Bin
1955 in Mediasch
geboren. Anfangs wohnten wir im Greweln und später in der Pastorilor,
gegenüber von dem alten Freudenhaus Lampa Rosie, dessen
Eigentümer mein Urgroßvater gewesen sein soll. Als ich von meinen
Eltern genaueres über die "Kuplerei", wie man es nannte,
erfahren wollte, erklärte man mir sehr zögerlich, daß der
Urgroßvater dort nur Musiker war. Immerhin erfuhr ich die Geschichte
mit dem Freudenhaus erst mit 28.
Mein
Vater ist Ungar und katholisch, meine Mutter Deutsche, mit evangelischem
Glauben. Mein Vater war der Meinung, ich sollte eine ungarische Erziehung
bekommen aber das klappte nur bis zum Kindergarten, denn ich besuchte die
Grundschule an der deutschen Abteilung erst einmal in der Fünfer Schule
und dann in dem Einser Lyzeum aus Mediasch. Die Schule machte mir nicht
immer Spaß, denn mein Name ( István ) reizte die Ohren einiger
Sächsischen Lehrer, was ich manchmal auch zu spüren bekam. Damals
waren die Ungarn in Rumänien als die potentiellen Feinde der Rumänen
und der Sachsen gewährtet. Bis zu meinem 14-ten Lebensjahr war ich
Heide, also ich gehörte entweder einer Religion, noch irgend einer
Kirche an. Weil die Tradition es verlangte und meine Eltern mir nur mein
Bestes wollten haben sie sich nach 14 Jahren in der Frage meiner religiösen
Zugehörigkeit geeinigt und ich wurde kurz vor meiner Konfirmation
vom evangelischem Pfarrer, Pfarrer Hell getauft. Also besuchte ich den
Konfirmationsunterricht wo ich einiges über Gott, Jesus und Martin
Luther erfahren durfte und nach drei Jahren folgte meine Konfirmation.
Bis dahin hatte ich von Gott nichts gewußt, denn man wollte die „Nationale“
Spannung in der Familie nicht weiter steigern und das Thema gab es bei
uns nicht. Ich kam dann in die Berufsschule nach Kronstadt und nach der
Prüfung arbeitete ich bei dem Lastkraftwagenunternehmen Automecanica
und der Möbelfabrik aus Mediasch als Elektriker. 
Nach
meinem Schulabschluß, und in den ersten Jahren meiner Beruflichen
Tätigkeit entbrannte in mir die Sehnsucht Musik zu machen. Ich überlegte
mir, welches Instrument von den meisten Musikern vermieden wurde und ich
entschied mich für die Bassgitarre. Dann entdeckte ich, das ein Musiker
ein viel bunteres Leben hat als ein normaler Arbeiter und wurde also Musiker.

Ich spielte in verschiedenen Bands an Hochzeitsfeiern, Partys und in Restaurants.
Meine Karriere als Musiker dauerte ca. 10 Jahre. Bis zu meinem 28-ten Lebensjahr
war ich ledig und konnte mein Leben voll und ganz genießen. Wir schlossen
unsere Verträge an Ferienorten wie Mamaia Neptun oder Olimp ab und
somit bekamen wir zusätzlich noch Essen und Übernachtung frei.
Wir
machten uns viele Freunde in dem In und Ausland. Es kamen auch viele enttäuschte
Ehefrauen oder auch Ehemänner die in ihrem 10 tätigen Urlaub
ihr neues Glück suchten. Künstler sind immer imponierend, deshalb
hatten wir das „Vorrecht“, die ersten Auserwählten zu sein.

Die Versuchung war groß, denn es gab Bars und Nachtlokale, wo die
Touristinnen und Touristen ihren Spaß haben wollten und wir nach
unserem Feierabend ihre Gäste waren. Nach ihrem meist 10-tägigen
Urlaub, wurde die nächste Gruppe eingeflogen.
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