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Yves Klein

Yves Klein






Der Sprung ins Leere

Yves Klein wurde 1928 in Nizza geboren. Trotz seiner nur achtjährigen künstlerischen Laufbahn - von 1954 bis 1962 - gilt er als einer der wichtigsten Protagonisten der Nachkriegs-Avantgarde, der sowohl seine Zeitgenossen als auch nachfolgende Künstlergenerationen auf der ganzen Welt in starkem Maße inspiriert und beeinflußt hat. Mit seinen Bildern, Skulpturen, Ausstellungsinstallationen, Schriften, photographischen Dokumenten sowie Bühnen- und Filmszenarien stellte Yves Klein viele traditionelle Ideen über das Wesen, die Produktion und die Präsentation von Kunst in Frage. Yves Klein - Bekannt wurde er durch seine, auf eine Farbe reduzierten, monochromen Bilder. Monochromie war für Ihn ein Weg, expressionistische und kompositionelle und subjektive Elemente in der Kunst zurückzudrängen und die Empfänglichkeit des Individuums für grundlegende Erfahrunegn der alltäglichen Umgebung, des Sehens, Denkens und fühlens zu wecken. Yves Klein wird meistens mit einer Farbe identifiziert, einem Ultramarinblau, das  IKB (International Klein Blue) genannt hat. IKB ist ein voller, leuchtender Farbton von poetischer Kraft, den Yves Klein durch ein Spezialrezept erreichte. Er entwickelte ein Fixativ ohne Öl, so dass die Körner des reinen pulverisierten Farbpigments ungebundne bliebenund als lose Partikelerschienen. Mit einer spektakulären Aussstellung 1957 in Mailand, eröffnete Yves Klein seine "Blaue Periode". In den Jahren 1958/59 arbeitete er erstamals, im Rahmen eiens Auftrags füre die Wandgemälde im Gelsenkirchener Stadttheater , mit tiefblau gefärbten Schwämmen. Im weitern schurf er Schwannreliefs und Schwammskulpturen. Aufsehen erregte er u. a. mit Aktionen wie einer sog. "Ausstellung der Leere" (1958), in der die Besucher mit leeren Galeriewänden konfrontiert wurden, oder den "Anthropometrien" (1960), Abdrücke von nackten, mit blauer Farbe bestrichenen Frauenkörpern auf weißer Leinwand. In den "Feuerbildern" (ab 1961) experimentierte Yves Klein mit Flammenwerfern, mit denen er Konfigurationen in Karton einbrannte. Seine "Kosmogonien" genannten Bilder setzte er Wind und Regen aus. Yves Klein beeinflußte die Concept-art ebenso wie die Aktionskunst und war Vorläufer der Body-art.




