Träume - eine große Hilfe im täglichen Leben!
Nutzen Sie das Weisheitspotential Ihres Unbewußten
"Ich träume nicht": stimmt nicht...
Sie träumen, erinnern sich nur nicht. Also ändern wir das!
Weshalb gerade auf Träume achten!
Bei mindestens 80% aller Krankheiten spielen seelische Faktoren eine
wichtige Rolle, und davon handelt dieser Text: es geht um Ihre
Geist-Seele-Körper-Ganzheit.
Nur Sie können diese Einheit herstellen! Denn Sie ist in Ihrem Wesen angelegt, aber - sie schläft. Sie ist Ihnen nicht bewusst. Zu den Informationsquellen darüber, wie Sie zu dieser Ganzheit stehen,
gehört auch der Traum. Sie sollten versuchen, ihn zu verstehen! Er wird dann zu einem zuverlässiger Kompass auf dem Weg durch das Leben.
Bitte lesen Sie aufmerksam weiter!
Der Traum ist in seiner Art ein eigenständiges Produkt unserer
Seele. Darin liegt der besondere Wert seiner Aussage: Ein Stück Natur,
das im Träumer lebt, will seinem Träumer etwas über ihn
selbst sagen - weil der Mensch ja doch auch "nur" ein Stück Natur
ist! Sie sollten den Traum deshalb sehr ernstnehmen. Im Talmud, dessen
Aufzeichnungen aus dem 6. bis 9. Jahrhundert stammen, steht bereits:
"Träume sind wie Briefe; ein nicht gedeuteter
Traum ist wie ein Brief, den man nicht gelesen hat".
"Ich möchte mich morgen früh an einen wichtigen
Traum erinnern."
Jeder Mensch träumt, in mehreren Phasen, insgesamt etwa ein
Fünftel der Nacht. Die meisten Menschen erinnern sich aber morgens nicht an ihre Träume. Dem können Sie abhelfen.
Wenn Sie abends schlafen gehen, legen Sie sich eine Schreibunterlage
mit Kugelschreiber neben das Bett. Machen Sie das ganz bewußt, damit
die Nachricht ankommt: Das Unbewußte und Sie, Ihr Verstand, sind
ein und dasselbe. Es ist wichtig, daß der Wunsch, sich an einen Traum
zu erinnern, den Weg über Ihr "inneres Telefon" findet und in das Unbewußte "eintaucht".
Wenn Sie nun das Licht gelöscht haben und im Begriff sind einzuschlafen,
wiederholen Sie gedanklich, also ganz mühelos, ohne dabei Lippen und
Zunge zu bewegen, immer wieder folgenden Satz:
"Ich möchte mich morgen früh an
einen wichtigen Traum erinnern."
Machen Sie eine Pause von etwa der gleichen Länge und wiederholen
Sie mühelos und in Gedanken den Satz erneut. Sie schlafen dann mit
dem Satz ein.
Die Erfahrung hat gezeigt, daß am nächsten Morgen oder nach
einer der folgenden Nächte morgens (bzw. nachts) beim Aufwachen ein
Traum in Erinnerung ist. Im allgemeinen handelt es sich um einen sogenannten
Schlüsseltraum, also um einen Traum, der sich auf ein wichtiges Problem
in ihrem Leben, auf ein aktuelles Problem oder auf ihre Einstellung zum
Leben überhaupt bezieht. Das Unbewußte, also Ihre Seele, legt
nämlich Wert darauf, daß Sie sich selbst begreifen, daß
Sie ein Ihnen unbewußtes Problem begreifen, damit Sie es bewältigen
oder gar beseitigen können. Ihre Seele möchte zumindest zufrieden,
möglichst sogar glücklich werden;
sie möchte also, daß Sie glücklich werden. Denn Ihre Seele
und Sie - das sind zwei Seiten derselben
Münze.
Und nun noch ein paar Tips:
Schaffen Sie sich die Möglichkeit zu gedämpftem Licht
(Taschenlampe, Nachttischlampe), das Sie in der Nacht anknipsen können,
wenn Sie aufwachen und sich an einen Traum erinnern. Öffnen Sie nicht
sofort die Augen: verbleiben sie zunächst in der gleichen Körperhaltung
und lassen Sie den Traum noch einmal vor ihren Augen ablaufen, vor allem
den Anfang und das Ende.
