Verehrte AWO-Mitglieder, Freunde, Flintbekerinnen und Flintbeker, meine Damen und Herren, die Arbeiterwohlfahrt Flintbek e.V. feierte 1997 ihr 50- jähriges Bestehen. Wir möchten Ihnen einen kleinen Einblick in unsere Arbeit in diesem Zeitraum vermitteln.
Im Ortsverein fängt alles an. So steht es in einer Schrift, in der die
Arbeiterwohlfahrt Schleswig-Holstein ihr Geschichte, ihr Selbstverständnis
und ihre Praxis darstellt.
Diese Gedanken bewegten bestimmt auch die Gründungsmitglieder,
die am 3. Mai 1947 aus einer Mitgliederversammlung der SPD heraus den Vorstand
der Arbeiter wohlfahrt Flintbek aus der Taufe hoben.
Die Tatsache, daß
der Vorstand in der Mitgliederversammlung der SPD gewählt wurde, zeigt die
traditionsgemäß enge Verbundenheit des ersten Vorstandes der
Arbeiterwohlfahrt mit der Sozialdemokratischen Partei.
Der damalige 1. Vorstand stand vor schweren Aufgaben. Die existenzielle Not nach 1945 in Flintbek war sehr groß. Der Flüchtlingsstrom aus dem Osten, die Evakuierten aus dem zerbombten Kiel, sie alle waren es. die der Hilfe bedurften. Sei es Wohnraum, Kleidung, Möbel bis hin zum Essen, ein schier unmögliches Unterfangen, diesen Katalog von Schwierigkeiten zu bewältigen. Dank uner schrockener Helferinnen und Helfer wurde dieses Problem in Zusammenarbeit mit anderen Wohlfahrtsorganisationen versucht zu lösen.
Die wichtigsten Aufgaben, denen sich die Flintbeker Arbeiterwohlfahrt
widmete waren:
- die Sammlung von Geld- und Sachspenden und ihre Verteilung
-
die Einrichtung einer Nähstube
- der Betrieb eines Kindergartens
-
Ferienmaßnahmen für Kinder
um nur einige zu nennen.
Im Sommer 1954 wurden erstmals Tagesfahrten mit Flintbeker Kindern zum Falckensteiner Strand veranstaltet. Diese Tagesfahrten blieben auch in den folgenden Jahren während der Sommerferien fester Bestandteil der Ortsvereinsarbeit und erfreuten sich großer Beliebtheit. Die damaligen Anfänge sind der Grund für den heutigen großen Erfolg.
Selbstverständlich ist in dem Zeitraum von 1947 bis 1987 unter den Vorsitzenden Gustav Storjohann, Arthur Müller, Edelburg Haß, Margarete Müller und Uwe Kawalek noch vieles mehr gegründet, gestaltet und geleistet worden. Wie z.B. Tanzkreis, Essen auf Räder, Seniorenkaffee, Dienstagskreis usw.
Was wäre dieser kurze Rückblick der Jahre 1947 - 1987 ohne einen Dank an alle ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die sich einsetzten, wo ihre Hilfe benötigt wurde.
Was geschah innerhalb der Arbeiterwohlfahrt nach ihrem 4ojährigen Jubiläum? Wie gestaltete sich die Weiterarbeit, welche Aufgaben wurden bewältigt? Fragen über Fragen. Wie Sie alle wissen, übernahm im Jahre 1985 unser Ehrenvor sitzende Uwe Kawalek den Vorsitz, den er bis zum 24. März 1996 innehatte. Zum Nachfolger wurde Horst Ramm gewählt. Sein Aufgabenbereich war nicht geringer als der seiner Vorgängerinnen und Vor gänger. Nur die Situation, die Not und das Elend, hatten sich gewandelt. Alte Probleme hatten sich erübrigt, neue traten auf, das verpflichtete für die Zukunft. Wer die Arbeiterwohlfahrt in der Vergangenheit erlebt hat und sie in der Zukunft erleben wird, weiß um ihre Stärke und Hilfsbereitschaft.
Kommen wir nun zu einem Überblick der geleisteten und der zukünftigen Aufgaben.
Eine Institution aus den Gründerjahren ab 1947. Zunächst waren es Einzelaktionen wie Kinderlandverschickung, Strandfahrten zum Falckensteiner Strand usw. bis 1979 die ,,Aktion Ferienspaß" ins Leben gerufen wurde. Einzelgrogrammpunkte wie Hansapark, Karl May-Spiele, Abendwanderung mit Lagerfeuer sowie Kinder- Sommerfest waren und sind auch noch heute der große Hit. Ab 1990 begannen unsere 8-tägigen Fahrten in die jeweilige Jugendherberge wie zum Beispiel: Insel Langeland, Amrum, Kappeln, Mölln, Plön, Rügen, Lauenburg und Büsum.
