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Russland

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Rußland

Die russische bzw. frühere sowjetische Marine verfügt erst seit relativ kurzer Zeit über Flugzeugträger. Eine Besonderheit stellt dabei die Klassifizierung als Flugdeckkreuzer dar. Aufgrund ihrer vergleichsweise starken Bewaffnung ist diese Bezeichnung durchaus verständlich, jedoch ist sie in erster Linie historisch bedingt. Für die politische Führung der ehemaligen Sowjetunion waren Flugzeugträger als Symbole des US-Imperialismus äußerst unpopulär. Außerdem konzentrierte sich die sowjetische Militärdoktrin in erster Linie auf die Schaffung einer starken Atom-U-Boot-Flotte. Ein weiterer Grund für den Verzicht auf die Bezeichnung Flugzeugträger ist der Dardanellen-Vertrag (Montreux 1936), der die Durchfahrt von Flugzeugträgern durch die Dardanellen verbietet.

Die Geschichte der sowjetischen Flugzeugträger begann in den 60er Jahren mit der Indienststellung des UAW-Kreuzers "Moskwa". Dieser verfügte auf dem Achterdeck über eine Landeplattform für Hubschrauber. Aus dem Typ "Moskwa" wurde in den 70er Jahren der Flugdeckkreuzer "Kiew" entwickelt, der mit VTOL-Flugzeugen ausgestattet war und somit de facto den ersten sowjetischen Flugzeugträger darstellte. Von der Kiew-Klasse wurden insgesamt 3 Schiffe gebaut, die, wie bereits die Moskwa-Klasse, sehr unzuverlässig und technisch unausgereift waren. Deshalb wurden sie bereits zum Ende der 80er Jahre wieder außer Dienst gestellt.  1987 wurde die "Baku" in Dienst gestellt, die eine Weiterentwicklung der Kiew-Klasse darstellte. Mit dem Zerfall der Sowjetunion erfolgt eine Umbennung in "Admiral Gorshkov". Auch sie hatte wiederholt mit technischen Problemen zu kämpfen. 1996 war sie letzmalig bei einer Flottenparade im Einsatz und wurde anschließend in die Reserve versetzt. Nach jahrelangen Verhandlungen mit Indien wurde die "Admiral Gorshkov" im Januar 2004 letztendlich verkauft und wird dort voraussichtlich ab 2008 ihren Dienst unter dem Namen "Vikrant" tun. Der Kaufpreis beträgt 1,5 Mrd. US-$ und beinhaltet neben der Modernisierung des Schiffes auch 28 MiG-29K und 6 KA-28 und KA-31.

Die 1991 in Dienst gestellte "Kuznetsov" stellt eine völlig neue Qualität dar. Obwohl als schwerer Flugdeckkreuzer klassifiziert, ist die "Kuznetsov" ein leichter Flugzeugträger. Im Gegensatz zu den amerikanischen und französischen Flugzeugträgern verfügt die Kuznetsov nicht über Startkatapulte, sondern hat eine Startrampe. Aber auch die "Kuznetsov" ist mit Problemen konfrontiert. Seit 1996 konnte sie wegen eines Schadens ihres Antriebssystems nicht mehr eingesetzt werden. Die Reparaturen wurden erst im Juli 2000 abgeschlossen. Im August 2000 nahm "Kuznetsov" erstmals wieder an Manövern der Nordflotte teil und beteiligte sich zeitweilig an der erfolglosen Rettungsaktion für das gesunkene Atomunterseeboot "Kursk". Die für Ende 2000 geplante Entsendung einer Trägergruppe ins Mittelmeer wurde wegen dieses Unglücks aufgegeben. Nun sollte im Frühjahr 2002 ein Kampfverband mit der "Kuznetsov" im Mittelmeer "Flagge zeigen". Auch dieses Vorhaben musste aufgegeben werden, da erneut ernsthafte Probleme an den Turbinen auftraten. Erst im Februar 2004 wurde die "Kuznetsov" wieder in einem Manöver eingesetzt und ist seit Herbst 2004 wieder voll einsatzfähig. Nun ist eine Entsendung der Kuznetsov in den Atlantik für Herbst 2005 geplant.

Neben der "Kuznetsov" wurde die "Varyag" als weiterer Vertreter der Kuznetsov-Klasse gebaut, jedoch nie fertiggestellt. Angeblich wurde sie von der Ukraine nach China verkauft, ob zur Verschrottung oder als Muster für den Bau chinesischer Flugzeugträger ist unklar.

Kuznetsov

TAKR (Tyazholiy Avionosnyy Kreyser) "Kuznetsov"

Spezifikation:

Besatzung: 2626 (davon 626 Fluggruppe und 40 Stab)
Wasserverdrängung: 43.000 t (max. 58.600 t)
Abmessungen: 302,30 x 72,30 x 9,14 m
Flugdeck: Winkeldeck mit 12 °Startrampe, 2 Aufzüge
Antrieb: 4 Dampfturbinen - 200.000 PS
Geschwindigkeit: 29 Knoten
Radar/Sonar: MR-710 Fregat-MA/Top Plate 3-D Luftraumüberwachungsradar, 2 MR-320M Topaz/Strut Pair 2-D Luftraumüberwachungsradar, Fly Trap Flugzeuglandungskontrolle, Zvezda-2 mit MGK-345 Bronza/Ox Yoke Sonar, 4 MR-360 Podkat/Cross Sword SA-N-9 Raketenkontrolle, 8 3P37/Hot Flash SA-N-11 Raketenkontrolle
Bewaffnung: Schiff-Schiff-Raketensystem Granit (12 Raketen), Flugabwehrraketensystem Klinok mit 24 Werfern (192 Raketen), Luftverteidigungsraketen- und Kanonensystem Kashstan mit 4 Kommando- und 8 Kampfmodulen (256 Raketen), 6 AK 630 AD Flugabwehrkanonen, UDAV-1 UAW-System (60 UAW-Raketen)
Flugzeuge und Hubschrauber: max. 52, geplant: 14 Yak-41M (Yak 141)oder MiG-29 Fulcrum, 12 SU-33 Sea Flanker (SU-27K), 4 KA-27LD Helix, 18 KA-27PLO Helix, 2 KA-27S Helix

zur Zeit: 20 SU-33 Sea Flanker, 4 SU-25UTG Frogfoot (Trainer), 2 KA-31LD Helix, 18 KA-27PLO Helix, 2 KA-27S Helix

(SU-27KUB (Trainer) wird getestet)

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letzte Aktualisierung  14.08.2005