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Worte, die Menschen ändern können |
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| Ein Mensch suchte, die Beschränkung
zu überwinden. Er suchte Glück. Drei Worte halfen. Drei Worte
änderten den Menschen. Vielleicht helfen sie anderen auch.
Demut. Sich selbst nicht als Mittelpunkt der Welt sehen. So stark sein, sich vor Höherem zu beugen. Das Ich übersteigen. Dadurch wurde das Ich des Menschen nicht kleiner, sondern größer, es verlor nicht, sondern gewann hinzu, es überwand und weitete sich über sich hinaus. Du. Das Ich allein schmerzte, war einsam, angstvoll. Das Du half, dies aufzulösen. Das Du ließ wachsen. Nicht mehr selbstquälend verknotet, sondern mehr an Leben und Gelassenheit und Freiheit. Nicht wie ich will, sondern wie Du willst. Wie Du die Dinge siehst. Wie Du. Gott.
Der Mensch fragte, warum Gott sich nicht meldet. Wie oft aber wünschte
er sich denn, daß Gott sich meldet? Wie oft dachte er am Tag: "Gott"?
Keinmal? Einmal? Dreimal? Gott zu denken, half dem Menschen. Er dachte:
"Gott ist". Er dachte es wieder. Und wieder. Nicht als bloße Buchstabenfolge,
als reinen Klang, als Gedankengeplapper, sondern als sinnvolles Wort. Er
dachte: "Guter Gott". Nicht stundenlang, sondern immer wieder einmal, zweimal.
Wenn er nichts tat. Oder wenn er arbeitete, zwischendrin. Oder beim Essen.
Einfach: "Guter Gott". Kein leeres Geplapper, keine Überfrachtung
mit Gedanken, mit Gefühlen, mit Intensität. Einfach wie eine
Anfrage. Oder wie eine Feststellung. Ohne daß der Mensch sich dabei
von der Welt abwandte. Und er erhielt Antwort. Nicht sofort. Aber nach
und nach.
Reinhold Eichinger
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