabriel, Raphael und Uriel, in Jahrhunderten und Jahrtausenden. Amen.


Exorcismus des Wassers


Es bilde sich das Feste inmitten der Wasser und trenne Wasser von Wasser, das Obere sei wie das Untere; und das Untere sei wie das Obere; und entstehen mögen die Wunder des Einen. Die Sonne ist dessen Vater, der Mond dessen Mutter, der es in seinem Schoße trägt und es steige auf von der Erde zum Himmel, und wieder nieder steige es vom Himmel zur Erde. Ich beschwöre dich, Geschöpf des Wassers, sei mir der Spiegel des lebendigen Gottes in dessen Werken und die Quelle des Lebens und der Läutetet in allen Hindernissen. Amen.


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- rosenkreuzerischer Schluss7 -:


Die Steine sind stumm; Ich habe das ewige Schöpferwort in sie gelegt

und verborgen; keusch und schamvoll halten sie es in den Tiefen.

M. Pr. [Materia prima]


Die Pflanzen leben und wachsen; Ich habe das ewige Schöpferwort der Sonnenkraft in sie strömen lassen, sie tragen es hinunter in die Tiefen.

M. S. [Materia secunda]


Die Tiere empfinden und wollen; Ich habe das ewige Schöpfer-wort in ihnen lebend gestaltet; sie formen es in den Tiefen.

M. T. [Materia tertia]


Der Mensch denkt und handelt; Ich lasse das ewige Schöpferwort in ihm leiden und sich freuen; er soll es tragen in die Höhen.8

S. T. [Spiritus tertius]


Die Seele erkennt und gibt sich hin; Ich lasse das ewige Schöpferwort der Sonnenkraft in ihr strömend sich erheben; sie lenkt ihren Flug in die Höhen der Weisheit und Frömmigkeit.


S. S. [Spiritus secundus]


Der Geist liebt sich lösend das All; Ich spreche im Geiste mein ewi­ges Schöpfer-wort, weckend und erlösend in Reinheit die Welt; ruhig strömt es in den Höhen des ewigen Lichtes.


S. P. [Spiritus primus]


K. A. P. [Konx Aum Pax]


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- Der rosenkreuzerische Schluss, alte Fassung9 -:

Die Steine sind stumm - Ich habe das ewige Schöpferwort in sie gelegt und verborgen; keusch und schamvoll verbergen sie es.

anaramaya10


Die Pflanzen leben - Ich habe das ewige Schöpferwort der Sonnen­kraft in ihnen strömen lassen; sie tragen es hinunter.


pranamaya


Die Tiere empfinden - und wollen - Ich habe das ewige Schöpferwort in ihnen lebend gestaltet; sie formen es in den Tiefen.


Der Mensch denkt und handelt - Ich lasse das ewige Schöpferwort in ihm sprießend sich freuen und leiden; er belebt es in den Tiefen.

manomaya


Die Seele erkennt und gibt sich hin - Ich lasse das ewige Schöpfer­wort in ihr sich strömend erheben; sie lenkt ihren Flug in die Höhen der Weisheit und Frömmigkeit.


vijnanamaya


Der Geist liebt, sich lösend von sich, alles - Ich spreche im Geiste mein ewiges Schöpferwort, weckend und erlösend in Reinheit die Welt; er strömt ruhig in den Höhen des ewigen Lichtes.


anandamaya


Atman





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3. Ritualtext für die Aufnahme in den ersten Grad11


Dem Aufzunehmenden werden alle metallenen Gegenstände abge­nommen, welche einen solchen Wert haben, der durch die Verhält­nisse der äußeren Welt bestimmt wird: Schmuckgegenstände, Geld etc. Er wird dadurch herausgehoben aus dem Zusammenhange mit der physischen Welt und ihrer Gesetzmäßigkeit. Er muß sich losge­löst fühlen von dem Wert, den ihm nicht die Kraft der eigenen Seele gibt.

Dann wird der Aufzunehmende zur Pforte geführt, begleitet von der einfahrenden Persönlichkeit. Vor der Pforte wird ihm eine Bin­de vor die Augen gebunden. Auf das Klopfen der einfahrenden Per­sönlichkeit ( ... ) entspinnt sich zwischen der einfahrenden und der im Innenraum empfangenen Persönlichkeit folgendes Gespräch:



Frage: Wer klopft ungestüm an unsre Pforte?

Antwort: Ein freier Mann (eine freie Frau), der (die) aufgenommen,werden will in den mystischen Tempel der Weisheit, Schönheit und Stärke, um in Gemeinschaft mit den älteren Brüdern der Menschheit dem Geiste zu opfern und zu dienen.


Frage: Wie heißt er (sie)?

Antwort: Name.


Frage: Wer bürgt für ihn (für sie)?

Antwort: Die Namen zweier Bürgen.


Frage: Sind alle Bedingungen erfüllt?

Antwort: Sie sind erfüllt.


Der Empfangende: Er (sie) trete ein.