Anschließend schreiben Sie z. B. Anfang und Ende des Traums (erste und letzte Szene) auf, dann den Inhalt,
diesen zumindest in Stichworten. Gut leserlich sollten Sie notieren: wörtliche
Rede, Namen, Zahlen, bestimmte Wörter, auch dann, wenn sie scheinbar
sinnlos sind. Das Unbewußte setzt Wörter oft aus verschiedenen
Begriffen zusammen, die erst bei näherer Betrachtung einen Sinn ergeben.
Sie haben diese Einzelheiten sonst bis zum Morgen vergessen.
Wenn Sie dann über Tag oder am Abend Zeit haben, können Sie
den Text ausführlich niederschreiben. Notieren Sie den reinen Traumtext, und diesen in der Ich- und Gegenwartsform. Geben Sie auch Ihre Stimmungslage und Hintergedanken im Traum an.
Fügen Sie in den Traumtext zunächst keine Kommentare ein! Traum datieren!
Der Traumtext könnte dann z. B. so aussehen:
Traum vom 23./24.8.97, Sa./So., Mainz
Ich habe an einer Kreuzung, an der ich offenbar nach links einbiegen
will, mit dem Golf an zweiter Stelle gehalten und stelle den Motor ab,
weil es ja einige Zeit dauert, bis die Ampelanlage wieder grün wird.
So spare ich Benzin. Vor mir steht ein grauer Wagen mit einem grau gekleideten
jungen Mann, hinter mir steht ein weiterer, mir unbekannter Wagen. Da wird
die Ampel urplötzlich grün! Dieser graue junge Mann vor mir,
der aus dem Seitenfenster blickt und mich ansieht, und ich starten nun
schnell den Motor. Es klappt sofort - wie schön - und wir fahren los!
Nicht "spekulieren" über den Traumsinn!
Es ist sehr wichtig, daß der Traumtext zunächst "festgeschrieben"
ist. Sonst werden sie ihn jedesmal etwas anders erzählen.
Wenn Sie bisher keine Erfahrung in der Traumdeutung haben, spekulieren
Sie nicht über Sinn oder Unsinn seines Inhalts; gehen Sie nicht nach
Vorurteilen oder Einflüsterungen Ihres Intellekts: Notieren Sie jeden
Traum, auch jeden "Flash", besonders dann, wenn
sich der Gedanke einschleicht: "Ach, der ist ja sicher nicht wichtig."
Oft ist gerade dieser Kurztraum besonders aufschlußreich, aber er
muß gedeutet werden. Mit der Zeit bekommen Sie dann ein sehr aussagefähiges
Bild Ihrer "inneren Welt".
Nehmen Sie Bleistift und Papier und
malen oder zeichnen Sie den Traum: Einzelheiten, Übersichten, Grundrisse,
besonders auffallende Symbole. Sie beschleunigen damit Ihre Entwicklung!
Sie sind nicht begabt? Stimmt nicht, fangen Sie einfach an: Vielleicht
liegt Ihre Begabung brach und Sie wissen es nicht! Nehmen Sie
Farben! Sie werden erstaunt sein, wie anders ein Traum zuweilen gedeutet
werden muß, wenn ein Bild die Proportionen zeigt! Lassen Sie sich
nicht hereinreden! Sie fertigen die Zeichnung schließlich für
sich und nicht für andere an.
Wie fühlen sie sich nach ihrem ersten, zweiten, dritten "Kunstwerk"?
Nur "gut" - rhetorisch dahergesagt -, oder
auch geborgen, erfüllt, gelassen, zuversichtlich,
überrascht - oder gar weinerlich, zu Tränen gerührt? Es
sind alles wichtige Hinweise: Etwas in Ihrer Seele ist "ins Fließen"
geraten. Ihre Arbeit "wirkt" in der Tiefe Ihres
Unbewußten, und das wollen Sie doch! Sie haben den Anschluß
gefunden. Gratuliere!
Das Unbewußte ruht nie!
