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Bistum Erfurt - Ideen von Dompfarrer Dompitular Dr. Reinhard Hauke

Katholische Kirche in Thüringen




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Feier der Lebenswende

- ein alternatives Angebot zur Jugendweihe -

Erfurt (BiP) Der Erfurter Dompfarrer Dr. Reinhard Hauke hat auch für das Jahr 1999 wieder eine "Feier der Lebenswende" als christliche Alternative zur Jugendweihe angeboten. Zehn Jugendliche der 8. Klasse, die keiner christlichen Kirche angehören, werden 1999 an der Feier teilnehmen.Die Feier der Lebenswende wird am Samstag, den 15.Mai 1999, um 14.00 Uhr im Langhaus des Erfurter Domes gefeiert.Anlage 1:
Stichwort: Die Feier der Lebenswende - ein alternatives Angebot zur JugendweiheWenn die katholischen und evangelischen Jugendlichen in der 8. oder 9. Klasse sind, werden sie von ihren Pfarrgemeinden eingeladen, an der Vorbereitung auf die Firmung bzw. Konfirmation teilzunehmen. Firmung und Konfirmation bedeuten: Der Jugendliche möchte selbständig sein Leben als Christ gestalten, der in der Verantwortung vor Gott mit den Mitmenschen umgeht. Dompfarrer Dr. Hauke ist sich sicher, daß dieses Ziel nicht nur bei Christen besteht. Auch für Nichtchristen sollte es darum ein Fest geben, an dem sie ihre Absicht bekunden, bewußt ihr Leben gestalten zu wollen.Dem Fest hat Dr. Hauke den Namen "Feier der Lebenswende" gegeben. Auf der Grundlage biblischer Texte oder weiterer christlicher Literatur wird über die Lebenswende vom Kind zum Jugendlichen und Erwachsenen nachgedacht. Der Erfurter Dom bietet für diese Feier einen Rahmen, der zur Besinnung und Freude über den neuen Anfang einlädt. Es entstehen keine Kosten für die Beteiligten.Weitere Auskünfte: Domkapitular und Dompfarrer Dr. Reinhard Hauke, DOM ZU ERFURT ST. MARIEN, Katholisches Dompfarramt, Domstraße 9, 99084 Erfurt, Tel./Fax: 0361/6572402 oder BiP (Mobiltel. 0171/4331778 oder e-mail: Presse@Bistum-Erfurt.de)Weitere Texte zum Thema
sind in einer Datei enthalten, die Sie herunterladen können:
Anlage 2: Ablauf der Feier der Lebenswende am Samstag, 15.Mai 1999, um 14.00 Uhr im Langhaus des Erfurter Domes
Anlage 3: Die Feier der Lebenswende - eine christliche Hilfe zur Sinnfindung für Ungetaufte. von Dr. R. Hauke (Fassung vom 10.5.99)
Bericht von der Feierstunde am 2. Mai 1998, 14.00 Uhr, Dom St. Marien Wir bieten Ihnen drei Versionen zum Download an:
leben.doc : lesbar mit MS Word 6, 95, 97/98 (63 KB)
leben.rtf : lesbar mit den meisten anderen (74 KB) Textverarbeitungsprogrammen

leben.pdf : lesbar mit dem kostenlosen Acrobat Reader (170 KB)

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Bischöfliches Ordinariat Erfurt - Pressedienst
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Die Kultur des Totengedenkens neu entdecken

Die Opfer vom Erfurter Amoklauf 26.04.2002:

Susann Hartung (14)
Ronny Möckel (15)
Robert Steinhäuser (19)
Ivonne-Sophia Fulsche-Baer
Andreas Gorski
Birgit Dettke
Peter Wolf
Hans-Joachim Schwertfeger
Helmut Schwarzer
Hans Lippe
Monika Burghardt
Gabriele Klement
Heidemarie Sicker
Carla Pott
Heidrun Baumbach
Anneliese Schwertner
Rosemarie Hajna

Unsere Gebete und Gedanken sind bei den Hinterbliebenen und Betroffenen dieser schrecklichen Katastrophe.

