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So konzipieren und organisieren Sie Veranstaltungen von 40 bis 3000 PersonenTeil APlanung und Vorbereitung
1. EinführungEin paar einleitende Worte... In immer begrenzteren und umkämpften Märkten werden Veranstaltungen als neues Instrument zur Erreichung definierten Zielgruppen immer wichtiger - für Unternehmen, Produkte, Dienstleistungen und in sozialen, kulturellen und Unterhaltungsbereichen. Dabei hat uns die Erfahrung gelehrt: "Wer Erfolg haben will, muß seine Zielgruppe begeistern." Das ist keine Frage des Etats, sondern eine Frage des gekonnten Einsatzes neuer, zielgerichteter Veranstaltungsaktivitäten. So zu Beispiel wird es mit dem klassischen Marketing immer schwieriger, Zielgruppen nicht nur zu erreichen, sondern auch für Produkte zu gewinnen. Zu groß ist die tägliche Flut von verbalen und visuellen Reizen, zu groß die Informationskonkurrenz. Hinzu kommt, daß sich die Welt, in der wir leben, ändert und mit ihr die gesellschaftlichen Werte. Das stellt an das klassische Marketing immer neue Anforderungen, und es zeigt, wo seine Grenzen sind. Event-Marketing ist die Antwort auf veränderte Rahmenbedingungen in der Kommunikation mit den Zielgruppen. Aber nicht als Ersatz für das klassische Marketing, sondern als sinnvolle Ergänzung - flankierende Maßnahmen oder strategisches Marketinginstrument. Event-Marketing ist ein direkte Dialog zwischen Sender und Empfänger, zwischen Unternehmen und Konsument. Es weckt Bedürfnisse und befriedigt Erwartungen und Probleme definierter Kundengruppen. Events liegen voll im Trend, denn sie entsprechen dem Zeitgeist und den Erwartungen der Konsumenten an unmittelbarer Kommunikation. Events sind emotional und gerade deshalb auch so überaus erfolgreich, denn sie setzen emotionale Highlights in einer technisierten Umwelt. Events schaffen Öffentlichkeit, weil sie mehr sind als pure Werbung sind. Und: Events begeistern - direkt, unmittelbar und nachhaltig. Vorausgesetzt, das Konzept stimmt! In den Konzeptionen der Werbeagenturen ist Event-Marketing schon seit Jahren ein stetig wachsender Bereich und fester Bestandteil konzeptioneller, bereichsübergreifender Marketingplanung. Vor allem im Bereich der Veranstaltungen und Produktpräsentationen sind Spezialisten gefragt, die es verstehen die Zielgruppen für Produkte hautnah zu begeistern und Marketingziele perfekt umzusetzen. Mit guten Ideen, Konzepten und deren professionellen Durchführungen faszinieren sie ihre Auftraggeber und vor allem deren Zielgruppen, die steigendes Interesse an sozialen Kontakten haben und auch verstanden werden wollen. Dort werden konzeptorientierte spektakuläre Events mit hohem Wiedererkennungswert inszeniert - bei den Zielgruppen, in den Medien und in den Köpfen. In diesem Zusammenhang sind auch immer mehr "Full-Service-Veranstaltungsagenturen" als Partner der Werbeagenturen, die über das ganze Instrumentarium verfügen, gefragt. Mit kreativen Konzeptionern, erfahrenen Projektleitern, Dramaturgen und professionellen Partnern für alle Bereiche der Veranstaltungskonzeption, -durchführung und Nachbearbeitung. 2. Marketinganalyse Allgemeines Gehen wir einmal davon aus, ein Mitarbeiter aus der Marketingabteilung eines großen an-sässigen Unternehmens, ruft Sie an und bittet Sie an der Ausschreibung zur Planung und Durch-führung der nächsten Firmenveranstaltung teilzunehmen. Ungefähre Vorstellungen hat das Unternehmen auch schon. Er ist aber auch bereit, sich durch Sie für Anderes inspirieren zu las-sen. Sie bedanken sich freundlich, für das entgegengebrachte Interesse an Ihrer Agentur, nehmen das erste Kurzbriefing entgegen und werden gebeten, bei zusätzlichem Informationsbedarf einfach anzurufen. Als erstes werden Sie sich anhand Ihrer Notizen einen kurzen Überblick über das zu konzep-tionierende Projekt verschaffen und mit der Aufstellung einer Frageliste zum nächsten Telefonat oder Treffen beginnen. (Die folgenden Abhandlungen beziehen sich auf das Beispiel einer Firmenveranstaltung.) 2.1. Marketingziele und -strategien Als zweiten Schritt sollten Sie mit der Marktanalyse beginnen. Hier sind folgende Fragen mit der Marketingabteilung des hoffentlich zukünftigen Auftraggebers zu erfragen: Welche kurzfristigen und langfristigen Marketingziele setzt sich das Unternehmen? Worin besteht die unausgesprochene oder die bewußte Strategie? Wie lassen sich diese Ziele am wirksamsten innerhalb eines Events umsetzen? 2.2. Zielgruppen Weitere wichtige Fragen, die zu klären sind: An welche Zielgruppe richten sich die Marketingaktivitäten? Gibt es bereits Kundenkarteien? Sollen diese Kunden eingeladen werden? Erfragen Sie genau, um welchen Personenkreis es sich handelt, die Anzahl, ob männlich oder weiblich, Lebensalter, Mentalität, sozialer Status. Vielleicht müssen diese Informationen auch erst ermittelt werden. Das wäre dann Ihre Aufgabe! 2.3. Positionierung Über die Positionierung des Unternehmens geben Ihnen diese Fragen Aufschluß: Wie und in welchem Marktsegment positioniert sich das Unternehmen mit seinem Produkt? Ist eine Umpositionierung vorgesehen? 2.4. Marktchancen und -risiken Hier ist es wichtig folgende Fragen zu stellen: Welche Chancen rechnet sich das Unternehmen am Markt aus? Welche Risiken und Gefahren drohen? Welche zukünftigen Marktgegebenheiten muß sich das Unternehmen laut Selbsteinschätzung demnächst stellen? 