Bei aller Ungleichheit der Macht müssen alle gleiche Freiheit und Sicherheit haben. Der Besitzstand eines jeden muß erhalten bleiben.
Gegen Versuche eines Feindes, Nachbarländer Deutschlands sich einzuverleiben, um von da aus auf Deutschland überzugreifen, ist beizeiten zur Abwehr zu rüsten und ein Bündnis mit jenen zu schließen, die gleiches Interesse gegen zu große Machterweiterung bestimmter Reiche verbindet. Wenn man sich mit diesen Gedanken Pufendorfs intensiv beschäftigt, kann man seinen politischen Weitblick und seine Toleranz erkennen. Vergleicht man seine Vorschläge mit heutigen Verfassungen, so kann man sagen, daß er damals schon, nur mit anderen Worten, demokratische Rechte formulierte und für seine Zeit sehr revolutionär dachte. Im August 1666 legte er sein fertiges Werk "De statu imperii Germanici" Kurfürst Karl Ludwig zur Zensur vor. Natürlich lehnte dieser eine Veröffentlichung dieser kritischen und revolutionären Gedanken ab. Daraufhin schickte Pufendorf das Manuskript seinem Bruder Esaias nach Paris, wo dieser inzwischen Resident war. Aber auch er fand keinen Verleger. Esaias beauftragte nun seinen Gesandtschaftspfarrer, das Manuskript nach Amsterdam zu bringen. Dort wurde es schließlich 1667 gedruckt und unter Angabe des falschen Druckortes Genf unter dem Pseudonym "Severinus de Monzambano" veröffentlicht. Da das Werk die politischen Streitigkeiten dieser Zeit auf den Punkt traf, erfuhr das Werk eine hohe Auflage und große Verbreitung. Bis heute sind 20 lateinische, 5 deutsche, 3 französische und eine englische Auflag bekannt. Am 30. 04. 1665 heiratete Samuel von Pufendorf die Witwe des Juristen Ludwig Hedinger, Katharina Elisabeth geboren von Palthen, in der Spitalkirche zu Heidelberg. Seine 3 Jahre ältere Frau brachte die Tochter Sophie mit in die Ehe. 1677 heiratete diese den Stockholmer Ratsherren Christoffer Tessmar. Pufendorf hatte auch eigene Kinder: Tochter Christiana Magdalena (getauft am 30. 05. 1666 in Heidelberg) und Tochter Erementia Elisabeth (getauft am 01. 05. 1668 in Heidelberg). Diese Familie Pufendorf bewohnte ein Haus in der Augustinergasse, war geachtet und anerkannt. Ab 1667 jedoch wurde die Arbeitsatmosphäre für Pufendorf in Heidelberg unerträglich. Gründe dafür waren persönliche Enttäuschung und Neid und Mißgunst seiner Kollegen aufgrund seines Werkes "De statu imperii Germanici". Wiederum half ihm sein Bruder Esaias.
![]() zur Pufendorf-Page |
© Samuel-von-Pufendorf-Gymnasium Flöha April 1998 |
![]() zur Homepage |