Rezepte aus Portugal
Als Special möchte ich denjenigen, die genauso gern am Kochtopf herumexperimentieren, ein paar kulinarische Urlaubserinnerungen aus Portugal servieren - zum Nachkochen!
Aufgrund der meernahen Lage des kleinen Landes dominieren auf dem portugiesischen Speisezettel alle nur erdenklichen Arten von Fisch und Meeresgetier. Das mediterane Klima läßt Olivenhaine sprießen. Das Öl der aromatischen Frucht wird nicht nur zum Einlegen der Sardinhas verwendet.
Und jetzt: an die Töpfe, fertig, los!
| Bacalhau à Bras | Sardinhas na Brasa |
| Dourada no Forno | Pasteis de Bacalhau |
| Bacalhau de Brincadeira | Caldeirada à Fragateira |
Der Bacalhau ist ein
getrockneter und gesalzener Dorsch. Diese Art der Konservierung
war lange Zeit in den Mittelmeerländern Gang und Gäbe. Heute
zählt der Bacalhau vor allem in Portugal zu den beliebtesten
Speisefischen, für die es unzählige Zubereitungsarten gibt.
Bacalhau kann man inzwischen auch in Deutschland in den meisten
Fischgeschäften kaufen. Ersatzweise könnt Ihr auch Kabeljau
nehmen - dann verkürzen sich die Garzeiten entsprechend!
Die Vorbereitung nimmt zwar etwas Zeit in Anspruch -
aber: das Ergebnis lohnt die Mühe:
Den Bacalhau in Stücke von ca. 5x10cm schneiden und etwa 24
Stunden in kaltes Wasser legen. Wer's nicht gern salzig mag, der
wechselt zwischendurch immer mal das Wasser. Danach kann der
Bacalhau beliebig zubereitet werden.
Bacalhau à Bras ist ein leckeres Gemisch aus Bacalhau, Zwiebeln,
Kartoffelstiften und Eiern, das fast in jedem portugiesischen
Restaurant ein Muß auf der Speisekarte ist.
Zutaten
(für 4 Personen):
1/2 kg Bacalhau
300 g Zwiebeln in dünnen Scheiben
1/2 kg Kartoffeln in dünnen langen Stiften
4 Eier
Salz, Pfeffer
5 EL Öl (am besten kaltgepreßtes Olivenöl)
1 zerdrückte Knoblauchzehe
1/2 Bund glatte Petersilie
Zubereitung:
Bacalhau in Stücke schneiden und 24 Stunden wässern (dabei das
Wasser öfter wechseln). Fisch in kleine Stücke zerpflücken.
Eier verquirlen, salzel und Pfeffern.
Kartoffelstifte in einer Pfanne mit dem Öl und der zerdrückten
Knoblauchzehe anbraten. Kartoffeln aus der Pfanne nehmen und nun
die Zwiebeln anbraten. Bacalhau und die angebratenen Kartoffeln
dazugeben und vorsichtig durcheinandermischen.
Wenn alles heiß und gar ist, verquirlte Eier untermischen und
das Ganze servieren, bevor die Eier gestockt sind. Zum Schluß
noch mit gehackter Petersilie bestreuen.
Sardinen gehören in die
portugiesische Küche wie der Hamburger zu Mc Donalds.
Sardinhas na Brasa sind gegrillte Sardinen, die in
aufgeschnittene Brötchen gesteckt werden (Sandwich-Prinzip).
Beliebter Zwischensnack!
Zutaten
(für 4 Personen):
1 kg ganze Sardinen mit Haut und Gräten
grobes Salz
Weißbrot oder Brötchen (schmeckt auch mit Vollkornbrötchen)
Zubereitung
Sardinen ausnehmen, Haut und Schuppen dranlassen, waschen und mit
grobem Salz bestreuen.
Auf den Grill nahe der Glut legen (ersatzweise im Backofen bei
ca. 200 °C zubereiten). Die Sardinen sind fertig, wenn sie beim
Anfassen in Stücke fallen.
In das aufgeschnittene Brötchen (oder zusammengeklappte
Weißbrotscheiben) legen.
