Impfungen in der Reisemedizin

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Einige Grundlagen sollten bei allen Impfungen beachtet werden:

Impfungen sollten geplant werden. Manche Impfungen können kombiniert werden oder gleichzeitig erfolgen. Bei anderen Impfungen sind teilweise Zeitabstände einzuhalten. Weiterhin gibt es Altersgrenzen, die zu beachten sind.

Vor einer geplanten Reise sollten Sie sich deshalb beraten lassen. Dies sollte mindestens 4 Wochen oder besser 2 Monate vor Reiseantritt geschehen (je früher desto besser!!) .

Es gibt eine Reihe verschiedenster Erkrankungen gegen die eine Impfung möglich ist.
Dabei gibt es sog. Totimpfstoffe und Lebendimpfstoffe. Diese Unterscheidung ist wichtig, da teilweise (nach und zwischen Lebendimpfstoffen) Zeitabstände einzuhalten sind. Nach Möglichkeit sollten Impfungen erfolgen, wenn man gesund ist. Harmlosere Erkältungen ohne Fieber sind jedoch kein Grund, eine notwendige Impfung zu verschieben.

Es gibt eine weitere Unterscheidung, die besonders für Ihren Geldbeutel wichtig ist. Dabei wird in normale, allgemein empfohlene Impfungen und Reiseimpfungen unterschieden. Die Kosten für sog. Reiseimpfungen trägt die Krankenkasse nicht.
Eine dritte Gruppe sind Indikationsimpfungen, die nur unter besonderen Umständen oder für besondere Berufsgruppen empfohlen werden.

Bei jeder Beschreibung der Impfungen ist angegeben, um welche Indikationsgruppe es sich handelt:

A

Allgemein empfohlene Impfung
(die Kosten dieser Impfungen werden von den Krankenkassen übernommen)

K

Für Kinder allgemein empfohlene Impfung
(die Kosten dieser Impfungen werden von den Krankenkassen normalerweise übernommen)

R

Reiseimpfungen
(diese Impfungen werden für Reisende bei einem Risiko empfohlen, die müssen Sie selbst bezahlen)

RS

Reiseimpfungen in Sonderfällen - (besonderes Risiko)
(auch diese Impfungen müssen Sie selbst bezahlen)

I

Indikationsimpfungen
(in bestimmten Fällen, d. h. bei Indikation werden die Kosten
dieser Impfungen von den Krankenkassen
übernommen)

Die Impfempfehlungen werden in Deutschland von der Ständigen Impfkommission (STIKO) ausgesprochen und bieten auch die Grundlage für diese Unterscheidung. Die STIKO gibt auch (nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft) Empfehlungen für Impfungen in der Schwangerschaft.

Bei den Impfungen sind bestimmte Zeitabstände zu beachten. Für ein individuelles Impfprogramm vor einer Reise und zu den normalen Impfungen fragen Sie bitte Ihren Hausarzt.

Zurück Liste der Impfungen:

BCG

    

 Cholera

Diphtherie

FSME

Gelbfieber

Grippe

Haemophilus influenzae B

Hepatitis A, aktive Impfung

Hepatitis A, passive Immunisierung

Hepatitis A und B Kombination

Hepatitis B

Influenza

Japan Enzephalitis

Keuchhusten

Kinderlähmung

Masern

Meningokokken-Meningitis

Mumps

Pertussis

Poliomyelitis

Rabies

Röteln

Tetanus

Tollwut

Tuberkulose (BCG)

Typhus

Varizellen

Windpocken

Wundstarrkrampf

Zeckenenzephalitis, europäische

neue Entwicklungen

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen bei Impfungen

Zeitabstände bei Impfungen:

Da manche Impfungen gleichzeitig durchgeführt werden können und bei anderen (Lebendimpfstoffen und passiven Impfungen) Zeitabstände zu beachten sind, kommt einem individuellen Impfplan eine wichtige Rolle zu. Hier berät Sie Ihr Hausarzt oder eine der Beratungsstellen (Tropenmedizinische Institute, Gesundheitsamt oder Gelbfieberimpfstelle).

Bei Totimpfstoffen sind keine Abstände zu anderen aktiven Impfungen notwendig:
Dazu gehören FSME-, Tetanus- (Wundstarrkrampf-), Cholera- und die injizierbaren Typhus- und Polioimpfungen (IPV).

Zurück Zwischen Lebendimpfungen sind folgende Abstände zu beachten:

Gelbfieber

Polio

Typhus
(oral)

Masern

Tuberkulose
(BCG)

Gelbfieber

---

2 Wochen

kein Abstand  

2 Wochen

2 Wochen

Polio

4 Wochen

---

2 Wochen

4 Wochen

4 Wochen

Typhus
(oral)

kein Abstand

2 Wochen

---

4 Wochen

4 Wochen

Masern

4 Wochen

4 Wochen

kein Abstand

---

4 Wochen

Tuberkulose  
(BCG)

4 Wochen

4 Wochen

kein Abstand

4 Wochen

---

Lebendimpfstoffe mit attentuierten (d.h. abgeschwächten) Erregern wie BCG (Tuberkulose-), Gelbfieber-, Masern-, Mumps-, Röteln- und die Polio-Schluckimpfung (Kinderlähmung) können auch simultan, d.h. am gleichen Tag verabreicht werden.
Dazu müssen dann bei Imfstoffen, die gespritzt werden, verschiedene Impfstellen gewählt werden, z.B.möglichst eine rechts und die andere am linken Arm.

Die angegebenen Zeitabstände sind Mindestabstände. Bei Reaktionen auf eine vorausgegangene Impfung sind ggf. längere Abstände notwendig.

Abstände bei passiven Impfungen, d.h. Immunglobulingabe:
Nach einer passiven Impfung (Gabe von Immunglobulinen) kann die Wirksamkeit einer nachfolgenden aktiven Lebendimpfung bis zu 3 Monate deutlich herabgesetzt sein.
Weiterhin ist zu beachten:   Eine Gelbfieberimpfung sollte mindestens 10 Tage
vor einer passiven Impfung (Immunglobulingabe) durchgeführt werden.

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Letzte Änderung am 26.03.2000

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