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Veröffentlicht / Released: 28Dec98 (NSP 9901 #02) Bericht von Bernhard Fumy
Die
Das Nürnberger K4, eigentlich ein großzügiger Veranstaltungsort im Herzen Nürnbergs, brach aus allen Nähten. Das Beratungszentrum für Schwule und Lesben "Fliederlich e.V." hatte als Abschluß der Feierlichkeiten zum 20-jährigen Vereinsjubiläum geladen - und fast 1500 BesucherInnen übertrafen alle Erwartungen. So ging manchmal nichts mehr in den Gängen des K4. Schlangen an Eingang, Garderobe und Tresen waren unvermeidlich.
Doch die BesucherInnen nahmen's gelassen und viele der ausschließlich ehrenamtlichen Helfer hängten an ihren Dienst noch eine zweite Schicht, weil die eingeplante HelferInnenzahl sonst völlig überfordert gewesen wäre.
Rekordverdächtig war aber auch das Programm. Eröffnet wurde die Gala traditionsgemäß vom Einzug der Aids-Hilfe. Die Jungs hatten sich diesmal optisch besonders reizvoll hergerichtet. Nach einer kurzen Ansprache von Volker Kern, dem Vorsitzenden von Fliederlich e.V., führten Chou-Chou dé Briquette & Giselle d' Apricot aus Berlin mit viel Witz und Schwung durch das bunte Kulturprogramm. Das "Duo TAKTlos", zwei Frauen aus dem Nürnberger Raum, konnte mit seinen Chansons ebenso überzeugen, wie "Florence an the Fosters", eine Travestietruppe aus dem Bamberger Raum, die schon im Vorjahr für Stimmung im Saal gesorgt hatte. Selbst die ungenügende Licht- und Tontechnik konnte der Stimmung im Saal keinen Abbruch tun. So wurden dann auch "Beauties on the duty" und der Sänger und Stripper "Kitt Baker" aus Berlin vom Publikum gefeiert. Dazwischen zelebrierte Nürnbergs schwuler Sportverein "Rosa Panther" noch aufwendig und von dem schwulen Männerchor "Plärrboys" musikalisch umrahmt die Siegesfeier seines Volleyballturniers. Nach dem insgesamt sehr lang geratenen Programmteil konnten die Massen ab 1 Uhr endlich in der Disco abtanzen.
Umrahmt wurde das Hauptprogramm auf der Bühne von einem großen Angebot an Ständen - von Aids-Hilfe und Aidsberatung der Stadtmission über Fliederlich, einem Hairstylisten und dem Frankfurter Oscar-Wilde-Buchladen bis zum Frauenbuchladen. Die Tombola zugunsten von Fliederlich verlief eher schleppend, da die Preise diesmal nicht so attraktiv waren. Für viele BesucherInnen ist das Programm auf der Gala jedoch eigentlich Nebensa- che. Auf der größten Party im nordbayerischen Raum trifft Mann und Frau sich, trifft alte Bekanntschaften wieder oder schließt neue Freundschaften. So waren auch die drei Kneipen im K4 durchgängig bis zum letzten Platz gefüllt.
Zufrieden waren zum Schluß nicht nur die BesucherInnen, sondern auch der
Kassier von Fliederlich. Gehört die Gala doch inzwischen zu einem wichtigen Baustein des
Etats - vor allem, nachdem die CSU-Stadtregierung die Zuschüsse fast auf Null
zusammengestrichen hat. Nur Thomas Köppel, Hauptorganisator der Gala brauchte einige
Tage, um auch wieder ein zufriedenes Gesicht zu machen. Für ihn - und manch anderen
ehrenamtlichen Helfer - war der Abend der pure Streß. |
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