Dazu paßt entweder ein frischer Salat - man kann aber auch
Salatblätter, Tomaten und Zwiebeln nach dem Döner-Prinzip in
den Sardinen-Sandwich füllen.
Etwas für den
anspruchsvollen Gaumen! Die Dourada (Goldbrasse) gehört zu den
schmackhaften Brassenarten, die in Portugal - frisch gefischt -
auf dem Speisezettel der Genießer stehen.
Zutaten:
1 Goldbrasse (oder Zahnbrasse)
1 in Milch eingeweichtes Brötchen
1 kleingehacktes hartgekochtes Ei
1 rohes Ei
2 EL grob gemalenes Paniermehl
1 große gehackte Zwiebel
1 geriebene Knoblauchzehe
3 EL Margarine
1 Bund gehackte glatte Petersilie
Salz, Pfeffer
je einige Prisen Kaneel, Cumin und Safran
2 Lorbeerblätter
1 Glas Weißwein
Zubereitung:
Das eingeweichte Brötchen ausdrücken und mit dem kleingehackten
gekochten, dem rohen Ei, dem Paniermehl, den Zwiebeln, dem
Knoblauch, der Petersilie und einem Eßlöffel Margarine
verkneten. Mit den Gewürzen abschmecken.
Die Brasse ausnehmen, schuppen, abwaschen und mit Küchenkrepp
abtrocknen. Die Füllung hineinstopfen und die Öffnung mit
Zahnstochern zustecken.
Den Fisch in eine gefettete Auflaufform legen.
Margarineflöckchen draufsetzen. Falls von der Füllung noch
etwas übrig ist, über den Fisch geben. Mit Weißwein begießen
und mit gefettetem Pergamentpapier abdecken.
Backofen auf mittlere Hitze (ca. 200 °C) erhitzen, Auflaufform
in den Ofen schieben. In Abständen von ca. 10 Minuten immer
wieder mit der Flüssigkeit begießen. Nach 45 Minuten
Pergamentpapier abnehmen und die Dourada bräunen lassen.
Die Füllung kann man beliebig noch um gehackte Mandeln, mehr
Knoblauch usw. ergänzen. Serviert wird das Ganze vorzugsweise
mit Reis und je nach Geschmack Salat oder Gemüse und
Zitronenscheiben.
Wer abends zwischen 18 Uhr
und 20 Uhr in eine der vielen kleinen portugiesischen Kneipen
oder Bistrots geht und ein Bier oder einen Apperitiv bestellt,
der kennt sie, die kleinen Fischbällchen, die sich so wunderbar
"wegsnacken" lassen. Pasteis de Bacalhau sind kleine,
Fischfrikadellen, die meistens kalt gegessen werden.
Zutaten:
500 g Kartoffeln
500 g vorbereiteten Bacalhau (siehe Bacalhau à Bras)
1 große gehackte Zwiebel
1 rohes Ei
1 Eigelb
1/2 Bund glatte Petersilie
Salz, Pfeffer
1 Msp. Piripiri (oder Cayennepfeffer)
Pflanzenfett zum Fritieren
Zubereitung:
Kartoffeln kochen und pellen.
Im Mixer oder Fleischwolf die Kartoffeln und den vorbereiteten
Bacalhau pürieren. Zusammen mit den anderen Zutaten zu einer
Masse kneten.
Kleine Bällchen formen und im heißen Bratfett fritieren, bis
sie dunkelbraun geworden sind.
Ideal auch als Party Snack!
Und noch ein
Bacalhau-Rezept! Dieses Gericht ist nur ein Grundgerüst, daß
Ihr beliebig um Zutaten nach Eurem Geschmack verfeinern könnt.
Zutaten:
3/4 kg Bacalhau
2 mittelgroße Zwiebeln in Ringen
100 g Butter oder Margarine
0,2 l Milch
1/2 Glas Weißwein
1/2 Bund glatte Petersilie
Salz, Pfeffer
Saft von 1 Zitrone
1 TL Stärkemehl
1/2 kg Kartoffeln in dicken Scheiben
1 große rote Paprika
4 Scheiben schmelzbarer Käse (z.B. Raclette-Käse)
4 Scheiben gekochter Schinken
1 Zitrone in Scheiben
einige schwarze Oliven mit Stein
Zubereitung:
Bacalhau nach dem Grundrezept (siehe Bacalhau à Bras) vorbereiten und kochen.
