|
Streß und Körpersprache
Gedanken, Gefühle und Emotionen drücken sich ständig im Körper aus
Körperliche Leiden können auch seelische Ursachen haben und nicht alles ist aktueller Stress!
Streß gibt es überall, aber...
Sie müssen deshalb nicht sein Opfer werden. Streß ist ein normaler
Bestandteil jeglichen Lebens. Krank macht er nur dort, wo er über
längere Zeit im Übermaß herrscht. Wo er auf Dauer nicht
als solcher erkannt und nicht bereinigt wird. Das gilt besonders für
den Menschen. Das Tier hat seine Naturgesetze, mit denen es Streß
bewältigt. Aus diesen Erkenntnissen hat der ungarische Forscher Hans
Selye die Streßforschung entwickelt und "Streß" und seine Auswirkungen
auf eine naturwissenschaftliche Grundlage gestellt.
Der Mensch hat, im Gegensatz zum Tier, einen Intellekt und kann damit
Auswirkungen von äußerem und innerem Streß manipulieren:
er kann z. B. ganz ruhig bleiben, während es in ihm "kocht". In jedem
Fall merkt der Mensch dann etwas in seinem Körper. Treten Emotionen
wie Angst, Wut, Haß auf, dann drücken sie sich auch im vegetativen
Nervensystem aus: Diesem Menschen ist der Streß "unter die Haut"
gegangen. Er leidet darunter, bekommt z. B. Bauchschmerzen, weil er
"eine Wut im Bauch" hat. Für die Seele ist also "das Maß voll"
und sie rebelliert gegen die Erschöpfung ihrer Energien. In der Medizin
wird das "psychovegetativer Erschöpfungszustand" genannt. Die auftretenden
Symptome entsprechen dem überlaufenden Faß. Sie werden immer
nervöser und fahren bei jeder Gelegenheit "aus der Haut".
Jede Stimmungslage bewirkt also über das vegetative Nervensystem
eine Veränderung im Körper, die der Betroffene fühlen kann.
Das ist die sog. "Körpersprache der Seele".
Die Entstehung der entsprechenden Redensarten im Voksmund hat
ihre Ursache in der Erkenntnis, daß jedem Körperorgan nicht
nur eine anatomische bzw. physiologische Funktion innewohnt. Jedes Körperorgan
hat auch eine symbolische Bedeutung. In der Werbung ist das eine Selbstverständlichkeit:
Der Kopf steht für das Denken, die Hände für Handeln, der
Daumen ist ein Machtsymbol (z. B. entschieden die römischen Kaiser
durch seine Haltung über Leben oder Tod eines Kämpfers). Der
Volksmund hat das immer gewußt und drückt es in seinen Redensarten
aus: "etwas bereitet ihm Kopfschmerzen" (er hat ein Problem, mit dem er
nicht fertig wird); es "verschlägt einem den Atem" (Atemstörungen,
Bronchialasthma); er "ärgert sich ein Loch in den Magen" (Magengeschwür);
"das geht in die Hose" (Durchfall, Darmbluten). Bekannt ist auch die sog.
"Sextanerblase" bei Schülern, angesichts des herannahenden
Abiturs.
Die folgende Grafik stellt einige dieser Möglichkeiten dar, wie
"Streß" sich im Körper ausdrücken kann: Es sind Beispiele
für eine Körpersprache der Seele, die natürlich immer individuell
programmiert ist.
Die Körpersprache der Seele drückt also Ängste, Stimmungslagen,
Gefühle und Emotionen auf der Körperebene aus - zunächst
funktionell. Das ist das Stadium, in dem die Patienten zum Arzt gehen,
untersucht werden und ihnen am Ende gesagt wird: "Sie haben nichts".
Weil der Arzt tatsächlich keine organische Veränderung finden
kann und weil er zur sog. Körpersprache der Seele keinen Bezug hat.
Sie wird an den Universitäten nicht gelehrt. In der nächsten
Eskalationsstufe wird die zunächst nur funktionelle Störung auf
die materielle Ebene "befördert".
Der Arzt findet z. B. ein Magengeschwür.
Nun kann er sagen; "A ja, da ist ja was". Dahinter steht trotzdem ein
seelischer Vorgang, der vom Patienten verdrängt bzw. unterdrückt
worden ist und sich nunmehr über den Weg in die Körperlichkeit
Beachtung verschafft. Deshalb heißt es im Volksmund auch: "Wer nicht
hören will, muß fühlen". Dieser Mensch hat nicht auf seine
"innere Stimme" gehört und ist deshalb immer kränker geworden,
bis es nicht mehr ging. Dann endlich hat er den Arzt aufgesucht.
Auch am Enddarm drückt sich Streß in vielen Varianten aus.