2.5. Wettbewerb Folgende Fragen sind zu stellen: Welche Stärken und Schwächen im Produkt- und Servicebereich, in der Preisgestaltung, im Vertrieb und in der Werbung hat das Unternehmen gegenüber seinen Kunden? Wer sind die Hauptkonkurrenten? Welche Punkte sind für das Unternehmen hierbei von existentieller Bedeutung? Wie sehen die Marketing- und Werbemaßnahmen der Konkurrenten aus? 2.6. Kommunikationspolitik Hier können die Fragen lauten: Wie sieht die bisherige Kommunikationspolitik des Unternehmens aus? Welche Werbemaßnahmen wurden bisher durchgeführt? Welche waren erfolgreich, welche weniger? Diese Fragen sollten Ihnen einen Überblick über das derzeitige und zukünftige Marketing des Unternehmens geben, so daß Sie für Ihre Konzeption eine ausreichende Grobdiagnose stellen können, die Aufschluß über die Unternehmensstrategie und die zu erreichenden Ziele gibt. 3. Grobkonzept Allgemeines: Aus der Auseinandersetzung mit dem Marketing-Mix des Auftraggebers, erarbeiten Sie nun das Veranstaltungsgrobkonzept. Es gibt Ihrer Veranstaltung das nötige Veranstaltungsprofil und läßt die Schwächen und die Stärken erkennen. Es ist die kreative und administrative Planungsunterlage jedes Projektes von der Aufgabenstellung bis zu den Folgemaßnahmen. Ihre Funktionen sind: · Entscheidungsgrundlage für die Genehmigung der Veranstaltungsinhalte, -abläufe, -konditionen und -kosten durch Ihren Kunden · Richtlinie für die Planung und Durchführung Ihres Projektes Die Grobkonzeption wird schriftlich erstellt und sollte so gestaltet sein, daß sie präsentiert werden kann. Dabei ist auf eine klare Gliederung zu achten. 3.1. geeignete Veranstaltungstypen Als erstes sollte ein geeigneter Veranstaltungstyp gefunden werden. Dieser resultiert aus dem Profil der Zielgruppe und des Produktes. Weiterhin sollte er sich in die Marketingstrategie des Unternehmens problemlos einfügen. 3.2. Aufgabenstellung In der Aufgabenstellung muß erkennbar sein, ob es sich um eine Einzelveranstaltung handelt oder ob eine Reihe von aufeinander aufbauende Veranstaltungen geplant ist. Eine präzise Definition der Aufgaben und Ziele erleichtert die Ergebniskontrolle danach. 3.3. Ideenfindung Gute und begeisternde Ideen sind rar in der heutigen Gesellschaft. Und so sollten Sie sich in der ersten Phase auf die Suche nach einer Veranstaltungsidee machen, von der Sie sowohl überzeugt als auch begeistert sind. Hierbei ist es nur selten dienlich, sofort nach der Mach-barkeit zu fragen. Auch sollten Sie möglichst nie allein auf Ideensuche gehen (Brainstorming). Event-Ideen sollten auf möglichst breiter Basis entstehen. Eine Gruppe von fünf bis acht Personen hat hierfür die optimale Größe. Ihre Zusammensetzung sollte möglichst hierarchisch homogen sein und Teilnehmer unterschiedlichster Wissensgebiete miteinbeziehen. Event-Ideen benötigen nicht nur Marketingwissen, Veranstaltungserfahrung oder ähnliches. Event-Ideen haben mit Wünschen oder Träumen zu tun und haben ihren Ursprung oft in den kleinen Dingen des Alltags. Wichtig ist: Konkretisieren Sie die Event-Idee durch ein Motto! Vorbereitung: Damit Sie aus einen möglichst großen Pool an Ideen auswählen können, empfehlen wir Ihnen auf folgende Umstände zu achten: 1. Beschränken Sie sich auf eine Stunde zur Ideenfindung. Die ersten Ideen sind wahrscheinlich oft die Besten und nach einer Stunde ist Ihr Kreativteam ermüdet. 2. Wählen Sie einen Vormittagstermin - am Besten zwischen 9.30 und 10.30 Uhr. Die Be-teiligten sind frisch, ohne Hast und haben Zeit für persönliche Vorbereitung. 3. Nutzen Sie einen gut durchlüfteten, freundlichen, sauberen und hellen Raum, in dem man sich wohl fühlt. 4. Bereiten Sie sich gut vor. Jegliches Equipment sollte zur Erfassung und Auswertung bereit-liegen. Auch eine Tafel oder ein Flip-Chart zur Visualisierung sollte vorhanden sein. 5. Geben Sie allen Beteiligten das Gefühl, daß Ihnen die Ideenfindung wichtig ist. 6. Definieren Sie die Ursprungsfrage genau. In Ihrem Fall müssen drei stimmige Ideen gefunden werden: A. Eine Veranstaltungsidee
Methoden zur Ideenfindung:
Die Problemaufbereitung sollte der erste Schritt zur Findung einer kreativen und begeisternden Idee sein. Hier sollten Sie das Ziel und/oder den Zustand analysieren.B. Das Motto und ggf. ein Logo zur Veranstaltung C. Das Veranstaltungsprofil (außergewöhnliche Lokalität, besonderes Ambiete etc.) Danach müssen Sie sich für eine Suchmethode und Kreativitätstechnik enscheiden. Hierbei unterscheidet man zwischen den intuitiven und den analytischen Methoden. Wobei sich in der Veranstaltungsideenfindung die intuitiven Methoden bewährt haben. Am beliebtesten und gebräuchlichsten ist wohl das Brainstorming! Hierzu einige Stichpunkte: · Die Brainstorming-Gruppe besteht aus 4-8 Teilnehmern. Vertreter aus unterschiedlichsten Wissensgebieten und sozialen Bereichen. · Als Zeitvorgabe werden 20 Minuten angesetzt - in besonders kreativen Runden zuzüglich weiterer 5 Minuten. Beiträge sollten ca. 1 Minute lang sein. · Es wird ein erfahrener Moderator bestimmt, der das Problem präzise definiert, die Gruppe in den Regeln leitet und alle Vorschläge öffentlich notiert. · Jeder Teilnehmer sagt nun, was ihm einfällt. · Am Ende werden alle Vorschläge kurz besprochen und die begeisternste Idee ausgewählt. Falls Sie genügend Zeit zur Verfügung haben, können Sie die Ideen aber auch gerne mit Punkte bewerten, um eine absolute Stimmgleichberechtigung zu gewährleisten. Grundregeln: 1. Achten Sie darauf, daß jede Kritik zurückgestellt wird! 2. Greifen Sie jede Idee auf und notieren Sie sie als markantes Stichwort gut sichtbar! 