Für die Sauce: Zwiebeln in Butter andünsten. Milch, Weißwein,
Paprika, Petersilie und Salz hinzufügen und aufkochen lassen.
Zitronensaft einrühren. Sauce mit kalt angerührtem Stärkemehl
etwas andicken.
Die rohen geschälten Kartoffeln in dicke Scheiben schneiden und
in dem Rest der Butter braten.
Den Boden einer großen feuerfesten Form mit dem Bacalhau
belegen. Fisch mit den Käsescheiben und dem Schinken bedecken.
Gebratene Kartoffelscheiben darüber verteilen, Form schließen
und für ca. 20 Minuten bei 220°C in den vorgeheizten Backofen
schieben.
Am Schluß mit Zitronenscheiben und Oliven dekorieren.
Hinter dem klangvollen
Namen verbirgt sich ein schmackhafter Fischeintopf!
Zutaten:
1 kg verschiedenen Fisch mit Haut und Gräten (in Stücken)
5 EL Olivenöl
1 Msp. Piripiri (oder Cayennepfeffer)
1 gehackte Knoblauchzehe
1 gewürfelte Zwiebel
1 Bund grob gehackte glatte Petersilie
2 gewürfelte Tomaten
2 TL Tomatenmark
2 Lorbeerblätter
grobes Meersalz
1/2 Glas Weißwein
1 Tasse heißes Wasser
1 kg Kartoffeln in dünnen Scheiben
Zubereitung:
In einem Topf Öl, Piripiri, Knoblauch, Zwiebel, Petersilie,
Tomaten, Tomatenmark, Lorbeerblätter und Salz erhitzen und alles
kochen lassen, bis es gar ist. Danach den Wein und das Wasser
zugeben und schichtweise die Kartoffeln und den Fisch einlegen.
(Abschmecken und ggf. nachwürzen).
Im geschlossenen Topf kochen lassen, bis die Kartoffeln gar sind.
Nicht umrühren, sonst zerfällt der Fisch. Topf einfach
schütteln.
Die Caldeira wird in tiefen Tellern mit einem gut gekühlten Wein
und Brot serviert.
Zugegegeben: Nix für den
kleinen Geldbeutel, eher was für besondere Momente und
Gelegenheiten - die gekochte Languste!
Zutaten:
11,2 l Wasser
1/2 l Weißwein
2 geraspelte Möhren
1 Knoblauchzehe
1 Zwiebel in Ringen
1/2 Bund glatte Petersilie
Thymian
1 Lorbeerblatt
Salz
1 lebende Languste
2 Tassen Reis
40 g Butter
Mayonnaise (ersatzweise zerlassene Butter)
verschiedene Saucen (Knoblauch-, Meerettich- etc...)
1 Zitrone in Scheiben
ein paar Salatblätter und Oliven zum Garnieren
Zubereitung:
Wasser, Wein, Möhren, Knoblauch, Zwiebel, Petersilie, Thymian
und Lorbeerblatt in einen großen Topf geben, gut salzen und 1/2
Stunde kochen.
Die Languste lebend mit dem Kopf voran vorsichtig hineingeben
(armes Viech! Aber nicht nachdenken dabei, sonst geht's in die
Hose und Du hast das Biest wochenlang in Deiner Badewanne...!)
Im zugedeckten Topf 20 bis 30 Minuten kochen lassen, dann im
Wasser abkühlen (den ganzen Pott natürlich!).
Die Languste der Länge nach in zwei gleiche Teile schneiden.
Mit dem Reis servieren, den Du in der Zwischenzeit (hoffentlich)
gekocht hast, und in dem Du jetzt ein paar Butterstücke
schmelzen läßt.