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Der Aufzunehmende wird durch den Einführenden in Spiralen in den «Raum der Selbsterkenntnis» geführt. Hier wird er durch einen älteren M ten in der folgenden Weise apostrophiert:


So sind wir denn am rechten Orte. Ich komme aus dem Weltenall vom Hundssterne her. Diese Seele traf ich auf dem Wege, der vom Norden her fährt. Sie hat sich ihres Leibes entledigt. Sie ist an der Pforte des Todes angekommen. So höre, du Seele, jetzt auf den Geist, welcher dich zu deiner vollen Menschenwürde fuhren will und kann. Da du nicht mehr mit Sinnen behaftet bist und mit einem Verstande, der aus einem Leibe seine Kräfte zieht, so begegnet dein Blick in deiner Umgebung nicht mehr die [den] Dinge[n] und Vorgänge[n], durch welche dir der Geist, den ich bekämpfen muß seit Erdenurbeginn, deine Freiheit raubt und dich nur zum dienen n G e seines eigenen Wesens mac n will. In deinem Umkreis lebt nichts von seiner Schöpfung, der du im Sinnesleibe stets begegnen mußtest, wenn du den Blick nach außen wandtest. So träufelte mein Gegner sein Wesen in deine Seele; du warst nicht du selbst; du warst im Innern erfüllt von seinem Wesen. jetzt kannst du alles, was du erlebt, aus dir selbst holen; jetzt kannst du Herr, alleiniger Herr sein in der Welt, die aus deinem Innern sich schafft. So wirst du dich jetzt erst ganz wissen, wirst in deiner Menschenwürde leben. Erfühle dich also. Wolle du selbst sein. Wenn du dich voll verstehst, so kannst du gar nicht anders, als deine Heimat in der Welt finden, in welche ich dich geführt habe. So dringe selbsterkennend hier, wo alles schweigt um dich, von der Schöpfung meines Gegners in deine eigne Welt. - - -


Es bleibt nun eine Weile völlig still. Lautlose Ruhe herrscht. .... Diese wird nach einiger Zeit durch heftige Schläge unter­brochen.


Der Myste, der soeben noch gesprochen, fährt fort:


Schon naher mein Gegner, den ich bekämpfe seit Erdenurbeginn.

Er will mich von diesem Orte verdrängen. Er ist es, welcher deine

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Seele zu einem Gliede seiner Wesenheit machen will. Folgst du ihm, wirst du deiner Menschenwürde verlustig gehen. Sklave seines Wesens wirst du werden. Doch für jetzt muß ich ihm weichen. Verfalle, du Seele, ihm nicht!


Der Myste, welcher am Altar des Ostens den Dienst verrichtet, beginnt nun zu sprechen:


Ich habe an dir, du Seele, erkannt, dass die Verlockungen des Geistes, der mich bekämpft seit Erdenurbeginn, dir die Neigung für seine Worte gegeben haben. Er konnte dich doch zu der Empfin­dung bringen, daß es gut für deine Menschenwürde sei, ihm zu folgen. Ich, der Geist aus dem Osten, stehe nun hier vor dir. Mein Gegner hat mir jetzt weichen müssen. Um mich stehen die Rich­ter des furchtbaren Totengerichtes. Ich frage sie: Was soll mit der Seele geschehen, an deren Grunde ich erschaue die Neigung zu dem Geiste, der mich bekämpft seit dem Erdenurbeginn?


Die umstellenden Mysten antworten:

Man muß diese Seele in die Hölle bringen.

Der Diener-Myste des Ostens:

Man bringe diese Seele in die Hölle.


Darauf wird der (die) Aufzunehrnende wieder in spiraligem Kreise in einen Raum geführt, welcher die Hölle darstellt. Man hört das Fallen von Ketten; und das Zufallen eines Schlosses, wenn der Auf­zunehmende in dem Raume angekommen ist.


Der Myste aus dem Osten spricht jetzt:


Du Seele, du bist an dem Orte, wo der Sehnsucht deiner Seele Er­füllung werden kann. Du bist in deiner eigenen Welt. Du wirst fortan nie wieder mit deinem Blicke auf eine Schöpfung stoßen, welche nicht aus deiner eigenen Seele stammt. Du wirst ganz in deiner eigenen Welt leben und wirst alleiniger Herr in ihr sein können. Doch wisse, daß du in alle Ewigkeiten hinein in deiner


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isolierten Welt leben wirst. Nichts aber auch von alle dem, was dir lieb und teuer geworden ist in der Welt, in welche ich dich geführt habe, wirst du jemals wiederfinden können. Du wirst in Ewigkeiten nichts erfahren von Wesen, welche du lieb gewonnen hast, denen du gerne helfen wolltest. Sie werden niemals ferner das geringste von dir erfahren können. Du wirst in aller Zukunft von nichts als nur von dir selber wissen- Und erkenne so auch das Schweigen, die Einsamkeit, die dich endlos von außen umgeben werden. Und wisse, dass je weiter du nur in dir leben wirst, desto furchtbarer wird dein Leben sein. Du wirst in eine leere zukünfti­ge Ewigkeit schauen, in welcher du nichts als deine eigene Wesen­heit wirst genießen können! Dies Leben mit dem Ausblick in die Ewigkeit wird schreckensvoller, je weiter du ihm so entgegen­lebst. Dazu hat dich deine Neigung zu meinem Gegner verurteilt; die Richter meines furchtbaren Totengerichtes haben nur in Worte gebracht, wozu sich deine Seele selbst verurteilt hat. - ­Doch ich darf, vermöge der Gnade, die auch vorn Osten strahlt, dir jetzt nochmals vorfuhren, was du durchlebt auf Erden hast. Vielleicht kommt deine Seele zu andrer Neigung, wenn du, gerü­stet mit der Einsicht in alles, was dir mein Gegner versprochen, und was ich über dich hier verhängen muß, noch einmal er­schaust, was du geworden bist. Deshalb führe ich dich durch dei­ne Erdenvergangenheit und werde deiner Seele vorfuhren, was in deinem Erdenlaufe dir meine Boten aus dem Osten gewähret ha­ben, so daß du werden konntest, was du nun bist. Ich habe sie aus­gesandt, diese meine weisen Boten; jetzt mögen sie nochmals dir zu Gehör bringen, was sie in deinem Erdenlaufe an dir vollbracht haben.