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Die innovativen Ideen vom Erfurter Dompfarrer Dr. Reinhard Hauke, Domkapitular



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Nachdenken über Werte und den Sinn des Lebens. Die Feier(n) der Lebenswende im Erfurter Dom 2002

Altstadt. (tlz) Die erschütternden Ereignisse am Gutenberg-Gymnasium prägten auch die beiden "Feiern der Lebenswende" am Sonnabend im Erfurter Dom. Hier hatten sich 36 nicht konfessionell gebundene Jugendliche eingefunden, um über das Motto "Glück kann man nicht kaufen. Zum Glück" an der Schwelle des Erwachsenwerdens nachzudenken. Denn seit nunmehr fünf Jahren bietet Dompfarrer Dr. Reinhard Hauke jungen Menschen diese Feier als Alternative zu Jugendweihe an. Und stößt damit auf immer größere Resonanz. Waren es 1998 noch 12 Mädchen und Jungen, die sich von Oktober an mit dem Dompfarrer trafen, um über ihre Vergangenheit nachzudenken und die Zukunft in den Blick zu nehmen, so hat sich die Zahl inzwischen verdreifacht. Und weil in den Feierstunden jeder Jugendliche Gelegenheit haben sollte, seine Gedanken zu äußern, gab es diesmal zwei Feiern: 13 Jugendliche und ihre Eltern trafen sich Sonnabendvormittag im Hohen Chor und äußerten ihre Gedanken zum Text von Phil Bosmanns, dessen Überschrift auch das genannte Feier-Motto war. Am Nachmittag folgte dann eine Feier im Langhaus des Domes, zu der 23 Jugendliche mit ihren Angehörigen kamen. Hier stand die Fabel von Maurice Sendak "Es muss im Leben mehr als alles geben" im Mittelpunkt. Zu den Feiern kamen nicht nur junge Leute aus Erfurt, sondern auch aus Gebesee, Sömmerda, Weimar und Behringen. Das Beispiel von Erfurt hat Schule gemacht. Inzwischen werden auch in Magdeburg, Dessau, Halle und Nordhausen durch christliche Gemeinden derartige Feiern angeboten.

12.05.2002   

52. Jahrgang



Aus der Region

18/ 2002

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Startseite TdH > 2002 > Ausgabe 18 > Die Christen sind jetzt gefordert

Die Christen sind jetzt gefordert

Nach dem Amoklauf von Erfurt – Fragen an Dompfarrer Reinhard Hauke

Dompfarrer Hauke:
Eine endgültige Antwort
auf die Frage 'Warum?'
werden wir erst in der
Ewigkeit erhalten.

Domkapitular Dr. Reinhard Hauke ist Pfarrer der Erfurter Dompfarrei. Bekannt ist er vor allem durch seine Angebote für Nichtchristen, wie das Nächtliche Weihnachslob oder die Lebenswendefeiern für Jugendliche. In diesen Tagen ist der Domberg – neben dem Rathaus und dem Gutenberg-Gymnasium – ein Trauerort für die Erfurter.

Frage: Herr Domkapitular, was bewegt Sie als Seelsorger in dieser Stadt?

Hauke: Betroffenheit, Hilflosigkeit und Ratslosigkeit. Betroffenheit im Blick auf die Opfer. Hilfslosigkeit im Hinblick darauf, dass wir nicht wissen, wie wir so etwas in Zukunft verhindern können, denn: Die Gründe dafür, dass das möglich war, sind sehr vielfältig. Ich denke an die Lehrer in den Schulen, die diese Hilflosigkeit und Ratlosigkeit besonders spüren. Mich beschäftigt aber auch die Frage, die im Hintergrund steht: Wie können wir das Menschenbild wieder so gestalten, dass Menschen wieder soviel Achtung voreinander haben, dass eine solche Tat nicht geschehen kann.

Frage: Warum? – So heißt die meist gestellte Frage in diesen Tagen. Können Sie als Seelsorger den Menschen, die mit dieser Frage zu Ihnen kommen, eine Antwort geben?

