| Wenn unser Hund heult sobald wir fort sind, ist dies zwar für uns direkt erst
einmal kein Problem, jedoch für unsere Nachbarn. Es gibt wohl wenig was noch mehr nervt,
als ein Hund, der stundenlang heult oder kläfft. Auch wenn wir den Trennungsschmerz des
Hundes noch so gut verstehen können, es hilft nichts, er muß es lernen ruhig zu sein
wenn wir die Wohnung verlassen. Auch wenn im Mietvertrag die Hundehaltung erlaubt
ist, so ist dies immer nur unter dem Vorbehalt, daß sich niemand anderer durch den Hund
gestört fühlt. Nun ist es für uns bei diesem Fehlverhalten des Hundes das Problem, daß
wir selber davon nichts mitbekommen, ja oft nicht einmal wissen, daß unser Hund heult.
Man sollte deshalb nach Möglichkeit die Nachbarn hierbei mit einbinden und sie bitten uns
mitzuteilen, wenn der Hund bellen sollte sobal wir fort sind. Es liegt zwar eine gewisse
Gefahr darin, daß wir die Nachbarn auf ein eventuelles Belle aufmerksam machen, sollte
der Hund jedoch wirklich bellen, werden sie sich sowieso melden, dann allerdings meist
erst wenn das Bellen des Hundes schon sehr stark ausgeprägt ist. Für den Hund ist Bellen oder Heulen ein vollkommen
normales Verhalten, welches auch im Rudel gezeigt wird um das Rudel wieder zusammen zu
rufen. Zudem bewirkt das instinkmäße Ausführen dieses Heulens eine Rückkehr der
restlichen Rudelmitglieder. Der Hund lernt also das sein Heulen immer wieder eine
Rückkehr der anderen bewirkt. Trennungsangst des Hundes ist zudem jeweils in Relation zum
Selbstbewußtsein des Hundes zu sehen.
Um unsere Wohnung weiter behalten zu
können, müssen wir dem Hund leider trotzdem beibringen, daß nicht das Heulen sondern
das Ruhig sein zum Erfolg führt.
Die meisten Hunde fangen recht bald nach
dem Verlassen der Wohnung an zu heulen. Das ist ein Vorteil den wir ausnutzen können. Als
erstes aber müssen die Bedingungen so konstruiert werden, daß wir mitbekommen wann der
Hund anfängt zu bellen und daß wir eine Möglichkeit haben regulierend einzugreifen.
Welche Möglichkeiten haben wir das Bellen
des Hundes mitzubekommen ?
- wir können vor der Haustür warten bis der
Hund anfängt zu bellen
- wir können unsere Nachbarn bitten uns
sofort beim ersten Bellen des Hundes zu verständigen
- wir können den Hund mit einem Babyphon,
Funkgerät, Anrufbeantworter (Raumüberwachung) kontrollieren
- wir können den Hund per Video überwachen
Ein Einwirken unsererseits ist immer nur
dann möglich, wenn wir genau in dem Augenblick eingreifen können, wenn der Hund das
Fehlverhalten zeigt. Später zu strafen bringt überhaupt nichts und führt oft noch zu
einer Verstärkung sowie weiteren Fehlverhaltenszügen. Wenn wir also dies mit dem Hund
üben wollen, müssen wir ganz einfach in der Nähe sein.
Wie können wir einwirken ?
Am idealsten ist eine Kombination zwischen
Videoüberwachung und Funkkontakt zum Hund. Hierbei läßt sich sofort auf das Bellen
reagieren und zudem sehen was diese Einwirkung beim Hund bewirkt. Leider ist aber für die
meisten nicht die Möglichkeit gegeben dies zu konstruieren. Über Umwege ist jedoch
mittels der Nachbarn eine Kontrolle sowohl des Bellens als auch der Auswirkung unseres
Eingreifens möglich. Mit einem Babyphon oder der Raumüberwachung können wir zumindest
mit unserer Stimme auf den Hund einwirken. Läßt sich auch dies nicht konstruieren,
bleibt uns nur noch übrig die Wohnung kurzfristig zu verlassen, im Treppenhaus oder vor
der Haustür zu warten und beim ersten Bellen des Hundes in die Wohnung zurück zu gehen.
Dabei bleiben wir ganz ruhig, schicken den Hund zurück an seinen Platz und machen
ansonsten ganz normal in der Wohnung irgend etwas anderes. Kurz darauf verlassen wir
wieder die Wohnung warten eine Weile und kehren dann wieder zum Hund zurück.
Dabei kehrt man sowohl dann in die Wohnung
zurück, wenn der Hund bellt, als auch wenn er ruhig ist. Mit dem Unterschied, daß wir
uns (nicht zu übertrieben) um den Hund kümmern, wenn er in der Zwischenzeit ruhig
geblieben ist. Mit einigen Wiederholungen wird der Hund lernen, das ruhiges Verhalten für
ihn erfolgreich ist, Bellen jedoch nicht zum Erfolg führt.
Mit welchen Zeitintervallen wir dabei
anfangs arbeiten hängt ganz einfach vom Hund ab. Je mehr wir ihn dabei belasten können,
desto länger können wir diese Intervalle ausdehnen. Anfangs sollte man jedoch schon mit
1 -2 Minuten zufrieden sein. Im alltäglichen Leben lassen sich solche Übungen leicht mit
einbauen. Mann kann durchaus das Müll rausbringen, Wäsche aufhängen, Gartenarbeiten, in
den Keller gehen nicht nur unter dem Aspekt Hausarbeiten sehen, sondern auch als Übungen
für das Ruhig sein des Hundes.
Parallel zum Alleinbleiben sollte draußen
die Platzübung außer Sichtweite des Hundeführers aufgebaut werden, sowie eine sinnvolle
Möglichkeit der Beschäftigung dem Hund angeboten werden. ( s. Ausbildung Hund allgemeiner Teil )
Welche Möglichkeiten haben wir die
Trennungsangst des Hundes anzumildern ?
- man kann den Fernseher oder das Radio laufen
lassen
- man kann ein altes Kleidungsstück im Korb
lassen
- man kann den Hund kurz vor dem Verlassen der
Wohnung etwas zu fressen geben (wichtiges Kapitel s. Nahrung
)
- man sollte ohne großes Theater gehen und
keinesfalls ein daraus ein Ritual entstehen lassen
- man sollte ebenfalls auf großartige
Begrüßungszeremonien anfangs verzichten
- man sollte mit sehr kleinen Zeitintervallen
beginnen und diese später verlängern
- ein ausgelasteter Hund wird das Alleisein
als Ruhephase empfinden
- bitte die Verwendung von Medikamenten (auch
Bachblüten sind Medikamente) nur im alleräußersten Notfall und unter Mithilfe wirklich
kompetenter Ärzte anwenden. Wir sind in Deutschland an Erfahrungen noch nicht so weit wie
in den USA, wobei nicht übersehen werden sollte, daß der Einsatz von Medikamenten immer
ein Aufgeben ist !
- man sollte das Selbstbewußtsein des Hundes
soweit fördern, daß das Alleinsein bei ihm keine Ängste
mehr auslöst
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