Der Volksmund hat auch das immer gewußt und deshalb das Leiden "Hämorrhoiden"
mit sehr unterschiedlichen Redewendungen belegt:
"Ich komme mir vor, als würde ich auf glühenden Kohlen sitzen";
dahinter kann sich ein Riß am Enddarm (Analfissur) verbergen;
"Da fällt einem das Herz in die Hose"; der Mensch hat Angst.
Sein Schließmuskel beginnt zu "flattern" und der Mensch hat Angst,
er könnte undicht werden; kennen Sie das auch?
"Da geht einem der Arsch auf Grundeis": dumpfe innerliche Schmerzen
um den Enddarm herum, häufig nachts.
"Diese Arbeit ist wieder einmal ein Krampf": Krämpfe im Enddarm
("Ich muß ständig auf Toilette gehen und es kommt immer nur
etwas Schleim").
"Das ist eine aufreibende Sache": Wundscheuern zwischen den Gesäßbacken;
verkrampfte Muskulatur, Mutprobe ("Kneif die Arschbacken zusammen und mach!").
Verstopfung: Der Mensch kann nicht "loslassen". Er bewegt sein Problem
gedanklich z. B. die ganze Nacht hindurch, es bereitet ihm "schlaflose
Nächte", er wird immer nervöser, er steht Tag und Nacht unter
Streß und der Darm arbeitet nicht mehr.
"Es ist Zum-aus-der-Haut-Fahren": Der Mensch würde eigentlich
gerne einmal "explodieren", sich "Luft machen", er wagt es aber nicht,
und so bekommt er Juckreiz am Enddarm, am ganzen Körper, gefolgt
von Ekzemen oder z. B. Furunkeln.
"Er schwitzt Blut und Wasser": Ihm bricht nicht nur der Angstschweiß
aus, er blutet auch aus dem Darm. Wovor ihm der Angstschweiß
ausbricht, muß dieser Mensch sich fragen: Vielleicht ist er zum
Chef gerufen worden?
Die Redensart "Jetzt bin ich stocksauer", gilt einer Stimmungslage,
die zu Thrombosen und Embolien führen kann. Denn unter Streß
ist die Gerinnungsbereitschaft erhöht. Das ist ein entwicklungsgeschichtlich
bedingtes Naturgesetz: Ein im Kampf verletztes Lebewesen soll möglichst
nicht verbluten. Am Enddarm aber kann sich dann eine Thrombose entwickeln.
Denn Blut ist ein Symbol für das Fließen von Leben und wirkliches
Leben ist Lebensfreude. Wo diese nicht mehr fließt, ist der Mensch
"stocksauer". Klar? Die Thrombose am Enddarm ("Ich habe eine schmerzhafte
Hämorrhoide") ist nämlich ganz harmlos. Sie kann aber auch an
anderer Körperstelle ansetzen: am Unterschenkel, in der Lunge (Lungeninfarkt),
in einem Herzkranzgefäß (Herzinfarkt), in einem Hirngefäß
(Schlaganfall), im Augenhintergrund (Erblindung). Letztlich kommt
die Krankheit also nicht schicksalhaft daher: Jeder ist dafür mitverantwortlich.
Diese Zeilen sollen deshalb auch dazu dienen, Sie nachdenklich zu stimmen.
Vielleicht "stinkt" diesem Menschen auch etwas im Leben und er klagt
über starke, übelriechende Blähungen. An der Ernährung
hat er ja nichts verändert...
Situationen im Leben, die mit einer starken Streßbelastung einhergehen,
wurden von Holms und Rahe zu einer langen Liste zusammengestellt,. die
sie auf der Seite Angst? Sie können etwas dagegen
tun! einsehen sollten. Denken Sie dann einmal darüber nach, ob
in Ihrem Leben eine vergleichbare Situation vorliegt.
Psychologen haben unterschiedlichste Streßsituationen gewichtet
und statistisch ausgewertet. Im Kapitel "Streßpunkte:
Wieviel Streß macht krank?" finden Sie diese Liste. Vielleicht
erkennen Sie sich darin wider: Dann sollten Sie in sich gehen und prüfen,
ob Ihr Unbewußtes über ein Lebensereignis vielleicht ganz anders
denkt als Ihr Verstand und immer wieder versucht, Ihnen das bewußt
zu machen: Eine Situation ist z. B. erdrückend, die Menschen können
sie nicht mehr er-tragen. Sie klagen über Schulterschmerzen, lassen
sich massieren, aber der Schmerz kehrt immer wieder.