Wenn Du keinen Streß haben willst, hast Du all die
verführerischen Schleckersaucen auch schon in kleine Schälchen
gefüllt - und jetzt darf nach Herzenslust mit Salatblättern,
Oliven und anderen Niedlichkeiten garniert werden. Und dann? Hoch
lebe die Libido!
Je größer die Garnelen,
desto schmackhafter das Rendez-vous!
Zutaten
1 kg große Garnelen mit Kopf und Schale
5 EL Öl
Salz
1 Msp. Piripiri (oder Cayennepfeffer)
50 g zerlassene Butter
Saft 1/2 Zitrone
1 Zitrone (unbehandelt)
ein paar Salatblätter und Oliven zum Garnieren
Zubereitung:
Die ganzen Garnelen vorsichtig der Länge nach mit einem scharfen
Messer halbieren (geht am besten, wenn Du durch den unteren Teil
der Garnele - durch Schale und Fleisch - schneidest). Der Saft im
inneren des Kopfes sollte dort bleiben (der schmeckt am besten!).
Dunkle Teile allerdings entfernen.
Salzen, mit Öl bepinseln und mit Piripiri oder Cayennepfeffer
bestreuen. Garnelen grillen oder braten.
Auf einem Teller mit der Schnittseite nach oben auslegen und mit
einer Sauce aus zerlassener Butter, Salz und Zitronensaft
übergießen. Mit Zitronenstücken, Salat und Oliven garniert
servieren.
Eine prima Vorspeise zu einer "wilden" Nacht!
Muscheln
funktionieren bei uns in Deutschland immer nur in den Monaten,
die auf "R" enden. Bis Februar "dürfen" wir
also noch...
Zutaten:
2 kg Miesmuscheln
3 Zwiebeln in Scheiben
3 Fleischtomaten in Scheiben
3 gehackte Knoblauchzehen
1 Bund glatte Petersilie
frisch gemahlener Pfeffer
1 Msp. Piripiri (oder Cayennepfeffer)
Salz
ein Schuß Weißwein
1 Zitrone in Stücken
Zubereitung:
Muscheln gründlich bürsten und abwaschen.
In einem Topf mit Öl die Tomaten und Knoblauchzehen anbraten.
Miesmuscheln und Petersilie dazutun und mit Pfeffer und Piripiri
würzen.
Sobald die Miesmuscheln aufgehen, Deckel auf den Topf und die
Hitze 'runterschalten. Zwischendurch den Topf hin und wieder
schütteln.
Nach ca. 15 Minuten Sud abschmecken und salzen.
Etwas Weißwein dazugeben und mit Zitronenstücken servieren.
Dazu paßt selbstgebackenes Maisbrot und Oliven.
Jetzt geht's
richtig zur Sache: gegrillte Königskrebse! Verwöhn' Dich und
Deine(n) "Gspusi" mal echt kulinarisch. (Von der
gesparten Online-Zeit kannste Dir das dann direkt auch leisten!)
Zutaten
1 kg Königskrebse
Knoblauchsalz
ein paar Zweige glatte Petersilie
3 EL Butter
1 Zitrone in Stücken
Zubereitung:
Königskrebse unter fließend heißes Wasser halten (geht am
besten mit Haushalts-Handschuhen - sofern diese nicht gerade
massig Meister Proper geschluckt haben!), damit sich das Fleisch
besser von der Schale löst.
Die Beine vorsichtig auseinanderbrechen.
Danach mit einem Sägemesser (im Zweifelsfall auch mit einer
Geflügelschere) die Beine soweit durchschneiden, daß sie
aufgeklappt bleiben.
Krebsfleisch mit Knoblauchsalz bestreuen. Petersilie hacken, mit
Butter verkneten und darüberstreichen. Im Grill backen und mit
Zitronenstücken dekoriert servieren.
Dazu paßt Weißbrot und Salate UND EIN NUSSKNACKER!!!
Salate werden in der
portugiesischen Küche meistens naturbelassen und ohne Dressing
serviert. Jeder kann sich dann am Tisch selbst seine Marinade aus
Essig, Öl, Salz und Pfeffer mischen.