Hauke: Diese Frage ist schwierig zu beantworten, und eine endgültige Antwort werden wir sicher erst in der Ewigkeit erhalten. Wir können fragen, warum ist es möglich, dass ein Jugendlicher eine Waffe in die Hand bekommt und damit andere Menschen töten kann. Aber im Hintergrund steht ja die viel tiefere Frage: Warum lässt Gott so etwas zu? Wir werden das letztlich nicht beantworten können. Es mag in diesem Zusammenhang unpassend klingen, aber: Manchmal sind solche Ereignisse so etwas wie ein Warnschuss, um auf Missstände in unserer Gesellschaft und auch des Bildungssystems aufmerksam zu werden.

Frage: Die Kirchen haben für den 3. Mai zum Trauergottesdienst eingeladen. Was können die Kirchen den trauernden Menschen sagen?

Hauke: Als Christen können wir eine Hoffnung für die Menschen verkünden, die getötet wurden. Wir können sagen: Der Tod ist für sie kein Weg ins Nichts, sondern in ein Leben hinein. Das ist die Botschaft, die uns Christen in solchen Situationen tröstet. Momentan können wir, und ganz besonders die direkt Betroffenen diese Botschaft vielleicht nur bedingt hören und verkraften. Gerade deshalb sehe ich hier eine ganz wichtige Aufgabe für die christliche Gemeinde: Sie muss die anderen stützen, die dieses Ereignis momentan noch nicht in der Weise christlicher Hoffnung deuten können.

Frage: Sie sind auch Schulseelsorger an der katholischen Edith-Stein-Schule in Erfurt. Was muss sich an den Schulen ändern?

Hauke: Es muss in den Schulen eine Atmosphäre des Vertrauens herrschen. Schüler müssen merken, dass sie auch in Konfliktsituationen zu den Lehrern kommen können oder einen Seelsorger finden, der ihnen zuhören. Die Schüler brauchen jemanden, zu dem sie gehen können, weil sie das manchmal zu Hause nicht finden. Das andere ist: Die Schüler müssen – weil das häufig zu Hause auch nicht mehr passiert – lernen, wie sie einen Konflikt beheben. Auch wenn sie darüber nicht reden können – welche angemessenen Möglichkeiten der Konfliklösung gibt es noch, ohne zu solchen gewaltsamen Mitteln zu greifen, wie jetzt geschehen.

Fragen: Matthias Holluba

Aktuelle Informationen im Internet unter:
www.bistum-erfurt.de/aktuell
Unter folgenden Telefon-Nummern finden Menschen, die Seelsorge oder Krisenberatung benötigen, Hilfe:

(03 61) 6 62 25 02 oder
(08 00) 1 07 31 07.

Die Telefonseelsorge ist erreichbar unter
(08 00) 1 11 01 11.

Alle katholischen und evangelischen Seelsorgerinnen und Seelsorger in Erfurt stehen für Begleitung und Gespräch zur Verfügung.

 

 

 

 

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Gedanken von Dompfarrer Hauke zum Monatlichen Totengedenken im Erfurter Dom


Der christliche Schriftsteller Phil Bosmans schreibt:

"Wenn ich an die Toten denke und an meinen eigenen Tod und an die Leiden der Unschuldigen, dann renne ich an Rätsel, stoße ich mit dem Geheimnis zusammen. Dann kann ich mir vornehmen, zu vergessen oder nicht weiterzudenken oder so zu tun als ob.
Solange ich aber bei Verstand bin und ein Herz habe, wird es mir nachgehen."
(Phil Bosmans, Warum?, in: Vergiß die Freude nicht. Freiburg - Basel - Wien 1997, 52f, hier 53)

Die Kultur eines Volkes hat immer mit dem Totenkult zu tun. Die Gräber der Pharaonen in Ägypten sind Ausdruck der Kraft eines Volkes. Am Grab der christlichen Märtyrer, der Christen, die für ihren Glauben gestorben sind, haben sich die Christen versammelt und über den Gräbern Kirchen gebaut. Im Gebet waren sie mit den Verstorbenen verbunden.