Man hört wieder die Ketten heftig klirren, und das Schloß (der Hölle) mit starkem Geräusch sich öffnen.


Ein hierzu bestellter Myste ruft die Worte:


Es soll nun die Wandrung rückwärts durch das Leben beginnen.


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Während der (die) Aufzunehmende wieder in spiraligen Bahnen geführt wird, spricht der hierzu bestellte Myste, der schon die letzten Worte gesprochen hat, das Folgende:


1. Der Mensch wandelt durch sein ganzes Leben in der Finsternis; nur die Erkenntnis des Geistes kann ihn der Finsternis ent­reißen. -


2. Wenn die Seele nur Neugierde oder Wissensdurst zum Geiste treibt, wird sie den Geist nicht finden. Denn nur solche Wesen finden den Geist, welche erkennen, daß sie nicht sich, sondern der Welt angehören, und die daher die Pflicht in sich erfühlen, sich so vollkommen als möglich als Glied des Weltganzen zu machen. Pflicht der Erkenntnis des Geistes: sie sollst du er­fühlen.


3. Wenn du nicht so tief in Merischenseelen dringen willst, daß alle irdischen Unterschiede vor deinem Blicke verschwinden, und du alle Menschen so siehst, wie sie ohne Unterschiede, eine gleich der andern sich darstellen, kannst du nicht zur Erkennt­nis kommen; denn diese erlangt derjenige allein, welcher die Menschen alle gleich, ohne die Unterschiede sieht, die ihnen die in Finsternis getauchte Welt aufgeprägt hat. -


4. Wenn die Seele nicht geneigt ist, ihre Schwächen und Irrtümer in klarer Beobachtung sich vorzuhalten, so wird sie den Weg zur Geisteserkenntnis nicht finden; denn ein jeder nicht erkannte Fehler ist ein Hindernis, das sich in den Weg der Erkenntnis Stellt.


Nachdem der Aufzunehmende diese vier Sätze während seines spi­raligen Ganges gehört hat, wird in seinen Weg eine Treppe gestellt, die er hinanzusteigen hat. Auf der obersten Stufe angelangt, wird er an der anderen Seite herabfallen gelassen. Während dieses Aufstieges und Abfalles werden von dem hierzu bestellten Mysten die folgenden Worte gesprochen:

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Du suchtest auch auf deinem bisherigen Wege das Licht für deine Seele zu finden; doch stiegest du die Höhe des Lebenspfades in der Finsternis hinan. Dieser Aufstieg bringt dir bildhaft zur Wahrnehmung deinen Aufstieg in der Finsternis. Du kannst nur durch die Leitung des vom Geiste empfangenen Lichtes die Lebenshöhe richtig erreichen; ohne dieses mußt du abstürzen, wie du jetzt abstürzest.


Nach diesem wird der Aufzunehmende an die beiden Säulen heran­gefiührt, welche an der Eingangspforte desjenigen Raumes sich befin­den, welcher das alte atlantische Land symbolisiert. Vor diese Säulen wird der Aufzunehmende gestellt; und der hierzu bestellte Myste spricht das Folgende:


Du hast mit dem Blicke deiner Seele durchschnitten die Inkarna­tionen rückwärts, welche du durchlebt hast seit der großen atlanti­schen Katastrophe. Nun bist du angekommen in der Zeitepoche dieser Katastrophe. Du stehst an den Säulen des Herkules, welche einstmals von Osten nach dem Nordwesten in das alte atlantische Land führten. Bedenke, daß du weitere vorhergehende Inkarnatio­nen in diesem atlantischen Lande durchgemacht hast. Diese durch­lebtest du unter ganz anderen Bedingungen als die späteren in der nachatlantischen Zeit. Das atlantische Land war so gestaltet, daß der Erdboden mit dichten Wassernebeldünsten erfüllt war. Inner­halb des ständigen Wassernebels lebtest du in ganz anderer mensch­licher Form als später in der nachatlantischen Zeit. in dieser war die Luft frei geworden von der ständigen Wassernebelerfüllung. Demgemäß ward das ganze Wahrnehmen und Erleben des Men­schen anders geworden. Die nachatlantische Zeit ist die Luftprobe der Menschheit; das Durchschreiten durch die Inkarnationen der atlantischen Zeit die Wasserprobe der Menschheit. Während der Luftprobe haben die Boten des guten Geistes aus dem Osten die von dir gehörten einfachen aber tief bedeutungsvollen Grundsätze allem Leben deiner Seele zuströmen lassen. Diese Grundsätze sind die alle Seelen zum Guten fahrenden Impulse, welche die Weisen aus dem Osten stets wie mit goldenen Buchstaben in der Geistes-


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schrift der Welt vor sich sahen; durch sie wollten sie deine Seele zum Heile fuhren. Doch mischte in alles, was von diesen Impulsen durchströmt war, mein Gegner, der mich bekämpft, seine Impulse, die dem Heil dieverderbnis stets einpflanzten. Wenn du jetzt deinen Blick nach dem Osten wenden könntest, und dir die Wirklichkeit im Geiste erschiene, wurdest du in lichten Höhen meinen Adler se­hen, der dir die Weisheit des Ostens bringen wollte. Doch unter ihm sähest du den Geier meines Gegners, welcher dein Denken so beein­flußt hat, daß dir die Weisheit zur zehrenden Kraft werden mußte, die dich in dem Grade in der Aufzehrung deiner Glieder vernich­tet, als du im Erdendenken die Weisheit zu erreichen suchtest.

