Übersichtskarte Kanu-Tour auf der Tauber 

17.-20. Mai 1997 

Die diesjährige Kanutour der Katholischen Studentengemeinde Frankfurt führte zur Tauber. Wie die Fränkische Saale und die Lahn in den Vorjahren wurde dieser linke Nebenfluß des Mains ausgewählt, weil er zum einen nicht allzu weit von Frankfurt entfernt liegt und somit noch innerhalb von maximal zwei Autostunden errichbar ist, andererseits mit Kanus gut schiffbar ist. Von der Gesamtlänge von 120km - die Tauber entspringt vor der Frankenhöhe, durchfließt vom malerischen Rothenburg o. d. T. an in einem Durchbruchstal den fruchtbaren Taubergrund und mündet bei Wertheim in den Main - wurde bei dieser Tour gut die Hälfte des Flußverlaufs befahren.  Einsamkeit
Die Rangers
1.Tag (17.Mai) 
Treffen an der Koselburg in Frankfurt, Einpacken einiger wasserdichten Tonnen und Fahrt zum Kanuverleih nach Bad Mergentheim. Dort an der Schwimmbadbrücke Umladen des Gepäcks in die mitgebrachten und in weitere, vom Verleiher gestellte Tonnen. 
Viel Auswahl bei der Auswahl des Bootsverleihers bestand übrigens nicht, da dieser - Gerd Drescher - nach Aussagen seines Vaters der einzige Kanuverleiher an der Tauber sei. Gänse
 
Um die Tour nicht zu kurz werden zu lassen, wurden die 17 Kanuten und ihre Kanus und Kajaks noch ca. 12km flußaufwärts transportiert, um bei Weikersheim in die Tauber entlassen zu werden. Um das typische Bild einer kleinen Residenzstadt des 17. Jhdts. und das hohenlohische Schloß Weikersheims zu würdigen, reichte leider die Zeit nicht.  Alle Kanus voraus Die ersten Herausforderungen durch die zahlreichen Staustufen und Wehre ließen auch nicht lange auf sich warten. Schwer beladen, mit den Vorräten für die nächsten Tage, mußten die Kanus einige Male weiträumig um Mühlen und Laufwasserkraftwerke herumgetragen werden. Erste Übernachtung unterhalb Bad Mergentheims an der Tauberbrücke in Edelfingen, dem bekannten Weinort. 
Erstes Frühstück 2. Tag (18.Mai) 
Frühstück in der Morgensonne, unterbrochen durch ein kleines Malheur: der Verbindungsschlauch zwischen der Gasflasche und dem Kocher war zu heiß geworden und geschmolzen. Das ausströmende Gas entzündete sich und ließ das Leck im Schlauch schnell größer werden. Zwar war das Feuer in wenigen Sekunden gelöscht, aber an einen Ersatz für den Schlauch war jetzt - am Beginn der Pfingstfeiertage - nicht zu denken. 
Gregor nebst Autor
Die Tauber präsentierte sich heute als munteres Flüßlein, aber auch mitunter als Folge fast stehender Gewässer, die nur durch Wehre unterbrochen zu sein schienen. Die Wehre wurden - vielleicht als Folge gestiegenen Selbstbewußtseins - kein einziges Mal umgangen. Stattdessen wurden sie als Schrägwehre häufig mit den Kanus überfahren; wo dies zu riskant erschien, wurden die Kanus vollbeladen und vorsichtig die Wehre hinabgeschleift.  Abendessen Zweite Übernachtung an der Tauber-Insel bei Werbach.
Noch trocken ... 3. Tag (19.Mai) 
Zum Wassersport gehören unerwartete Begegnungen mit dem nassen Element wie das Salz zur Suppe. 
Nasse Ausrüstungsgegenstände müssen dann gegebenfalls am Lagerfeuer getrocknet werden. ... schon naß
 
 
Stilleben
Besonders gut kommt sowas bei einem Schlafsack, der in der folgenden Nacht zwar trocken sein mag, aber das Zelt in eine Räucherkammer verwandelt. Treibt mal ein Schuh davon ... findet sich irgendwo im Unterholz bald Ersatz.  Trocknung am Lagerfeuer Das am gesamten Flußverlauf am leichtesten zu passierende Wehr lag in Gamburg: Anfahrt bis zur oberen Kante, leichte Schräge und unkompliziertes Zu-Wasser-lassen am Wehrsockel ... wenn nicht ein Angestellter versucht hätte, uns zu einem größeren Umweg über Land zu zwingen. Es blieb bei seinem Versuch. Dritte Übernachtung auf einem Campingplatz hinter Reichholzheim. 
Gregor mit ungleichen Schuhen 4. Tag (20.Mai) 
Erster ergiebiger Schauer am Morgen. Verbunden mit den Nachwirkungen des "Distelhäuser Schädelbräus", dem am Vorabend noch kräftig zugesprochen wurde, sank die Bereitschaft für die letzten 15 km bis zur Mündung in den Main schnell auf den Nullpunkt. 
Tuesday Morning Blues
Einpacken Stattdessen wurde in aller Ruhe gefrühstückt, später wurden die Zelte getrocknet, die Ausrüstung klariert und alles für die Heimfahrt eingepackt. Gegen 14:30 fuhr der Bootsverleiher mit Kleinbus und Trailer vor. Verstauen unseres Gepäcks, Festzurren der Boote und Rückfahrt nach Bad Mergentheim. Resumee: ein wiederholenswertes Kanu-Erlebnis. 
 

Geplantes Nachtreffen zum Erfahrungs- und Fotoaustausch: 11.Juli 1997, ca. 19:00 in der Mensa der Fachhochschule Frankfurt in der Kleiststraße.


V.i.S.d.P.: Volker Radek