Zwischen den Kirchen auf dem Erfurter Domberg ist ein alter Friedhof. Zu ihm führt das Jungfrauenportal. Es zeigt die klugen und törichten Jungfrauen, die Jesus Christus in einem Gleichnis als Beispiel für Wachsamkeit und Nicht-Wachsamkeit beim Gericht Gottes über die Menschen beschreibt. Der Erzengel Michael steht in der Mitte und besiegt den Teufel, der den Menschen ins Verderben stürzen will. Darüber sehen wir Jesus Christus, Maria und Johannes der Täufer, die sich um die Rettung des Menschen bemühen. Die Kirche besteht aus Menschen, die sich gegenseitig helfen wollen und sollen, dass ihr Leben gelingt. Und wenn zum Leben das Sterben dazu gehört, dann sollen und müssen die Christen auch helfen, das Sterben und den Tod zu bewältigen.

Der Name eines Menschen ist Synonym für ihn selbst, für seine Identität. Ich kann ihn in einen Grabstein einmeißeln lassen. Ich kann ihn auch in ein Buch schreiben. Beim Lesen des Namens wird der Mensch in den Gedanken lebendig.

Im Erfurter Dom beten die Christen täglich für die Lebenden und Verstorbenen der Gemeinde. Dieses Gebet soll nun eine "weitreichendere" Bedeutung erhalten, wenn sich Christen und Nichtchristen an jedem 1. Freitag im Monat (erstmalig am 1. März 2002) zum "Monatlichen Totengedenken" versammeln. Dabei wird dazu eingeladen, den Namen der Verstorbenen in ein kostbares Buch einzutragen, das dann am Heiligen Grab im Dom aufbewahrt wird und bei dem Kerzen entzündet werden können, die ein Zeichen der Hoffnung sind.

Das Geheimnis des Lebens und der Todes bleibt uns erhalten, aber es kann dieses Totengedenken eine Hilfe sein, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.





Termine und Ablauf des Monatlichen Totengedenkens im Erfurter Dom

Immer am ersten Freitag des Monats

Das Totengedenken findet jeweils am ersten Freitag jedes Monats um 15 Uhr statt. Nach biblischer Überlieferung ist ein Freitag der Tag, die neunte Stunde (= 15 Uhr) der Zeitpunkt von Jesu Tod am Kreuz.

Die Termine für das Jahr 2002:

1. März, 5. April, 3. Mai, 7. Juni, 5. Juli, 2. August,
6. September, 4. Oktober, 1. November (= Allerheiligen),
6. Dezember.

Ablauf des Totengedenkens:
Der Zugang zum Totengedenken führt durch das Jungfrauenportal. Am Eingang in den Hohen Chor des Domes werden die Teilnehmer des Totengedenkens darauf hingewiesen, dass sie die Namen der Verstorbenen in das Buch eintragen können. Das Totenbuch liegt im Altarraum aufgeschlagen aus. Daneben steht die Osterkerze unangezündet. Weitere Opferkerzen stehen bereit.


Orgelpräludium


Einzug des Zelebranten


Begrüßung der Anwesenden und Anzünden der Osterkerze


Lesung aus der Heiligen Schrift


Eintragung der Namen, Verlesen der eingetragenen Namen und Einladung zum Anzünden einer Kerze; dabei leises Orgelspiel


Beten eines Psalmes


Vortrag eines geistlichen Textes – eine Meditation – eine Ansprache


Instrumentalmusik (Orgel), dabei Tragen des Totenbuches auf den Altar


Gebet des Vater unsers


Oration


Oster- oder Hoffnungslied


Orgelspiel, dabei Auszug des Zelebranten und der Mitfeiernden mit dem Totenbuch


Reponierung des Totenbuches am Heiligen Grab

veröffentlicht am 21.02.2002 - 15 - Seite Nr. 384




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Ökumenischer Segnungsgottesdienst am Valentinstag für alle, die partnerschaftlich unterwegs sind Erfurt-Altstadt (BiP). Bereits zum zweiten Mal sind Christen und Nichtchristen, die "partnerschaftlich unterwegs sind", am Valentinstag (14.2.2001) zu einem ökumenischen Segnungsgottesdienst eingeladen. In diesem Jahr findet er um 20 Uhr in der Kaufmannskirche statt, die als Hochzeitskirche der Familie Bach bekannt ist. Während des Segnungsgottesdienstes werden die Paare, verheiratet oder unverheiratet, durch eine Bildbetrachtung und ein Bibelwort angeregt, über ihre Liebe zueinander nachzudenken. Drei Ehepaare erzählen aus verschiedenen Phasen ihrer Ehe und möchten so zu lebenslanger Partnerschaft in Liebe und Treue ermutigen. Am Ende des Gottesdienstes besteht die Möglichkeit, sich als Paar persönlich segnen zu lassen. Die musikalische Gestaltung mit Liedern zum Thema "Liebe und Partnerschaft" haben Schülerinnen und Schüler der Edith-Stein-Schule übernommen.