Zutaten:
2 große feste Tomaten
2 grüne Paprika in Streifen
3 geriebene Mohrrüben
1 große Zwiebel in dünnen Ringen
1 hartgekochtes Ei in Scheiben
1 Bund Petersilie
ein paar Radieschen in Stücken
1 Kopfsalat
gehackter Dill
5 EL Öl
5 EL Essig
Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Aus Essig, Öl, Salz und Pfeffer eine Marinade mischen.
Salatzutaten in eine Schüssel geben, mischen und mit der
Marinade übergießen.
Dieser Kartoffelsalat wird
als Beilage zu gegrilltem Fisch gegessen.
Zutaten:
1 kg Kartoffeln
1 mittelgroße gehackte Zwiebel
5 EL Öl
Salz, Pfeffer
5 EL Essig
Zubereitung:
Kartoffeln kochen und in Scheiben schneiden.
Zwiebel, Essig, Öl, Salz und Pfeffer dazugeben und alles
vermischen.
Mal eine andere
Bacalhau-Variante: nach einweichen roh im Salat .
Zutaten:
200 g Bacalhau
2 grüne Paprika
2 hartgekochte Eier
1 gehackte Zwiebel
3 EL Öl
1 EL Essig
1 kleingehackte Knoblauchzehe
etwas gehackte glatte Petersilie
Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Haut und Gräten des Bacalhau entfernen, Fisch zerpflücken und
24 Stunden in Wasser einweichen und das Wasser zwischendurch
erneuern. Paprika waschen, säubern, in Streifen schneiden und
braten. Eier in Scheiben schneiden.
In eine Salatschüssel schichtweise den Bacalhau, die
Paprikastreifen und die Eischeiben legen.
Zwiebel mit Essig, Öl, Knoblauch, Gewürzen und Petersilie zu
einem Dressing verrühren und über den Salat gießen. Ca. 1
Stunde ziehen lassen.
Die Caldo Verde (grüne
Suppe) ist ein typisch portugiesiches Gericht, das als Voesuppe
oder auch kleiner Zwischensnack gegessen wird. Die in Portugal
dafür verwendeten "Couves" bekommt man in Deutschland
nur selten. Als Ersatz können aber Blumenkohlblätter verwendet
werden. Die schmecken den "Couves" sehr ähnlich.
Zutaten:
400 g gekochte Kartoffeln (oder 1 Beutel Kartoffelpüree)
200 g Blumenkohlblätterin dünnen Streifen
1 l Wasser
Salz
1 zerkleinerte Knoblauchzehe
100 g portugiesische Wurst in Scheiben (ersatzweise Salami)
10 EL Öl
Zubereitung:
Kartoffeln pürieren bzw. das Kartoffelpüree mit Wasser
zubereiten.
Das Püree und die Blumenkohlblätter in das Wasser geben, salzen
und zum Kochen bringen. 5 Minuten auf starker Stufe kochen, dann
den Knoblauch, die Wurst und das Öl hinzugeben. Weitere 5
Minuten leicht weiterkochen lassen, dann abschmecken.
Schmeckt am besten aus Tonschalen.
Wer nach Portugal reist,
sollte es auf keinen Fall versäumen einige der unzähligen
Fischsuppen zu probieren. Hier nur eine Variante:
Zutaten:
1 kg weißen Fisch ohne Kopf und Gräten
5 EL Öl
1/2 kg gewürfelte Kartoffeln
1 Zwiebel in Scheiben
2 geachtelte Tomaten
2 zerkleinerte Knoblauchzehen
2 Lorbeerblätter
1 Bund glatte Petersilie
1 Stange Porree in Ringen
Schale einer unbehandelten Orange
Salz, Pfeffer
1/4 l Wasser
4 Scheiben Toastbrot
Zubereitung:
Fisch in Stücke schneiden.
In einem Topf das Öl erhitzen und den Fisch zusammen mit den
anderen Zutaten anbraten.
Mit Wasser auffüllen und 1/2 Stunde kochen lassen.
Toast toasten, den Sud in einer Suppentasse servieren und den
Fisch getrennt auf einer Platte dazureichen.