3. Keine Überprüfung auf Machbarkeit! Phantasie freien Lauf lassen! 4. Quantität geht vor Qualität! 5. Unterstützen Sie die wortschwächeren Teilnehmer! Prinzipien: 1. Strikte Trennung von Lösungssuche und Lösungsbewertung! 2. Quantität birgt nicht zwangsläufig auch Qualität! An zweiter Stelle in der Beliebtheitsskala, ebenfalls aus der Gruppe der intuitiven Such-methoden, folgt dann die Methode 635. Auch hierzu einige Anmerkungen: · Die Gruppe besteht aus 6 Teilnehmern, zuzüglich eines Moderators. · Als Zeitvorgabe werden 30 Minuten angesetzt. · Der Moderator teilt an jede Person ein Blatt aus, auf dem diese 3 Ideen in 5 Minuten notiert und das Blatt im Uhrzeigersinn an den Nachbarn weiter gibt. Dieser erweitert und ergänzt nun die Ideen in weiteren 5 Minuten. Danach reicht er das Blatt weiter, bis nach 30 Minuten 108 Vorschläge an den Moderator übergeben werden können. · Der Moderator stellt nun die Vorschläge vor, stellt Rückfragen und die besten Ideen werden ausgewählt. Falls Sie genügend Zeit zur Verfügung haben, können Sie die Ideen aber auch hier mit Punkten bewerten, um eine absolute Stimmgleichberechtigung zu gewährleisten. Diese Methode empfiehlt sich insbesondere wegen seine Gleichberechtigung unter den Teil-nehmern. Denn hier setzt sich nicht immer der Lautstärkste oder Dominanteste durch. Ist dann eine Idee gefunden, gilt es sie klar zu definieren und vor allen Dingen schriftlich festzuhalten. 3.4. Budgetierung Der Kostenplan gehört in den Anhang. Das hat den Vorteil, daß niemand von der logischen Ent-wicklung der Konzeption, durch ständige Kostenüberlegungen, abgelenkt wird. Der Kostenplan sollte auch die kleinste Position nachvollziehbar beinhalten. Vergessen Sie auch nicht mögliche neben den Ausgaben auch mögliche Einnahmen aufzuzeigen und auf Grundlage eine stichhaltige Basis nachzuweisen und bereits recherchierte anzugeben. Das können bei Kongressen Teil-nahmegebühren, bei Veranstaltungen Bargeld- oder Warensponsoring, Einnahmen durch Merchandising oder andere sein. Hinzu kommt, daß der Kostenplan als Anhang nur den für die Kosten verantwortlichen Entscheidungsträgern zugänglich gemacht werden sollte. Bei sehr umfangreichen Projekten empfiehlt es sich einen Zusatz einzuarbeiten, der es Ihnen erlaubt unvorhergesehene Kosten "updatefähig" zu halten. Vergessen Sie hierbei nie, sich jede Kostenübernahme durch den Kunden bestätigen zu lassen! 3.5. Zeitplanung Der Zeitplan muß realistisch sein. Nicht alle sind so schnell und gut im Thema wie sie selbst. Für Sie ist es Hauptaufgabe, für andere, egal ob Subunternehmer oder Mitarbeiter nur ein Job. 3.6. Zielgruppen/Personenzahl Die Zielgruppe ist nicht nur nach Status und Anzahl anzugeben, sondern auch nach seinen Bedürfnissen zu beschreiben. Eine genaue Definition der Zielgruppe erhielten Sie ja bereits in Ihrem Kundenbriefing. Auch die Resultate einer qualitativen Umfrage helfen Ihnen hier klare Aussagen zu machen. Sie können zum Beispiel 10 bis 20 Personen der Zielgruppe zu einer Gruppendiskussion einladen und erhalten auf diese Weise aktuelle Informationen über deren Produktinteressen und Bedürfnisse. 3.7. Location Wahrscheinlich werden Sie in der Ideenfindungsphase auch schon einen konkreten Veran-staltungsort, sofern nicht von Ihrem Kunden bereits angeben, gewählt haben. Nun gilt es zu prüfen, ob dieser Veranstaltungsort zeitlich verfügbar, zur Umsetzung Ihrer Idee geeignet und genügend Platz für die Gäste bietet. Sollten Sie noch keine Idee für einen Veranstaltungsort haben, lassen Sie sich von der folgenden Auflistung inspirieren. Veranstaltungsorte: Aquarium, Zoo, Hotel, Diskothek, Flughafenhangar, Museum, Kino, öffentlicher Platz, Burg, Schloß, Schwimmbad, Konzertsaal, Zug Theater, Straße, unterirdisches Gewölbe, Schiff, Flugzeug, Wasser-pumpwerk, Farbrikhalle, Filmatelier, Garten, Leuchtturm, Rathaus, Kirche, Dom, historisches Gebäude / Saal, Kneipe, Restaurant, Eisbahn, Galerie, Einkaufzentrum etc. 3.8. Präsentation und Präsentationstechniken In der Präsentation Ihres Grobkonzeptes gilt es die wesentlichsten Punkte herauszustellen und sie dem Kunden plakativ, gut verständlich und werbewirksam zu präsentieren und somit zu verkaufen. Letztendlich verkaufen Sie sich auch selber! Wesentlich ist hierbei der "Rote Faden", der alle Maßnahmen und deren Umsetzung, von der Einladungsphase bis zum Veranstaltungsende, klar strukturiert und verbindet. "Der Rote Faden" ist die Basis der konzeptionellen Idee, des Mottos der Veranstaltung, der Gestaltung aller Maßnahmen, Mittel und Abläufe. Aus dem "Roten Faden" ist das Corporate Design, die Tonalität der Texte, die Gestaltung der Bilder und Szenen, in der die Marke bzw das Produkt auftritt, die das Profil und die Position unverwechselbar machen, abzuleiten. Die Maßnahmen können bereits in Form eines ersten Programmrasters aufgeführt werden. Die Form des Events, die Qualitäten der Destination, die Art und Anzahl der vorausgehenden und flankierenden Maßnahmen müssen genau beschrieben werden. Die Notwendigkeiten aller Maßnahmen und ihre Verzahnung untereinander ist der Kern der Konzeption und somit Ihrer Präsentation. Es ist herauszuarbeiten, daß die Eliminierung oder Veränderung jedes Einzelpunktes die Geschlossenheit und damit den Erfolg gefährden würde. Das Konzept muß in sich schlüssig sein und überzeugen. Die Organisation der Durchführung muß institutionell, zeitlich und personell machbar sein - nachweisbar in der Konzeption. Zu guter letzt sollten