Wenn du den Seelenblick nach dem Süden wenden könntest, so würdest du sehen in Lichteshöhen meinen Engel, welcher dei­nem Fühlen die Offenbarung der Schönheit bringen sollte; mein Gegner aber weist dir darunter die Eule, welche der Offenbarung der geistigen Schönheit beimischen muß die Kräfte, welche deiner Seele, wenn sie des Nachts im Schlafe außer dem Leibe weilt, den Trieb einpflanzen, der sich gegen die Schönheit auflehnt und dein Fühlen von der Offenbarung des Geistigen hinweg führen will. Wenn du den Seelenblick nach dem Westen wenden könntest, so wurdest du in lichten Höhen meinen Löwen sehen, als den Boten, der deine Seele hätte ausstatten können mit der Kraft, die aus dem Geiste stammt, und ehe dich geistig stark machen würde; doch un­ter meinem Löwen würdest du sehen den schwarzen Raben mei­nes Gegners, welcher deiner Seele den Trieb einpflanzt, stets die geistige Kraft zu verdecken durch die physische Stärke.

So konnte deine Seele niemals unvermischt haben, indem sie die nachatlantischen Inkarnationen durchlief, unvermischt, was dir die weisen Boten der fortschreitenden Weltengeister geben wollten. Sie erhielten es vermischt mit den unheilbringenden Gaben meines Gegners, der mich bekämpft seit Erdenurbeginn.


Nach diesem tritt wieder jener Myste sprechend ein, welcher den Aufzunehmenden in den «Raum der Selbsterkenntnis» geführt hat. Er spricht das Folgende:


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Es ist die Zeit der atlantischen Katastrophe, in welche du mit dem Seelenblicke rückwärts wandernd eingetreten bist. Das ist die Zeit, wo mich der Geist nicht völlig zum Schweigen bringen kann, den ich bekämpfen muß seit Erdenurbeginn. So kann ich deiner Seele jetzt auch sagen, was du von mir in deinen nachatlan­tischen Inkarnationen empfangen hast. Ohne mich hättest du nie­mals erlangt das Wissen, welches dein Denken im freien Beobach­ten der Erdenwesen und Erdenvorgänge sich angeeignet hat. Denn er, welcher der von mir bekämpften Weltenordnung die Richtung weist, wollte deinem Denken seine Weisheit allein ein­flößen; er wollte in deinem Denken, Fühlen und Wollen leben. In &r wollte nur er selbst leben; du solltest in deinem Leben nur ihn darstellen. Deine Sprache sollte allein von seiner Herrlichkeit tö­nen. Ich habe deine Sprache so durchdrungen mit meiner Wesen­heit, daß du sprechend deine Impulse des Denkens, Fühlens und Wollens zum Ausdrucke bringen kannst. Ich habe meinen Bruder, der gleich mir jenen andern Geist bekämpft seit Erdenurbeginn, veranlaßt, daß du auf Erden dir erhalten kannst in der Schrift, was unter des andern Geistes alleiniger Führung nur in dem von ihm durchdrungenen Worte leben könnte, und was mit dem Worte vergehen müßte. So urteile, was dich im Laufe der nachatlanti­schen Inkarnationen zu dem gemacht hat, was du bist. Urteile, was du ohne die Sprache, die nicht nur ]Dbersinnliches, sondern durch mich auch Sinnliches ausdrucken kann, was du ohne die Schrift heute wärest. Ich bin der Bringer der Erdenkultur, ohne mich wärest du Abbild eines göttlichen Geistes; doch nicht freier, sich selbst darstellender Erdenmensch.


Nachdem dieses gesprochen ist, tritt wieder der andere Myste sprechend auf, der vor diesem letzten gesprochen hat.

Dieser sagt jetzt das Folgende:


Ich will deine Seele nun durch die Säulen des Herkules hindurch­fuhren in das alte atlantische Land. In ihm wirst du im Seelenbilde schauen, was du in deinen atlantischen Inkarnationen erlebt hast, was du aber völlig vergessen hast, während du dir angewöhnt

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hast, die Erdenverhältnisse so zu betrachten, wie es dir durch die Beeinflussung meines Gegners möglich geworden ist. Erst in der nachatlantischen Zeit und in der letzten atlantischen Zeit ist sein Einfluß merkbar groß geworden. Vorher herrschte in deiner Seele der meinige vor. Du standest damals im Wassernebelleben mei­nem Wesen näher als später. So wirst du an dem, was damals in dein Leben trat, ermessen können, was er dir ist; und was dir sein kann der Geist, dem ich diene. - Für dein damaliges Wahrneh­men sprach Weisheit aus allen Dingen und Vorgängen der in den Wassernebel getauchten drei Reiche der Natur. Gegenwärtig kennt deine Seele nur artikulierte sinnerfüllte Sprache aus Men­schenmund. Es spricht nicht sinnerfüllte Sprache: die Quelle, die Wasserwogen, die im Winde wirbelnden Blätter der Bäume des Waldes. Das aber taten sie in der alten atlantischen Zeit. Und dei­ne Seele konnte sich beraten mit allen Wesen der Natur. Sie stand der «Weisheit der Welt zur Zeit der Wasserprobe der Menschheit noch nahe. - Und wenn die Seele in sich ging, wenn sie die Auf­merksamkeit abzog von dem, was aus allen Dingen deren Wesen aussprach, dann auch, wenn der Mensch in die Einsamkeit sich zurückzog, wo nicht die Dinge sprachen, da hörte die Seele einen Grund- oder Zwischenton, der durch alles hindurchtönte. Wenn die Seele diesen Ton hörte, dann strömte mit dem Tone alle Wär­me des Weltenwaltens in sie, und es strömte in sie das Licht der weltschöpferischen Kräfte. Die Seele erfüllte sich mit der allwal­tenden Weisheit. Sie sagte, erfühlend, was da war: «Der große Geist spricht.» Die Seele wurde andächtig und ehrfürchtig, wenn sie den «großen Geist» in sich sprechend fließen fühlte. Also sprach der große Geist ..... ...... ; und wie im Echo, anbetend und verehrend sprach mit dem großen Geiste die Seele; so war das Zwiegespräch der Seele mit dem großen Geiste in der alten atlantischen Zeit: ......... ....... ....... Deine Seele hat dieses Zwiegespräch vergessen; ich habe sie daran erinnert. Jetzt aber kommst du mit deiner Rückwärtswanderung durch das Leben der Erde nach und nach da an, wo der Geist ganz nahe-