Solche Menschen träumen
oft, daß sie im Wald eine Wanderung machen, aber die Beine
schwer wie Blei sind. Sie kommen nicht von der Stelle. Gemeint
ist wesentlich, daß sie den Zusammenhang von Lebensereignis und gedrückter
Stimmungslage bzw. Krankheit nicht begreifen. Denn das Ereignis an sich
interessiert das Unbewußte, die Seele, wenig, wohl aber die emotionale
Verarbeitung. Wenn Sie die Situation im Leben bewältigen, verändert
sich auch der Traum. Über diesen und seine Aussagekraft können
sie nachlesen auf den Seiten Wie ich über Träume
und Gesundheit denke und Traum: Wunschdenken und
Wirklichkeit.
Mit Krebs hat alles das, was ich oben beschrieben habe, zunächst
nichts zu tun. Doch sollten Sie das insbesondere dann abklären, wenn
1. Sie aus dem Darm bluten;
2. Stuhlgewohnheiten oder das Körpergewicht sich ohne ersichtlichen
Grund verändern;
3. Sie sich ohne bestimmten Grund über einen längeren Zeitraum
erschöpft fühlen.
Wie Sie sehen, ist Angst der Grundauslöser aller Varianten der Körpersprache.
Die Seele ist nicht glücklich und, bei Leiden am Enddarm, hat der
Voksmund auch dafür eine Redensart entwickelt:
"Aus einem traurigen Arschloch kann kein glücklicher Furz
kommen...".
Wenn bei Ihnen, lieber Leser, bei der Lektüre dieses Textes innerlich
etwas reagiert, Sie z. B. Herzklopfen oder einen trockenen Mund
bekommen, dann sind Sie betroffen, dann betrifft es auch Sie. Denn
die Seele läßt sich nicht betrügen: Sie bietet Ihnen immer
wieder Ihre Wirklichkeit an: das sind Sie selbst! Sie müssen
diese Reaktion aber annehmen, ernstnehmen: sich selbst ernstnehmen. Sie
leben wahrscheinlich auch nicht in Frieden mit sich selbst, auch
wenn Sie das nach außen hin vortäuschen. Das nennt man Verdrängung
der "eigenen Wirklichkeit", der "inneren Stimme".
Sie brauchen deshalb
nicht zu erschrecken: Diese Einstellung, in unserer Gesellschaft weit verbreitet,
führt immer tiefer in die Krankheit und ist eine der Hauptursachen
für die derzeitige Kalamität im "Gesundheitswesen", in dem niemand
gesund wird, weil ja immer nur die Krankheit behandelt wird. Suchen Sie
sich deshalb einen Arzt, der nicht nur das Symptom behandelt, sondern auch
nach den seelischen Hintergründen der Krankheit fragt. Er betreibt
dann möglicherweise ganzheitliche Medizin. Nur dann kann er mehr als
lediglich ein Symptom behandeln: er kann Ihnen vielleicht außerdem
Wege zur Heilung aufzeigen. Diese müssen Sie dann allerdings selber
gehen. Einige Möglichkeiten werden in dieser Homepage weiter hinten
empfohlen.
Nur wenn die Menschen wieder gesünder werden, wird es auf
lange Sicht möglich sein, das "Gesundheitswesen", das mit Gesundheit
gar nichts zu tun hat, finanziell zu sanieren. Jeder Beitragszahler ist
deshalb aufgerufen, sich die Frage zu stellen: Weshalb habe ich diese
Krankheit?
Gegen Ihre Hemmungen, einen Arzt wegen eines Leiden am Enddarm
aufzusuchen, ist mir ein Gedicht eingefallen, das hier folgt.
Schwerfällig?
Es plagt uns immer mehr
Ein Ort, wo wir uns zieren;
Doch fällt es uns sehr schwer,
Einen Arzt zu konsultieren.
"Warum läßt diese Stelle
Das Leben mir zur Qual geraten?"
Begib dich doch zur Quelle,
Laß vom Fachmann dich beraten.
Vier Augen sehen mehr als zwei
An jenem hinterlistigen Versteck.
Die Wissenschaft ist auch dabei;
Bei Licht fällt manche Sorge weg.
Vielleicht entpuppt sich jener Schmerz
Der dich schon viele Jahre quält
Doch nur als Schicksal's Scherz
Für den dir das Verständnis fehlt.
Doch sollt es Schlimmeres gar sein,
Verschieb es nicht auf morgen:
Laß dich auf die Untersuchung ein!
Sie wird für Klärung sorgen.
Mainz, den 26.11.1995
Dr. med. D. Kroener
Ich wünsche Ihnen wieder viel Lebensfreude!
Eine ausführliche Beschreibung der sog. Körpersprache der Seele
und mögliche tiefenpsychologische Hintergründe finden Sie im
Buch des Münchener Psychologen
Dethlelfsen, Th.: Krankheit als Weg. Goldmann TB, ISBN 3-442-11472-1.
Zum Anfang
|