Halten Sie einmal einen Augenblick inne und beobachten Sie: Es sind ununterbrochen
Gedanken und Bilder vorhanden. Das Unbewußte, dem sie entspringen,
ruht nie, auch nicht im Schlaf: Doch in diesem gibt es die eigenen Gedanken,
Gefühle, Emotionen mittels Träumen preis! Gedanken werden nämlich
nicht vom Verstand erzeugt, sondern von diesem nur reflektiert. Dieses
zu begreifen ist sehr wichtig: Im Traum werden Wünsche, Ängste,
Hoffnungen, Situationen mit Bildern, Personen, Gegenständen und Stimmungslagen
symbolisch dargestellt. Aus dem Handlungszusammenhang kann man dann schließen,
welche Bedeutung das Symbol im Einzelfall hat. Über manche Ihrer Entscheidungen
und Verhaltensweisen im Leben denkt das Unbewußte zuweilen ganz anders
und versucht nun über den Traum, Sie auf den richtigen Weg zu bringen
oder vor den Folgen einer Fehlentscheidung zu warnen. "Gott straft niemand,
ohne ihn vorher gewarnt zu haben" (Redensart).
Was will der Traum mir sagen?
Gehen Sie eine Traumdeutung nie mit der Frage an: "Warum ist dieser Mensch
oder dieses Symbol in meinem Traum erschienen"; "Warum habe ich diesen
Traum?" So ist die Fragestellung falsch.
Fragen Sie sich immer: "Was will mir der Traum damit sagen, z. B.,
daß er diesen Menschen oder jenes Symbol erscheinen läßt?"
Dann werden Sie der Weisheit ihres Unbewußten gerecht. Denn das Wissen
um die wirkliche Traumaussage ist in Ihrem Unbewußten vorhanden.
Der Traum spiegelt nur etwas wider, was in Ihnen lebt. Auch bei Alpträumen
ist es so: Etwas ist für Ihre Seele ein Alpdruck; und sie will es
Ihnen mit Nachdruck sagen! Sie sollten den Ursachen nachgehen.
Zur Erleichterung der Traumdeutung sollten Sie sich Ereignisse des Tages notieren,
wenigstens in Stichworten. Je ernster Sie den Traum nehmen, desto ernster
meinen Sie es auch mit sich selbst - und Ihr Selbst spiegelt es im Traum wider.
Mit einiger Erfahrung ist es möglich, aus Traumaussagen Rückschlüsse
auf Stimmungslagen, auf Gefahren im Leben, drohende Krankheiten, Krankheitszusammenhänge
zu ziehen. Versuchen Sie, Ihre Träume zu verstehen: Sie nehmen damit
Ihr Unbewußtes, also sich Selbst ernst. Durch Lösung des Traums
kommen Sie ihrem inneren Traumschöpfer entgegen und offenbaren damit
Ihr Selbst, Ihre letzte Wirklichkeit: Das sind Sie selbst. Der Traum wird
dann zum guten und individuellen Ratgeber. Er schreibt nicht vor, er engt
die Entscheidungsfreiheit des Träumers nicht ein, aber er kann ihn
auf Zusammenhänge hinweisen, die der Träumer bisher übersehen
hat oder die ihm nicht bewußt sind.
Das Traumverständnis hat deshalb auch Auswirkungen auf Ihre
Gesundheit.
"Gesundheit ist nicht alles,
aber ohne Gesundheit ist alles nichts".
(Redensart)
Sicher ist es bequemer, regelmäßig zum Arzt zu gehen und
die Beschwerden so lange behandeln zu lassen, bis man beschwerdefrei ist
(mal ehrlich: sind sie es auf Dauer geworden?).
Durch Behandlung werden Sie nicht gesünder, denn Gesundheit kann
man nicht kaufen! Sie hängt weitgehend von der Einstellung zu sich
selbst, zur eigenen Wirklichkeit und zum Leben ab. Dazu sind Wissen und
Erkenntnis erforderlich. Also: nutzen Sie die Chance.
Literatur über Träume | Über meinen Weg zu den Träumen
Mainz, 18. April 2004.
Zusammengestellt von Dr. med. D. Kroener
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