PRESSEMITTEILUNG vom 21. März 2006
Keine frischen Brötchen mit der Brötchentaste
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VCD Aachen-Düren begrüßt überfällige Anpassung der Parkgebühren zur Sicherung der wirtschaftlichen Grundlage des ÖPNV
Aachen. Die Anpassung der Parkgebühren ist nach Ansicht des VCD Aachen-Düren längst überfällig, um das gestörte Gleichgewicht zu den stark gestiegenen Tarifen im Öffentlichen Nahverkehr wieder herzustellen. Vor dem Hintergrund hoher Lärm- und Feinstaubbelastungen sind Parkgebühren auf dem Niveau der 70er Jahre nicht mehr zeitgemäß. Die Einführung der so genannten „Brötchen-Taste“ ist kundenfeindlich, da sie die Chance auf einen freien Parkplatz weiter verringert.
Seit 2000 wurden bei gleichzeitig stagnierenden Einkommen die ÖPNV-Tarife im Aachener Verkehrsverbund um durchschnittlich 30 – 40 % angehoben. Die Parkgebühren im Straßenraum dagegen sind seit der massiven Senkung durch die damalige schwarz-gelbe Mehrheit im Jahr 2000 konstant geblieben. Nur Kiel hat bundesweit unter den Großstädten noch niedrigere Gebühren.
Der Wettbewerb zwischen Autoverkehr und ÖPNV ist hierdurch in eine Schieflage geraten. Angesichts der massiven Mittelkürzungen durch Bund und Land und der Sparbeschlüsse der Stadt ist der ÖPNV dringend auf Fahrgeldeinnahmen angewiesen. „Wer mit spottbilligen Parkgebühren die Leute aus den Bussen in die Autos lockt, entzieht dem ÖPNV die wirtschaftliche Grundlage. Letztlich sind dann Einschränkungen im Fahrplanangebot unvermeidbar“, so Ralf Oswald, Vorstandsmitglied des VCD Aachen-Düren.
Auch für die Kunden haben niedrige Parkgebühren im Straßenraum Nachteile: Der hohe Parkdruck führt dazu, dass in der Innenstadt selten ein Stellplatz frei ist. Wer kurz vor einem Geschäft vorfahren muss, kreist zeitraubend mehrmals um den Block und stellt sich schließlich verbotswidrig in die zweite Reihe. Stressfreies Einkaufen sieht anders aus. Für Kurzparker sind daher freie Parkplätze viel wichtiger als niedrige Parkgebühren. Die Einführung der so genannten Brötchentaste, die in den ersten 20 Minuten sogar kostenloses Parken ermöglichen soll, würde die Situation nur noch weiter verschärfen. Die zu erwartenden Einnahmeverluste sind beim derzeitigen Schuldenstand der Stadt Aachen nicht zu verantworten. Philipp Fichtner vom VCD meint dazu: "Mit dem Argument der Kundenfreundlichkeit, mit dem CDU und FDP jetzt die Parkgebührenanhebung bekämpfen, hätten diese auch die wiederholte Erhöhung der AVV-Tarife ablehnen müssen. Sind Bus- und Bahnnutzer Kunden 2. Klasse?“
Neben den Einwohnern fühlen sich auch Kunden durch zu starken Pkw-Verkehr belästigt. Zielführende Maßnahmen sollten demnach vor allem auf eine Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), des Rad- und des Fußverkehrs ausgerichtet sein. "Autos gibt es in Aachen schon genug. Wenn sich mehr Menschen in Aachen wohl fühlen sollen, dürfen sie nicht alle mit dem Auto kommen." meint Ulrich Bierwisch vom VCD. Viele dieser Auto-Fahrten sind gänzlich vermeidbar; der Weg zum Bäcker oder zum Zeitschriftenladen kann gesünder und umweltfreundlicher mit dem Fahrrad oder zu Fuß erledigt werden.
Mit freundlichen Grüßen
Ralf
Oswald, VCD Aachen-Düren
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