Jirco Cesal
cesal@vossnet.de
Rope Skipping in einer 5. Klasse
2. Stunde: Erlernen des Grundsprunges des Rope Skipping
3. Stunde: Partnersprünge
4. Stunde: Doppelseilsprünge - Double Dutch
Das herkömmliche Seilspringen kommt in zwei Bereichen zum Einsatz:
1. Das Seil wird als gymnastisches Handgerät und als gestalterisches Element eingesetzt. Auch Ziele der rhythmischen Sportgymnastik sollen vermittelt werden.
2. Desweiteren wird das Seil oft als
Mittel zur Sprungkraftschulung und Ausdauerverbesserung genutzt.
Über abwechslungsreiche Bewegungsaufgaben
sollen die Schüler zu intensiven Bewegungen, zum Experimentieren und
zum rhythmischen Bewegen mit dem Seil allein oder zu mehreren veranlasst
werden.
Technik des Grundsprunges:
Die Oberarme und die Ellbogen werden
dicht am Körper gehalten. Der erste Schwung kommt aus dem Unterarm
und alle weiteren Schwünge nur noch aus dem Handgelenk. Es wird beidbeinig
und nur so hoch gesprungen, dass gerade das Seil durchpasst (ca. 2cm).
Die Knie werden beim Springen leicht gebeugt und wieder entspannt. Man
springt auf den Fußballen und setzt nur gelegentlich die Ferse zur
Entlastung ab. Der Kopf wird in Verlängerung der Wirbelsäule
gehalten und die Schultern werden beim Springen nicht hochgezogen. Füße,
Knöchel und Knie bleiben zusammen und man hüpft auf einer Stelle
(vgl. Wieser 1995, 12).
Die Schüler der Klasse 5b
sind im Sport eine leistungstarke und relativ homogene Gruppe. Es lernen
12 Jungen und 18 Mädchen.
Zwei Schülerinnen sind aufgrund
ihrer körperlichen Voraussetzungen benachteiligt. Ein Schüler
ist in seiner Spielfähigkeit der Sportspiele den anderen Schülern
überlegen. Die Gruppe ist sehr freundlich und motiviert am Sportunterricht
teilzunehmen. Die Schüler haben Freude sich zu bewegen und neue Techniken
zu erlernen.
Im Freispiel, einer Stunde, bei dem die Sch alle Geräte benutzen können, wie sie möchten, hat der L Double Dutch mit einem Sch vorgemacht und dabei eingeführt. Da die Bewegung des Seilschwingens beim Double Dutch aber schon so schwer ist, blieb es bei einer Anbahnung.
Vor allem die Mädchen der Klasse
leihen sich immer wieder ein Seil aus der "Schhulhofbar" aus und probieren
verschiedene Bewegungen des Seilspringens. Von diesen Mädchen ist
zu erwarten, dass sie wenig Schwierigkeiten mit Bewegungsformen der Stunde
haben werden.
motorisch:
- Verbesserung der Sprungkraft und der Körperspannung
- Stärkung der Arm-, Bein- und Schultermuskulatur
- Verbesserung der Koordination, des Rhythmusgefühls und der Antizipation
kognitiv:
- Rhythmusschulung mit Musik oder Partner
- Förderung der Kreativität von Bewegungsvariationen
- Verständnis von Schwung- und Sprungabfolgen
sozial- affektiv:
- Förderung von Grupenerlebnissen
- Umgang mit Frustration
- Kooperationsfähigkeit bei PA
und GA
Die Schüler erlernen verschiedene
Bewegungsformen des Seilspringens.
TLZ 1 - erlernen das Seilspringen mit einem neuen Gerät.
TLZ 2 - finden selbständig Bewegungsformen des Seilspringens.
TLZ 3 - bekommen ein Einblick in die Vielfalt der Sprungvariationen.
TLZ 4 - üben Bewegungsformen unter
wettkampfähnlichen Bedingungen.
Vorläufiger Rahmenplan für
Unterricht und Erziehung in der Berliner Schule, S. 17
Sportartenunabhängige Bewegungsformen
gewinnen im Schulsport zunehmend größere Bedeutung. Dies ist
einmal auf ein sich veränderndes Sportverständnisses und zum
anderen auf die negativ veränderten Lebensgewohnheiten der Sch zurückzuführen.