1928 Yves Klein wird am 28. April als Sohn von Fred Klein und Marie Raymond in Nizza geboren. Der Vater ist Landschaftsmaler, die Mutter gehört den ersten informellen Malern in Paris an,
1944 - 1946 Klein studiert an der Ecole Nationale de la Marine Marchande und an der Ecole Nationale des Langues Oriental in Nizza. Er nimmt Judounterricht und unternimmt erste Malversuche. Die Lebenslange Freundschaft mit Claude Pascal und Arman beginnt.
1947   Erste Experimente mit der Monochromen Syphonie und mit monochromen Abdrucken mit seinen Händen und Füßen 
1948  reist Klein nach Italien. Außerdem beginnt er sich mit der Lehre der Rosenkreuzer zu beschäftigen. 
1949  absolviert Klein seinen Militärdienst in Deutschland 
1950  reist er nach London, wo er eine Arbeit bei dem Vergolder und Rahmenmacher Robert Savage annimmt. Mit Claude Pascal reist er nach Irland, um Reiten zu lernen, in der Absicht zu Pferd nach Japan zu reiten. Er erhält seine erste private Ausstellung monochromer Bilder in London. 
1951 - 1952 unternimmt Klein weitere Reisen nach Italien und Spanien 
1952 - 1953 im September reist er per Schiff nach Japan. Er erreicht im Judo den "Schwarzen Gürtel" des Kodokan Institus in Tokio. 
1954  Nach seiner Rückkehr nach Europa wird er technischer Leiter und Lehrer an der Nationalen Judoföderation Spaniens in Madrid. Die Veröffentlichung von "Yves Peintures" erscheint mit einem Vorwort aus leeren Linien von Claude Pascal. Private Ausstellung in Madrid. 
1955 21. Februar bis 7. März findet eine Ausstellung bei Colette Allendy statt. Klein tritt dem Orden des Hl. Sebastian bei. Vom 4. bis 21. August nimmt er an dem ersten Festival d'Art d'Avant-Garde in Marseille teil. 
 1957 Klein arbeitet wie besessen und bekommt zahlreiche Möglichkeiten der Präsentation seiner Werke: 2. bis 12. Januar Ausstellung "L'Epoca Blu" in der Galleria Apollinaire in Mailand; Teilnahme an der Gruppenausstellung "Micro Salon d'Avril" in der Galerie Iris Clert in Paris; Doppelausstellung bei Colette Allendy am 10. Mai und in der Galerie Iris Clert am 14. Mai; Ausstellung in der Galerie Schmela in Düsseldorf und in der Gallery One in London.
 1958 Beginnt mit den Arbeiten für das Theater in Gelsenkirchen und unternimmt erste Experimente mit "lebenden Pinseln". Am 28. April wird die Ausstellung "Le Vide" in der Galerie Iris Clert eröffnet, am 17. November die Ausstellung "Vitesse pure et stabilité monochrome" in Zusammenarbeit mit Jean Tinguely in der Galerie Iris Clert in Paris  
 1959 Klein hält eine Eröffnungsrede für die Tinguely-Ausstellung in der Galerie Alfred Schmela in Düsseldorf. Im April beteiligt er sich "immateriell" an der Gruppenausstellung im Hessenhuis in Antwerpen. Am 29. Mai wird eine Ausstellung in der Galerie Iris Clert in Paris eröffnet. Am 3. und 5. Juni hält Yves Klein einen Vortrag über "Die Entwicklung der Kunst zum Immateriellen", die Rede "Conférence à la Sorbonne". Vom 15. bis 30. Juni ist die Ausstellung "Bas-Reliefs dans une forêt d'eponges" in der Galerie Iris Clert in Paris zu sehen. Am 7. Oktober ist die Eröffnung der Gruppenausstellung in der Galerie Leo Castelli in New York, an der er teilnimmt. Am 18. November verkauft Klein immaterielle, malerische "Sensibilitätszonen" an der Seine. Der 15. Dezember ist der Eröffnungstag des Theaters in Gelsenkirchen, für dessen Foyer Yves Klein mehrere grossformatige Schwammreliefs herstellte. 
1960 Im Februar nimmt Yves Klein an der Ausstellung "Antagonismes" im Musée des Arts Décoratifs in Paris teil. Im März kommt es zu ersten halböffentlichen Vorführungen der Anthropometrien in der Galerie d'Art Contemporain in Paris. Die ersten Kosmogonien entstehen. Vom 11. Oktober bis 13. November findet die Ausstellung "Yves Klein, le Monochrome" in der Galerie Rive Droite in Paris statt. Am 27. Oktober manifestiert sich die Gründung der Gruppe der "Nouveaux Réalstes" in der Wohnung Rue Campagne-Première. Der 27. November ist der Tag der einmaligen Veröffentlichung der Zeitung "Dimanche - Le journal d'un seul jour" mit Kleins Sprung in die Leere auf der Titelseite. 
1961 Vom 14. Januar bis 26. Februar erhält Klein eine Retrospektive im Museum Haus Lange in Krefeld. Seine ersten planetarischen Reliefs entstehen. Im Frühjahr reist er mit Rotraut nach Amerika, wo er vom 11. bis 29. April eine Ausstellung in der Galerie Leo Castelli New York bekommt. Vom 17. Mai bis 10. Juni nimmt er an der Gruppenausstellung "A 40° au-dessus de Dada" in der Galerie J in Paris teil. In Zusammenarbeit mit Claude Pavent entstehen Päne für Wasser- und Feuerfontänen an der Place de Varsovie in Paris. 
 1962 Am 21. Januar heiraten Rotraut Uecker und Yves Klein in der Kirche Saint-Nicolas-des-Champs in Paris. Klein beginnt mit Abgüssen seiner engsten Freunde, Arman, Raysse und Pascal. Im Mai entstehen Filmarbeiten für Mondo Cane. Nach zwei Herzattakken im Mai stirbt Yves Klein am 6. Juni an einem dritten Infarkt. Im August wird sein Sohn Yves Klein in Nizza geboren.
1994 - 1995 Grosse Retrospektive im Museum Ludwig, Köln und in der Kunstsammlung NRW,Düsseldorf, sowie im Museum Haus Lange in Krefeld vom 08. November bis 08. Januar. 






