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Description of the "Giant Weather-Harp"Beschreibung der "Riesen-Wetterharfe"
Lichtenberg, Georg Christoph (...) Folgendes ist mir von einem Freund aus einem Reise=Journal vom Jahr 1787 mitgetheilt worden: "Zu Basel zeigte uns Herr Hauptmann Haas die sehr merkwürdige Wetterharfe (Etwas davon hat man in den Zeitungen gelesen). Er hat aus seinem Gartenhause 15 Eisendrähte über den Garten hin nach dem Hofe gespannt, die 320 Fuß lang sind. Sie stehen ungefähr 2 Zoll von einander ab; die dicksten haben 2 Linien im Durchmesser (Anmerkung: Eine Linie entsprach 1/12 eines Zolls, also etwa 2,2mm), die mittleren 11/2, und die dünnsten sind 1 Linie stark. Sie liegen alle in der Ebene des Meridians, machen mit dem Horizont einen Winkel von 20 bis 30 Graden, und sind durch Walzen mit Sternrädern und Sperrhaken stark gespannt. Bey jeder Veränderung des Wetters tönen diese Saiten, bald glaubt man den Ton eines Theekessels zu hören, ehe das Wasser in demselben zum Sieden kommt, bald eine Harmonika, bald ein fernes Geläute, bald eine Orgel. Oft wird das Getöne so stark, daß das Concert im Garten=Saale gestört wird. Der Erfinder dieses sonderbaren Wetterzeigers ist ein Probst zu Bürkli unweit Basel, Pater Ventan (Anmerkung: Es handelt sich hierbei um die Pobstei Schloß Bürglen im Südschwarzwald, die zu dieser Zeit im Besitz der Abtei St. Blasien war; der Probst war zu dieser Zeit Pater Fintanus Linder; siehe den Brief Bernoullis and die königliche Akademie der Wissenschaften in Berlin). Er schoß zuweilen aus dem Fenster nach der Scheibe, mochte aber nicht nach jedem Schusse zu der Scheibe gehen, hing also dieselbe an einem langen Eisendraht auf um sie daran herbey und wieder zurückziehen zu können. Nun bemerkte er des Nachts zuweilen, daß sein Draht tönte. Er gab genauer Acht, theilte die Beobachtung einigen italienischen Gelehrten mit, und es zeigte sich, daß jeder Eisendraht, wenn er mit der Mittagslinie parallel gepannt wird, bey jeder Änderung des Wetters dieses Getöne mache. Messingdraht tönte nicht, eben so wenig Eisendraht von Osten nach Westen gespannt" - Es könnte wohl gar seyn, daß eine umständliche Beschreibung dieser Riesen=Wetterharfe und eine Erzählung der darüber angestellten Versuche vorhanden wäre, die uns noch nicht zu Gesicht gekommen ist. Wäre dieses aber nicht der Fall, so sollte es uns ungemein freuen, wenn der vortreffliche Besitzer dieses einzigen Instruments, sich durch diese unsere Aufforderung bewegen ließe, das Publicum mit einem solchen Aufsatz zu beschenken.
Magnetismus, wie man zu glauben scheint, ist wohl schwerlich hierbey
im Spiel, wenigstens müßte man hierauf nicht eher versuchen, bis
alle andere Bemühungen die Erscheinung leichter zu erklären, vergeblich
gewesen wären. Vermuthlich ist entweder Bewegung der Luft, oder
Veränderung der Drahte durch Hitze und Kälte, oder verschiedene
Spannung derselben durch Feuchtigkeit, die auf das Gebäude wirkt, woran
sie befestigt sind, Ursache. Denn sind die Drahte 320 Schuhe lang und unter
einem Winkel von 30° gegen den Horizont geneigt, so ist das höhere
Ende 160 Schuhe über das niedere erhoben: würde also diese Elevation
nicht etwa durch den Abhang eines Hügels, sondern durch ein Gebäude
ganz oder größentheils erhalten, so kann auch Feuchtigkeit die
Spannung der Drahte verändern, und geschieht dieses nicht stäte
sondern stoßweise, Töne hervorbringen.
Anmerkung: In den
"Annalen
für Physik" Bd. 79 aus dem Jahre 1825 (pp.
471-473) "Press the "back" button of your browser to get where you're coming from...
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