Alho heißt Knoblauch und
ist wichtigster Bestandteil dieser Suppe.
Zutaten:
1 EL Essig
4 Eier
3 Knoblauchzehen
Salz
1 Bund glatte Petersilie
10 EL Öl
3/4 l kochendes Wasser
4 Scheiben Toastbrot
1 Paprikaschote
Zubereitung:
In einem großen Topf das Wasser zum Kochen bringen und den Essig
dazugeben. Die Eier vorsichtig nacheinander in eine Suppenkelle
aufschlagen und in das kochende Wasser geben.
Für die Suppe: Knoblauch, Salz und Petersilie im Mörser
zerdrücken und die Paste zusammen mit dem Öl in vier
Suppentassen verteilen. Dann mit kochendem Wasser auffüllen.
Brot toasten, in Scheiben schneiden und dazugeben. Die pochierten
Eier in die Tassen lagen. Paprika entkernen, in Streifen
schneiden und als Beilage dazuservieren.
Diese etwas kanibalische
Suppe gehört nicht in die vegetarische Küche!
Zutaten:
200 g rote oder braune Bohnen
1 l Wasser
Salz
1 Zwiebel in Stücken
1 geviertelte Tomate
50 g portugiesische Blutwurst in Stücken
1/2 Schweineschwanz
1/2 Schweinsfuß
1 Schweinsohr
Kaldaunen in Stücken
1 rohe Kartoffel in Scheiben
1 Mohrrübe in Stücken
Zubereitung:
Bohnen einen Tag lang (oder über Nacht) einweichen.
In 1 l kochendem Salzwasser Zwiebel, Tomate, Bohnen, Wurst und
Fleisch kochen, bis das Fleisch gar ist. Kartoffel und Mohrrübe
dazugeben.
Die gekochten Fleischteile herausnehmen, in Stücke schneiden,
wieder zur Suppe geben und erneut kochen lassen, bis die
Kartoffel gar ist.
Hühnchen
nach Art der Algarve, dem schönen Süden Portugals.
Zutaten:
1 Hühnchen in Stücke zerlegt
3 Zwiebeln in Scheiben
6 Tomaten in Scheiben
1 grüne Paprikaschote in Streifen
3 Knoblauchzehen in Stücken
2 EL Margarine
5 EL Öl
Salz
1 Msp. Piripiri (oder Cayennepfeffer)
1 Lorbeerblatt
1/2 Glas Portwein
1/2 Glas Weißwein
Zubereitung:
In eine große Pfanne schichtweise alle Zutaten hineingeben, die
Zwiebelscheiben als letzte Schicht. Wein darübergießen, Decken
aufsetzen und 20 Minuten kochen lassen. Fertig!
Kaninchen
auf portugiesische Art.
Zutaten:
1 Kaninchen
150 g Speck in Scheiben
2 EL Öl
Salz
1 gehackte Zwiebel
1 Bund gehackte glatte Petersilie
schwarzer Pfeffer
1/2 Glas Rotwein
1 Glas Wasser
Zubereitung:
Kaninchen ausnehmen, säubern und in Stücke schneiden. Zusammen
mit den Speckscheiben, Öl und Salz in einen Tontopf legen und
etwas anbraten lassen.Zwiebeln und Petersilie untermengen und mit
schwarzem Pfeffer würzen. Wein und Wasser zugießen, ohne den
Topf vom Feuer zu nehmen. Falls die Soße zu dick wird, Wasser
zugießen.
Kaninchen im Backofen bei mittlerer Hitze garen und immer wieder
mit der Sauce übergießen.
Zutaten:
4 große Kalbssteaks in dünnen Scheiben
2 EL Wasser
60 g Butter
1/2 Glas Weißwein
1 zerdrückte Knoblauchzehe
4 halbe Lorbeerblätter
Salz, Pfeffer
4 Eier
Zubereitung:
Butter und Knoblauch in 4 Tonschalen verteilen und auf dem Ofen
erhitzen.