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stand, den der andre bekämpft seit Erdenurbeginn. Ich habe an diesen Ort, an diesen nur mit dem Innern der Seele erreichbaren Ort diesen Tempelraum gestellt. Wenn die Binde genommen sein wird von deinen Augen, wirst du umgeben sein von den Bildern, die deiner Seele zeigen, was dich umgab in dem Augenblicke, als du aus der Geisteswelt tratest zum ersten Male in eine irdische Inkarnation. Du wirst noch einmal wählen» können. Als deine Seele zum ersten Male wählte, nahm sie auf in die Impulse ihrer Entwickelung diejenigen meines Gegners. Dadurch mußten ihr die Geheimnisse des Geistesseins verhüllt werden.


Es wird nun der Aufzunehmende in den eigentlichen Tempelraum geführt, der völlig dunkel gemacht wird in diesem Augenblicke. Der den Altar des Ostens bedienende Myste spricht nun die gelöb­nisartigen Worte, welche der Seele die Richtung ihres Wandelns durch Raum und Zeit zum Bewußtsein bringen sollen. Daran schließen sich die Worte, die die Seele in sich erfühlen soll, um zu wissen, wie sie sich richtig dem Wesen des ersten Grades gegenüber fühlen soll:


Ich gelobe und verspreche, daß ich ohne Zweizüngigkeit, ohne Schwachheit, und ohne Doppelsinn mich im Sinne des Geistes des ersten okkulten Grades halten und in diesem Sinne mich auch gegen Außenstehende dieses Grades halten werde. Sollte ich [mich] nicht im Sinne dessen, was ich mir so selbst verspreche ver­halten, so wird sich an meiner Seele erfüllen, was ich dann selbst durch Erkenntnis mit vollem Bewußtsein gestatten muß, ...........................................................................................................................12


Der den Altar des Ostens bedienende Myste spricht weiter:


Du Seele, bedenke, daß du gelassen hast vor den Pforten dieses Raumes alles, was seinen Wert von der äußeren Welt erhält, in welcher zugleich mit mir auch mein Gegner wirkt. Hier kannst


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du durch alles das nichts erreichen, hier kann nur deine Seele wir­ken, welche nichts von alle dem sich zum Wirken bedient. Was dir hier zum Wirken dienen kann, es drückt sich in dem symbolschen Kleine aus, das dir durch meine Helfer jetzt angelegt wird.


Es wird dem Aufzunehrnenden das symbolische Kleid des ersten Grades angelegt.

In dem völlig verdunkelten Raum wird nun ein Licht entzündet.

Der an der Seite des den Altar des Ostens bedienenden Mysten [Stehende] bekommt dieses Licht in seine Hand und stellt sich dicht vor den Aufzunehmenden hin. Hinter demselben steht ein andrer hierzu bestimmter Myste.

Der Myste im Osten spricht:

Was suchet in diesem Raume die Seele?

Die umstellenden Mysten antworten im Chor:

Das Licht des Geistes.


Der Myste im Osten spricht:


Das Licht des Geistes wird dieser Seele erscheinen, wenn sie durch die rechte Gesinnung eindringen wird in alles, was hier zu ihr spricht.


in diesem Augenblicke nimmt der hinter dem Aufzunehmenden ste­hende Myste dem Aufzunehmenden die Binde von den Augen; das Licht bleibt nur für Augenblicke brennen; dann erlöscht es der tragende Myste.

Der Aufzunehmende ist in dem völlig dunklen Raume.

An dieses schließt sich unmittelbar die mit der Entzündung der Lichter im Osten, Süden und Westen verbundene Eröffnungshandlung. (->>Ritualtext für die Logeneröffnung).

Nach derselben erfolgt die Erklärung und Mitteilung der symboli­schen Zeichen und Worte, welche dem Aufzunehmenden im Sinne von Vorgängen des ätherischen Menschenleibes dadurch bewußt


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werden sollen, so dass er sich ihre Mitteilung erfüllen kann als ein Glied des ersten Grades.

Dass wird der Aufzunehmende vor den Altar des Ostens durch zwei dazu bestimmte Mysten geführt. Der Myste, der den Osten bedient, nimmt das ... Zeichen; es treten zwei Mysten der höheren Grade hinzu; diese kreuzen über der Stirne des Aufzunehmenden ihre schwertartigen Symbole: der Myste des Ostens spricht:


Im N. d. w. M. d. 0. [Im Namen der weisen Meister des Ostens] und kr.d.G.m.w. [kraft der Gewalt rnit welcher ich ihnen diene, schreibe ich dich in das Buch des ersten Grades derer, die da streben nach dem Lichte der ewigen Mystik.