Wenn ich an Dich denke

Habe ich immer wieder den gleichen Traum

Wir gehen Arm in Arm

Auf dem verwilderten Weg unserer Ferien

Und dann, nach und nach

Scheint alles um uns herum zu verschwinden

Die Bäume, die Blumen, das Meer

Am Wegesrand ist plötzlich überhaupt nichts mehr

Wir sind am Ende unserer Welt angelangt

Nun... Werden wir zurückgehen?

Nein... Ich weiss, dass Du nein sagen wirst

Komm' mit mir in die Leere!

Wenn Du eines Tages zurückkommst

Du, der Du auch träumst

Von dieser wunderbaren Leere

Von dieser wunderbaren Liebe

Dann weiss ich, dass wir zusammen

Ohne ein Wort zu sagen

In die Wirklichkeit dieser Leere springen werden

Die auf unsere Liebe wartet

Wie ich auf Dich warte, jeden Tag:

Komm mit mir in die Leere

Liebeslied, 1957







"Was bedeuten für Sie die Farben Blau, Rot und Gelb?...Welche der drei Farben ist für Sie die stärkste?... Welches die Schwächste? Welche ist am angenehmsten? Erweckt der Anblick einer dieser drei Farben in reinem Zustand Ihrer Meinung nach ein bestimmtes Gefühl? Ihre persönliche Einstellung zu den drei Farben (falls dies nicht zu indiskret ist)?... Was ist die normale psychologische Wirkung jeder dieser drei Farben auf Menschen und Tiere?"

aus einem Fragebogen über Farben, den Yves Klein an einen beliebigen Personenkreis verteilen wollte





Yves Klein & Rotraud Uekker





Der Tag ist blau

die Stille ist grün

das Leben ist gelb

das Licht zieht

Linien und hört nicht wieder auf

und ich bleibe zurück

durchdrungen von Gleichgültigkeit.

Gedicht, 1952











Quellenangaben / Literaturhinweise:

YVES KLEIN - ©1994 Benedikt Taschen Verlag GmbH Köln

YVES KLEIN - Sidra Stich, Museum Ludwig Köln / Kunstsammlung NRW Düsseldorf, ©1994 Cantz Verlag Stuttgart

IM WEISSEN RAUM - ©Krefelder Kunstmuseum, VG Bild-Kunst, Bonn 1994

KLEIN - L'ARBRE GRANDE EPONGE BLEU - Collection "l'art en jeu", ©Editions du Centre Pompidou, Paris 1994

DIE 100 MALER DES JAHRHUNDETS - ©1995 Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH




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last modified: 30. november 1997 (3)
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