Fleisch salzen, pfeffern und zusammen mit Lorbeerblättern, Wein
und Wasser ebenfalls in die Schalen verteilen. Braten lassen, bis
das Fleisch gar ist und die Soße sich verbunden hat.
Inzwischen Spiegeleier braten und das Fleisch damit garnieren. In
der Tonschale servieren. Beilage: Kartoffelchips oder Pommes.
Ein
typischer Eintopf!
Zutaten:
1/2 kg Hammel- oder Lammfleisch in kleinen Stücken
3 Tomaten in Scheiben
300 g Zwiebeln in Scheiben
1 zerhackte Knoblauchzehe
1 Bund gehackte glatte Petersilie
1 Lorbeerblatt
Salz, Pfeffer
1 Nelke
1 Msp. Piripiri (oder Cayennepfeffer)
5 EL Öl
0,5 l Weißwein
1 Schuß Branntwein
2 EL Butter
Zubereitung:
Tomaten mit Knoblauch, Petersilie, Lorbeerblatt, Salz, Pfeffer,
Nelke und Piripiri vermischen und kurz ziehen lassen.
Öl in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebeln hineingeben.
Fleisch, Kartoffeln und Tomaten schichtweise daraufgeben. Den
Wein darübergießen und das Gericht kochen lassen (ca. 45
Minuten).
Kurz vor Ende der Garzeit mit einem Schuß Branntwein ablöschen
und Butterflöckchen obendraufsetzen.
Zutaten:
1/2 l Milch
1 EL Mehl
200 g Zucker
4 geschlagene Eigelb
1 geriebene, unbehandelte Zitronenschale
Zimt
Zubereitung:
Mehl mit einem Teil der Milch verrühren und dann die restliche
Milch unterrühren. Zucker dazugeben und aufkochen lassen. Etwas
abkühlen lassen und die Zitronenschale und das Eigelb langsam
unterrühren. Bei niedriger Temperatur unter ständigem Rühren
erneut aufkochen lassen.
Mit Zimt bestreut servieren. Oder Zucker darüberstreuen und
unterm Grill karamelisieren lassen.
Zutaten:
1 l Milch
Schale von 1/2 Zitrone
100 g Milchreis
8 EL Zucker
5 Eier
1 TL Zimt
Zubereitung:
Von der Milch 5 EL abnehmen. Restliche Milch mit Zitronenschale
zum Kochen bringen. Reis und Zucker zugeben und solange kochen,
bis der Reis weich ist.
Eier trennen. Eiweiß steif schlagen, Eigelb mit der
zurückbehaltenen Milch verquirlen und zu dem Reis geben. Erneut
aufkochen.
Vom Ofen nehmen und den Eischnee untermengen. In Dessertschalen
verteilen, mit Zimt bestreuen und vor dem Servieren gut abkühlen
lassen.
Übersetzt:
"Himmelsspeck"
Zutaten:
1/2 kg Zucker
2 Glas Wasser
300 g gehackte Mandeln
8 Eigelb
3 Eiweiß
100 g Mehl
1 EL Butter
Zimt
Zubereitung:
Zucker mit 2 Glas Wasser verrühren und bis zum Siedepunkt
erhitzen lassen. Topf vom Ofen nehmen und gehackte Mandeln
zugeben.
Eigelbe verquirlen, Eiweß schlagen und dazugeben. Mit Mehl,
Butter und Zimt gut verrühren. Danach nochmal kurz erhitzen.
In eine flache, gebutterte Auflaufform füllen und im Ofen
überbacken.
(Birnen
in Rotwein)
Zutaten:
4 große, feste Birnen
1/4 l Rotwein
1/10 l Wasser
250 g Zucker
1 Stange Zimt
Schale von 1 Zitrone
Zubereitung:
Birnen schälen, Stiele dranlassen. Früchte in einen Topf
stellen, Wasser und Wein mischen und darübergießen. Zucker,
Zimt und Zitronenschale dazugeben. Im zugedeckten Topf so lange
dünsten, bis die Birnen weich geworden sind.
Die Birnen aus dem Topf nehmen und in eine Schüssel geben.
