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So kanns gehen: Die Entwicklung meines ehemaligen geistlichen Beraters:

Späte Berufung zur Politik Vom Priester zum Ideengeber für den Berliner Bürgermeister zum Vertreter des Saarlandes in Berlin. Wenn Besuchergruppen aus dem Saarland in die Bundeshauptstadt kommen, dann statten sie gerne der saarländischen Landesvertretung einen Besuch ab, unweit des Potsdamer Platzes mit Blick auf den Reichstag. So lässt sich nicht nur Berliner, sondern auch ein wenig Heimatluft schnuppern, was den Saarländern ja bekanntlich wichtig ist. Nicht selten nimmt hier Thomas Jakobs die Gäste in Empfang, führt sie durchs neue Architekten-Haus, in dem Staatssekretärin Monika Beck Regie führt. Jakobs selbst ist gebürtiger Quierschieder, den es an die Spree verschlagen hat. Wer den routinierten Mittvierziger trifft, nimmt an, er mache dies schon lange. Der Referent für Haushalts- und Finanzpolitik leitet zudem das Pressereferat, ist aber von Hause aus Theologe. Er studierte außerdem Wirtschaftswissenschaften und promovierte im Fach Publizistik. Dass er einmal in der Bundeshauptstadt fürs Saarland im vier mal vier Meter großen Büro (dem Grundmodul für den Neubau in den Ministergärten Nr. 4) sitzen würde, hätte sich der 43-Jährige wohl selbst nicht vorstellen können. Schon in frühester Jugend stand für den Quierschieder aus katholischem Elternhaus fest, dass er einmal Pastor werden wolle. Also studierte er Theologie in Trier und war von 1986 bis 1989 Kaplan in Köllerbach. Eine schöne Zeit, an die sich auch die Köllerbacherin Ursula Meyer gerne zurück erinnert. Jakobs sei ein guter Geistlicher gewesen, habe vor allem auch ein gutes Händchen für die Jugend gehabt. Doch Thomas Jakobs ist ein ehrgeiziger Mensch, wollte die Karriereleiter weiter nach oben klettern, wurde schließlich Hochschulpfarrer in der Bischofsstadt an der Mosel. Als solcher betreute er alle Studierenden und Lehrenden - 17000 Menschen an der Zahl. "Das war eine spannende Aufgabe", zumal Jakobs zu dieser Zeit das Amt als Bundesvorsitzender der Konferenz für Katholische Hochschulpastoral bekleidete. Während dieser Zeit war er immer wieder auch journalistisch tätig, schrieb für die "Saarbrücker Zeitung" Berichte aus kirchlicher Sicht, den Paulinus und war für den Saarländischen Rundfunk im Einsatz. Jakobs - ein Hoffnungsträger der katholischen Kirche? So sah es aus! Doch dann geschah etwas, das sein Leben auf den Kopf stellte: Jakobs lernte im Urlaub in Burgung eine junge Frau kennen, und es begann eine "intensive Zeit der Auseinandersetzung mit seiner Berufung als katholischer Geistlicher und der Liebe zu einer Frau" , blickt er zurück. Doch dem Paar war klar: "Wir wollen zusammenbleiben." Jakobs suchte Anfang Juli 1993 ein Gespräch mit dem Trierer Bischof, dessen Ausgang in dieser Härte er nicht erwartet hätte: Der Bischof kündigte ihm zum 31. desselben Monats. Jakobs verlor alle kirchlichen Ehrenrechte. " Ich konnte noch nicht einmal mehr Patenonkel werden", berichtet er. Eine Entscheidung, die ihn sehr gekränkt habe. Seine berufliche Existenz war von heute auf morgen verloren. Was tun? Thomas Jakobs heiratete Barbara, die als Lehrerin in Berlin tätig war, und zog in die Bundeshauptstadt. Auf eine Ausschreibung hin bekam er über die ehemalige Berliner Senatorin Hanna-Renate Laurien Mitte der 90er Jahre eine halbe Stelle im Presseamt der Berliner Senatskanzlei. Zuvor hielt er sich als freier Journalist über Wasser. Mit seiner Frau war er inzwischen ins brandenburgische Umland gezogen, wo auch 1996 Tochter Anna-Marie zur Welt kam. "Da ich stets ein aktiver politischer Mensch war, es jedoch als Pfarrer abgelehnt habe, in einer Partei tätig zu sein", weil er das mit dem Berufskodex her nicht vereinbaren konnte, wollte er jedoch nun Farbe bekennen. Jakobs trat 1996 in die CDU ein. 1997 wurde er als Bundestagskandidat in Brandenburg aufgestellt. Die Wahl wurde zwar verloren, ein neuer Anlauf kam aber bei der Kommunalwahl. Thomas Jakobs wurde in Gemeindevertretung und Kreistag gewählt. Der Saarländer ist stellvertretender Bürgermeister und Kreistagsabgeordneter. Zudem avancierte Jakobs zum Ideen- und Stichwortgeber für Berlins damaligen Bürgermeister Eberhard Diepgen. Zwei Jahre lang war er dessen Referent für Grundsatzfragen. Mitten im politischen Geschehen hörte Jakobs vom Richtfest für das Gebäude der Saar-Vertretung in Berlin und, dass Personal gesucht werde. Er bewarb sich - und es klappte. Ein Schritt, den er keine Minute bereut hat, die Arbeit sei "anstrengend und intensiv und macht viel Spaß". Doch ab und an würden die Jakobs - inzwischen ist auch Sohn Samuel auf der Welt - gerne mehr saarländische Luft schnuppern.