Der Segnungsgottesdienst fand im vergangenen Jahr auf Initiative von Dompfarrer Dr. Reinhard Hauke und der evangelischen Pastorin Bianka Piontek erstmalig statt. Rund 150 Männer und Frauen kamen damals zum Gottesdienst, 35 Paare ließen sich segnen. Viele Teilnehmer äußerten anschließend den Wunsch nach einem weiteren Segnungsgottesdienst auch in diesem Jahr. Der Valentinstag solle viele Paare in Erfurt zu Besinnung und Freude anregen, so Dompfarrer Hauke und Pastorin Piontek. Beide erhoffen sich am Valentinstag reges Interesse.





Gold-Schmuck gegen Spende abzugeben

Domgemeinde veräußert ererbte Schmuckstücke, um die Restaurierung von Dom-Kunstwerken zu bezahlen

Erfurt (BiP). Eine ungewöhnliche Schmuck-Aktion startet Dompfarrer Dr. Reinhard Hauke am Mittwoch, 20. August um 19.30 Uhr im Gemeindehaus von St. Severi (Domberg). Gegen eine angemessene Spende werden dort 17 Schmuckstücke im Gesamtwert von über 10.000 Euro veräußert, die aus Erbschaften an die Domgemeinde stammen. Für jedes Schmuckstück – Ringe, Armbänder, Colliers und Uhren – liegt eine Expertise vor. Der Einzelwert bewegt sich zwischen 50 und 2.250 Euro. Der Erlös der Aktion dient dazu, dringende Restaurierungen von Kunstwerken des Domes zu finanzieren. Allein die Sanierung eines gotischen Kreuzes beispelsweise kostet 6.000 Euro.

Gut die Hälfte der Schmuckstücke stammt aus Erbschaften der DDR-Zeit und sollte für die Anschaffung oder Reparatur liturgischer Geräte benutzt werden. Im sozialistischen Deutschland waren Edelmetalle Mangelware. Brauchte eine Kirche etwa einen neuen Kelch, musste sie Gold und Silber selber besorgen. Das benötigte Material gewann man aus sogenanntem Altmaterial wie Schmuck, Tafelsilber oder was auch immer Edelmetall enthielt. Ein mühseliges Verfahren, wie sich Dompfarrer Hauke erinnert: "Für einen Kelch mussten einmal 2 Kilo Silberlöffel in Antiqitätengeschäften zusammengekauft werden." Daraus habe ein Goldschmied die 500 Gramm Feinsilber gewonnen, die er für den Kelch benötigte. Schmuck-Erbschaften waren deshalb ein Glücksfall für die Kirche. Aber auch Privatpersonen freuten sich über solche Hinterlassenschaften, denn für den benötigten Goldzahn oder die erwünschten Trauringe war das kostbare Metall ebenfalls beizubringen.

Nach der Wende änderte sich die Situation. Altmaterial zu verarbeiten würde heute die Herstellung eines Kelches verteuern. "Außerdem kommt man jetzt an Edelmetalle leichter heran", sagt Hauke. Der geerbte Schmuck dient deshalb nicht mehr als Altmaterial, soll aber dennoch dem Kunstgut des Domes zu Gute kommen. "Und durch die Schmuck-Aktion hoffen wir auch, einen höheren Erlös zu erzielen, als er durch den Verkauf an ein Antiquitätengeschäft erzielt werden könnte", erklärt Dompfarrer Hauke, der ganz auf die Attraktivität 'seiner' Schmuckstücke setzt.

veröffentlicht am 15.08.2003 - 0 - Seite Nr. 643

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