Zimtstange und Zitronenschale aus der Flüssigkeit nehmen und
diese so lange kochen, bis sie dickflüssig ist. Den Sirup über
die Birnen gießen und kalt servieren.
Auch wenn in Portugal in
den meisten Fällen Weizenbrot gegessen wird, bietet das Maisbrot
eine interessante Variante und ist eher schon eine Delikatesse.
Zutaten:
1/2 kg Weizenmehl
1/2 kg feingemahlenes Maismehl
1 Päckchen Hefe
ca. 0,85 l lauwarmes Wasser
Salz
Zubereitung:
Hefe in dem lauwarmen Wasser zerkrümeln. Dann alle Zutaten
vermischen und etwa 5 Minuten kneten, bis der Teig nicht mehr an
den Händen kleben bleibt. Ca. 30 Minuten bedeckt an einem warmen
Ort gehen lassen.
Danach kurz kneten und einen Brotlaib formen. Brotlaib und
Ofenblech mit Mehl bestäuben und im vorgeheizten Ofen (200 °C)
backen. Mit einem Zahnstocher prüfen, ob der Teig noch klebt.
Wenn nicht, ist das Brot fertig.
Mit diesem Basisrezept läßt sich eine Menge mehr anfangen. So
kann man z.B. vor dem Backen eine Sardine oder zerkleinerten
Bacalhau mit Zwiebeln und Olivenöl in das Brot stecken. Schmeckt
super!
Die
Portugiesen sind richtige Süßmäuler. Die zahlreichen
"Pastelerias" bieten Gebäck und Süßwaren in rauhen
Mengen an. In größeren Städten - vor allem in Lissabon - wird
das Mittagessen häufig durch ein Stück Gebäck und diverse
Tassen Cafezinho ersetzt.
Die portugiesische Küche ist sehr naturbelassen und macht daher
einen eher einfachen Eindruck. Die Verwendung von ausschließlich
frischen produkten aus dem mediteranen Land verleiht einem das
Gefühl der Haute Cuisine.
Auf keinen Fall dürft Ihr ein Abendessen in einem der vielen
Fado-Lokale versäumen. Dabei geht es dann weniger um das Essen,
sondern um die Tradition des Fado, emotionsgeladene, traurige
portugiesische Lieder, die mit viel Inbrunst und
"Saudade" gesungen werden. Fast jeder oder jede, die in
ein solches Lokal kommt, steht mindestens einmal auf und singt
einen Fado. Begleitet wird diese musikalische Tradition von 1
Gitarre und einer 12-saitigen Mandoline. Wer sich dort bei ein
paar Gläsern Vinho tinto (Rotwein) nicht mitreißen läßt, dem
ist nicht mehr zu helfen.
Wer
sich in Lissabon aufhält, sollte auf keinen Fall eine Tagestour
nach Cascais, einem kleinen Fischer- und Badeort direkt am Meer,
versäumen. Zum Essen empfiehlt sich ein kleines Restaurant mit
vielen frischen Fisch- und Fleischspezialitäten:
Restaurante
ADEGA DO GONÇALVES
Rua Afonso Sanches, 52-54
2750 CASCAIS
Tel.: 483 15 18
Die portugiesische Mahlzeit
geht normalerweise (im Vergleich zu den Schlemmerorgien der
Franzosen) relativ flott über die Bühne. Die Vorspeisen oder
kleinen Amuse-Gueulles sehen fast immer gleich aus: ein Korb mit
(mehr oder weniger frischem) Brot, ein paar Portionspackungen
Thunfisch-, Sardellen- oder Sardinenpaste, manchmal auch Oliven
oder Thunfisch mit Knoblauchmayonnaise. Vor allem aber darf der
Teller mit "queijo" (Käse) nicht fehlen. Dazu wird ein
kleiner runder Schafskäse aus dem Alentejo in dünne Scheiben
geschnitten und mit Zahnstochern auf einem kleinen Teller
serviert.
In Portugal findet man fast ausschließlich Schafs- und
Ziegenkäsespezialitäten. Auf der gesamten Zugfahrt zwischen
Lissabon und Faro habe ich keine einzige Kuh gesehen.