Sie im Zusammenhang mit der Nachbereitung der Veranstaltung die Ergebniskontrolle vorbereiten. Die Ergebniskontrolle muß Konzeptionsbestandteil sein. Die Erfahrung hat gezeigt, daß es sehr schwer ist, den Erfolg einer Veranstaltung meßbar zu machen. Trotzdem empfehlen wir Ihnen, es zu versuchen. Zur Kontrolle muß mindestens ein Beurteilungsbogen eingesetzt werden. Auch eine abschließende qualitative Umfrage bietet sich hier an und sollte mit geringen Kosten durchführbar sein. Die Bedeutung der Ergebniskontrolle liegt in Ihrer Auswertung für die Folgeveranstaltung. Techniken der Präsentation: Wir haben uns mit einer Vielzahl von Präsentationstechniken beschäftigt, sind aber zu dem Entschluß gelangt, daß egal welche Technik Sie anwenden, lediglich Ihre Persönlichkeit, Ihre Professionalität, Ihre Überzeugungskraft und Ihre Begeisterungsfähigkeit zum Erfolg führen. Das entbindet Sie aber nicht, einige wichtige Vorbereitungen zu treffen, wie etwa: · Denken Sie daran Ihre Unterlagen in ausreichender Zahl, gut aufbereitet, in sich schlüssig vorzubereiten. · Proben Sie eine Tag vorher Ihre Präsentation vor unbelastetem Publikum. · Stellen Sie sich das entsprechende Equipment rechtzeitig zusammen. · Rechnen Sie mit unbequemen Fragen, um nicht zu sehr improvisieren zu müssen. · Stellen Sie selber die höchstmögliche Anforderung an Ihre Präsentation. Am Präsentationsort ist zu klären: 1. Wo präsentieren Sie, und wo wird der Kunde sitzen? 2. Sind genügend Steckdosen vorhanden? Überprüfen Sie die Funktionstüchtigkeit. 3. Welche Geräte stehen zur Verfügung? 4. Ist ein Projektor und ein Videogerät mit Fernseher vorhanden? Machen Sie sich mit ihnen vertraut. Vielleicht ist ja die Lampe im Overhead-Projektor defekt. 5. Ist eine Wandtafel oder ein Flip-Chart vorhanden? 6. Sind die Fenster verdunkelbar? In Ihrer Präsentationtasche sollten Sie mitführen: 1. Haben Sie genug Stifte dabei? 2. Sind die richtigen Videos vorhanden? 3. Habe ich für jeden Teilnehmer ein Konzeptvorschlag in Kopie dabei? Haben Sie nun alles überprüft und bedacht, werfen Sie noch einmal einen letzten Blick auf Ihren Präsentationsplan, damit sich die Gliederung und der Inhalt festigen. Honorar Erkundigen Sie sich vor der Präsentation, ob Sie ein Honorar für Ihre Leistung erhalten. Dies ist nicht ganz unwichtig, wenn man bedenkt wie viele Kosten Ihnen bis zur Präsentation entstehen. Der Richtwert liegt ungefähr bei 5-10% vom Gesamtetat (möglich sind in der Regel 3.000 - 10.000 DM). In der Praxis gibt es Mischformen. Es ist nicht ungewöhnlich, daß das Präsenta-tionshonorar später auf die Organisationspauschale angerechnet wird. Teil B Umsetzung
1. Projektplanung und -steuerung der Veranstaltung
Definition:
"Ziel der Projektplanung ist die Ermittlung realistischer Sollvorgaben hinsichtlich zu erbringender Arbeitsleistung und deren Termine einerseits, Ressourceneinsatz und zulässige Kosten sowie von Einzelschritten der Projektdurchführung (Teilprojekte, Teilprodukte, Arbeitspakete) im Rahmen der gegebenen Randbedingungen andererseits." ..."Die Planung beginnt mit der Ermittlung sämtlicher zukünftiger Aktivitäten, die zur Erreichung des Projektzieles dienen. Hierbei ist wesentlich,
die richtigen und wichtigen Aktivitäten zu erkennen, nicht sie anzugehen." ... "Die Projektplanung erarbeitet Vorgaben für die Projektdurchführung, ..." (vgl. auch im folgenden: Litke, H.D., Projektmanagement, 3. Aufl., München 1995, S. 89ff, HANSER)
1.1. Phasen der Projektplanung
Schwerpunktmäßig sind folgende Phasen zu planen:
1. Zielbildung2. Zielgruppenbestimmung 3. Motto festlegen 4. Aufgabenstellung 5. Alternativensuche 6. Alternativenbewertung (z.B. Nutzwertanalyse) 7. Alternativenauswahl 8. Projektstrukturplan 9. Ablaufplan 10. Terminplan 11. Veranstaltungsprogramm (Grobplanung):Ablauf, Mitwirkende, Dramaturgie des Programmablaufes 12. Kapazitätsplan 13. Kostenplan 14. Finanzmittelbedarfsplan 15. Aufträge, Verträge Achtung: Corporate Identity usw. im Auge behalten! 1.2. Verfahren der Projektplanung Projektantrag: Die Basis bildet die Vorstudie, in der der sachliche Inhalt des neuen Vorhabens, grobe termin-liche Vorstellungen, personelle Voraussetzungen und erste wirtschaftliche Überlegungen enthalten sind. Projektfreigabe: Für die grundsätzliche Genehmigung des gesamten Vorhabens bildet der Projektantrag mit der Vorstudie die Grundlage. Phasenfreigabe: Die Aufgaben der Phasen werden inhaltlich definiert, Termine werden konkret definiert, die personellen Ressourcen zugeordnet und die finanziellen Mittel für die einzelnen Phasen freigegeben. 1.3. Projektorganisation Es ist wichtig, möglichst frühzeitig die Projektorganisation und damit folgende Punkte zu klären: · Ist die Projektaufgabe in ausreichendem Maß beschrieben und operationalisiert? (eindeutig!) · Ist die Organisationsform dem Projekt angemessen? · Wer ist Projektleiter/in? · Gibt es ein festes Projektteam? · Sind weitere Personen am Projekt beteiligt? · Wie erfolgt die Zusammenarbeit: hierarchisch, teamorientiert? · Wie sind die Aufgaben verteilt? · Wer ist für was verantwortlich? · Wer hat welche Kompetenzen? · Gibt es regelmäßige Koordinationstreffen? · Ist der Informationsaustausch gewährleistet? · Wie ist der Projektablauf organisiert? · Sind alle betroffenen Mitarbeiter/innen ausreichend informiert über das Projekt, über die Organisation, über die Verantwortlichkeiten und Kompetenzen, über die Ablauf- und die Zeitplanung? Weiterhin sind zu klären: · Auswirkungen auf die