Anno 1981 trafen sich etliche Damen und Herren, um der Spielleidenschaft freien Lauf zu lassen. Bei Skat, Sechsundsechzig und anderen Spielen, wie z.B. Romm6, saß man zu Tisch.
Im Jahre 1991 gründete Paula Kaffenberger den Bastelkreis. Im Februar 1993 übernahm Elfriede Rickert die Leitung, die sie bis zum heutigen Tage innehat. Hier entstand der große Verkaufsschlager: die bemalten Einkaufsbeutel". Immer neue Motive wurden kreiert. Fleißige Hände basteln Blumen, Oster- und Weihnachtsschmuck. Kurzum alles was Spaß macht. Selbstverständlich ist der Kreis auch auf dem Flintbeker Weihnachtsmarkt vertreten.
Wer nicht ruhig auf dem Stuhl sitzen kann, seine Kondition unter Beweis stellen will, der findet bei den ,,Fidelen AWO Keglern" ein zu Hause. Unter der Leitung von Horst Michaelis treffen sich jeweils im vierwöchigen Rhytmus donnerstags in den Bürgerstuben 15 Damen und Herren zur Geselligkeit und, weiß Gott, um keine ruhige Kugel zu schieben.
Das erste Treffen fand am 3. Juni 1981 statt. Es trafen sich 15 Damen und 2 Herren, um in fröhlicher Runde den Formationstanz zu erlernen. Unter der Leitung von Sabine Adam und Gisela Blask vergrößerte sich der Kreis. Heute sind es 30 Damen. Sie tanzen nicht nur zu ihrem Vergnügen, sondern gingen auch auf Tournee. Feste der AWO werden programmgemäß mitgestaltet. Der Karneval und die monatlichen Unterhaltungsnachmittage wären ohne den Tanzkreis nur halb so schön.
Eines Tages entstand ein neuer Wunsch: ,,Flintbek ist zwar schön, aber wir möchten auf Reisen gehen". Gesagt, getan. Schon wurden Reisen organisiert. Da wären zunächst die Tagesfahrten innerhalb Norddeutschlands wie z.B. Kögefahrt mit Mehlbeutelessen, Nordstrand, Ohnsorg Theater. Eutiner Sommerspiele usw.
,,Reisen in der Gruppe bringt Spaß" sagten sich viele. ,,warum nur auf Kurzreise gehen, wir wollen Deutschland, ja sogar Europa erleben". So zog die AWO bei Mehrtagesfahrten in die Ferne hinaus. Deutschland, Österreich, Italien und in diesem Jahr Ungarn haben wir und werden wir erleben. Kurzum, reisen ist in. Wer die Reisen miterlebt hat, kann nur sagen: ,,Es war immer eine tolle Gemeinschaft".
Um unseren Mitgliedern in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mitteilen zu können, war wir vorhatten oder vorhaben werden, gibt es Rundschreiben, eine Aufgabe für unsere Verteiler. Welche Mühen sich hieraus ergeben, kann nur derjenige beurteilen, der schon selbst einmal eine ähnliche Aufgabe übernommen hat. Sie sind es, die den Kontakt zwischen Vorstand und Mitglieder halten. Ob zur Winters- oder Sommer zeit, sie stehen immer bereit.
Nach diesem Rückblick der Jahre 1987 bis 1997 sei uns vergönnt zu sagen, die Flintbeker können sich auf die Arbeiterwohlfahrt verlassen.
Wie heißt es im Grußwort der Gemeinde Flintbek in der AWO Dokumentation:
,,Die Gemeinde ist auf Ihre Arbeit sehr angewiesen. Deshalb bitten wir alle Flintbekerinnen und Flintbeker, Sie auch weiterhin zu unterstützen. Lassen Sie uns gemeinsam Sorge dafür tragen, daß unser Flintbek ein Ort bleibt, in dem Nachbarschaftshilfe und Mitverantwortung lebendig bleiben und so der Vereinsamung Einzelner entgegenstehen".
Die Leistungen der Vergangenheit kennen wir, die der Zukunft werden wir
erleben. Treu unserem Leitspruch: ,,Arbeiten im sozialen Bereich zum Wohle
der Menschen in einem erträglichen Dasein"
starten wir in die
nächsten 50 Jahre, in ein neues Jahrtausend.