Der Aufzunehmende wird von den hiezu bestimmten Mysten an den ihm angewiesenen Platz geführt.

Es wird nun die Handlung unterbrochen und eine Instruktions­handlung eingelegt. Während derselben teilt ein lehrender Myste dein Aufzunehmenden mit:


1. die die Menschheitsevolution symbolisch deutende Legende13.


2. Ein Zeichen der okkulten Schrift.14


Nach dieser Instruktion wird die Handlung wieder aufgenommen, um mit jenem dreifachen symbolischen Schluß das Ganze zu be­enden, welcher alle Handlungen des ersten Grades beschließt.


4. Versprechensformel

Versprechensformel


Zwei handschriftliche Vorlagen Rudolf Steiners aus Notizbuch Archivnummer 611

Ich versuche mir verständlich zu machen, wie ich im MisraimDienste meines Selbstes Entwickelung finden und mich dem ehrfürchtiges Schweigen fordernden heiligen Geheimnis nähern kann. Versuchen will ich durch Sorge für das symbolische Sanktuarium meinen Mitmenschen die Pflege dieser Entwickelung zu eröffnen


und durch Wahrung des Sinnes der Wahrheitgrade die innere Natur des menschlichen Weisheitsgutes zu verstehen.


Versuchen will ich mein Selbst zu bewahren vor allen Einflüssen, die seine vollbewußte Freiheit herabmindern und ihm durch Hypnose, Suggestion etc. auf irgendeiner Lebensstufe die innere Lichtkraft und Selbstbestimmung rauben.


Es kann eine Seele nur Ziel und Bestimmung im Reich der Dauer, Richtung und Wachstum im Reich der Zeit finden: die solches versucht.


Ich vernehme, daß solches als Lehre verkündet wird derer, die ich nennen höre die Wissenden, die den Schlüssel haben sollen zu verborgenen Geheimnissen.




Ich ---- geboren zu ----- wohnhaften ---- gelobe und verspreche hiemit die Regeln des echten und wahren Misraim Dienstes getreulich zu halten und zu befolgen; das heilige Geheimnis streng zu wahren, nach Kräften für die Erhaltung des Sanktuariums zu sorgen und einzutreten und den Generalgroßmeister als oberste Entscheidungs-Instanz in allen Misraim-Angelegenheiten rückhaltlos anzuerkennen. Ich gelobe und verspreche ferner, daß ich mich nicht durch Hypnose, Suggestion usw. in einen unfreien Zustand versetzen las,sen werde, so daß alles, was im Leben je auf mich wirken wird, mich in dem Zustande des Wachens antreffen werde, auf daß durch mich niemals die Geheimnisse des großen Dienstes an Außenstehende verraten werden können.


Sollte ich dieses mein feierliches Gelöbnis jemals brechen, so möge meine Seele ruhelos wandern ohne Ziel und Bestimmung im Raume, möge sie richtungslos sein in der unermeßlichen Zeit.


Dieses gelobe ich bei den weisen Meistern des Ostens, die ihr Auge heften mögen auf meine Taten.



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5. Ritualtext für die Beförderung in den zweiten Grad15

Der Einzuführende wird von dem hiezu bestimmten Mysten vor das Tor geführt des «Aufklärungsraumes». Es wird an dasselbe ge­klopft (..- ..- ) Darauf folgendes Gespräch zwischen dem außen stehenden führenden Mysten und dem innen stehenden Empfangenden:


Wer klopft?


Ein Angehöriger des ersten Grades dieser okkulten Strömung, der in den zweiten Grad befördert werden darf.

Wie heißt er?

Wird gesagt: Bruder (Schwester) ------­Sind alle Bedingungen erfüllt?

Sie sind erfüllt (bzw. der Meister hat Dispens erteilt).


Hierauf wird die Türe geöffnet und der Aufzunehmende zunächst im «Aufklärungsraum» vor ein hell loderndes Feuer geführt. An demselben steht ein hiezu bestimmter Myste, der [als Luzifer] fol­gende Worte spricht:


Schau in dieses Feuer. So wie du es siehst und wie es dir wohl be­kannt ist, habe ich es gemacht. Der Geist des Ostens, welchen ich bekämpfen muß seit Urbeginn, hat es anders gewollt. Er wollte ihm seine Eigenschaften des elementarischen Reiches allein auf­prägen. Dort muß es verzehren alle Affekte, Leidenschaften, Trie­be, die von der geraden Linie der allgemeinen Weltenordnung nur in etwas abweichen. Wie es auf deinen physischen Leib wirkt,


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wenn du den Finger jetzt hineinstecktest, so würde es auf deine Seeleneigenheit stets wirken. Nur dazu wäre es da, wenn es nach dieses Geistes ursprünglichen Absichten gelenkt wäre. Ich aber habe es ihm entwendet. Ich habe es von seiner elementarischen Form zur physischen Dichte zusammengezogen; dadurch ist es zu dem wohltätigen Elemente in der physischen Kulturentwicke­lung der Menschheit geworden, welches es auch dir, du Seele, da­mit geworden ist. Bedenke, was du als Mensch durch die Erden­entwickelung hindurch ohne das Feuer geworden wärest. Ver­stehst du dieses, so weißt du auch, was ich dir bin, und wie du dich an mich halten mußt, wenn du deinem Menschtum nicht untreu werden, es nicht verlieren willst.
Bedenke so, daß es in mir nicht Mutwille war, der sich aufgelehnt hat gegen die allgemeine Weltenordnung, die vorbestimmt war vor meinem Eingriff, sondern auch ein Opfer, das ich deinem Mensch­entum gebracht habe. Ich habe mich um deiner Würde willen zum Gegner dieser Weltenordnung gemacht, habe um deinetwillen 'alles auf mich genommen, was mein Gegner ob meiner Tat über mich verhängen mußte.