Umwelt (Betroffene, wirtschaftliche Gegebenheiten, rechtliches Umfeld) · Festlegung und Genehmigung des Projektbudgets · Vorgabe der Informations- und Berichtswege/-arten · Festlegung der Regeln für die Methodik · Planung und Definition von Schnittstellen zu anderen Projekten/Arbeitsbereichen 1.4. Projektstrukturplan Der Projektstrukturplan gliedert das Projekt in Teilaufgaben und macht Verknüpfungen deutlich. Arbeitspakete werden erstellt und zugeordnet, u.a. umstrukturiert. Jedes Arbeitspaket soll zu konkreten überprüfbaren Einzelergebnissen führen können. Die Arbeitspakete werden mit der Projektorganisation verknüpft, diese muß unter Umständen den Erfordernissen durch Art und Zahl der Arbeitspakete angepaßt werden. Personelle Verantwortlichkeiten, Zeitlimits und Qualitätsanforderungen müssen festgelegt werden. Generell sollte auf folgende Dinge geachtet werden: · Projektstrukturplan sollte funktionsorientiert oder z.B. objektorientiert gegliedert sein · Erstellung Arbeitspakete · Aufwandschätzung · Kapazitätsplanung · Personalplanung · Kostenplanung · Prüfung der finanziellen Ressourcen · Finanzplan und Liquiditätsplanung · Optimierung obiger Teilpläne · Festlegung der Kooperationspartner. 1.5. Methoden der Projektplanung und -steuerung Zur planerischen Verknüpfung von Terminen und Aufgaben gibt es verschiedene Methoden. Wichtig ist bei allen, - daß der Nutzen im richtigen Verhältnis zum Aufwand steht, - daß die Pläne ohne Lücken sind, - daß die Pläne regelmäßig aktualisiert werden, - daß die Einhaltung der Pläne laufend kontrolliert wird und ggf. Korrekturen erfolgen - und daß alle am Projekt beteiligten Personen die Übersicht über den aktuellen Planungsstand haben. Planungstechniken: Terminplan, Kalender Vorteile: keine speziellen Kenntnisse erforderlich, einfach und schnell zu erstellen, Nachteile: nicht geeignet für größere Projekte, Darstellung von Abhängigkeiten nicht möglich, wird schnell unübersichtlich. Balkendiagramm Vorteile: sehr übersichtlich, geeignet für kleine und mittelgroße Projekte, zeigt zeitliche Parallelen auf, Nachteile: Änderungsaufwand kann sehr groß werden, Übersichtlichkeit nur bei Planungsaufwand von mindestens einer Woche gegeben. Meilensteine setzen (Erweiterung der Methode Balkendiagramm) Vorteile: bietet wesentlich mehr Informationen und ist flexibler in der Handhabung als das reine Balkendiagramm, dennoch relativ leicht erstellbar, Nachteile: keine logischen Abhängigkeiten und Konsequenzen darstellbar (steht zwischen Balkendiagramm und Netzplan). Netzplantechnik Vorteile: stellt zeitliche und sachliche Abhängigkeiten dar, eine Zuordnung von Mitarbeitern und Kosten zu einzelnen Aufgaben im Sinne der Verknüpfung ist möglich, unterschiedlichste Auswertungsmöglichkeiten, kann durch EDV unterstützt werden, Nachteile: Änderungsaufwand bei manueller Änderung sehr groß, Schulungsaufwand erforderlich. Flußdiagramme Technik für Ablaufplanung, die ausschließlich logische Abfolgen und Entscheidungsvorgänge darstellt, es nicht geeignet zur Darstellung zeitlicher Abfolgen oder zur Terminplanung. Da an den Schnittstellen jeweils eine Ja / Nein-Abfrage erfolgt, eignet es sich besonders für Prozesse, in denen Entscheidungen anstehen, zu denen Dritte herangezogen werden müssen und zur Alternativenprüfung. 1.6. Planung der veranstaltungsrelevanten Aufgaben Festgelegt werden müssen z.B.:
· Location · Transporterfordernisse (Güter, Personen) · Übernachtungen · Verkaufsstände · Karten(vor)verkauf · Leitsysteme · VIP-Konzept · Versorgung, Catering, Strom, Wasser etc. · Entsorgung · Sicherheit, Sanitäter, Polizei, Feuerwehr · Versicherungen · Genehmigungen, Gebühren · Technik · Ausstattung (Lokation, Dekoration) · PR, Werbung · Dokumentationsplanung: Anzeigen, redaktionelle Beiträge; Mitschnitte, Printmedien Ausschneidedienst, Fotos. Videoaufnahmen, Befragung der Gäste etc. 2. Erstellung eines konkreten Veranstaltungskonzeptes Allgemeines: In direkter Anlehnung an das Grobkonzept, wird dieses überarbeitet und wenn nicht bereits in der Vorbereitungsphase geschehen, zu einem ausführliches Veranstaltungskonzept ausgearbeitet. Das bedeutet u.a., daß das Konzept auf die Bedürfnisse, Wünsche und detailierten Angaben des Kunden zugeschnitten werden muß. Selten wird das Konzept nach der Präsentation in allen Bereichen bedingungslos vom Kunden akzeptiert. Oft sind vielen Gespräche zu führen, bis eine endgültige Verfassung des Veranstaltungskonzeptes vorliegt. Folgende Fragen sollten bei der Überarbeitung des Grobkonzeptes gestellt werden: 1. Ist das Konzept nach Änderungen und Wünschen durch den Kunden immer noch stimmig? 2. Werden die Vorstellungen über die Veranstaltung mit diesem Konzept voll erfüllt? 3. Ist die Aufgabenstellung auch wirklich so durchführbar? 4. Gibt es eventuell Alternativen? 5. Bin ich mit dem erstellten Projektplan / Zeitplan für alles gerüstet? 6. Was ist bereits im verbesserungswürdig? 7. Habe ich die richtige Location gewählt? etc. Sicher läßt sich diese Frageliste noch beliebig fortsetzen, jedoch soll sie lediglich die Sensibilität dafür wecken, daß man sich an der einen oder anderen Stelle immer noch einmal bewußt mit dem Konzept auseinandersetzen. Wahl der richtigen Veranstaltungslocation: Vielleicht ist ja die Wahl der Location bereits mit der Erstellung des Grobkonzeptes gefallen, besser gesagt die das Konzept baut auf einer ganz bestimmten Location auf. Wenn das der Fall ist, sind folgende Überlegungen wahrscheinlich schon angestellt worden, wenn nicht sollte man sich spätestens am Beginn der Umsetzungsphase noch einmal mit ihnen aueinandersetzen. Folgende Fragen zur Wahl der richtigen Location sind eventuell von Bedeutung: · Paßt die Location zum Anlaß bzw. zum Thema der Veranstaltung (Image, Werbemöglichkeiten, spektakulär oder traditionell etc.)