Der allgemeine körperliche Zustand, wie z.B. Bewegungsmangel oder
/ und falsche einseitige Belastung sind Grund für viele Unfälle
im Schulsport. Dass neben konditionellen Mängeln auch Probleme in
den koordinative Fähigkeiten existieren, führt dazu, dass in
beiden Bereichen der Schulsport tätig werden muss.
Rope Skipping vereint beide Aspekte
der konditionellen und koordinativen Fähigkeiten. Rope Skipping kann
aber auch zur Erwärmung, als Stundenschwerpunkt und als Ausklang eingesetzt
werden. Man kann in Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit arbeiten. Die Belastungsintensität
ist je nach Bedürfnis und individuellen Möglichkeiten dosierbar.
Die Unterschiede zum herkömmlichen
Seilspringen liegen einerseits im Material und andererseits in der Technik.
Neu ist dabei vor allem, dass nicht mit gestreckten Armen das Seil geschwungen
wird, sondern vornehmlich aus dem Handgelenk. Diese Technikvermittlung
des Grundsprunges findet in der nächsten Stunde statt, da in dieser
Stunde der Schwerpunkt auf der Vielfalt von Bewegungen mit dem Seil liegt.
Musik, als Unterstützung des Rhythmusgefühls
wird nicht eingesetzt, da die Sch sich zuerst auf das Erlernen der Bewegungen
konzentrieren sollen. Als Vertiefung und zusätzliches motivierendes
Element setzt der L Musik am Ende der Einheit ein.
Wenn die Sch nicht alle Bewegungsformen in dieser Phase finden, gibt der L die restlichen Techniken vor.
In der Übungsphase sollen die Sch 20, 10 oder 5 mal das Seil ohne Unterbrechung schwingen, dabei sollen sie jede erlernte Bewegungsform durcharbeiten. Diese Phase wird zur Differenzierungsphase , weil die Sch sich beliebig lange mit einer Technik oder Bewegungsform auseinandersetzen können und sich entsprechend einteilen können, ob sie 20, 10 oder 5 Wiederholungen absolvieren. Die verschiedenen Bewegungsformen sind auf Zetteln, die an der Wand hängen geordnet und dargestellt.
Als Alternative für leistungsschwache Sch ist es auch erlaubt, einhändig das Seil neben dem Körper zu schwingen und dabei die verschiedenen Sprungbewegungen auszuführen.
Aufgrund der Vorerfahrungen der Mädchen fällt es ihnen leichter gegenüber den Jungen mit dem Sportgerät umzugehen. Da ansonsten die Jungen in fast allen Sportarten dominieren, ist es an dieser Stelle angebracht, die Leistungen der Mädchen besonders hervorzuheben, um somit ihr Selbstbewusstsein zu stärken.
Da Rope Skipping sehr bewegungsintensiv ist, sollte vorher immer eine gezielte Aufwärmphase stattfinden. Die Sprunggelenke, Beine, Schultergürtel und Handgelenke sind zu erwärmen, zu lockern und zu dehnen.
Weiter muss der L darauf achten, dass immer wieder Erholungspausen stattfinden, damit die Sch nicht überfordert werden.
In der Übungsphase werden die
Sch schon ziemlich ausgelaugt sein. Deswegen muss diese Phase Ähnlichkeiten
mit einem Wettkampf haben, damit die Sch motiviert sind, alle Anstrengungen
fortzuführen.
- Glas, B.: Spielerisches Aufwärmen, in: Lehrerbriefe, GUV
- Söll, W.: Praxis und Methodik der Schulsportarten, Schorndorf Verlag 1997
- Wieser, R.: Rope Skipping - Seilchen springen auf andere Art,
in: Leichtathletiktraining 6 (1995),
1/2, 12-16.
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| Einstieg
allgemeine Erwärmung
spezielle Erwärmung
8.15` |
Die Sch versammeln
sich im Kreis. Begrüßung und Hinweise auf Stundeninhalt.
Die Sch spielen Kettenfangen, dabei
fassen sich zwei Sch an die Hände und fangen einen dritten. Wenn vier
an einer Kette hängen, teilen sie sich in zwei Zweiketten.