Nach diesem wird der Einzuführende vor einen zweiten altarähn­lichen Aufbau geführt, an dem er zunächst nichts sieht. Der hiezu bestimmte Myste spricht [als Ahriman] das Folgende:


Bedenke, o Seele, wozu dich der Geist des Ostens, den ich seit Ur­beginn bekämpfen muß, allein hätte machen wollen und können. Er wollte in deine Seele sein Wesen einpflanzen. Wollte deine See­le mit diesem Wesen ganz erfüllen. Das mußte ich durchkreuzen. Durch meine Tat treffen in deinem Erdenumkreis deine Sinne die mannigfaltigen Wesen des Tier-, Pflanzen- und mineralischen Rei­ches, treffen die durch mich zusammengezogenen Elemente der Luft, des Wassers, der Erde, treffen die physische Körperlichkeit von Sonne und Mond, und die Pracht des weiten Sternenraumes. Was dir in der physischen Welt an Mannigfaltigkeit in Weisheit, Schönheit und Stärke entgegenkommt: es könnte sich dir nicht offenbaren, hätte ich nicht in die allgemeine Weltenordnung ein-


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gegriffen. Die ganze Welt deines Umkreises müßte dir unter meines Gegners alleiniger Führung nur ein unendlicher Spiegel sein, aus dem dir nur du selbst dich als Abbild seines Wesens offenbarest. Wo du auch hinblickest, ob nach oben oder unten, nach rechts oder links, nach vorne oder rückwärts, überall erblicktest du nichts anderes als dieses:


In diesem Augenblicke wird dem Einzuführenden ein Spiegel vorgehalten, in dem er sein eigenes Antlitz beschaut, dabei fallen die Worte:

Erkenne dich selbst.


Nach diesem wird der Einzuführende in den -Raum des Ostens» ge­führt. Hier wird sein Blick nach dem Osten gelenkt, und der den Osten bedienende Myste spricht das Folgende:


Eben stand vor deinem Seelenblicke mein starker Gegner. Er kann an die Menschenseele stets herandrängen, wenn die Evolu­tion durch ihre Zwischenzustände von Zyklus zu Zyklus geht. Du warst im Seelenblick vor den Anfang deiner Erdenevolution gestellt, als du das Leben rückwärts geführt worden warst bei dei­ner Einführung in den ersten Grad. Da konntest du erkennen, wie du aus geistigen Höhen und aus geistiger Umgebung zum er­sten Male in eine irdische inkarnation eingetreten bist. Das war eine Entwickelungs-Übergangszeit. Zu deinem Verstande hat mein starker Gegner gesprochen. Wenn du dieses dein Verständ­nis wirken läßt, so können dir seine Worte nicht anders als wahr erscheinen. Du kannst seine Worte nicht widerlegen; und wollte ich mit Verstandeswiderlegung allein an dich herantreten, so könnte auch ich nicht ungültig machen, was er gesprochen hat. Denn an dem Orte, wo er stand, und an dem andern, wo du jetzt stehst, hört die alleinige Gültigkeit der Verstandeserwägung auf. Du findest die Möglichkeit nur, dich hier recht zu finden, wenn du verstehen kannst, was du jetzt von mir hören wirst. Hat zu dir mein Gegner gesprochen? Hat er dich überzeugt, da er doch zurecht jetzt deine Seele überzeugt hat.


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Verstehe: alles, was sich hier physisch abgespielt hat, ist nur Schein. Er stand im physischen Bilde vor dir; du hast in deinem physischen Bilde ihm zugehört. Und doch ist das alles nur Schein. Er hat gar nicht zu dir gesprochen. Er hast nur zu demjenigen Teile seines Wesens gesprochen, was in dir selbst ist.

Er hat nur sich selbst überzeugt.

Bedenke dies, und du wirst die Möglichkeit finden, auch mich zu verstehen, der ich sprechen will zu demjenigen Teile deines Wesens, das nicht er ist.

Doch sind seine Worte dir sympathischer als die meinen. Er spricht in dir zu dem, was du schon bist, was du als dein eigenes Wesenn anerkennen willst; ich muss zu demjenigen in dir sprechen, was du erst werden sollst; ich muß, bevor du mich verstehen kannst, von dir fordern, dass du durch innere Seelen- Erkraftung dich erkennen lernest in dem Teile deines Wesens, der du zwar bist, von dem du aber noch nicht weißt. Ich muß von dir fordern, dass du dich erst noch erarbeitest. So steige denn verstehend zu dir selbst hinan, und du wirst mich in dir finden.


Vor dem Einzuführenden steht eine Treppe, in der er hinansteigen muss. Während des Hinansteigens spricht der den Osten bedienende Myste die folgenden Worte:

Form


Kraft


Zahl


Harmonie

Wort


Gedanke


Ich



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Suche in dir dieser Worte Kraft in ihrer siebenstufigen Folge und du wirst in innerer Seelen-Erkraftung den Schlüssel finden, Wel­cher dir den Weg in den zweiten der okkulten Grade weist.


Dann spricht derselbe Myste weiter:


Bedenke, O Seele, du wirst, wenn du verstehst, was jetzt an dich herangetreten ist, mit einem neuen Weltverständnis ausgerüstet, mit einem Verständnis, das nicht nur in der Wirkenssphäre des Sinnenseins Gültigkeit hat, das auch gilt da, wo Geister mit Gei­stern verkehren.