? · Ist die Location für die Jahreszeit geeignet? · Steht ein Raum für alle Personen zur Verfügung, eventuelle auch mit Ausstattung, Bühne und Tanzfläche? · Sprengen die Kosten denn Rahmen, wenn das entsprechende Equipment zusätzlich besorgt werden muß? Oder welches Equipment ist bereits vor Ort? · Ist die Location verkehrstechnisch sowie geografisch (Anlegestelle) günstig gelegen? · Entspricht die Hausgastronomie meinen Ansprüchen? · Sind Übernachtungsmöglichkeiten vor Ort (angeschlossenes Hotel bei verkehrstechnisch ungünstiger Lage)? · Haben die Räumlichkeiten eine entsprechende Akustik? / Kann eine Live-Band auftreten? · Ist die Logistik ausreichend (Ein- und Ausgänge, Parkplätze etc.)? · Stehen für umfangreiche Transporte genügend Lastenaufzüge zur Verfügung? · Lassen sich bequem seperate Räumlichkeiten einrichten (Künstlergarderobe, Lagerräume bzw. Tonlichtcontainer etc.)? · Wie behinderten freundlich sind die Toiletten? · Ist fachliche Unterstützung von Seiten der Location zu erwarten? / Welche Dienstleistungen sind vor Ort erhältlich? · Wird es eventuell Probleme wegen möglicher Lärmbelästigung geben? · Erhalte ich nur eine Option über auf die Nutzung der Location oder genieße ich unein-geschränkte Verfügbarkeit? · Sind umfangreiche Genehmigungen bzw. Sicherheitsmaßnahmen zu erwarten? Achtung: Prioritäten müssen gesetzt werden! Sicher werden nie alle Bereich zu Ihrer vollsten Zufriedenheit berücksichtigt werden können, aber versuchen Sie trotzdem eine Ideallinie zu finden und allen Bedenklichkeiten eventuell lieber aus dem Weg zu gehen. Wählen Sie die Location mit der Sie in jedem Fall auf der sicheren Seite stehen! Gespräche und Besichtigungen vor Ort Gestaltung einer vertraglichen Basis 3. Organisation und Durchführung der Veranstaltung 3.1. Projektmanager / Projektteam Projektmanager: Der Projektmanager trägt entsprechend der Verträge die Verantwortung für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Veranstaltung. Er überwacht alle Phasen des Projektes, nimmt je nach Bedarf die Aufteilung in Projektbereiche bzw. Verantwortungsbereiche vor und ist zuständig für die Aufgaben- und Auftragsvergabe. Folgende Punkte sollte jeder Projektmanager im Auge behalten: · Die gesamte Verantwortung liegt in seiner Hand und eine entsprechende Kontrolle sollte kein Mißtrauen wecken sondern eher Absicherung bringen. · Eine verantwortungsvolle und genaue Absteckung der Arbeitsbereiche sowie die Auswahl des Personals und der Mitarbeiter bzw. Partner ist seine Aufgabe. · Die Beherrschung von Motivations- und Führungstechniken ist immer vorteilhaft. · Ein entsprechender Umgang mit Kunden und Gästen ist zu pflegen. · Er überwacht wenn möglich aller Abläufe vor, während und nach der Veranstaltung. · Er vertritt das Konzeptes bei Präsentationen und Kunden und kümmert sich wenn nötig auch um die Akquisition. Projektteam: Nach der ausführlichen Projektplanung und -steuerung, setzt die Phase der Umsetzung einer Veranstaltung ein, und dazu gehört auch wenn nötig die rechtzeitige Bildung eines Projektteams. Das Projektteam ist dem Projektmanager unterstellt. Zur Abgrenzung der Aufgaben- und Verantwortungsbereiche einzelner Projektmitarbeiter und um nicht den Überblick über das ganze Geschehen zu verlieren, ist es über aus hilfreich, ein Organigramm zu erstellen. Ein Organigramm sollte folgende Daten enthalten: 1. Name der Person 2. Einsatzort und Einsatzzeit 3. kurze Beschreibung der zu entrichtenden Tätigkeit bzw. zu tragenden Verantwortung 4. kurze Beschreibung der Art und Weise, wie die Arbeit auszuführen ist 5. eventuell Namen anderer involvierter Personen oder Ansprechpartner 6. Adresse und Telefonnummer der Person Ein Organigramm muß nicht nur die unmittelbaren verantwortlichen oder wichtigen Mitarbeiter erfassen. Innerhalb eines großen Projektes sind oft viele Fremdfirmen, Agenturen und Künstler eingebunden. Diese sollten dann ebenfalls geordnet mit ihrer Leistung, Ansprechpartnern und Telefonnummern erfaßt werden. 3.2. Personalplanung Zur Vor- und Nachbereitung sowie zur Durchführung einer Veranstaltung gehört in den meisten Fällen ein recht umfangreicher Personaleinsatz. Das erfordert eine entsprechende Personalplanung. Folgende Personen können mehr oder weniger in eine Veranstaltung involviert sein: · Projektmitarbeiter · Techniker/Staff · Hostessen · Servicemitarbeiter/Oberkellner · Sicherheitspersonal · Feuerwehrpersonal · Sanitäter · Polizei · Ordner · Kassen- und Büropersonal · Auf- und Abbaupersonal (Helfer, Studenten) · Garderoben- und Toilettenpersonal · Animateure · Dolmetscher · Presse · Fotografen. Entsprechend des Bedarfs muß der gezielte Einsatz jeder Personengruppe geplant werden. Wie bereits in Punkt 3.1. erwähnt wurde, ist es empfehlenswert ein Organigramm anzulegen. Das bedeutet auch die vertragliche Bindung der Mitarbeiter in Zusammenhang mit ihrem Arbeitseinsatz. D.h. unterschiedliche Verträge und unterschiedliche Vergütungsmodelle treten in Kraft. Wichtiger Hinweis: Versteuerung! Techniker und technisches Hilfspersonal werden in der Regel von der durchführenden Firma gestellt und sind im Preis für das angeforderte Leistungsvolumen