Jeder Sch nimmt sich ein Seil, dann finden sich die Sch zu zweit zusammen, anschließend legen die Partner ihre Seile parallel und schulterbreit auf den Boden. Sie hüpfen durch die Seile und über die Seile quer und längs, sie hüpfen beidbeinig und grätschen über die Seile. Die Sch nehmen ihr Seil in beide Hände und dehnen ihre Arm- und Schultermuskulatur. Aktions- und Sozialform: Sitzkreis, Spiel, Lehrerdemonstration, PA, EA Material: 18 Speed Ropes, 20 Seile |
Die Sch werden
ruhig und konzentrieren sich auf den Stundenbeginn.
Die allgemeine Erwärmung dient
der Anregung des Herzkreislaufsystems und bereitet die Beinmuskulatur auf
die spezielle Erwärmung vor.
Die spezielle Erwärmung konzentriert sich hauptsächlich auf die Gelenke Muskeln, die im folgenden besonders beansprucht werden und beinhaltet bereits Bewegungen des Hauptteils. |
| 1. Erarbeitung
8.20` |
Bevor die Sch
mit dem Seilspringen beginnen, fragt L die Sch, wie der Abstand zum nächsten
Sch sein muss.
Aktions- und Sozialform: EA Material: 18 Speed Ropes, 20 Seile |
Die Sch antworten und beziehen sich auf ihre Erfahrungen. |
| 2. Erarbeitung
8.30` |
Impuls: Die
Sch springen mit dem Seil, wie sie möchten.
Der L unterbricht nach kurzer Zeit
und fragt nach der Seillänge.
Der L stellt bestimmte von den Sch gefundenen Bewegung heraus und lässt alle Sch die Bewegung nachmachen, dabei sollen folgende Bewegungsformen des Seilspringens erarbeitet werden: - Laufen auf der Stelle mit Nachstellschritt - Beidbeinige mit Zwh - Einbeinig re / li mit Zwh - Einbeinig abwechselnd re - li mit Zwh - Beidbeinig ohne Zwh
Als Alternative für alle Bewegungen
kann das Seil mit einer Hand an der Körperseite geschwungen werden.
Die Sch tauschen zwischendurch die
Seile, dabei stellen sie Unterschiede in der Länge und der Art der
Seile fest.
Aktions- und Sozialform: Schülerdemonstration, EA Material: 18 Speed Ropes, 20 Seile |
Selbstständiges
Finden von verschiedenen Bewegungsformen.
Ein Sch findet eine bestimmte Bewegung
und macht sie den anderen Sch vor. Das Vormachen motiviert die Sch für
diese Übungsphase. Zwischen dem Seilspringen gibt es immer wieder
kurze Entspannungsphasen zur Regeneration.
Diese Differenzierung ist notwendig,
da einige Sch mit manchen Übungen überfordert sein werden. Jedoch
lernen sie die Rhythmus unter vereinfachten Bedingungen.
Die Sch lernen soziales Handeln, indem sie die vermeintlich besseren Seile ihren Mitschülern geben, damit jeder die Erfahrung machen kann, wie leicht man springen kann, wenn man ein Speed Rope benutzt. |
| Übungs
-
phase
8.35` |
Die Sch kommen
in der Mitte zusammen. Die Sch benennen die erlernten Bewegungsformen und
der L schreibt diese auf Zettel, die an der Wand hängen.
Impuls: Welcher Sch schafft alle Bewegungsformen mit 20, 10 oder 5 Wiederholungen ohne Unterbrechung? Alle Bewegungsformen sollen nach Möglichkeit
geschafft werden.
Aktions- und Sozialform: EA Material: 18 Speed Ropes, 20 Seile, Zettel, Edding, Tesafilm |
Die Sch erholen
sich.
Das Darstellen erinnert die Sch an
alle erlernten Bewegungsformen.
Unter wettkampfähnlichen Bedingungen sollen die Sch noch einmal motiviert werden möglichst alle Bewegungsformen zu üben. Eine Differenzierung findet statt, indem die Sch 5, 10 oder 20 Wiederholungen schaffen müssen oder das Seil neben dem Körper schwingen und dabei die Sprungbewegungen ausführen. |
| Ausklang
8.45` |
Die Sch rennen
zu zweit, dritt, ...durch ein langes schwingendes Seil.
Aktions- und Sozialform: GA Material: langes Seil |
Freudvoller Ausklang mit Schulung der Antizipation. |