Verstehe diese Sprache und du kannst werden aus einem Schüler der geistigen Welt ein Genosse der geistigen Wesenheit.


Nach diesem wird eine Eröffnung der Handlung vorgenommen mit dem Eröffnungsvorgang des ersten Grades.

Nun folgt die Mitteilung von Zeichen, Griff und Wort im Sinne von inneren Bewegungskräften des ätherischen Leibes an den Einzu­führenden.

Dann wird die symbolische Bekleidung im Sinne des zweiten Grades zurecht gerichtet.

Nach diesem spricht der Myste im Osten:


Alle welche seit alten Zeiten sich der Bedeutung dieses okkulten Grades bewußt geworden sind, haben ihrer Seele das Gelöbnis abgelegt:

Ich gelobe und verspreche, daß ich ohne Schwachheit, Zweideu­tigkeit und Doppelzüngigkeit die Geheimnisse dieses zweiten der okkulten Grade recht in meiner Seele behandeln und vor allen Außenstehenden und nur dem ersten Grade Angehörigen bergen werde. Sollte ich dies mein Gelöbnis brechen, so will ich gestatten, daß ...............................16


Hierauf wird der Einzuführende an den Altar des Ostens herange­führt von zwei hiezu bestimmten Mysten. Zwei Mysten der höhern Grade treten von links und rechts heran; kreuzen über seiner Stirne ihre symbolischen Schwerter.


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Der Myste des Ostens spricht:


I. N. d. w. M. d. 0. u. K. d. Gew. [Im Namen der weisen Meister des Ostens und Kraft der Gewalt], mit der ich ihnen diene, schrei­be ich dich in das Buch des zweiten Grades derer, die da streben nach dem Licht der ewigen Mystik.


Es wird nun die Handlung in eine Instruktionshandlung verwandelt. Trend derselben trägt ein lehrender Myste eines der Mittel - eine legendarische Imagination zum Beispiel - vor, die geeignet sind, durch Anwendung in der Meditation der Seele den Weg des zweiten Grades möglich zu machen.

Nun folgt der dreifache Schluß der ganzen Handlung in der Sym­olik des zweiten Grades (= Eröffnungs- und Schlußritus).


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6. Ritualtext für die Erhebung in den dritten Grad

Dieser Text ist hier nicht angeführt, da der entsprechende Ritus nie ausgeführt wurde.

Der Text findet sich aber in GA 265 S. 190 - 199

Text nach der Originalhandschrif Rudolf Steiners Notizblätter Archivnummer 6981 bis 6987



Fußnoten:

1Diese Texte sind nach der offiziellen Veröffentlichung durch den Rudolf- Steiner - Verlag Dornach/ Schweiz zitiert. In:
STEINER, Rudolf; Zur Geschichte und aus den Inhalten der erkenntniskultischen Abteilung der Esoterischen Schule 1904 - 1914.
Rudolf- Steiner- Verlag Dornach, Schweiz 1987
Text nach Originalhandschrift Rudolf Steiners
Notizbuch Archivnummer 611,
ergänzt um einige wenige Angaben zum Ritualverlauf aus Teilnehmeraufzeichnungen.

2Die Ziffern im Text beziehen sich auf die Seiten der oben genannten Ausgabe

3Gegebenenfalls folgte anstelle der Instruktion das Ritual für die Aufnahme in den 1.- oder für die Beförderung in den 2.- oder für die Erhebung in den 3.

4Gilt gleichermaßen für den enten, zweiten und dritten Grad-

5Nach Originalhandschrift Rudolf Steiners. Die in runden Klammern stehenden Bezeichnungen wurden gemäß Teilnehmeraufzeichnungen hinzugefügt.

6von den verschiedenen vorliegenden deutschen Übersetzungen wird hier die in der Handschrift Marie Steiners wiedergegeben, da anzunehmen ist, daß sie auf Rudolf Steiner zurückgeht.
Ob auch der deutsche Wortlaut gesprochen worden ist, ist nicht überliefert.

7Text nach der Originalhandschrift Rudolf Steinen Notizblatt Archivnummer 6978

8In diesem Moment wurden die schwarzen Vorhänge in rote verwandelt.

9Notizblatt Archivnummer 6977

10In der Ausgabe GA 265 werden diese Wörter folgendermaßen übersetzt:
„Zu den Sanskritbezeichnungen:
anarmaya [wohl annarasamyaya wörtlich: aus fester und flüssiger Nahrung gemacht
prmamaya aus Lebenskraft gemacht
manomaya aus Geist gemacht
vijnanamaya aus Bewusstsein gemacht
anandamaya aus Wonne gemacht

11Text nach Originalhandschrift Rudolf Steiners
Notizbuch Archivnummer 612

12An dieser Stelle ist die Gelöbnisformel in der Ausgabe GA 265 nicht weiter ausgeführt. Wahrscheinlich war diese Gelöbnisformel den Herausgeber (-innen) selbst unheimlich. An anderer Stelle, auf den Seiten 148/149 wird aber dann doch eine Gelöbnisformel veröffentlicht. Siehe http://members.aol.com/dilloo/doc.htm

13Die sogenannte „Tempellegende“ In: GA 265 S. 183

14Gemeint sind die Erkennungszeichen, - Griffe und - Worte des ersten Grades.

15Text nach der Originalhandschrift Rudolf Steiners Notizbuch Archivnummer 613

16auch hier wird die Formel nicht im vollen Wortlaut abgedruckt.

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© April 2005