entweder enthalten oder im Angebot extra in DM/pro Std. aufgeführt. Wichtig ist zu beachten, wie viel die gestellte Arbeitskraft kostet (pauschal oder pro/Std.) und wie hoch der zu erwartende Arbeitseinsatz geldlich beziffert wird. Das ist in jedem Fall wichtig für ihre Kalkulation. Gestellte Arbeitskräft müssen von Ihnen also nicht extra vergütet werden. Jedoch können Sie auch Angebote ohne Personal in Anspruch nehmen. (Davon ist bei umfangreichen Aufbauarbeiten der Technik eher abzuraten, denn nicht jeder Hilfsarbeiter bringt die entsprechenden, technischen Kenntnisse mit.) Hilfpersonal, Studenten und Freie Mitarbeiter werden auf Honorar- bzw. Pauschalbasis oder Stundenbasis vergütet. Entweder haben Sie einen eigenen Mitarbeiterpol, auf den Sie jeder Zeit zurückgreifen können, oder Sie bestellen entsprechendes Personal z.B. bei studentischen Arbeitsvermittlungen oder Zeitarbeitsfirmen. Speziell ausgebildetes Personal (Dolmetscher, Sicherheitspersonal, Ordner, Servicepersonal, Hostessen etc.) lassen sich in der Regel am einfachsten über entsprechende Agenturen / Zeit-arbeitsfirmen für die benötigte Zeit anmieten. Dabei ist es aber wichtig, sich vorher über Erfahrungen und Referenzen zu informieren. Personal der Polizei, der Feuerwehr und Sanitäter haben feststehende Stundensätze für ihren Arbeitseinsatz und können im zuständigen Einzugsgebiet bestellt werden (vgl. Anlage Checkliste Sicherheit). Sie werden dann in der Regel über das für sie zuständige Amt abgerechnet. Über Zahlungsmodalitäten erkundigt man sich am besten bei der zuständigen Behörde. Im Umgang mit dem Personal sollte man auf folgendes achten: · Mitarbeiter rechtzeitig verpflichten · Listen erstellen über alle Mitarbeiter und deren Arbeitseinsatz · Berücksichtigung eventueller Nebenkosten (Anreise, Proben etc.) · entsprechendes Personalcatering bedenken · Umkleidegarderoben bzw. Aufenthaltsräume einplanen · in allen Fällen Ausfallregelungen treffen · Personalkleidung festlegen · eventuell Kostüme und Maske bereithalten · technische Voraussetzungen für den Einsatz der Mitarbeiter schaffen · Arbeitsrechtliche Vergütungen und Verträge organisieren · Sozialkassen, Steuern und weitere Personalabgaben einplanen · Einsatzpläne fertigen (genauer Arbeitszeiteneinsatz und genaue Abgrenzung der Arbeitseinsätze klären) und umsetzen · genaues und ausführliches Briefing vor Ort · alle Regie- und Ablaufpläne mit Technikern und Akteuren absprechen · Probedurchläufe realisieren · Namensschilder bereitstellen · speziell benötigtes Material auf Tauglichkeit prüfen · Anwesenheitskontrollen und Bestätigung der absolvierten Arbeitszeiten · Stand-by vereinbaren und auf Einhaltung prüfen · ständigen Kontakt während des Arbeitseinsatzes mit den Mitarbeitern halten · Motivations- und Führungstechniken anwenden · bei Auseinandersetzungen der Mitarbeiter untereinander versuchen zu schlichten. 3.3. Genehmigungen / Gebühren / Verträge Genehmigungen: Je nach Art und Größe der Veranstaltung sind entsprechende Genehmigungen mit großen, zeitlichen Vorlauf einzuholen. - Bei Nicheinholen oder Nichtgenehmigung kann die geplante Veranstaltung gefährdete sein. Wichtige Ämter und Institutionen sind: a.) das Bezirksamt mit folgenden Ämtern:
· Umweltamt · Hoch- und Tiefbauamt · Straßenaufsichtsamt · Grünflächenamt · Wirtschafts- und Gewerbeamt · Bauaufsichtsamt · Kulturamt · Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt · Landeseinwohneramt b.) sonstige Institutionen: · Polizei / Verkehrsdienstbehörder · Feuerwehr (Sonderantrag bei Feuerwerk) · Verkehrsbetriebe · Technisches Hilfswerk (THW) · Sanitäter · Künstlersozialkasse · GEMA. Diese können sein:
· Künstler- bzw. Mietwirkungsverträge · Honorarverträge / Verträge mit freien Mitarbeitern · Lieferverträge · Dienstleistungsverträge (Reinigung, Aufbau, Abbau...) · Sponsorenverträge / Partnerverträge · Nutzungsverträge · Agenturverträge Sachversicherungen (Gebäude, Technik, Kunstgut, Tiere...) können auch in Anspruch genom-men werden, sind aber oft sehr kostenintensiv. Über Ausfallversicherungen z.B. der gesamten Veranstaltung kann man ebenfalls verhandeln, aber auch diese Versicherungen sind in der Regel sehr kostenintensiv. Hinweis: lange vor der Veranstaltung bei Versicherungen bzw. -marklern Angebote einholen und verhandeln! Lassen Sie sich bei Abschlüssen nie unter Zeitdruck bringen! GEMA und sonstige Gebühren: Ein nicht unerheblicher Teil der Finanzen der Veranstaltung müssen für Gebühren z.B. an das Bezirksamt ausgegeben werden. - Sie sind im Vorfeld zu klären und fast immer verhandelbar. Häufig sind Gebühren sind zu entrichten an die: · GEMA: kann pro Veranstaltung und Zeitdauer, aber auch bei großen Veranstaltungen pro zu erwarteten Besucher/ pro Tag vereinbart werden. - Harte Verhandlungen vor der Veranstaltung lohnen sich! GEMA-Gebühren gehen immer zu Lasten des Veranstalters! · Gebühren: müssen für diverse Ämter (siehe 3.3. Genehmigungen) bezahlt werden, sind teilweise auch verhandelbar und kommen oft auch in Betracht für Verwendung/ Nutzung von Kunst- gegenständen, Reproduktion, Fotos, Filmen, Videos usw. 3.4. Programmgestaltung 3.4.1. Allgemeines Die Programmgestaltung richtet sich in ihrer generellen Ausrichtung nach Art und Ziel der Veranstaltung (Veranstaltungstyp ) sowie nach den finanziellen Rahmenbedingungen. · Programmentscheidungen haben z.B. Einfluß auf folgende, anderen Arbeitsbereiche:
- Catering - Bühne - Technik - Raumdisposition - Sicherheit · Die Programmgestaltung umfaßt im weiteren Sinn den Gesamtablauf, im engeren Sinn das künstlerische/unterhaltende Programm der Veranstaltung. 3.4.2. Programmtypen Abhängig vom Veranstaltungstyp lassen sich folgende Programmtypen unterscheiden: Tagesprogramm Tagungen und Kongressen Verkaufsveranstaltungen politische Veranstaltungen Schulungen Abendprogramm Galas Jubiläumsveranstaltungen Bühnenveranstaltungen Konzerte bunte Abende Rahmenprogramm (Beiprogramm zu einer Hauptveranstaltung) Damenprogramm Stadtbesichtigung Sportliche Aktivitäten Modenschauen Sonderprogramme Stadtfeste Weihnachtsmärkte Straßenfeste Überschneidungen sind vielfach möglich - z.B. wenn die Ausrichtung eines Kongresses (Tages-programm mit einer Abschlußgala (Abendprogramm) gekoppelt ist. 3.4.3. Dramaturgie (Inszenierung der Veranstaltung) Auf die Dramaturgie des Programmes muß bei jeder Veranstaltung besonderen Wert gelegt werden! Kriterien: · Spannungsverlauf - d.h. gewünschten Spannungsverlaufs in der Ablaufplanung berücksichtigen:
- Aufmerksamkeit steigern - Höhepunkte zeitlich geschickt plazieren - Entspannungsphasen einplanen - den Abschluß gestalten
- Interesse und Bewunderung weckend - Besitzwunsch weckend - Spannung steigernd - Entspannung bewirkend - unterhaltend
- Reden möglichst im ersten Teil - Buffet oder Dinner nicht zu spät - Getränke direkt zu Beginn (evtl Begrüßungsdrink) - Bühnenprogramm/ Show erst nach dem Essen - Verträglichkeiten von Cateringphasen und Bühnenprogramm bedenken - Was ist Beiprogramm zur Untermalung? (Tischmusik) - Was braucht die volle Aufmerksamkeit? · Erstellung eines detaillierten und mit genauen Zeiten versehenen Ablaufplanes / Regieheft für alle Beteiligten darin ist zu beachten:
- Pausenzeiten für die Musiker - genaue Absprachen über die Dauer von Programmpunkten - gute Einschätzung der Dauer von Essenszeiten - Laufzeiten bei Raumwechsel - Umkleidepausen für Künstler - Alternativen bei wetterbedingten Ausfällen / Notprogramm! · Teilnehmerprogramm · Regieplan - d.h. alle wichtigen Daten für die MitarbeiterInnen zur reibungslosen Umsetzung des Ablaufplanes:
- Technik (kann in Einzelpläne aufgesplittet werden - Licht, Ton, Bühnenumbau etc) · zeitliche Disposition von Auf- und Abbauzeiten - zu beachten: - rechtzeitige Vereinbarungen mit dem/der Verantwortlichen für den Veranstaltungsraum · Disposion von Bühnenproben /Technikproben: - Absprache mit dem Haus - Absprache mit den Künstlern.
- Funktioniert alles?
- Sind alles Mitwirkenden da? - Entscheidungen bei Pannen und Unvorhergesehenem /Notprogramm! (wetterbedingt, Ausfall von Künstlern, Sonstiges) - Finanzrahmen - Charakter der Veranstaltung Möglichkeiten - für den Galaabend - Stars aus Oper, Operette, Musical, Show oder Pop/Rock Szene - für den bunten Abend - Tanzeinlagen, Zauberer, Akrobaten etc (viele Künstler werden durch Agenturen vertreten) - Agenturen helfen bei der Suche nach geeigneten Künstlern! - private Agenturen - Spezialagenturen für bestimmte Bereiche - Künstlerdienst des Arbeitsamtes · genaueste Absprachen mit Künstlern treffen, d.h.: - unbedingt schriftliche Verträge schließen (mindestens Termin, Ort, Zeit, Honorar) - ebenfalls schriftlich vereinbaren: Programm, Anzahl der Titel, Auftrittszeit, stand-by Zeiten, Probentermine, Kleidung, Anreisekosten, Catering etc. · Musikprogramm: Kriterien - Finanzrahmen - Charakter der Veranstaltung Möglichkeiten - Tonkonserve oder Live-music - Alleinunterhalter - Trio bis Big Band - mit oder ohne SängerIn - Im Klassikbereich: Kammermusik, Solisten, Orchester (beachten: gestimmtes Klavier oder Flügel) Entscheidungen - Tischmusik, Gesprächsuntermalung - Show oder eigene Programmbeiträge - mehrere oder eine Gruppe Vereinbarungen - Verträge - Anzahl und Dauer der Programmteile festlegen - Kleidung - Anzahl und Dauer der Pausen - was wird an Anlage mitgebracht? / was wird benötigt? - Catering - Fahr- bzw. Anreisekosten. · Moderatoren: Aufgaben von Moderatoren - durch das Programm führen - einzelne Programmteile moderieren - Publikum animieren Alternativen bzw. Zusätze - Animateur - DJ Vereinbarungen - Aufgaben - Zeiten - rechtzeitig Informationen geben über das Veranstaltungsprogramm, sofern es seinen Aufgabenbereich betrifft. Wichtige Hinweise: · Mit allen Beteiligten sind immer genaueste Absprachen treffen und wenn möglich schriftlich in einer entsprechenden Vertragsform zu fixieren. · Proben sind in den gesamten Aufbauablauf einzuplanen und mit allen Beteiligten (Technikern und Künstlern) realisieren. · Künstler ruhig etwas früher bestellen, denn meist kommt er später! Sie haben recht, wenn Sie an dieser Stelle die Frage stellen: Warum bricht der hier ab? Und natürlich will ich Ihnen auch eine Antwort nicht schuldig bleiben. 1. Weil ich für die komplette Version nach Durchsicht sowohl noch mal das Korrekturprogram bemühen muß und 2. weil ich doch noch einiges zu Hmtl-Formatierungen lesen muß, um Ihnen das einfache Lesen zu erleichtern. Sollten Sie Interesse an einer gemeinschaftlichen Komplettierung oder sogar einer Zusammenarbeit zur Herausgabe der Anleitung haben, senden Sie mir einfach eine Mail. Danke! Robert Braun minusmann@aol.com Copyright © 1999 liegt beim Inhaber dieser Internetseite. Das Kopieren und Weitergeben des Dokuments ist erlaubt. Bei Veröffentlichung jeglicher Art insbesondere auf CD-ROM oder vergleichbaren Datenträgern sollten Sie dem Autor ein Belegexemplar bzw. eine Nachricht zukommen zu lassen. |
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